Rassismus im Herrn der Ringe?

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mara
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Beitrag von mara »

Castore hat geschrieben:Und die Orcs sahen übrigens nicht aus wie die australischen Ureinwohner. Den Vergleich zwischen Orcs und Aborigines ist eher rassistisch, da die Orcs nicht gerade schön ausschauen. Will dieser "Alles-ist-rassistisch"-Kollege damit sagen, das Aborigines Ähnlichkeiten mit Orcs haben ? Also sowas ! :)
Klasse Gedankengang, Castore! :top: :respekt:

mara :)
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Juhan
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Beitrag von Juhan »

@ Hafensanger: Klar hab ich mit meinen politischen Parallelen etwas überzogen, aber da ich selber bei der Partei mitmische fühle ich mich häufiger wie der einzige Konservative in Deutschland, weil so vieles neues einfach abgelehnt werden muss, sollte, kann :klatschen:
@ Faxerobert: na ja, ne Geschichte ist es wohl, aber auch ein bißchen mehr, und so einfach geht es auch nicht. Die meisten sehen die Geschichte nicht einfach als gewachsen an, sondern denken den Autoren mit. Man kann manchmal nicht wissen, ob Pippi Langstrumpf die Vorstellung von Astrid Lindgren mehr beeinflusst hat als umgekehrt.

Um noch einmal zu dem ursprünglichen Thema zurückzukehren, weil ich glaube, dass mittlerweile viel gesagt wurde, und selbst die moderne theologische Auffassung von der Korrumpierbarkeit der Mächtigen und der relativen Bösheit in der Schöpfungsgeschichte um Melkor gesprochen wurde.

Wie ich die Diskussion sehe, basieren die Vorwürfe vieler Schreiberlinge auf der Unterstellung, Fantasy-Welten und die zugegebenermaßen oftmals mit anderen Konfliktlösungsmustern ausgestatteten Rollen, die man dort annimmt, würden auch die Sichtweise auf die Realität versperren. Interessant folgender Beitrag:
4. 1. 2. 4. Rassismus und Chauvinismus

Aram Ziai geht in seiner Arbeit der Frage nach, ob Fantasy rassistisches bzw. chauvinistisches Gedankengut fördern (vergl. Ziai, 1995, S. 20). Er kommt zu dem Schluß, daß dies nur der Fall ist, wenn bei den Spielern/ Lesern Unterscheidungsprobleme zwischen Fiktion und Wirklichkeit vorliegen. In den beiden folgenden Abschnitten möchte ich Ziais Gedankengänge kurz darstellen.


Rassismus

Fast alle Fantasy-Weltenbasieren auf dem in Abschnitt 3. 2. 3. beschriebenen Schwarzweißdenken, zu dem auch die Einteilung in verschiedene Rassen gehört. Neben Menschen gibt es hier oft Zwerge, Elfen, Orks usw. Den jeweiligen Mitgliedern einer Rasse werden meist gewisse Eigenschaften zugeschrieben. Bei den Zwergen ist hier die Sturheit und eine gewisse Goldgier zu nennen. Orks dagegen werden meist als boshaft, hinterlistig und grausam dargestellt. In der Welt sind dies keine Vorurteile, sondern Tatsachen und somit Teil des (Spiel-) Weltbildes. Daß entsprechend diesen Tatsachen gehandelt wird, ist im normal. In manchenS ystemen wird eine rassische Unterscheidung aufgrund sozialer und kultureller Eigenheiten auch für menschliche Figuren vorgenommen.

Ziai geht davon aus, daß sich eine Übernahme dieses Schubladen-denkens in die Realität sehr nah am Rassismus plaziert. Er bezeichnet sie als eine "unreflektierte und gefährliche "Weltbildadaption", die bei solchen Lesern in Frage kommt, "die Fantasy-Welt und Realität nicht klar trennen können" (Ziai, 1995, S. 20).
aus: M. Antrack, Flucht vor der Realität, Koblenz, 2002
Ich glaube, dass damit ein großes Problem der Rassismus-Diskussion zu Tage kommt. Wissenschaftlich interessierte möchten die Seelen von Spielern und Lesern retten und gehen dabei von falschen Voraussetzungen aus. Damit ist die Diskussion eigentlich schon zum Versanden oder Verflachen besitmmt.
Gruss,
Juhan
Romus eunt domum
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Drizzt Do'Urden
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Beitrag von Drizzt Do'Urden »

