Das Loch stopfen aka das Trauern über virtuelle Charaktere

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Therak
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Das Loch stopfen aka das Trauern über virtuelle Charaktere

Beitrag von Therak »

Hossa,
zuallererst sorry für den zweideutigen Titel, ich hoffe durch den Anhang klingt er nicht ganz so... äh sexuell :)

Wir alle kennen das, nach Tagen- / Wochen- / Monaten voller Arbeit beenden wir schließlich ein Spiel. In aller Regel setzt dann einer der folgenden Gemütszustände ein:

1. Zufriedenheit. Man hat gerade ein gutes Spiel beendet, man hatte Spaß und kann es nun, als strahlende Trophäe, ins Regal stellen, vom wo aus es einem die ganze Zeit an den Spaß erinnert, den man beim Spielen hatte.

2. Enttäuschung. Man hat das Spiel beendet, man hatte Spaß dabei, doch der Abspann war so enttäuschend, weil er zu kurz war, wichtige Fragen nicht beantwortet hat oder er einfach vollkommen daneben war. Das Spiel steht dann als verbeulte Trophäe dennoch im Regal, man denkt aber jederzeit grummelnd an das miese Ende.

3. Erleichterung. Das Spiel macht einem eigentlich schon seit Tagen keinen Spaß mehr. Man quält sich durch, überspringt gar den Abspann und wirft es dann irgendwo in eine Ecke und fasst es nie wieder an. Wieso man es dennoch durchgespielt hat? Man hat immerhin dafür bezahlt...


Doch in ganz seltenen Fällen war das Spiel so gut, dass man es nicht beendet. Man steht vor dem letzten Level und möchte nicht weitermachen, weil das Spiel dann auf einmal vorbei ist. Wenn man es dann trotzdem beendet, dann fehlt einem was, weil einem die Charaktere und das Spiel so ans Herz gewachsen sind. Oder vielmehr: Man hat ein Loch im Herzen, weil man das Spiel jetzt ins Regal stellen muss. Zur Klarstellung: Dieses Gefühl tritt natürlich nicht nur bei Spielen auf, sondern kann bei allen Medien mit ausgearbeiteten Geschichten und Charakteren geschehen: Filme, Serien, Bücher usw...

Soviel zur Vorgeschichte - und jau, ich befinde mich gerade in diesem Gemütszustand und trauere über ein paar virtuelle Charaktere die ich nicht mehr wiedersehen werde :D Aber das hat man davon, wenn man das "beste Rollenspiel des Jahrzehnts" anfängt zu spielen *hrhr* Wie dem auch sei, ich wollte nun von euch wissen a) habt ihr irgendwelche storylastigen RPGvorschläge die ich nutzen kann um das Loch zu stopfen (bzw es weiter zu reißen :D) und b) welches Spiel / welches Buch / welcher Film hat bei euch Spuren hinterlassen? Oder lässt euch das in aller Regel kalt?
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Ogerlord
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Beitrag von Ogerlord »

Und "das beste Rollenspiel des Jahrzehnts" heißt doch hoffe ich MMX I) .

Bei mir sind es eher Bücher die solche Spuren hinterlassen. Ich sitze zwar leider meistens mehr vor dem PC als das ich lese, trotzdem haben richtig gute Bücher eine viel stärkere Wirkung auf mich als jedes PC-Spiel es haben könnte. Bei Filmen sind es wenige Ausnahmen.

Ein Beispiel sind "Die Chroniken von Siala" von Alexey Pehov. An Spannung ist diese Reihe (3 Bände) meines Erachtens kaum zu überbieten. Die Hauptcharaktere, insbesondere die Hauptfigur, die das Buch aus der Ich-Perspektive erzählt, habe ich nachher noch lange vermisst. In dem Moment als ich den letzten Band durch hatte wollte ich eigentlich direkt wieder mit dem ersten weitermachen. :D
Ähnlich hatte ich das auch bei anderen Fantasywerken, wie z.B. bei Tad Williams "Das Geheimnis der Großen Schwerter". Hier hängt man nach 4x 700-900 Seiten in relativ kleiner Schrift auch irgentwann sehr stark an der Welt und den Charakteren.

Ansonsten habe ich das öfter mal wenn ich mich mit Mittelerde beschäftige (in diesem Falle egal ob Buch oder Film). Wobei es hier vor allem die Welt an sich betrifft und nicht die Charaktere.
"Lache niemals über einen lebenden Drachen."

