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Verfasst: Mi 26.03.2003 - 14:17
von Jeanne
Zwar waren Kroolio und Arnamuki nicht müde, gingen aber trotzdem ohne Widerworte zu ihren Schlafplatz. Noch lange unterhielten sie sich, was morgen eigentlich bei der Weihe geschehen würde. Weder Kroolio noch Arnamuki wussten darauf eine Antwort. Und was würden das für Rituale sein, die sie über sich ergehen lassen müssen. Auf all die Fragen, hatte keiner der beiden eine gescheite Antwort. Draußen wurde es immer dunkler, und der Mond schien hell auf sie hinab. Langsam fielen Kroolio und Arnamiku die Augen zu und dann schliefen sie ein. Am nächsten morgen, als die Sonne bereits anfing zu scheinen, schliefen die beiden immer noch. "Los aufstehen", weckte Hafen die beiden unsanft, "Wir müssen los." Nur langsam rappelten sich Kroolio und Arnamuki auf. Beide waren noch zu müde, denn sie hatten sich einfach zu lange über das was heute geschehen würde, Unterhalten. Und als sie Hafen und Malmer folgten, hatten beide nur einen einzigen Gedanken im Kopf. Was würde heute geschehen und was würde nachher mit ihnen werden?
Verfasst: Mi 26.03.2003 - 21:37
von naria
Nachdem sie schnell etwas gegessen und ihre Sachen zusammengepackt hatten, verließen die Drachen den Ort:
Die Erwachsen flogen mit den Halbwüchsigen an einen Ort, den keiner der beiden jungen Drachen zuvor gesehen hatte: Ein großer, tiefer Bergsee. In seiner Mitte befand sich eine kleine Insel, auf der die Drachen landeten.
Die Insel war in etwa rund, außen war sie mit Bäumen und dichtem Gestrüpp bedeckt, aber in der Mitte gab es eine kreisrunde, ebene Fläche, die von einem kleinen Ring aus Steinen abgegrenzt war. Genau im Mittelpunkt dieser Fläche stand ein aufrechter Monolith.
Armanuki und Kroolio sahen sich staunend und ehrfürchtig um, beide wussten, dass das ein magischer, ein heiliger Ort war.
"Dies" sagte da der alte Malmer mit feierlicher Stimme, "ist die Insel Salaris. Es ist keine besonders heilige Stätte, aber es ist die einzige, den die Menschen noch nicht entdeckt und zerstört haben. Hier werdet ihr jetzt getauft werden."
"Danach" ergänzte Hafen, "werdet ihr eine kleine Prüfung ablegen, damit ihr uns zeigen könnt, was ihr in den letzten Jahren gelernt habt."
Prüfung? Die jungen Drachen sahen sich verdutzt an. Von einer Prüfung hatte ihnen keiner etwas gesagt. Während sie dem Malmer bei der Vorbereitung der Rituale zusahen, dachten sie darüber nach, was für eine Prüfung das wohl werden sollte.
Sicher ist es eine Magieprüfung, vermutete Kroolio, und nicht ohne Stolz dachte er an seine Kenntnisse auf diesem Gebiet und an seine starke Feuerkraft, die Hafen und der Malmer oft gelobt hatten.
Armanuki hingegen erinnerte sich an die Worte des Malmers am Vorabend:
"Dabei wäre ein Miteinander zwischen euch zweien vorteilhafter als ein Gegeneinander." Er glaubte zu wissen, worin die Prüfung bestehen könnte ...
Doch zunächt begann die Tauf-Zeremonie. Der alte Malmer holte ein kleines Fläschchen mit Taufwasser hervor, wahrscheinlich hatte er es all die Jahre für diesen Moment aufbewahrt ...
Verfasst: Do 27.03.2003 - 20:07
von hafensaenger
Zuerst beträufelte er das Haupt von Armanuki damit. Eine Lichtaura umgab Armanuki kurze Zeit später . Lichtfunken umtanzten wieder seine Hände und seinen Kopf. Malmer und Hafen atmeten erleichtert auf. Die Güte in Armanuki hatte ihn doch geprägt und er würde wohl auch in Zukunft gütig sein. Seine mandelbraunen Augen leuchteten stolz. Er spürte, dass seine Entscheidung richtig war und weise.
"Von dir wird mal das Schicksal vieler abhängen . Viel Glück!" flüstert ihm Malmer sehr leise ins Ohr. Armanuki nickt nur kurz. Dann kam Kroolio mit der Taufe dran. Armanuki zitterte vor Angst . Er wuste es würden gleich furchtbare Dinge geschehen.
Man beträufelte Kroolios Haupt mit dem Weihwasser. Blitzschnell bildete sich eine Feueraura um ihn. Plötzlich begann seine Haut zu dampfen und Blasen zu werfen . Er schrie wie am Spiess und schoss wild um sich . In seinen Augen loderten Flammen. Malmer und Armanuki flohen . Hafen wollte ihn aufhalten und stellte sich Kroolio in den Weg. "Du wirst irgendwann den Weg des Zornes und des Hasses gehen aber nicht heute !" Kroolio griff ihn sofort an . Die Salven schossen nur so hin-und her . Leider war Hafen nicht mehr der jüngste und wurde schliesslich von Kroolio nach einer gewissen Zeit in Scheiben geschossen da er keine Gegenwehr mehr leisten konnte . Das Blut schoss aus allen Körperöffnungen . Hafen stöhnte laut auf. Kroolio machte dieses saditische Spiel Spaß und er tranchierte ihn bei lebendigen Leib wie eine Weihnachtsganz.
Hafens Schmerzenschreie wurden immer lauter und gellten durch das ganze Land. Die Erde erbete unter den Schreien. Der Himmel verfinsterte sich der Mond wurde blutrot. Nach und nach wurden von Kroolio alle lebenswichtigen Organe zerstört . Es wurde ein Qualvoller Tod der noch viele Stunden dauerte bis Hafen erlöst wurde. Eine riesige Blutlache erfüllte den Berg. Nur Minuten später versammelten sich Geier um den toten Kadaver.
Verfasst: Fr 28.03.2003 - 17:11
von naria
Von dem Gipfel des Berges aus beobachteten Armanuki und Malmer mit Schrecken und Abscheu das Geschehen. Sie sahen, wie Kroolio in wilder Raserei Salve um Salve auf den Leichnam abfeuerte. Erst nach und nach wurden seine Angriffe kraftlos, und schließlich brach er zusammen.
In diesem Augenblick wollte Armanukizu ihm fliegen, doch der Malmer hielt ihn zurück.
"Warte!" warnte er Armanuki, "Es ist noch nicht vorbei!" Er deutete zum Himmel, der jetzt tiefschwarz war, und an dem dicke, schwarzrote Wolken hingen, die den Mond verdeckten. Gebannt sahen sie nach oben, als ein gewaltiges Gewitter losbrach. Orange-leuchtende Blitze zuckten und schlugen rund um den Ort des Grauens ein. Dann setzte ein Regen ein, der das Blut, das geflossen war, fortspülte.
Der Anblick löste bei Armanuki eine Vision aus, in der es Blut regnete. Er sah Dinge, die noch weitaus schrecklicher waren, als das, was er gerade mit ansehen musste. Dinge, an die er sich später nicht einmal erinnern wollte, und dabei hatte er die furchtbare Gewissheit, dass alles, was er vor seinem geistigen Auge sah, der Realität entsprach.
Er kam erst wieder zu sich, als Malmer ihn kräftig schüttelte.
"Was ist mit dir?" fragte er ihn besorgt. Armanuki antwortete nicht, er sah zum Himmel, der nun wieder strahlend blau war. Verwundert blinzelte er in die Sonne.
War das, was er gesehen hatte, tatsächlich geschehen, oder war es ein Teil seiner Vision gewesen?
"Es ist jetzt vorbei, Armanuki." sagte da der Malmer. "Ich werde zu ihm gehen, du bleibst hier!"
Armanuki widersprach nicht, er war viel zu verwirrt. Er sah Malmer nach, der seine mächtigen Flügel ausbreitete und zu Kroolio hinuntersegelte. Er sah, wie Malmer neben Kroolio landete und ihn an der Schulter berührte. Der erwachte augenblicklich und stand auf. Armanuki sah, wie Kroolio sich verwirrt umsah, und er spürte seinen Schrecken, als er Hafens Leichnam erblickte. Anscheinend war er sehr bestürzt. Malmer redete beruhigend auf ihn ein, und Kroolio hörte ihm aufmerksam zu. Dann hockte er sich auf den Boden und bedeckte sein Gesicht mit seinen Flügeln, so als begriffe er jetzt, was er Furchtbares getan hatte.
Doch Armanuki sah hinter die Fassade: Deutlich spürte er Kroolios Gefühle: Seinen Schrecken über die eigene Tat, aber auch die Erregung, die sie in ihm ausgelöst hatte. Armanuki spürte, wie in Kroolio das Gefühl von Macht und Befriedigung aufkam ...