Ziai geht davon aus, daß sich eine Übernahme dieses Schubladen-denkens in die Realität sehr nah am Rassismus plaziert. Er bezeichnet sie als eine "unreflektierte und gefährliche "Weltbildadaption", die bei solchen Lesern in Frage kommt, "die Fantasy-Welt und Realität nicht klar trennen können" (Ziai, 1995, S. 20).
aus: M. Antrack, Flucht vor der Realität, Koblenz, 2002
Diese Diskussion erinnert mich irgendwie stark an die Counterstrikediskussion die ich, obwohl ich das Spiel auch nicht mag, total sinnlos fand.Klar "kann" es so sein wie er schreibt und klar "kann" es genausogut nicht so sein wie er es beschreibt...aber es gibt sicherlich wichtigere Dinge um die man sich sorgen sollte als sich über so etwas dummes Gedanken zu machen, nämlich wie man die Welt wirklich besser machen kann.Da können wir mit den Nazis und den ganzen anderen faschistischen Gruppen gleich einmal anfangen, denn das so etwas noch geduldet wird find ich persönlich als tausendmal schlimmer als der ganze Tumult um Herr der Ringe und Tolkien.
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Sildariel
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Beitrag von Sildariel »

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass sich einmal J.R.R. Tolkien einmal persönlich zu Wort kommen sollte. Ich werde mal ein paar Zitate von Tolkien aufgreifen, die teilweise Urteile bestätigen oder entkräften. (Wortlaut vermutlich meist falsch, aber Sinn stimmt)

"Der Vergleich von Kommunisten mit Orks ist genauso sinnvoll wie der Vergleich von Orks mit Kommunisten."

"Ich verabscheue jede Art von Allegorie in meinen Büchern!"

Ist doch wohl eine klare Ansage?

"Mit dem Herrn der Ringe habe ich mein Herz freigelegt [...]"

So viel zum Statement "Buch und Autor trennen".

Wer weitere Informationen und Meinungen rund um Tolkien & Rassismus finden will, ist in http://www.elronds-haus.de sehr gut beraten.
Dort findet sich nicht nur diese Diskussion, sondern auch vieles andere, was selbst für erfahrene Tolkinesen interessant sein könnte (Vergleich der Übersetzungen, FanFictions, Weitere Buchtips (auch Tad Williams ;) ), ...)

Sildariel
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Pilgrim
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Beitrag von Pilgrim »

Ne Frage beschäftigt mich da schon: Wie sollte ein politisch korrekter Orc den aussehen?

Etwa so?
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Oder doch lieber so?
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Anders gesagt, mit etwas Fantasie und bei entsprechender Auslegung findet man auch in nem Kochbuch rassistische Hinweise (Schokolade schaumig schlagen) :D . Nix für Ungut, aber ich denke es gibt wichtigeres als in HdR mit der Lupe nach Rassismus zu suchen...
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Sig-PS: Wäre schön wenn Herr King mal den Finger aus der Wärme kriegen würde....
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Castore
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Beitrag von Castore »

Diese Diskussion stumpft ziemlich ab. Meiner Meinung nach auf jeden Fall. Wir können ja jetzt noch so viel mit Zitaten etc. rumschmeißen, aber im Endeffekt ist es mir persönlich pupsegal, ob Tolkiens HdR nun rechtsextremistische Thesen beinhaltet oder nicht. Die Gedanken, die ich beim Lesen vom HdR habe sind nicht braun, und damit ist das Buch für mich ebenfalls nicht rechts. Punkt. Man kann noch so viel um den Brei herumreden, aber im Endeffekt ist es jedem selbst überlassen, welche Ansicht man unterstützt und annimmt.
Bye
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Juhan
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Beitrag von Juhan »