- J.R.R. Tolkien
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Therak
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Beitrag von Therak »

Ogerlord hat geschrieben:Und "das beste Rollenspiel des Jahrzehnts" heißt doch hoffe ich MMX I) .
Da das Spiel noch nicht draußen ist... nope. :D
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Flyer
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Beitrag von Flyer »

D2, LoD:
Ich hatte die für mich optimale Ausrüstung für meinen Barb zusammen und habe das Hellfirequest (mehrmals) alleine bewältigt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Level 95 innen. Mein Ziel war es nun über Baal runs Level 99 zu erreichen. Als ich Level 96 erreicht hatte, haben sich die runs unendlich lange hingezogen, sodass es langweilig wurde. Also habe ich öfter mal Pausen eingelegt. Nachdem ich über ein halbes Jahr nicht mehr gespielt hatte, öffnete ich meinen Account, aber meine Charaktere waren verschwunden. Wahrscheinlich wurden sie von Blizzard wegen nicht spielens gelöscht. Das war natürlich heftig. Ich habe jahrelang gebraucht um so weit zu kommen und dann alles weg. => Mist! :bad:
Gruß,
Flyer
Sir Marc von Göskon

Beitrag von Sir Marc von Göskon »

da würde ich mich mal beschweren, meiste können sie den char wider herstellen.
Armin
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Beitrag von Armin »

Das kenn ich gut bei Serien, wenn ich irgendwas durch habe, vermisse ich die Charaktere und Darsteller, und nochmal durchgucken klappt nicht so gut, weil man ja die Stories noch frisch in Erinnerung hat.
Bei Spielen hab ich das eigentlich nicht so, wenn dann zocke ich halt nochmal von vorne, und mache alles anders.

Wuerde Deine Liste noch um 4. erweitern:
4. Erleichterung. Spiel war Mist, war aber so komfortabel,anspruchslos und grafisch gut, dass es sich quasi von selbst spielte. Bin froh, dass ich endlich aufgehoert hab.
(ok ist jetzt nicht so relevant fuers Thema Charaktere vermissen^^)
Sir Marc von Göskon

Beitrag von Sir Marc von Göskon »

Ich habe nur meine chars immer vermisst die ich spielte oder eben eine Lady im Spiel wo ich zusammen war aber immer nur in Foren RPGs, da konnte ich schon mal nicht schlafen oder so wenn was an stand.

Bei den Offline RPGs
mach ich immer ein SirMarc und als zweiten Char meine Freundins namen.
Ich immer Ritter oder wenns hat Pala und sie ne Elfen Kriegerin/Magierin.
Aber eben nur ein Offline Spiel.
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Therak
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Beitrag von Therak »

Danke Armin. Ich hab mich schon damit abgefunden, dass das emotionalste was ich hier zu lesen bekomme der verlorene D2-Charakter ist. Ärgerlich ja, aber nicht gerade das auf was ich hinaus wollte. War schon etwas ernüchternd, bei den regelmäßigen Anime-Threads die hier auftauchen :D

Nochmal spielen ist auch so ne Sache. Klappt wirklich nur bei Spielen, bei denen man auch groß etwas in der Story ändern kann - bzw bei denen man mit einem anderen Charakter spielen kann. Das bedeutet aber meistens, dass der Charakter irgendwie austauschbar ist.

Übrigens, die Spiele bei denen ich emotional den Charakteren nach dem Beenden nachgetrauert habe. Bedenket: Ein paar der Titel sind deutlich älter, ich war jünger, daher nicht 100%ig auf heute übertragbar.

Aufgelistet mit der jeweiligen Plattform:

Terranigma (SNES)
Shadow Hearts 2 (PS2)
Suikoden V (PS2)
Planescape: Torment (PC)
Syberia 2 (PC)
The Walking Dead Adventure (PC, X360, PS3)
Persona 3 (PS2)

und, ganz neu im Bunde und Auslöser dieses Threads:
Persona 4 Golden (PS Vita)

Bemerkenswert ist, dass all diese Titel objektiv gesehen ein eher durchschnittlich-gutes Gameplay haben, aber eben komplett durch Story, Charaktere und Atmosphäre punkten. Bei Might and Magic und vielen West-RPGs ist es dagegen anders rum: Gutes Gameplay, aber Charaktere für die Tonne.
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Klein Gimli
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Beitrag von Klein Gimli »

War bei mir bei "The Last of Us" so. Als das Spiel zu Ende war, war ich richtig enttäuscht. Aber nicht weil es so schlecht war oder ein mieses Ende (war beides in Ordnung), sondern weil mir die Chars richtig ans gewachsen sind und ich die nimmer sehe ;). Die meiner Meinung nach besten Charaktere die je in einem Spiel aufgetaucht sind.

Bie Serie bzw. Buch wars beim Lied von Eis und Feuer. Da wächst einem ein Protagonist mal ans Herz, dann stirbt der auch schon :D.
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