Er erinnerte sich an seine Vision: Es war eine Zukunftsvision gewesen, das begriff er jetzt, als sich ihm Kroolios dunkles Wesen so offenbar aufzeigte.
Aus seinen düsteren Gedanken wurde Armnuki erst aufgeweckt, als er Malmer und Kroolio in seine Richtung fliegen sah.
Verfasst: So 30.03.2003 - 09:22
von Jacqueline
Malmer und Kroolio landeten nun direkt vor Armanuki ,der ein Gesicht des Schockzustandes machte. Er wollte und konnte es nicht begreifen. Malmer stellte sich links, Kroolio recht von Armanuki. Alle drei sahen nun hinunter, auf Hafen malmer, der sich auf so grausame weise von seinem besten und langjährigen Freund trennen muss,stand der Zorn auf die dunklen Mächte ins gesicht geschrieben. Armanuki sah noch immer geschockt auf seinen Lehrmeister, und hoffte jeden Moment aufzuwachen. Kroolio hingegen schämte sich seiner Taten, seiner Macht. Armanuki versuchte tapfer zu wirken:"So darf es doch nicht enden! die dunklen Mächte greifen Überhand. Erst unsere Familien, Väter, Mütter, Geschwister, und nun sind unsere besten freunde dran? wie lange wird es noch dauern,bis wir dahinvegetieren? Nein, unsere Tage sind gezählt, bis...." "STILL!" fauchte ihn Malmer an " unsere Situation ist sicherlich schwer genug. Aber wir müssen kämpfen, kämpfen solange Blut in unseren, und vor allem heiliges und gutes Blut in deinen Adern fließt,armanuki! Solange wir atmen, und Lebensgeist sich in uns befindet, kämpfen wir. All unsere Angehörigen wären stolz auf uns. Wir kämpfen für das,was wir sind. merkt euch das. Doch in der Tat wird es schwer, ohne Hafen das zu erreichen, was wir erreichen wollen, doch er wird wohl nie wiederkehren, lasst uns weiterziehn"
Kapitel 4 : drei Prüfungen
Fast zeitgleich drehten sich Malmer, Armanuki und Kroolio um, doch vor ihnen stand nun ein Mensch, von beachtlicher Größe,und scheinbar großer Kraft. Blitzschnell breitete malmer seine arme vor kroolio und armanuki aus, um diese zu beschützen, doch die gestalt regte sich nicht In seiner linken Hand hielt er eine Schriftrolle, äußerlich fiel Malmer auf, dass er keine Schwerter oder sonstige Waffen bei sich trägt. Sein weißer,langer Bart reichte bis zu seinen Knien, und sein Gesicht lies auch einige Jahre vermuten " Wer bist du?" fragte Armanuki kurz,als er vorsichtig an den Armen Malmers vorbeisah. " Ich bin Will-Cha. Einer der drei Weisen auf dieser Insel. Doch, wer seid ihr?" Malmer, Armanuki und Kroolio sahen sich gegenseitig an, bis Malmer das wort erhob "Ich bin Malmer, ein Lehrmeister von Kroolio..." malmer sah zu kroolio " ...und armanuki" nun schwenkte er den kopf zu armanuki. Das Gesicht des Weisen schien auf einmal sehr erfreut und warmherzig " Armanuki! Auch hier, auf dieser Insel seid ihr sehr bekannt. Eure Taten und Kräfte sind in aller Munde. Doch, genug der Förmlichkeiten, ich habe Kroolio und Armanuki bereits erwartet. Und ich bin sehr stolz darauf, die erste Prüfung, die ihr nun zu absolvieren habt, leiten und bewerten zu dürfen! nun denn lasst uns losziehen ,zum Ort der Prüfung!" Will-Cha ging bereits einige Schritte, sowie Kroolio und Malmer. Armanuki jedoch bleib stehen, und sah wehmütig den Berg hinab. "Was ist los, armanuki?" fragte ihn Malmer. "Hafen...wir können ihn doch nicht einfach so liegenlassen!" "Er hat Recht" stimmte Kroolio zu. Will-Cha hörte zu, und sprach sodann " Gut, führt mich zu eurem verlorenen Freund" Malmer, Armanuki und Kroolio erhoben sich in die Lüfte,stoppten jedoch in der Luft, und blickten zurück "Was ist?" frage Kroolio. Malmer" fliegt schon einmal vor" malmer jedoch flog zurück, lies Will-Cha auf seinen Rücken,und flog mit ihm vor den leichnam hafens. Kroolio und Armanuki saßen bereits neben ihm. Will - Cha ging näher an den leichnam, streckte seine Hände über Hafen aus, sprach eine seltsame, für Kroolio,Armanuki und malmer eine fremde sprache. Um hafen flogen helle lichtpunkte, der leichnam löste sich in viele,tausende lichtpunkte auf,die in einem kreisenen Strahl in den Himmel flogen "Seine Seele ist nun dort, wo ihm die dunkelsten Mächte nichts anhaben können. lasst uns nun weiterziehn, eure erste Prüfung steht an. Von hier aus gelangen wir sehr schnell dort" "Welche Prüfung wird das sein?" fragte Kroolio noch hastig "Ich werde die durchführn, die euren Körper prüft"
Sodann machten sich malmer, kroolio,armanuki und Will-Cha auf den Weg...[/b]
Verfasst: So 30.03.2003 - 16:13
von hafensaenger
Sie landeten auf einer riesigen Rasenfläche, die einem Rugbyfeld glich und deren Enden das Auge kaum erfassen konnte . Armanuki ahnt was nun folgen würde während Kroolio noch etwas verwirrt Löcher in die Luft starrt. Will-Cha deutet auf das Feld :" Dies wird für euch ein Test der Ausdauer, Reflexe, Flugfähigkeit und des Ausweichens. Ihr werdet zu zweit ein Spiel spielen namens "Mussel" . Man kann Mussel gewinnen oder verlieren oder unentscheiden beenden was aber eher unwarscheinlich ist . Mussel ist in der Drachenwelt ein sehr bekannter und beliebter Sport. Ich erkläre hier die Spielregeln:
Es gibt einen Ball : Den Mümmel mit dem die Drachen versuchen Tore zu machen. Man darf eine anderen Drachen tackeln und mit dem Schwanz schlagen . Der Einsatz von Magie und / oder Atemwaffen ist strengstens untersagt und für zur Disqualifikation. Die Aufgaben der Drachen lauten wie folgt :
Die Drachen versuchen soviel Tore mit dem Mümmel zu schießen wie möglich.Der eine Drache versucht zu verhindern das der feindliche Drache Tore schießt. Ab und an taucht während des Spiels ein verdammt schneller und kleiner goldener Ball auf , der "Honk". Wenn der Honk gefangen wird endet das Spiel sofort und der Drache, der ihn gefangen hat hat gewonnen. Alles klar?"
Die beiden Drachen nickten und begaben sich auf das Spielfeld. Beide guckten sich finster und tief in die Augen wie Boxer und verzogen keine Miene. Malmer und Will-Cha waren besorgt. Sie wussten es würde schiefgehen. Aber die Vorsehnung wollte es so. Es musste geschehen. Will-Cha pfiff das Spiel an und warf den "Mümmel" sehr hoch in die Luft. Armanuki kam wider Erwarten als erster an den Ball. Man kämpfte verbissen um den Ball. Es wurde gebissen, getreten und getackelt. Es war zunächst keine Sieger auszumachen und beide waren annähernd gleich gut.
Langsam kochten die Emotionen in ihnen hoch und das Spiel wurde zusehens härter und aggressiver . Da tauchte plötzlich wie aus heiteren Himmel der "Honk" am Horizont auf. Beide fliegen im Eiltempo auf den "Honk zu. Kroolio versucht fiese trick damit Armanuki abstürzt doch der hält tapfer dagegen. Dann touchieren sie sich und stürzen beide beinahe ab. Nun war das Mass voll und alle Regeln wurden missachtet. Man beschoss sich solange mit Atemwaffen bis beide ins trudeln kamen und abstürzten.
Will-Cha gab beiden Punkte für die Spielweise aber disqualifizierte sie wegen Unsportlichkeit . Nun folgte ein Party "Drakon" um den Geist zu stärken. Drakon ist ein Konzentrationsspiel was dem Schach sehr ähnlich ist und in etwa dieselben Regeln hat .
Gespielt wird auf einer virtuellen Landschaft, die aber wie ein Schachbrett aufgebaut ist. Der König der hellen Seite ist ein Lichtdrache , der der dunkeln Seite ein Azuredrache . Der König kann jeweils ein Feld in alle Richtungen ziegen. Jeder König hat eine Spezialfähigkeit. Der helle König kann einmal im Spiel eine beliebige Kreatur ausser sich selbst wiederbeleben. Der dunkle König kann einmal im Spiel eine beliebige Kreatur ausser den hellen König töten. Die Dame ist auf beiden Seiten ein Feendrache.