Nun ja,
die Diskussion verflacht wohl tatsächlich, dass liegt aber zum großen Teil am Kompromiß, auf den wir uns hinbewegen. Zu einfach sollten wir es uns nicht machen. Ein Tolkien-Zitat sagt meiner Meinung viel zu wenig. Allegorien verabscheuen verfehlt a) das Wesen von Literatur und b) hat es keine Auswirkung, weil eh von den Lesern die gesamte Bandbreite von assoziativem Lesen zu Allegorien bis hin zu Gleichnissen verarbeitet wird. Das er seine Seele offengelegt hat, heisst noch nicht, dass es seine Überzeugungen oder Handlungsanweisungen waren. Tadzio im Tod in Venedig weist bestimmt auf die homoerotischen und in Ansätzen pädophilen Neigungen von Thomas Mann hin ("vormännlich herb"), aber die Diskussion, ob dadurch ältere Männer zu Liebhabern 14-jähriger Jungs wurden und werden, braucht nicht geührt zu werden; die angesprochene Gruppe hat diese Neigungen eh bereits entwickelt oder nicht, und Mann hat sich selber immer von Taten distanziert.
Die beiden Fragen, die damit aktuell bleiben sollten, und die sich eine kritische Community auch gegenwärtigen sollte, sind: 1) In wie weit ist die Grenze zwischen Handlungsanweisung und Fantasy gezogen und 2) in welchem Maße und in welche Richtung werden Leser durch die Lektür geprägt.
Da ich für 1) beim HdR eine klare Trennlinie sehe und trotz aller Bedenkenträgerei für 2) eine empirische Grundlage, die auf rassistische, chauvinistische oder faschistoide Prägungsmuster hinweist, fehlt, muss meiner Meinung nach dem HdR die Absolution erteilt werden.
Mit Vergleichen tue ich mich schwerer, Diskussionen müssen auch mal isoliert geführt werden können, auch wenn ich sehr mit der Aussage übereinstimme, dass es drängendere Probleme gibt. Die Counterstrike-Diskussion war aufgrund ihrer Katastrophen-Ausrichtung zum Scheitern verurteilt, und Stoiber's "Killer-Videos" hätten eigentlich zum Unwort des Jahres erklärt werden müssen.
Romus eunt domum
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Castore
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Beitrag von Castore »

Sorry, aber in dem Text verstehe ich jedes 2. Wort nicht. I) Was auch immer. Es bleibt dem Leser selbst überlassen, was sie in dem, was sie lesen sehen. Früher haben sich viele, viele Menschen selbst umgebracht, nachdem sie "Die leiden des jungen Werther" gelesen habe. Ist es damit allgemein ein Buch, welches den Suizid beschönigt. Nee. Die Leser haben sich umgebracht. Goethe glaube ich nicht. ;) Auf welcher Seite liegt nun der Suizidreiz ?
Bye
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Beitrag von Sildariel »

Naja, Goethe hatte wahrscheinlich keinen großartigen Grund sich umzubringen wie der Junge Werther (Ich habe das Buch übrigens nicht gelesen). Er war ja ein angesehener und reicher Mann, wenn ich mich nicht täusche.
Es wäre ungefähr(!) so, wie wenn Dieter Bohlen ein Buch über einen Arbeitslosen schreibt, der sich wegen seiner Arbeitslosigkeit und seinem schlechten Aussehen umbringt und dadurch in der Realität eine Selbstmordwelle auslöst. :D (Mir kam es jetzt eher auf die Verdeutlichung, nicht auf das Beispiel an, also nehmt es mir nicht übel).
Juhan hat geschrieben:Das er seine Seele offengelegt hat, heisst noch nicht, dass es seine Überzeugungen oder Handlungsanweisungen waren.
Muss ich nach meiner Überzeugung ganz entschieden widersprechen. Meinst du etwa, er legt seine Seele offen und dieses Offengelegte stimmt nicht mit seinen (=die seiner Seele ihren) Überzeugungen ein? Eher ist 2+2 5!

Sildariel

PS: Ich brauche wahrscheinlich für die nächste MM-Board-Diskussion ein Fremdwörterbuch ... ;(
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Juhan
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Beitrag von Juhan »

Tut mir leid. Ist die Macht der Gewöhnung und des Umfeldes. Ich hab mein Deutsch zum größten Teil selbst erlernt, und dass schlägt sich im Wortschatz nieder. Weiss oftmals einfach nicht, was die angebrachteren Worte sein würden. Hoffe aber zu lernen. :winken:

