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Alatariels Schicksal

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Alatariel
Goblin
Goblin



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 04.01.2004
Beiträge: 40
Wohnort: Kelethin

BeitragVerfasst am: Di 13.01.2004 - 22:34    Titel: Alatariels Schicksal Antworten mit Zitat

Mit einer Mischung aus Zorn, Müdigkeit und Neugier schaut Alatariel dem für seine Rasse ungewöhnlich klein und etwas pummelig wirkenden Waldelfen ins Gesicht, der gerade so ungeniert nach ihrer Lebensgeschichte gefragt hat. Seine spitz formulierten Worte hallen in ihr nach: Er möge keine Leute, die so schweigsam wären. Von denen wüsste man nie, ob sie im Kampf auch ganzen Einsatz zeigen würden. Neben aller Verärgerung ob dieser Bemerkungen muss die Druidin über das Misstrauen des jungen Waldläufers auch lächeln. Nein, sie wird nichts über sich erzählen. Sie kann es einfach nicht. Doch hatten Athelas' Worte Gedanken zu ihr zurückgebracht, und alles, was sie hoffte, vergessen zu haben, fällt ihr wieder ein, als wäre es gestern erst geschehen...

Kälte, Schneetreiben. Seit Stunden war Alatariel unterwegs, um Mammuts in der Einöde vor Halas zu jagen. Müde war sie und völlig durchgefroren. Ein Tag von vielen im Leben der Druidin, die mal Heilerin, mal Pfadfinderin, mal Köchin war. Sie liebte es, die verschiedensten Dinge zu probieren und schiere Abenteuerlust hatte sie schon manch ungewohnten Weg gehen lassen. Nun ging es ihr darum, ein besonderes Rezept auszuprobieren, darum die Jagd im eisigen Norden. Während sie im dichten Schneefall und der hereinbrechenden Nacht ihren Weg suchte, dachte Alatariel an die warmen grünen Wälder ihrer Heimat. Wie lange war es schon her, dass sie das letzte mal in Kelethin war?

Vor vielen Jahren war sie fortgezogen, in ihrem 21. Jahr, um ihre Ausbildung zur Druidin fern der Heimat fortzusetzen. Nun hatte sie bereits die 47. Stufe erreicht. Sie konnte sich in einen Wolf verwandeln, und so schnell, auf leisen Pfoten die Gegend durchstreifen. Sie konnte große Wunden, starke Gifte und schwere Krankheiten heilen, Gegner verlangsamen und verwurzeln, feindliche Tiere auf Zeit betören, selbst gefährliche Krankheiten durch Zauber hervorrufen, an denen die Feinde langsam aber sicher zugrunde gingen und beherrschte sogar einige starke Feuerzauber.

Sie hatte Kameraden, Mitkämpfer getroffen. Manche sah sie nur einen Tag und dann nie wieder, andere wurden zu festen Freunden. Sie hat gelebt, gelacht, geweint, doch bis zu diesem Tage noch niemals geliebt. Während sie benommen von Kälte und Müdigkeit auf ein Feuer in der Ferne zu lief, konnte sie noch nicht ahnen, dass gerade dieser Tag ihr Schicksal entscheiden würde.

Erst als sie das raue "Halt!" der Barbarenwachen hörte und schmerzhaft einen Schwerthieb im Nacken spürte, wurde ihr klar, dass sie in der Nähe der Stadt Halas war und die Wächter sie für einen wilden Wolf hielten. Sie wusste, dass ihre einzige Chance in der Flucht bestand und rettete sich in eine Schneewehe, wo sie für mehrere Stunden besinnungslos liegen blieb. Als sie wieder zu sich kam, hörte sie Stimmen in der Nähe und bemerkte das Flackern eines Feuers. Sie streifte ihre Wolfsform ab und schleppte sich zu dem Lager. Dort angekommen brach sie - kaum dass sie sich vorstellen konnte - wieder zusammen, schlief lange und tief.