Feendrachen können während des Kampfes Kreaturen beschwören, die sie im Kampf unterstützen. Türme sind Felsmonster die mit Felsen werfen können. Läufer sind Shapeshifter. Shapeshifter können während des Kampfes die Form und Fähigkeiten einer beliebigen Kreatur annehmen . Die Diebe (Springer) können sich eine kurze Zeit lang unsichtbar machen uns so an den Gegner heranpirschen. Die Bauern (Menschen) haben keine besondern Fähigkeiten .
Gespielt wird weitestgehend nach Schachregeln . Kroolio darf den Eröffnungszug machen.
Verfasst: Di 08.04.2003 - 18:04
von naria
Leiter dieser Prüfung war ein anderer Mensch, ähnlich gebaut und mit einem ebenso ernsten Gesichtsausdruck wie Will-Cha, nur mit dem Unterschied, dass er anscheinend etwas jünger war, denn sein Bart war kürzer und pechschwarz. Sein Name war Tradain. Respektvoll grüßte er die beiden Kontrahenten, wies sie noch einmal kurz auf die Besonderheiten der jeweiligen Figuren hin und übergab das Spielfeld.
Ziemlich siegessicher begab sich Kroolio an seinen Platz, raunte dabei Armanuki ungehörige Worte zu, die der wohlweislich ignorierte, und machte als der Ältere von beiden den ersten Zug. Er eröffnete das Spiel, indem er einen Bauern zwei Felder nach vorn bewegte, das Selbe tat Armanuki. Sie waren beide recht gute Drakon-Spieler. In den langen Jahren ihrer Ausbildung hatte Malmer immer wieder betont, wie wichtig es für die Beherrschung ihrer magischen Kräfte war, zunächst auch ihren Geist zu beherrschen. Zu diesem Zweck hatte er seinen Schützlingen das Drakon-Spiel beigebracht, was die beiden allerdings nicht nur als Konzentrationsübung, sondern auch als Gelegenheit genommen hatten, auf der Spielfläche ihren persönlichen Konflikt auszutragen, und nicht selten war eine Partie Drakon in eine handfeste Schlägerei ausgeartet.
Aber bei dieser Partie ging es um viel mehr, das wussten sie beide. Auch hatten sie vorher noch nie echte Feendrachen, Felsmonster, Shapeshifter und Diebe gesehen, sondern immer nur kleine Figuren benutzt, weshalb Hafen, der das Spiel geradezu perfekt beherrscht hatte, sie oft scherzhaft abschätzig als Pfuscher bezeichnet hatte.
Trotzdem waren Armanuki und Kroolio die wichtigsten Strategien des Spieles bekannt. Kroolio hatte zunächst sehr agressiv gespielt, nur darauf bedacht möglichst viele Figuren des Gegners zu schlagen, und hatte dabei meistens verloren. Dann hatte er sich intensiv mit Strategie beschäftigt und einige erfolgreiche Methoden entwickelt um Armanuki, der stets dutzende Züge im Vorraus zu planen schien, dennoch zu besiegen. Aber sobald sich eine ihm unbekannte Situation ergab, die nicht in seine Strategie passte, verlor Kroolio wieder seine Überlegenheit und spielte so plan- und rücksichtslos wie zuvor.
So war es auch bei diesem Spiel: Anfangs ging Kroolios Strategie auf, es gelang ihm fast, Armanuki einzukreisen. Er nahm Armanukis beide Läufer und einen seiner Springer, dazu die meisten seiner Bauern, Armanuki hingegen schaltete zuerst die beiden Türme Kroolios aus. Obwohl es schien als ob er ebenfalls sehr genau plante, handelte Armanuki eher impulsiv und verließ sich bei seinen Zügen auf seine sichrere Intuition. Kroolio lies seine Läufer die Gestalt von Bauern annehmen um Armanuki zu verwirren, doch der spürte, ohne sich ihre Position merken zu müssen, die extrem schwache Aura der Läufer und konnte so Kroolios Fallen ausweichen. Sonst verzichtete er aber auf den Einsatz seiner geistigen Kräfte, denn es wäre natürlich höchst unsportlich gewesen während des Spiels Kroolios Gedanken zu lesen. Statt dessen nutze er gekonnt die Schwächen in Kroolios Strategie aus. Wenn sich durch dessen Spielweise eine günstige Gelegenheit ergab, nutzte Armanuki sie. So verlor Kroolio durch eigene Unvorsichtigkeit seine beiden Springer. Mit nur noch seinen Läufern und der Feendrachen-Dame, die er stets nah bei sich behielt, war Kroolio jetzt ziemlich unbeweglich und konnte Armanukis verbliebenen Figuren, die sich in der Deckung von Kroolios eigenen Bauern bewegten, nichts mehr anhaben. Dennoch hielt er sich fest an seine Strategie. Als Kroolio aber mit seiner Dame einen Angriff auf Armanuki startete, lies dieser seinen bis dahin unsichtbaren zweiten Springer, den Kroolio in seinem Eifer ganz vergessen hatte, auftauchen und nahm die dunkle Dame. So seiner wichtigsten Figur beraubt, verlor Kroolio die Fassung. Wutschnaubend tötete er den feindlichen Springer, und bemerkte dabei nicht, dass er mit diesem Zug seine eigene Niederlage besiegelt hatte: Zum einen hatte er seine Spezialfähigkeit unnötig eingesetzt, und zum anderen begab er sich dadurch in die Schere zwischen Armanukis bis dahin völlig unbewegten Türmen und seiner Dame. Als Kroolio das bemerkte und zurück wollte, setzte Armanuki seine Spezialfähigkeit ein und belebte einen seiner Läufer wieder, der sich in einer günstigen Position befand um Kroolio den Rückweg abzuschneiden.
Zähneknirrschend musste Kroolio schließlich eingestehen, dass er besiegt war.
Mit finsterer Miene starrte er Armanuki an, der dabei ungewollt eine Lawine von Kroolios dunkelsten Gefühlen mit-verspürte. Er war froh und erleichtert als der sich von ihm abwandte, aber auch betroffen vom starken Hass Kroolios, den dieser schon bei einer so nichtigen Sache wie einem Drakon-Spiel empfand.
Der Weise Tradain lobte die Beiden für ihr Können und bestätigte Armanukis Sieg. Missgelaunt fragte Kroolio Malmer nach der dritten Prüfung.
"Die Magie-Prüfung." sagte der mit bedeutungsschwerer Stimme. "Die Wichtigste von den Dreien. Sie wird zeigen, was ihr Beiden in all den Jahren gelernt habt, und wie ihr es einzusetzen wisst."
4. Kapitel: Durch die Hölle
"Der Leiter dieser Prüfung ist Yurune," fügte Tradain hinzu, der zusammen mit Will-Cha neben Malmer stand, "zum Ort dieser Prüfung müssen wir fliegen."
Malmer nahm die beiden Weisen auf seinen Rücken, und die drei Drachen stießen sich vom Boden ab. Sie flogen zurück zu dem Bergsee, überflogen die Insel Salaris, stiegen dann aber auf ein Zeichen von Tradain noch höher, durch eine Wolkenwand. Als sie diese durchflogen hatten, sahen sie unter sich eine weite, ebene Fläche, die mit nichts außer Sand, Kieseln und scharfkantigem grauen Bergschotter bedeckt war. Nirgendwo war ein Baum, ein Strauch oder auch nur etwas Gras zu entdecken. Auf dieser Hochebene landeten sie, und sie wurden schon von Yurune, dem dritten der Drei Weisen, erwartet.
Verfasst: Di 08.04.2003 - 19:55
von Willard
Dieser sprach sofort, und ohne Freundlichkeit in seinen Worten: "Nun denn, Drachen, hier findet eure letzte Prüfung statt! Jeder von euch wird in diese Weite der Steinwüste aufbrechen, dort holt ihr den sagenumwobenen Kelch der Erkenntnis und kehrt zurück zu mir! Nur müsst ihr dazu den heiligen Berg Timor erklimen! Wer dies schafft, hat alle drei Prüfungen bestanden!" Somit drehte sich der Weise um, ging zu Kroolio und befahl ihn mit einer Handgeste, aufzubrechen. Ganz verwirrt glotzen die Drachen den Weisen an, einerseits wegen seines Mutes gegenüber der Drachen, andererseits, weil die Prüfung so einfach zu sein schien...
"Da muss es einfach einen Haken geben!" dachte Armanuki, als er Kroolio widerstrebend und mit kleinen Schritten lostrippeln sah. Schon bald war Krolio in der Steinwüste verschwunden...
Drei Minuten später sollte Armanuki aufbrechen, aber gerade als er losgehen wollte kam Kroolio zurück! Mit tösenden Schritten rannte Kroolio zu dem Weisen und brach vor dessen Füßen zusammen. "Was ist mit dir?" fragte Armanuki, der sah in welchen Zustand Kroolio war: total zerschunden, leicht zitternd und schwächlich auf den Beinen! "Lass mich!!" zischte er, "Ich bin nur gestolpert!" Und wieder spürte Armanuki eine Welle tiefen, unergründlichen Hasses. "Du wagst es, ohne den Kelch zurückzukehren, Unwürdiger??!?" , donnerte der Weise sofort los, und komischerweise brabbelte Kroolio sofort ein Wort der Entschuldigung, als er mit angstgeweiteten Augen wieder Richtung Steinwüste blickte...