Zu Goethe: Goethe mag zwar angesehen gewesen sein, spätestens am Hofe in Weimar, auch wenn er ziemlich verzehrt wurde vom Neid auf Höherstehende und sich mit der (körperlichen) Zurechtweisung der Freifrau von Stein anfänglich nicht abfinden konnte. Dass sich Menschen nach der Werther-Lektüre umbringen würden, liegt wohl auch nicht in seiner Absicht, kann sie auch kaum leigen, weil das Buch meistens erst als der Beginn der Deutschen Romantik gesehen wird, daher konnte man wohl kaum wissen, was ein derartiges Werk für Auswirkungen haben würde. Neben Suiziden wird auch häufiger behauptet, dass Werther der Beginn der romantischen Liebe gewesen sei, über Standesgrenzen hinweg, ohne Hoffnung usw. Was immer man davon halten mag, es zeigt glaube ich, dass Wirkung oftmals nicht im Buch angelegt ist.
Daher auch meine Meinung, dass man in einem Buch selten seine Seele offenlegt, und wenn, dass diese Offenbarung kaum jemals Handlungsanweisungen beinhaltet. Das beste Beispiel hierfür ist meines Wissens nach Eichendorff, der, speziell im Taugenichts, über die Weite der Welt und die Tiefe der Seele, über die Vorzüge der Unangepasstheit und ähnliches schreibt, und dabei bestimmt seine eigenen tief empfundenen Gefühle offenlegt, sein ganzes Leben aber als braver preußischer Staatsdiener in einem kleinen Büro verbrachte.

In gleichem Maße sollten wir daher auch den HdR messen, selbst wenn ihn erst die eigene Interpretation zu dem macht, was er für uns bedeutet.
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Beitrag von Ein_Yak »

Hey Mädels!

@ Juhan: Ich finde Deine Darstellung ausgesprochen gut.

@ hafensaenger und Castore:

Man kann doch auf bestimmte Dinge einfach hinweisen, ohne damit das Werk als solches zu verdammen. Juhan bedient sich dabei einer wissenschaftlichen Sprache.
PS: Entspannt bleiben!

Ihr könnt die Mega-Hits der 20er, 30er, 40er, 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und von heute im supertollstenbesten Mix nicht mehr ertragen?! Habt Ihr Lust auf Freies Radio in Eurer Nähe?!
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Beitrag von Castore »

@Yak: Nun. Das verstehe ich wohl und ich habe (und wenn, dann wollte ich es nicht) Juhan doch nirgendwo angegriffen. Ich habe nur eine andere Meinung als er.
Bye
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hafensaenger
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Beitrag von hafensaenger »

Hallo Yak :winken:

Selbstverständlich ist es das gute Recht von Juhan hier seine Meinung kundzutun und seine Kritik zu äußern auch wenn ich sie in manchen Punkten nur ansatzweise bis gar nicht teilen kann. Welcher Sprache und stilistischen Mittel er sich da bedient ist eigentlich auch ihm überlassen , jedoch würde er sich und eventuell uns einen Gefallen tun wenn er seine Sätze allgemeinverständlich formulieren könnte.

Um beim Thema zu bleiben. Ich bin eigentlich ein großer Tolkien Fan und habe das Buch genauso wie die Filme genossen. Aber wenn man das alles hier so liest mag es stimmen oder nicht vergeht einem so allmählich die Lust an Tolkien und den Filmen. Wenn Juhan so weitermacht verbrenne ich vielleicht das Buch und suche mir andere Hobbys. Jedenfalls ist mir bald die Lust auf Tolkien und andere Bücher durch solche Diskussionen vergangen.

MFG

Jens
"We choose our joys and sorrows
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- Kahlil Gibran-
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Beitrag von personne »

:blabla: ist das treffendste was mir zu dem ganzen Thread einfällt. Ich habe das Buch noch nicht glesen (kommt aber noch) und auch sonst nichts von Tolkien. (Also eigentlich kann ich ja gar nicht mitreden :D )

Ich weiß, man sollte hier auch das Buch vom Film trennen. Aber da ich das Buch (noch) nicht gelesen habe muss ich meine Meinung eben teilweise auf den Film beziehen.

Ich finde solche Diskussionen total lächerlich. Als ich den Film gesehen habe, hab ich mir mal gedacht, wie toll das doch eigentlich ist, wie alle zusammenhalten und sich verstehen. (Die 9 Gefährten) Obwohl alle total verschieden sind, akzeptiert sich fast jeder, so wie er ist.

