Xarfax1 hat geschrieben:Ich antworte mal...auch auf das Risiko hin, das mir die Leute eins auffe Fresse hauen.
Warum so aggressiv ? Richtige Darstellungen der Sachverhalte werden immer akzeptiert.
Die Bewertung von PayPal (PP) kommt immer auf die Perspektive an.
Aus
Sicht eines Käufers/einer Käuferin ist PP durchaus brauchbar, vor allem wenn es um Zahlungen ins Ausland geht.
Xarfax1 hat geschrieben:Zusätzlich braucht man ja für paypal eine Kreditkarte. Wenn du eine solche extra besorgen mußt, solltest du die Kreditkartengebühren ebenfalls bedenken.
Kleine Korrektur: Niemand braucht für PP eine Kreditkarte! Eine Anmeldung hier in Deutschland (über
www.paypal.de) verlangt nur ein Bankkonto. Wobei man selbst diese Abfrage theoretisch umgehen kann.
Um Zahlungen zu leisten, kann man von seinem normalen Bankkonto eine einfache Überweisung an PP machen (die haben ein Konto bei einer Bank in Frankfurt). Dabei gibt man im Verwendungszweck einen speziellen Code an, und nach 2-3 Tagen wird der Betrag dann dem eigenen PP-Konto gutgeschrieben. Jetzt kann man jederzeit Geld an andere PP-Konten transferieren (z.B. um so eine gewonnene Auktion zu bezahlen).
Ausserdem gibt es das sehr gute Lastschriftverfahren. Gleich nach Deiner Anmeldung überweist PP Dir automatisch Geld auf das angegebene Bankkonto. Das sind 2 sehr kleine Geldbeträge (wenige Cent). Jetzt kannst Du die beim nächsten Einloggen in Dein PP-Konto in einem Formular dort angeben, und hast dann ab sofort ein
verifiziertes PP-Konto. Dies ist Voraussetzung für das Lastschriftverfahren. Und nun kannst Du Auktionen auch dann sofort per PP bezahlen, wenn Dein PP-Konto nicht genug Geld drauf hat.
Einfach über die Artikelseite unten das Zahlungsformular aufrufen, und PP wählen. Dann bucht PP dem Verkäufer SOFORT das Geld auf dessen PP-Konto, und zieht es wenige Tage später per Lastschrift von Deinem Bankkonto ein.
Da gibt es aber öfters technische Probleme, was viele Kunden ärgert (Lastschrift funktioniert dann einfach nicht). Dann muss man doch wieder "normal" bezahlen (also erst Geld auf das PP-Konto überweisen, und das dann weiterleiten). Ausserdem macht PP das nur bei Beträgen bis zu einer bestimmten Obergrenze mit. Wie hoch die ist, ist geheim. Aber vierstellige Beträge kann man wohl nicht per Lastschrift bezahlen.
Der sogenannte
Käuferschutz ist zunächst recht praktisch und verlockend. Bis 500 Euro sind Deine Einkäufe gegen Betrug geschützt. Aber da gibt es trotzdem Tücken. Dazu gebe ich beispielhaft zwei Anmerkungen:
a) Der Verkäufer muss, wenn ein Käufer nach einer Bezahlung eine Beschwerde einreicht, gegenüber PP den erfolgten Versand nachweisen. Wohlgemerkt nur das Abschicken einer Sendung! Es geht nicht darum, ob die auch tatsächlich beim Käufer ankommt. Wenn Dir also jemand ein Paket mit einem Ziegelstein schickt, wo eigentlich ein Handy drin sein sollte, hilft PP erstmal nicht weiter. Denn der Verkäufer kann ja trotzdem einen Beleg vorweisen, dass er eine Sendung an Dich abgeschickt hat. Gleiches Problem gilt bei Sendungen, die auf dem Postweg tatsächlich verloren gehen: PP hält sich da raus. Wenn als der Verkäufer keine Lust hat, mal nachzuforschen (passiert bei Auslandsgeschäften öfters), haste Pech gehabt.
b) Am 20.01.2006 wurden einige PayPal-Richtlinien geändert. So findet sich in der neuen Käuferschutzrichtlinie jetzt der Hinweis, daß es sich nur um eine reine "Kulanzleistung" handelt. Tja, wenn also PP bei einem Betrug keine Lust hat, den Schaden zu regulieren, dann ...
Das Ganze nur mal zum Nachdenken.
Aus
Sicht des Verkäufers ist PP eine absolute Katastrophe. Denn
JEDE Zahlung, die man erhalten hat, kann ohne Angabe von Gründen wieder zurückgezogen werden. Das passiert dann meistens erst dann, wenn man die bezahlte Ware schon verschickt hat. Tja, und dann kann man zusehen, wie man für die Ware sein Geld doch noch bekommt. Besonders bei Auslandsgeschäften immer besonders reizvoll.
Zudem gibt es die Angewohnheit von PP, sehr gerne Konten einzufrieren. Dann wird es für den PP-Kontoinhaber richtig lustig, denn PP fordert sehr viele Identitätsnachweise...
Auch die Kommunikation mit PP ist eine absolute Katastrophe (aber das führt hier zu weit).
Insgesamt haben schon viele Leute mit PP sehr viel Geld verloren, weshalb für
Verkäufer der einfache Rat gilt:
FINGER WEG VON PAYPAL!
Mein Fazit für Dich als Käuferin: Du kannst PP durchaus nutzen. Behalte aber im Hinterkopf, dass es Risiken gibt, die nicht abgesichert werden können. Solange Du Kleinkram (z.B. die Schuhe von Xarfax1, oder allgemein Sachen unter einer gewissen Wertgrenze (z.B. 100 Euro)) kaufst, ist das akzeptabel. Wenn Du aber hochpreisige Sachen erwirbst, erhöht sich das Risiko drastisch.