Armanuki sah verwundert zu den anderen Weisen, die fast gleichzeitig sprachen," Nun ja, unser Kollege ist nicht gerade der Freundlichste..."
Nun gingen die Drachen sicherheitshalber zu zweit los. Armanuki fühlte sich zwar nicht ganz wohl in seiner Haut, ging aber tapfer in die heiße Steinwüste, er wollte ja vor Kroolio nicht als Waschlappen dastehen. Im Inneren fragte er sich," Was kann einen Drachen wie Kroolio Angst machen?......." Sie bewegten sich immer weiter in die Wüste hinein, nur merkten es die Drachen nicht....
Plötzlich...
brach die Hölle über ihn herein!!
Ein grauenvolles Zerren erfasste beide Drachen, ihre Glieder begannen schmerzhaft zu knacken und Armanuki fühlte sich wie auf eine Folterbank geschraubt! Mit einem grellen Blitz verschwanden die schrecklichen Schmerzen, aber als Armanuki die Augen wieder wagte zu öffnen, erfasste ihn eine ernute Woge des Grauens: sie waren in die pure Hölle geraten! Überall untote Drachen, halb verfault oder nur noch Skelette, standen lethargisch herum...
"Wir sind tot!", dachte Armanuki verzweifelt...
Verfasst: Mo 14.04.2003 - 20:47
von hafensaenger
Sie waren durch eine Zeitschleife nach Rukmaanii , das Jenseits der Drachen gelangt. Am Horizont konnte man mit Mühe den immer brennenden Berg Timor erkennen. Armanuki fühlte sich sehr unwohl hier unten . Was er durch seine empathischen Fähigkeiten wahrnehmen konnte ließ ihn das Blut in den Adern gefrieren. Sehr langsam näherten sie sich Tangalur, dem Fährmann über den Schicksalsfluss. Der wendete sich ihnen mit einer blitzschnellen Drehung seines Körpers zu. Seine scheinbar leblosen Augen fingen auf einmal an wie Vulkane zu glühen, als er sie eingehend musterte.
"Die letzten Drachen. Hmmmmmmmm. Ihr solltet nicht hier sein. Das ist ein verdammt gefährlicher Ort. Seid auf das schlimste Gefasst. Hab ihr zwei Münzen für die Überfahrt?" Kroolio musste laut Lachen. "Sehr komisch , Herr Fährmann . Wir sind keine Menschen. Wir gehen nicht auf zwei Beinen und haben auch kein Geld!" Tangalur lächelte kurz und verwandelte sich wenig später in eine brennende Fackel. Dann schaute er Kroolio tief in die Augen und machte eine kreisende Bewegung mit der Hand. Kroolio sank augenblicklich auf den Boden und krümmte sich vor Schmerzen. Er spuckte Blut. Seine Augen drohten ganz aus den Höhlen zu kommen. Kroolio wurde immer blasser. Schliesslich schritt Armanuki auf telepatischen Wege ein.
"Lass gut sein Tangalur, oh mächtiger, weiser Fährmann. Kroolio hat es nicht verdient aber verschone ihn bitte. Ich werde gehorchen und tun was ihr befehlt. Ich besorge die Münzen schon!" Tangalur lächelte:"Gewiss, mein Freund. Das wirst du . Und noch vieles mehr. Das Schicksal vieler ruht auf der Weisheit eines einzelnen!" Während Tangalur noch viele Weisheiten von sich gab stahl ihm Armanuki heimlich einen seiner drei Münzbecher und tauchte ihn tief in den glühend heissen See mit Orichalkum ein.
Danach bündelte er seine Magie zu einer Art Laserstrahl und formte aus dem Orichalkum zwei prachtvolle Münzen. Kroolio kam aus dem Staunen nicht raus. Tangalur lächelte. "Die Prophezeiungen sind also wahr. Eine Drache aus der Kraft des Lichts mit einem reinen Herzen wird die Welt verändern!" Er nimmt die zwei Münzen samt den Becher an sich und verstaut sie tief in seiner Manteltasche. Kurz darauf gleitet er sanft mit den beiden über den Schicksalsfluss.
Aramanuki zitterte am ganzen Körper und sein Magen krampfte. Schweissperlen liefen ihm über die Stirn. Sie erreichten das Ufer . Das Labyrinth zum Schicksalsberg lag vor ihnen. Der Eingang war zappenduster und aus der Ferne hörte man ensetzliches Stöhnen und Wehgeschrei .
Beide wollten da nicht so wirklich rein und wissen was da vor sich geht . Da wandte Tangalur eine List an, indem er einen "Zenkick" zauberte. Beide wurde im hohen Bogen durch den magischen Fusstritt weit ins Höhleninnere geschleudert. In der Höhle war es zunächst zappenduster und beide zitterten wie Espenlaub.
Kroolio zauberte "Fackellicht" was dafür sorgte das die Höhle dauerhaft erleuchtet wurde. Um sie herum war lautes Knistern und knrischen zu vernehmen welches nach und nach lauter wurde. Panisch schauten sie sich um . Unzählige schwarze Skorpione hatten sie eingekreist und erhoben drohend ihre Giftstachel.
Verfasst: Do 08.05.2003 - 11:08
von naria
"Was sollen wir jetzt machen?" rief Kroolio, als sie mehr und mehr vor den gefährlichen Tieren zurückwichen. Zurücklaufen konnten sie nicht mehr, und zum Fliegen war die Höhle viel zu niedrig.
"Keine Ahnung!" gab Armanuki zurück, "Du bist doch der mit den Feuerzauber-Künsten!"
Verdutzt hielt Kroolio an. Natürlich, daran hatte er ja gar nicht gedacht! Schnell beschwor er einen Flammenring um sich und Armnuki herum, der die Skorpione abhalten sollte, und dann eine Feuerwand, die vom dem Kreis aus in Richtung Höhleninneres verlief und so eine Schneiße durch die Masse der Skorpione schlug. Die Drachen hörten das Knacken der Chitinpanzer und das Zischen der Körpersäfte der giftigen Tiere. Nach kurzer Zeit lies Kroolio die Flammen wieder verschwinden, und vor ihnen lag nun ein schmaler Weg, der von den Überresten zahlloser verbrannter Skorpione übersät war.
"Schnell!" rief Kroolio und lief los, Armanuki folgte ihm zögernd. Ihm war überhaupt nicht wohl bei dem Gedanken, was wohl erst hinter der nächsten Biegung des Ganges auf sie warten würde.
Nachdem sie ein Stück gelaufen waren, zauberte Kroolio hinter ihnen eine weitere Flammenwand, die die restlichen Skorpione, die ihnen mit erschreckend hoher Geschwindigkeit gefolgt waren, endgültig abhielt.
Jetzt konnten sie kurz verschnaufen und beraten, was zu tun sei:
Der Rückweg war versperrt, sie konnten nur weiter in die Höhle vordringen. Sie versuchten sich zu erinnern, ob einer der drei Weisen etwas gesagt hatte, wo genau sich der zu findende Kelch der Erkenntnis in dieser Höhle befinden sollte, kamen aber zu dem Ergebnis, dass sie keinen einzigen Hinweis darauf erhalten hatten. Kroolio war dafür, dass sie sich aufteilen sollten um einzeln weiterzusuchen, aber Armanuki wusste, das das die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie beide hier drin sterben würden, drastisch erhöhen würde. Sie beschlossen, zunächst zusammen weiterzugehen, bis sie zu einer Weggabelung kamen.
Zu Armanukis Erleichterung führte der Gang noch eine ganze Weile so weiter, ohne dass sie an eine Abzweigung kamen. Der Gang wandt sich scheinbar ziel- und regellos durch den Berg, er führte mal aufwärts, mal abwärts, bog alle paar Meter in eine andere Richtung ab, manchmal so stark, dass er nach einer Kurve plötzlich zurück zu führen schien, und bald wussten die beiden Drachen nicht mehr, wo sich sich überhaupt befanden, geschweige denn, in welche Richtung sie gingen. Vor jeder weiteren Biegung gingen sie etwas langsamer und aktivierten ihre magischen Energien, stets bereit, dem Grauen, welches hinter jeder Ecke lauern konnte, einen Feuerball oder einen lähmenden mentalen Schlag entgegenzuschleudern.
Doch wider Erwarten passierte – gar nichts. Es kam den beiden jungen Drachen so vor, als seien sie schon stuundenlang durch diesen endlos scheinenden Gang gewandert, vielleicht waren sie das auch tatsächlich. Die panische Angst, mit der dieser Ort sie am Anfang erfüllt hatte, wich einem starken Unbehagen und der ständigen Bereitschaft zu kämpfen oder zu fliehen. Auch wurde das Laute Stöhnen und Schreien, das ihnen zu Anfang entgegengeschallt war, immer leiser und verstummte schließlich ganz. Allerdings war die Stille, die jetzt folgte, die jeden Schritt und jeden Atemzug der Drachen hörbar machte, nicht weniger angsteinflößend.