Einige Meinungen, die ich hier gelesen habe, ich glaube es waren die von Mara, Castore und faxerobert sind vollkommen zutreffend. Die wichtigste Aussage dieser Meinungen (und auch meiner Meinung) ist folgende:

Jeder, der das Buch liest (bzw. den Film sieht) kann für sich selbst entscheiden, was er davon mitnimmt. Ich kann die Realität sehr wohl von der Phantasie unterscheiden! Das Zitat "Ein Schuft, der Böses dabei denkt" finde ich auch sehr passend (haben auch ein paar von euch geschrieben). Selbst wenn Tolkien mit dem Buch bezweckt hätte, jemanden zum Rassismus zu bringen, dann hat er es bei mir auf jeden Fall nicht geschafft (ok, ok. Ich hab das Buch nicht gelesen aber ich weiß dass er es nicht schaffen wird, wenn ich es lese.).

Übrigens bin ich ein großer Stephen King Fan, der bekanntlich Horror-Autor ist. - Oje, oje. Jetzt müsst ich ja eigentlich zur Massenmörderin werden... :zunge:

Na ja, ich bin jedenfalls froh dass dieses tolle Genre geschaffen wurde! :respekt:

Liebe Grüße
pers :bounce: nne
_________________

Seid nett zueinander :knuddel4:
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mara
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Der politisch korrekte Herr der Ringe :D

Beitrag von mara »

Beratung in Burchtal. Das Corpus Delikti, der Ring des großen Sauron, liegt auf einem Stein in der Mitte. Abgesandte und Botschafter verschiedener Völker sind um ihn versammelt.

Gimli, der Botschafter der Zwerge ergreift das Wort: "Haben die Orks nicht ein Recht, wütend auf uns zu sein, wenn sie von einer solch wichtigen Versammlung einfach ausgeschlossen werden?"

Boromir, ein Mensch: "Alle Orks sind grausame Mörder. Sie sind böse. Sie haben hier nichts zu suchen!"

Gandalf, ein Zauberer, wütend: "Wievielen Orks seid Ihr schon begegnet, um eine solche Behauptung äußern zu können? Die Orks sind genauso Wesen Mittelerdes, wie alle anderen auch!"

Boromir aufbrausend: "Orks haben meine Familie ermordet!"

Gandalf: "Es war Krieg! Habt Ihr nicht auch Orks getötet? Waren nicht auch Familienväter dabei? Seid Ihr dann nicht genauso ein Mörder, wie Ihr es von den Orks sagt?"

Boromir schweigt. Er hat den Kopf auf die Brust gesenkt, die Hände vor dem Bauch gefaltet und wirkt nachdenklich.

Elrond, ein Elb: "Auch ich bin der Meinung, dass man von einem Ork nicht auf alle anderen schließen kann. Wenn man einen bösen getroffen hat, müssen nicht alle anderen auch böse sein."

Frodo, ein Hobbit, nachdenklich: "Da ist was Wahres dran. Denk an die Sackheim-Beutlins", wandte er sich an seinen Freund Sam, der neben ihm saß "Sie sind raffgierig, geizig, überheblich. Stell Dir einmal vor, jemand lernt Lobelia kennen, und meint dann, alle Hobbits wären wie sie!" Sam nickt: "Stimmt, das wäre eine Katastrophe."

Gimli stimmt brummend zu.

Legolas, ein Elb: "Egal, was man nun über die Orks im Allgemeinen sagen kann, Ihr Anführer, Sauron, ist ein grausamer Diktator! Ein Kriegstreiber und Sklavenhalter, der mit jedem Atemzug die Genfer Konventionen bricht! Er gehört vor das Kriegsverbrechertribunal!"

Aragorn, ein Mensch: "Das stimmt wohl. Andererseits sitzen wir hier vor dem Ring, der rechtmäßig Sauron gehört. Er wurde von ihm eigenhändig geschmiedet. Und unsere Vorfahren haben ihm diesen Ring vor langer Zeit abgenommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass sein Hass auf uns so groß ist. Wenn wir schon über ihn urteilen, dann sollten wir genauso ehrlich zu uns selbst sein: Wir sind Diebe!"