Es war aber jemand am Feuer, der sie bemerkte. Dieser Magier, der vorher stundenlang ausdruckslos ins Feuer gestarrt hatte, zuckte bei ihrer Ankunft geradezu zusammen. Als sie einschlief, flog ein kurzes Lächeln über sein Gesicht. Von den anderen unbemerkt holte er einen blau leuchtenden Stein hervor, den er an einer langen Kette um die Brust getragen hatte und schaute diesen fasziniert an. Alatariel war wieder erwacht, aber sie hatte hohes Fieber, da die Wunde sich infiziert hatte. Durch die Schleier ihrer trüben Wahrnehmung sah sie wie in einem Traum den blauen Stein, wurde magisch von ihm angezogen. Als ihre Hand danach griff, berührte ihr Blick den des Magiers. Dies war der Augenblick, der eine unendlich tiefe Liebe besiegelte.

Aber die Druidin war sterbenskrank, denn das Schwert, das sie traf, war vergiftet. Dieses Gift, so bemerkte sie bald, konnte sie mit keinem der ihr bekannten Sprüche oder Kräuter besiegen. Allenfalls konnte sie seine Wirkung verzögern. Der Magier, der über keine heilenden Kräfte verfügte, fühlte sich schrecklich hilflos. Aufopfernd kümmerte er sich um die kranke Geliebte. Die Tage der beiden waren erfüllt von leisen Gesprächen und zärtlichen Gesten. Doch der Zeitpunkt ihres Todes rückte unaufhaltbar näher. Eines Tages verlor die geschwächte Druidin wieder ihr Bewusstsein, und dem Magier wurde im selben Moment klar, dass sie nie wieder erwachen würde.

Da erinnerte er sich an eine alte Abmachung. Einst hatte er einem Engel das Leben gerettet. Er hätte alles haben können als Belohnung, jedoch wünschte er sich nur das eine: Wenn er einmal in seinem Leben die Möglichkeit hätte, einem geliebten Menschen das Leben zu schenken, so würde er seine Seele dafür geben. So rief er in dieser Nacht der Verzweiflung jenen Engel an und verlangte die Einlösung des Versprechens. Der Engel wollte ihn um seinetwillen von seinem grausamen Vorhaben abhalten, aber er ließ sich nicht umstimmen. So schenkte das Himmelswesen Alatariel das Leben und nahm dafür die Seele des Magiers an sich. Er tat das unter Tränen. Ja, Engel können weinen, genau einmal in ihrem ewigen Leben...

Der Seelenlose verließ die Hütte, in der das einstmals geliebte Wesen schlief. Purpur auf ihren Wangen zeugte von der Gesundheit, die ihr geschenkt worden war. Doch wusste der Magier nichts mehr von ihr, nichts mehr von der Liebe. Seine toten Augen starrten ins Weite und mit schweren, monotonen Schritten bewegte er sich einem unbekannten Ziel entgegen.

Als Alatariel erwachte, sich stark und gesund fühlte, keine Schmerzen mehr verspürte und sah, dass die Wunde in ihrem Nacken sich geschlossen hatte, wollte sie dem Geliebten freudig um den Hals springen und ihm von diesem Wunder erzählen. Doch er war nicht da... Verwundert verließ die Druidin die Hütte, da fand sie, die im Spurenlesen große Erfahrung hatte, die seinen, und lief ihnen nach. Bald fand sie ihn, doch all ihre Freude wich dem blanken Entsetzen, als sie die Leere in seinem Gesicht sah. Sie wollte mit ihm sprechen, ihn berühren, seine Erinnerung wecken, aber er blieb ohne jede Regung. Irgendwann gab sie es auf und rannte fort. Aber wohin sie auch kam, nichts war weit genug entfernt von den Orten, die sie mit ihrer Heimat und dem Geliebten verband. So zog sie ihre Kreise immer weiter, und als sie eines Tages an einem Hafen ankam, betrat sie ein Schiff mit unbekanntem Ziel...

Auf solche Weise war Alatariel nun in die Salische Ebene gelangt. Noch immer rast- und ruhelos, noch immer auf der Flucht und ebenso auf der Suche nach einem Ort, wo sie einfach alles vergessen könnte...

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