Mit jedem Schritt, den sie taten, mit jedem Meter, den sie sich vorwärts bewegten, wurde ihnen unwohler zumute. Es war, als läge ein Druck auf ihnen, der mit jeder Biegung des Ganges und mit jeder Minute stärker wurde, eine Spannung, die sich auf Körper und Geist legte und die in den Drachen den Wunsch erzeugte, es möge doch endlich etwas geschehen, egal was, nur sollte diese Ungewissheit, dieses Warten enden.
Nach einigerZeit, was den beiden wie eine kleine Ewigkeit vorgekomen war, hörte der Gang plötzlich auf. Nicht hatte darauf hingedeutet, nach einer weiteren Kurve war er unvermittelt zu Ende. Vor Überraschung blieben die Drachen stehen, und die Überraschung wurde erst zu Schrecken, als sie sahen, was vor ihnen lag, und zu purem Entsetzen, als sie erkannten, was vor ihnen lag.
Der Gang mündete in eine Halle von gigantischen Ausmaßen. Man konnte die gegenüberliegende Höhlenwand zwar sehen, doch war es unmöglich, die Entfernung abzuschätzen. In dieser Halle war es nicht wie in dem Gang finster, sondern ein roter flackernder Feuerschein, dessen Quelle jedoch nicht auszumachen war, denn die Höhle war völlig leer und der Boden eben, erhellte sie gleichmäßig. Merkwürdigerweise reichte dieses unheimliche Licht aber nur bis zu der Stelle, an der die Drachen jetzt standen, und leuchtete keinen Millimeter in den gang hinein, was so ziemlich jedem Naturgesetzt widersprach.
Überhaupt schien die Halle es mit den Naturgesetzen nicht allzu genau zu nehmen: Die Wände waren zwarsichtbar, aber irgendwie nicht optisch zu erfassen, es schien, als wichen sie den Blicken von Kroolio und Armanuki aus, und als Armanuki nach oben blickte, sah er gar nichts, spürte aber mit einem seiner Sinne ganz deutlich, dass die Decke etwa fünfzig Meter über ihnen war, Er sah sie nicht mit dem Augen sondern irgendwie – anders. Mit dem Boden verhielt es sich ähnlich, er schien ständig seine neigung zu verändern, Wellen zu schlagen oder auch für kurze Zeit unter ihren Füßen zu verschwinden, und das einzige, was Armanuki vor einem Panikanfall bewahrte, was die Tatsache, dass er einfach genau wusste, dass sich der Boden unter ihnen befand und dass er sich nicht bewegte. Auch hatte die Höhle der Gleichgewichtssinn der beiden Drachen verändert, als Kroolio die Wände nach einem zweiten Ausgang absuchte, hatte er plötzlich das untrügliche Gefühl, nach unten zu sehen, was dazu führte, dass er sich panisch an der Wand des Ganges, aus dem sie gekommen waren, festhielt, bis Armanuki ihn kurz berührte. Diese Berührung löste bei beiden etwas aus, es war nicht klar was, aber plötzlich schien alles ganz normal zu sein, die Höhle, die Wände, die Decke. Keine Sinnestäuschungen mehr. Das einzige, was blieb, war der unerklärliche Feuerschein.
Nachdem sie einige Minuten unbeweglich und wortlos dagestanden hatten, sagte Armanuki, nein, er sagte es nicht, sondern der Schreck dessen, was er gerade gesehen hatte, ließ ihn die Worte flüstern: "Ich ... ich denke es ist jetzt vorbei."
"Ja, ... das denke ich auch," sagte Kroolio nach einer Weile, und dann: "Gehen wir jetzt weiter oder wollen wir hier Wurzeln schlagen?"
Weitergehen, das war eine gute Idee, nur wohin? Die Höhle schien keinen Ausgang zu haben außer dem, durch den sie gekommen waren. Keiner von Beiden entdeckte irgendwo ein Loch in der Wand, auch keines in der Decke. Ziemlich ratlos standen die Drachen in der Mitte der Halle und sahen abwechselnd sie Wände und sich an. Kroolio zuckte mit den Schultern.
"Hier ist absolut gar nichts. Bist du sicher, dass wir unterwegs nicht eine Abzweigung übersehen haben?"
Aber Armanuki hörte nicht auf diese Frage.
"Still!" sagte er und hob seine Vorderpfote. "Ich habe etwas gehört!"
Kroolio lauschte, und Armanuki konzentrierte sich auf das, war er eben gehört ... zu hören geglaubt hatte. Eigentlich konnte er es gar nicht gehört haben, das wäre zu seltsam gewesen, selbst für diesen Ort. Also hatte ihn wohl seine überreizte Wahrnehmnung getäuscht.
"Nein, da war wohl nichts, es ..." setzte er an, doch da hörte er es wieder. Diesmal ganz deutlich.
"Hast du das auch gehört?" fragte er leise.
"Was denn!?" wollte Kroolio wissen, "Ich habe gar nichts ..."
Da hörte es es ebenfalls.
"Ja! Ja, ich höre es auch!" flüsterte er.
Was hatte das zu bedeuten? fragte sich Armanuki. Er lauschte auf das Geräusch, das leise, hauchend, kaum hörbar seinen Namen säuselte: "armanukiiiiii......"
Und Kroolio hörte die Stimme, die kratzend in seinen Ohren zischte: "Krooooolio!"
Verfasst: Mo 12.05.2003 - 20:51
von Beru
Sie lauschten angestrengt.
Unter das Flüstern mischte sich allmählich ein dumpfes Grollen, welches die Stimmen übertönte.
Plötzlich begann der Boden unter ihnen, erst ganz leicht und zunehmend stärker, zu beben.
Durch die Erschütterungen bildeten sich viele mehr oder weniger ausgeprägte Risse. Da Drachen nun mal ziemlich schwer waren, dauerte es nicht lange, bis der Boden unter ihnen nachgab und Armanuki und Kroolio in die Tiefe stürzten.
Nach einem endlos erscheinendem Fall fanden sich die Beiden auf einem hartem Steinboden wieder. Von der Decke war nichts mehr übrig und überall lagen Felsbrocken herum.
Einer davon wäre fast auf die Drachen gestürzt, aber im letzen Moment gelang es ihnen, sich zur Seite zu rollen. Nur um Haaresbreite verfehlte der Stein die Beiden.
Mühsam rappelten sie sich auf und schauten sich um.
Ihnen fiel auf, dass der Boden sich seltsam warm anfühlte. Aber das war nicht das Einzige, was merkwürdig war.
Die Höhle war so groß, dass sie die Wände nicht erkennen konnten.
Nachdem sich der Lärm gelegt hatte, waren die Stimmen wieder da. Diesmal schienen es mehrere Stimmen zu sein, die laut und deutlich in den Ohren der Drachen zu vernehmen waren. Noch dazu schien es, als wären sie viel näher als noch vor wenigen Minuten.
Kroolio und Armanuki fragten sich, woher diese Stimmen kommen könnten, denn schließlich war niemand zu sehen. Langsam schwoll der Lärm an und wurde bald so unerträglich, dass sich die Drachen ihre Ohren zuhalten mussten.
Aber was war das - es schien, als wären sie doch nicht allein!
In der Ferne tauchten große Gestalten auf und kamen von allen Seiten auf sie zugeflogen ...
Verfasst: Fr 23.05.2003 - 17:44
von naria
Armanuki und Kroolio erkannten nicht sofort, was da auf sie zukam. Als die Körper nahe genug gekommen waren, sahen sie, dass es sich um Drachen handelte. Aber das konnte nicht sein! Nach wenigen Sekunden erkannten die jungen Drachen schließlich, was es mit den Gestalten auf sich hatte, und als sie es begriffen, gefror ihnen das Blut in den Adern:
Die Drachen, die auf sie zuflogen, waren tot. Von ihren Körpern hingen Haut und Fleisch in Fetzen herab, in den Flüglen klafften große Löcher, durch die verletzten Muskeln sah man die Knochen. Weiter hinten näherten sich jetzt noch mehr solcher Gestalten, die aber nicht flogen, denn sie hatten teilweise keine Flügelhaut mehr, kein Fleisch oder waren bloße Skelette. Manche schleppten sich mit gebrochen Gliedmaßen vorwärts, eingige hatten Beine verloren, es gab auch viele ohne Kopf, die sich dennoch unermüdlich auf Armanuki und Kroolio zubewegten. Als die beiden realisiert hatten, was sich da näherte, was es zu spät. Sie waren völlig eingekreist, die ersten Untoten landeten in einem Abstand vor ihnen. Einer landete so dicht vor ihnen, dass Armanuki sein Gesicht erkennen konnte: Als er in das tote Auge des Drachen blickte, geschah etwas mit ihm; um ihn herum wurde es unerträglich heiß, und er hörte die Schmerzensschreie von Hunderttausenden sterbenden Drachen, die ihm fast die Ohren zerrissen, er spürte ihre Qualen, sein Körper explodierte tausend Mal in der Sekunde. Er schrie, so laut er noch nie geschrien hatte, aber er hörte es nicht, da der infernalische Lärm in seinem Kopf alles übertönte. Eine gewaltige Woge von Gefühlen brach über ihn herein, Angst, Verzweiflung, Wut, blanke Panik der Toten mischten sich mit seinen eigenen Gefühlen, strömten mit einer nie gekannten Kraft auf ihn ein, rissen ihn mit, ein gewaltiger Strudel, in dem er zu ertrinken drohte. Er vergaß wo er war, wer er war, was er war. in diesem Augenblick war er das kollektive Gedächtnis der Getöteten: Vor seinem inneren Auge sah er schreckliche Szenen; die Erinnerungen jedes einzelnen toten Drachen an den Moment seines Todes, vereint in einer einziges grausigen Vision, die ihm den Verstand geraubt hätte, wenn nicht sein Körper die einzige Rettungsmöglichkeit in dieser Situation gefunden hätte; und Armanuki das Bewusstsein verlor.