Alle nicken nachdenklich und schuldbewusst. Schließlich erhebt sich Elrond. Er räuspert sich: "Nun gut", fängt er an "Wir könnten ihm diesen Ring als Versöhnungsangebot überbringen. Vielleicht lässt er sich auf einen Waffenstillstand ein, wenn er zurückerhält, was ihm einst genommen wurde. Wir sollten Botschafter aus jedem Volk unserer Vereinigung zu ihm schicken. Von den Hobbits vier. Da sie so klein sind, könnte man sie sonst zu leicht übersehen. Von den Menschen zwei. Sie sterben einfach zu schnell. Von den zwergen und Elben sollte je einer genügen. Sie werden den Ring bei sich tragen, einen Waffenstillstandsvertrag und Auflagen, die Sauron künftig einzuhalten hat, wenn er nicht vor das Kriegsverbrechertribunal gestellt werden will. Die neun, die zu ihm gehen, sollten keine Waffen bei sich tragen, sondern nur weiße Fahnen zum Zeichen, dass sie in Frieden kommen."

Alle sind einverstanden. Und so brechen die Ringgefährten denn auf, um sich mit ihren Brüdern, den Orks zu versöhnen.

:D
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Juhan
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Beitrag von Juhan »

Ok, Mara hat's noch einmal gerettet mit guter Real-Satire, bevor das ganze zur Diskussion über meine Sprache wurde. Noch einmal: Es tut mir teilweise leid, ich hab es einfach nicht besser gelernt, had Deutsch nur als Wissenschaftssprache geübt, wenn ich merke, dass es wieder los geht, dann werd ich vielleicht das englische bemühen, da bin ich mir sicherer.

Als Zwischen-, vielleicht, wenn man sich manche posts ansieht, auch als (gewünschtes) Fazit: wir können keine wirkliche Gefährdung sehen, wir sind alle aktive Leser, wir lassen uns nicht von irgendwelchen Symbolsprachen in Verhaltensabgründe zerren, usw. Vielleicht war dieses hier auch der falsche Ort. Jeder, der sich im thread beteiligt hat, kann nicht wirklich als "Durchschnittsleser" bezeichnet werden, die Beteiligung selber beweist schon, dass eine Auseinandersetzung mit dem Stoff stattgefunden hat, aktive Verarbeitung. Die Diskussion um Daten und Empirie würde das Ganze endgültig zur Farce verkommen lassen und hätte keinen Sinn im Board. Richtig?

Trotz allem Danke, ich fand es wichtig, diese Meinungen zu hören.
Gruss,
Juhan
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Baerbel
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Beitrag von Baerbel »

hmm.....soll ich antworten? Müsste ich einen neuen Thread aufmachen? ?( Ach was, ich schreib einfach hier rein :D

@Juhan: Manchmal ist ein Buch einfach nur ein Buch.
Und was bitte ist ein Durchschnittsleser? Ist jemand, der einen Roman unter verschiedenen Aspekten auseinandernimmt, ein überdurchschnittlicher Leser? Wer bestimmt, was durchschnittlich, über- oder unterdurchschnittlich ist? Und sind wir dann nicht ganz schnell wieder beim Schubladendenken, wenn wir so einteilen?

@all: Mich würde mal interessieren, aus welchen Gründen ihr lest oder Filme anschaut.
Ich lese Romane, wenn ich entspannen und in andere Welten abtauchen will. Dabei sehe ich den Roman grundsätzlich als fiktiv an - wenn geschichtliche Aspekte fundiert eingearbeitet sind freut mich das, aber es ist mir bei einem Roman nicht wichtig. Wenn ich mich bilden will lese ich Dokumentationen oder wissenschaftliche Abhandlungen.
Auf keinen Fall würde ich mir erlauben, die Motivation oder Gedankengänge eines Romanautors zu hinterfragen oder gar zu kritisieren. Hinterfragen bringt nichts, da mir der Autor eh nicht mehr antworten kann bzw. (sollte er noch leben) sicher nicht antworten will. Meine Gedanken dazu wären nur Spekulation und Vermutungen.
Niemand ist perfekt, auch ein Autor ist nur ein Mensch und ich, die ich in seine Lebenssituation absolut überhaupt keinen Einblick habe, würde mich unterstehen, dazu eine Bewertung abzugeben!