Verfasst: Sa 24.05.2003 - 21:28
von Willard
Als Armanuki erwachte, wusste er es.
Er wusste, wie er die rastlosen Seelen der gequälten Drachen erlösen konnte. Urplötzlich sprang er auf, von einem neuen Tatendrang gepackt und rief:" Ich weiß es, verdammt, ich weiß es endlich!" Kroolio, desen schicksal dasselbe war wie Armanukis, schlug nur ein Auge auf und murmelte grantig: " Ach Gott, schrei nicht so rum...!" Plötzlich relisierten beide wieder, wo sie waren und was geschehen ist: sie waren tief im Nirvana der Drachen, gefangen bei Toten, Untoten und Rastlosen. Und sie hatten keine Ahnung, wie es weiter gehen sollte. Kroolio sprang auf und schüttelte das letzte bisschen Müdigkeit ab, während Armanuki sich unbeabsichtigt versteifte. Würden die Drachen mit ihrer grausigen Botschaft erneut kommen? Wenn ja, wann? Und wo? Nun realisierten sie, dass hier nicht mehr das Schummerlicht der Unterwelt schien, sondern abgrundtiefe Dunkelheit herrschte. Krrolio hob seine krallenbewährte Hand, aber sie schien nicht da zu sein, verschluckt von der Dunkelheit. "Kroolio!", wagte Armanuki zu flüstern:" Spiel mal Fackel und leuchte den Weg kurz aus!" Gesagt, getan. Kroolio holte tief Luft und spie eine mehr oder weniger kräftige Flamme aus, die alles erleuchten sollte... aber nichts geschah! Obwohl die Flamme zu sehen und zu spüren war, hellte sich die Umgebung kein bisschen auf. Im Gegenteil, die Schwärze schien sogar widerspenstig das Licht des Feuers zu verschlucken. "Wo sind wir hier bloß?" flüsterte Armanuki, geschüttelt von dem Grauen, dass nicht mal Licht die Dunkelheit hier unten vertreiben konnte. "Ich..weiß es n-nicht..." stammelte Kroolio, noch immer geschockt von dem Gedanken, dass seine Flamme versagt hatte.
Als die Drachen angsterfüllt herumstanden, unfähig sich zu bewegen, geschah etwas.
Etwas...
...rührte sich.
ein Schatten, nicht sichtbar, aber doch spürbar. Der Schatten floß zielstrebig auf die jungen Drachen zu, umfloß sie wie eine Amöbe und bildete einen Wall aus Dunkelheit. Nun bekam der Schatten einen neuen Befehl. Einen Befehl des Obersten persönlich.Und dieser Urmacht musste er sich beugen, so flüsterte er...
Plötzlich hörten die Drachen wieder ein flüstern, welches gleichzeitig beide Namen flüstern zu schien. Die Stimme war da und auch nicht, eine unnahbare Substanz. "Krrroooliooh..." hörte der schwarze Drache es wispern, und "Arrmannuuukiii..." der weiße Drache, dessen Farbe hier fehl am Platz war. Sie lauschten gespannt, auf alles bereit. Aber das flüstern ging weiter, und weiter, und weiter... So, als ob es die Drachen zu locken versuche. Diesen Gedanken hatte auch Armanuki, der zu Kroolio ein knappes:" Folge mir!" flüsterte und sich in Bewegung setzte, ganz verzaubert von dem durchdringenden Flüstern. Kroolio folgte ihn widerstrebend, aber allein stehenbleiben wollte er auch nicht, inmitten der Dunkelheit...
Der Schatten freute sich, obwohl ihm Gefühle untersagt waren. Die Drachen gingen genau in seine Falle, sein Körper erwartete sie schon. Immer näher kamen die Drachen, und gleichzeitig zog der Schatten den schwarzen Wall immer weiter zusammen.
Nur noch wenige Augenblicke, und die Drachen waren in seinen Fängen, und nichts schien dieses Schicksal abwenden zu können...
Verfasst: Sa 24.05.2003 - 22:42
von hafensaenger
Da schimmerte auf einmal hinter ihnen ein gleissendblaues Portal und heraus trat Tangalur der Fährmann. Seine Augen glühten wie Feuer. "Komm und stell dich ebenbürtigen Gegnern, Finn !" herschte er den Schatten an . Der Schatten materialisierte sich zu einem gigantischen Schattendrachen. Seine Augen glühten ebenfalls vor Wut und er hatte Schaum vorm Mund. Beide Drachen mobilisierten ihre Kräfte und schrien laut.
Die ganze Höhle erbebte und drohte einzustürzen. "Seht zu, dass ihr euch in Sichheit bringt", schrie Tangalur Kroolio und Armanuki an. Schliesslich hatten beide ihre volle Kampkraft erreicht. Sie schossen beide wie wild verschiedenste Magiesalven aufeinander ab . Nebenbei kratzten und bissen sie sich und fügten sich gegenseitig tiefe Wunden zu. Dabei schienen sie völlig ausser Acht zu lassen, dass die Höhle durch die Stärke ihrer Angriffe mehr und mehr an Konsistenz und Struktur verlor und langsam in sich zusammenfiel .
Der Schattendrache versuchte zwischendurch Tangalur immer wieder durch Tarn- und Illusionszauber aus dem Konzept zu bringen. Doch Tangalur behielt die Ruhe . Seine Sinne und sein Verstand waren wach. So musste der Schattendache Finn mit der Zeit mehr und mehr klein bei geben. Schliesslich konnte die Höhle den Magiesalven der beiden nicht länger standhalten und fiel in sich zusammen. Tangalur konnte noch rechtzeitig durch einen Portalzauber fliehen. Finn wurde unter Trümmern und Gestein begraben und erstickte qualvoll.
Währenddessen rannten Aramanuki und Kroolio weiter panikhaft und ziellos durch das Labyrinth gefolgt von unzähligen Monster und einer in sich zusammenfallenden Höhle. Ihre Herzen klopften bis zum Hals . Sie keuchten und schnauften was die Lungenflügel hergaben. Wenn sie es nicht bald überstanden hätten würden sie kraftlos zusammenbrechen und wohl Opfer der Gesteinsmassen der instabilen Höhle werden.
Sie erreichten schliesslich einen Höhlenausgang. Hinter ihnen stürzte die Höhle mehr und mehr ein. Vor ihnen ein Abgrund mit einem riesigen See voller Lava. Ihr Lage schien hoffnungslos zu sein. Da tauchte ganz unvermittelt Tangalur mit seinem Schiff am Horizont auf. Er forderte beide auf auf sein Schiff zu springen . Armanuki zögerte keine Sekunde, machte einen weiten Satz und landete mit Müh und Not ganz knapp auf dem Schiff. Nachdem Kroolio sah wie knapp der Sprung von Armanuki war verliess ihn auch noch der letzte Mut zu dem gewagten Satz . Er wurde kreidebleich und zitterte am ganzen Leib. Die Angst lähmte seine Stimme und seine Glieder. Auch das Betteln und Flehen von Tangalur & Armanuki konnte an der heiklen Lage nichts ändern.
Dann ging allles ganz schnell. Die Höhle stürzte ein und mit ihr Kroolio in die Tiefe auf die Lava zu. Tangalur setze zu einem gewagten Looping mit der Fähre an und konte Kroolio im letzen Moment ins Boot bekommen. Kroolio knallte hart auf die Schiffsplanken und wurde bewusstlos. Armanuki schaffte es mit letzter Kraft sich während dieser Aktion am Schiffrumpf festzuklammern, um nicht aus dem Boot zu fallen.
Die weitere Bootsfahrt verlief angenehm ruhig und ohne Zwischenfälle. Der Schicksalsberg lag nun vor ihnen.....
Verfasst: Do 12.06.2003 - 20:39
von naria
5. Kapitel: Am Schicksalsberg
Als der Schicksalsberg am Horizont auftauchte, erwachte Kroolio aus seiner Bewusstlosigkeit. Neben ihm saß Armanuki, der während der Fahrt Kroolios zahlreiche Wunden versorgt hatte.
"Alles in Ordnung mit dir?"fragte er besorgt.
"Jaja, lass mich in Ruhe!"knurrte Kroolio.
"Du hast eine Wunde am Kopf, das sieht übel aus, du solltest - "
Armanuki stockte, als er das bedrohliche Glimmen in Kroolios Augen sah. Wortlos wandte er sich ab und starrte über den Lavasee in die Richtung des Schicksalsberges, der als düstere Kulisse weit vor ihnen aus dem kochend heißen Magma auftauchte.
"Dort müssen wir rauf?" erkundigte sich Kroolio nach einigen Minuten.
"Ja." antwortete Armanuki knapp und vermied es dabei, den schwarzen Drachen anzusehen.
Gemeinsam sahen sie nun schweigend dabei zu, wie das Ziel langsam aber stetig näher kam.
Als sie nach etwa einer Stunde den Schicksalsberg fast erreicht hatten, klemmte Tangalur der Fährmann das Steuer fest und begab sich zu seinen jungen Passagieren, die stumm und bewegungslos nebeneinander am Bug des Schiffes saßen und starr nach vorne blickten. Fast schien es Tangalur, als wären die Beiden in eine Trance verfallen, denn weder Kroolio noch Armanuki bemerkten, wie sich Tangalur ihnen von hinten näherte. Nachdenklich sah er sie eine Weile lang an, dann machte er durch ein leises Räuspern auf sich aufmerksam.
Erschrocken fuhren die beiden Drachen herum - dass ihre scheinbare Apathie in Wirklichkeit höchste Spannung gewesen war, erkannte Tangalur daran, dass für einige Augenblicke Armanukis glitzernde Lichtaura aufleuchete und winzige weißblaue Fünkchen um ihn herum blitzten, die jedoch sofort wieder verschwanden, als Armanuki den Fährmann erkannte.
Tangalur nickte Armanuki zu und wollte gerade zum Sprechen ansetzen, als er Kroolios Blick begegnete - darin lag etwas so Wütendes und Hasserfülltes, dass Tangalur Kroolio ein paar Sekunden lang fassungslos anstarrte. Das konnte nicht sein ... er musste sich irren! Da spürte Tangalur eine Aura, so stark und so abgrundtief böse, wie er es in seinem langen Leben nur bei sehr mächtigen Schattendrachen gespürt hatte. Was er spürte war nur der Hauch einer Aura, eigentlich kaum fühlbar, aber seine empfindlichen, ausgebildeten Sinne reagierten heftig darauf.
Im ersten Moment glaubte Tangalur noch, diese Aura würde von einem starken Feind ausgehen, der sich unbemerkt auf sein Schiff geschlichen hatte, denn er konnte einfach nicht nicht glauben, dass ein so junger und unerfahrener Azurdrache wie Kroolio eine derartige Macht besitzen sollte. Gleichzeitig spürte er aber mit unzweifelhafter Sicherheit , dass die unheimliche Kraft von Kroolio ausging.
Dieser schien gar nicht zu bemerken, was vorging. Sowohl den Blick als auch die Aura produzierte er völlig unbewusst. Er hatte die Situation noch gar nicht richtig begriffen. Als er Tangalurs erschrockenen Gesichtsausdruck bemerkte, blinzelte er - und alles war vorbei.
Alles hatte nur wenige Augenblicke gedauert, aber die Situation hatte auch Armanuki in höchstem Maße alarmiert. Armanuki hatte ebenfalls Kroolios düsteres Kraftfeld gespürt, allerdings mit seinen untrainierten Sinnen nicht halb so stark wie der erfahrene Tangalur. An dessen Blick erkannte er zumindest, dass er sich nicht getäuscht hatte. Mit einer nervösen Bewegung löste Armanuki die Spannung.
"Wir - werden gleich anlegen." sagte der Fährmann mit zerstreuter Stimme.
"Macht euch bereit." fügte er hinzu, während er sich hastig umdrehte. Unkonzentriert ging er zurück zu seinem Steuer und setzte Kurs auf eine kleine Bucht an einer bestimmten Stelle, wo der Berg weniger steil war und das Ufer relativ flach. Seine Gedanken kreisten um das gerade Erlebte, und je länger er darüber nachdachte, desto fester wurde seine Überzeugung, sich geirrt zu haben.
Armanuki ging es anders. Er war mehr denn je davon überzeugt, sich nicht getäuscht zu haben, schließlich hatte der Fährmann ebenso auf Kroolios Aura reagiert wie Armanuki. Es konnte also keine Einbildung sein.
Die letzen Minuten der Fahrt verbrachten die beiden jungen Drachen damit, abwechselnd nach vorn, in die glühende Lava und in den rot leuchtenden Himmel zu blicken. Keiner wagte es, den anderen anzusehen oder ein Wort zu sagen. Einige Male sah Armanuki Kroolio aus den Augenwinkeln an, doch der starrte beharrlich in eine andere Richtung. Natürlich hatte Kroolio Tangalurs Schrecken und Armanukis Anspannung bemerkt, und wusste auch, dass es wegen ihm war. Aber er hatte keine Ahnung wieso.
Knirrschend setze das Schiff am Ufer auf. Es schob sich über die grauen Kieselsteine und die schwarzen Schlackeklumpen, die der See ausspuckte und die überall am Ufer verstreut lagen. Nach ein paar Metern kam es knarrend zum Stehen.
Tangalur trat vom Steuer weg, ging zu der Stelle seitlich des Rumpfes, wo Armanuki den Einstieg des Schiffes vermutete, und fuhr eine kleine Rampe aus.
"Geht jetzt, ich werde wieder ablegen." sagte er zu Kroolio und Armanuki.
"Ihr wisst ja, wie es weitergeht. Wenn ihr oben seid, werdet ihr finden was ihr sucht, und dann wird sich euch ein Portal öffnen, welches euch zurück bringt."
Die beiden Drachen zögerten kurz, dann setzte sich zuerst Kroolio in Bewegung, Armanuki folgte ihm. Als er die Rampe erreicht, blickte er noch einmal kurz über die Schulter zurück, und tatsächlich: der Fährmann war noch einmal zurückgekommen und sah den beiden nach.
Armanuki lächelte und beeilte sich dann, das Schiff zu verlassen und Kroolio hinterherzulaufen.
Tangalur sah noch eine Weile nachdenklich dabei zu, wie die Drachen vorsichtig über die heißenSteine balancierten, die das Ufer bildeten, und dann gleichzeitig die Flügel spreizten und zu ihrem Flug Richtung Gipfel abhoben.
"Viel Glück - euch beiden." murmelte er für sich, als er das Schiff zurücksetzte, es wendete und sich auf die Rückfahrt begab.
Verfasst: Fr 13.06.2003 - 17:46
von naria
Armanuki und Kroolio flogen unterdessen hinauf zum Gipfel des Schicksalsberges Timor. Das war nicht so einfach wie sie gedacht hatten, der der Berg spie ständig hohe Stichflammen, Lava und glühende Gesteinsbrocken aus, denen sie immer wieder ausweichen mussten. Die Hitze war beinahe unerträglich.
Je höher sie kamen, desto aktiver schien der Berg zu werden. Flamme um Flamme stieg vor ihnen auf, und das dumpfe Grollen, das die beiden Drachen bisher vor einem bevorstehenden Ausbruch von Lava oder Felsbrocken gewarnt hatte, hörte gar nicht mehr auf.
Einmal brach direkt vor Kroolio eine gewaltige Stichflamme aus dem Berg hervor, so dass dieser gerade noch rechtzeitig mitten im Flug stoppen und zur Seite ausweichen konnte, wobei er Armanuki anstieß, der dadurch fast von einer Fontäne aus dünnflüssiger Lava getroffen wurde. Als beide Drachen sich wieder gefangen und ihren Flug stabilisiert hatten, brachen plötzlich überall um sie herum hohe Flammen und Lavaströme aus dem Felsen hervor, und glühendes Geröll flogen ihnen nur so um die Ohren.
In Panik geraten flog Kroolio los, so schnell wie er noch nie in seinem Leben geflogen war, und Armanuki hatte beträchtliche Schwierigkeiten ihm zu folgen. Ohne nachzudenken, nur von ihrer Intuition geleitet manövrierten die Drachen blitzschnell durch Flammen und flüssiges und festes Gestein, und hinter ihnen explodierte der Berg.
Dann flogen sie durch eine Wolke aus giftigen Schwefeldämpfen, heißer Asche und noch glühendem Ruß. Der Rauch hätte sie erstickt, wenn sie nicht, von ihrer Panik getrieben, so schnell und ohne zu zögern hindurchflogen wären.