Bücher wie z.b. Der Herr der Ringe sind keine Tatsachenberichte sondern Romane, entstanden aus der Fantasie (und sicher auch den Ängsten und Erfahrungen) des Autors, geschrieben um Leute zu unterhalten und nicht um sie zu bekehren.

So, das ist meine Meinung dazu :unschuldig:
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Beitrag von Cassie »

@Juhan
Also ich finde deine Sprache ok und mehr noch finde ich das erstaunlich wie gut du dich im Deutschen ausdrücken kannst, wenn du es "nur" als Wissenschaftssprache (das heißt wohl Fremdsprache?) gelernt hast. I hope I can write English as well as you can write German.

@mara
:top: Das ist ja nun mal die Crux, dass es im Herrn der Ringe so deutliche Unterscheidungen zwischen Gut und Böse gibt und wer seine eigenen Vorurteile auf die Handlungsstränge des Herrn drauflegt, kann dann natürlich Rassismus im Herrn der Ringe entdecken... :unschuldig:

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Beitrag von Cr@sh »

Juhan hat geschrieben:Tut mir leid. Ist die Macht der Gewöhnung und des Umfeldes. Ich hab mein Deutsch zum größten Teil selbst erlernt, und dass schlägt sich im Wortschatz nieder. Weiss oftmals einfach nicht, was die angebrachteren Worte sein würden. Hoffe aber zu lernen.
Hi Juhan,

ich dachte Du wärst ein deutscher Student in England, der hier im MM-Board mal wieder ein bisschen deutsch sprechen möchte. Ich denke Du kannst besser deutsch als 80% der Deutschen. ;). Du drückst Dich klar und verständlich aus. Lass Dir von den anderen nichts einreden. Und wenn unsere 16jährigen Nachwuchsakademiker ab und zu gezwungen werden, einen Blick ins Lexikon zu riskieren und damit ihren Wortschatz um ein paar Fachausdrücken bereichern, kann es ihnen auch nicht schaden. :)) :bussi: @siradiel

Vom Buch habe ich erst die ersten 100 Seiten (auf englisch) gelesen, von daher verkneife ich mir mal ein Urteil. Den Film (Teil 1) fand ich jedenfalls genauso rassistisch, wie ich das Computerspiel Gothic für frauenfeindlich halte. Nämlich gar nicht. Vielleicht bin ich in meiner Rolle als Konsument in der westlichen Welt schon zu sehr abgestumpft ;).

@ all

Ich denke aber, dass man eine Verkrustung aus Ablehnung, Voreingenommenheit und Vorurteile auf ganz anderen Ebenen erst mal in der Gesellschaft aufbrechen müsste, als einzelne in meinen Augen unbedenkliche Werke zu verteufeln. Übt mal dazu ein bisschen mehr Toleranz. Diese pauschalisierte und zum grossteil undifferenzierte Ablehnungshaltung kotzt mich sowieso an. Dabei ist es mir meistens egal von welcher Seite sie kommt und wogegen sie gerichtet ist, z.B.: Die Juden, Die Ausländer, Die Behinderten, Die Arbeitslosen, Die Tolkinesen, Die Emanzen, Die Bild-Leser, Die Politiker etc. etc.
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Beitrag von Ein_Yak »

Hey Mädels!

@ Castore: Sorry, es kam wohl etwas anders rüber.

@ hafensaenger: Warum läßt Du Dir deswegen die Laune verderben?

@ fridoxl:
Weise Worte, die Du sprichst. Nur verteufelt wird hier gar nichts. Wohlgemerkt: Juhans Threadtitel endet mit einem FRAGEZEICHEN.

@ all:
Ach, ich denke, man kann eine solche Diskussion sehr wohl führen. Sie ist nicht per se blödsinnig. Das "Böse" ist meist recht banal. Man baut keinen Popanz auf, in dem man Problematiken aufzeigt. Es zeigt doch, daß sich damit auseinandergesetzt wird, was natürlich zu unterschiedlichen Ergebnissen führen MUß.
PS: Entspannt bleiben!

Ihr könnt die Mega-Hits der 20er, 30er, 40er, 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und von heute im supertollstenbesten Mix nicht mehr ertragen?! Habt Ihr Lust auf Freies Radio in Eurer Nähe?!
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