Als sie oben nach Luft schnappend, torkelnd wieder aus der Wolke auftauchten, völlig von Ruß uns Asche eingehüllt, hatte der Schcksalsberg sich beruhigt. Nur ab und zu schossen noch kleine Flammen hervor oder floss ein dünnes Rinnsal von zähflüssiger Lava träge den Berg hinab.
Jetzt hatten die beiden Drachen fast den Gipfel erreicht. Sie konnten ihn schon von weitem sehen, er war etwas abgeflacht und ganz mit grauem Schutt, erstarrter Lava und schwarzglänzender Schlacke bedeckt. Er schien sich gut für eine Landung zu eignen.
Trotzdem zögerten Armanuki und Kroolio, und flogen statt zu landen noch einige Runden um den Gipfel.
"Kannst du was sehen?" rief Kroolio Armanuki zu.
"Nein! Du?" gab dieser zurück.
"Auch nicht! Meinst du es ist gefährlich?"
Darauf wusste Armanuki keine Antwort. Einerseits waren sie zu weit gekommen um jetzt aufzugeben, und sie konnten ja auch nicht ewig um diesen Berg herumfliegen. Andererseit konnte hier jeder Schritt ihr letzter sein, und gerade so kurz vor dem Ziel durften sie nicht unvorsichtig werden.
"Wir werden es nur herausfinden wenn wir es versuchen!" rief er nach Kroolio zu. "Aber sei bloß vorsichtig, wir sind zu nah dran um jetzt einen Fehler zu machen und zu sterben!"
Kroolio nickte Armanuki zu, schwenkte ein und setzte zur Landung an, Armanuki folgte ihm in kurzen Abstand.
So landeten die beiden Drachen auf dem Gipfel des Schicksalsberges Timor.
Und - nichts geschah. Weder explodierte der Berg, noch wurden sie von einer unbesiegbaren Kreatur angegriffen. Der Boden fühlte sich angenehm warm an, aber nicht heiß.
Erleichtert sahen sich die Drachen an - und Armanuki prustete erst einmal los.
"Was gibt's da zu lachen, du siehst auch nicht viel besser aus!" knurrte Kroolio mürrisch. Dann sah er sich den lachenden Armanuki an und grinste:
"Ich bin immer grau und schwarz, da macht mir das bisschen Dreck nichts aus, aber du solltest DICH mal sehen!"
Armanuki hörte auf zu lachen und sah an sich herunter: Tatsächlich, er war natürlich genauso voller Ruß und Asche wie Kroolio, aber wegen seiner sonst weißen Farbe sah das bei ihm noch viel merkwürdiger aus. Wieder ersnst schüttelten sich die beiden drachen ausgiebig und schlugen mit den Flügeln, so dass der Schmutz von ihnen abfiel und als dicke schwarzgraue Wolke zu Boden schwebte. Kroolio konnte es nicht lassen sich danach noch einmal kurz in Armanukis Richtung zu schütteln. Hier zeigte sich deutlich ein Nachteil von Armanukis vornehmer Färbung: Obwohl beide Drachen gleich schmutzig waren, sah Kroolio mit seinen dunklen Schuppen viel sauberer aus.
Ohne noch ein weiteres Wort zu wechseln drehten sich die Beiden um und liefen los in die Richtung, in der sie ihr Ziel vermuteten. Als sie sich in Bewegung setzten, hinterließen ihre Krallen tiefe Spuren in dem lockeren Schotter.
Vorsichtig setzten sie ein Bein vor das andere und näherten sich langsam dem kleinen Krater, der sich in der Mitte der kleinen Ebene, die der Gipfel bildete, befand. Dort angekommen blieben sie erst mal am Rand stehen und sahen hinunter:
Die Vertiefung war nicht sehr groß, auch nicht besonders tief. Der Boden war schon wieder viel wärmer, auch stiegen übelriechende Schwefeldämpfe aus dem Krater auf. Aber das alles interessierte die beiden Drachen nicht, denn unten auf dem Grund des Kraters erblickten sie das, wofür sie all die Gefahren und Strapazen der letzten Stunden auf sich genommen hatten:
Ein kleiner überdachter Schrein aus poliertem, schwarzglänzendem Lavagestein. Dort musste sich der Kelch der Erkenntnis befinden! Kroolio machte vor Aufregeung ein paar hastige, unachtsame Bewegungen, was dazu führte, dass er auf dem lockeren Kies das Gleichgewicht verlor und sich daraufhin reflexartig an Armanuki festklammerte. Dieser verlor nun ebenfalls den Halt, und zusammen mit einer großen Menge Schotter und Steinchen rutschten sie gemeinsam den Abhang hinunter.
Als Armanuki einen Hustenanfall überstanden und Kroolio sich aus dem Kies ausgegraben hatte, rappelten sich die Drachen wieder auf und sahen zu dem Schrein: Sie konnten jetzt unter das kleine Dach blicken und sahen, dass der von außen durch das schwarze, glasartige Lavagestein so düster aussehende Schrein von innen mit einem geheimnisvoll rot leuchtendem Material, möglicherweise Bernstein, ausgekleidet war. Innen befand sich ein kleiner Altar aus einem grauschwarzem Metall.
Aber was sie auf dem Altar erblickten, lies Armanuki ein verdutztes und Kroolio ein verständnisloses Gesicht machen - Darauf stand nicht - oder doch, das heißt vielleicht - der gesuchte Kelch, sondern vier verschiedene Gegenstände!
Ganz links stand ein kleiner, abgenutzter Trinkbecher aus Holz, daneben ein ähnlicher Becher aus Zinn, mit einem gehämmerten Muster am Rand. Rechts davon stand ein vornehmes blaues Trinkglas mit geschliffenen Vogel- und Blumenornamenten, und ganz rechts ein prachtvoller goldener Pokal mit silbernen Verzierungen.
Rat- und tatenlos standen die beiden jungen Drachen nun herum. Wie sollten sie herausfinden, welches der richtige Kelch war? War überhaupt einer davon der Kelch der Erkenntnis? Was würde passieren, wenn sie den richtigen Kelch herausgefunden hatten, und was, wenn sie den falschen wählten?
Verfasst: Mo 16.06.2003 - 11:51
von Willard
So beschlossen die beiden Drachen erst einmal den Schrein zu durchsuchen, und sie vermieden es tunlichst, den Schrein auch nur zu streifen. Als Armanuki an die Decke blickte, war Kroolio gerade dabei, die Wände zu inspizieren. Ihm fiel etwas auf: Schriftzeichen. In Gedanken versuchte er, sie irgendwie zu identifizieren, aber es war unmöglich: jedes Mal, wenn er es auch nur wagte, die Zeichen anzublicken, verschwamm alles, ihm wurde schwindelig und schlecht. "Armanuki!" rief er, noch immer ahnungslos, "Komm mal her, hier ist etwas...Komisches." Sofort kam er herbeigestampft, und Kroolio deutete nur auf die Wand. Als Armanuki hinblickte, erging es ihm auch nicht besser als Kroolio. "A-aaber so ergibt das wenigstens einen Sinn..", stammelte Armanuki, sich noch fassend. "Hm??" wollte Kroolio wissen, und diesmal deutete Armanuki nur an die Decke. Oben waren mehr Symbole zu sehen, aber gleichzeitig auch Text, den sie verstanden. Eine Übersetzung! Darunter war noch geschrieben: Der erste Schritt zur Erkenntnis ist die Fähigkeit zu entdecken.
Es dauerte mehrere Stunden, aber Schlussendlich hatten sie die seltsamen Symbole übersetzt. Der Text lautete: Der zweite Schritt zur Erkenntnis ist die Fähigkeit zu lernen . Darunter war noch ein weiterer Text geschrieben, viel verwirrender als der erste: Erkenntnis wird nur der erlangen, der fähig ist zu denken, denn es ist nicht alles so, wie es zu sein scheint, aber in allem steckt ein fünkchen Wahrheit. Vorsicht, die Wahrheit ist zerbrechlich...
Die Drachen dachten. Eine Stunde. Zwei. Sie durchsuchten nochmal alles, ohne Hinweis auf den richtigen Kelch oder wie man ihn findet. Niedergeschlagen setzte sich Armanuki draußen auf die Stiegen und brütete über dem Problem. "Erste Schritt....fähig zu entdecken....zweite Schritt...fähig zu lernen...dann-denken? Aber ja doch!" Er stieß einen freudigen Drachengrunzer aus, denn er hatte des Geheimnis gelöst "Was!?" schnaubte Kroolio, schon leicht gereizt. "ich habs!" freute sich Armanuki, "Es ist gar nicht so schwer wenn man weiß, wie es geht. Schau mal, hier steht...es ist nicht alles so, wie es zu sein scheint, denn in allem steckt ein fünkchen Wahrheit. Vorsicht, die Wahrheit ist zerbrechlich....". Kroolio schnaubte wieder, "Ja und?", un Armanuki erklärte weiter, " Naja, das muss sich auf die Kelche beziehen. Ich bin sicher, du hast wie ich geglaubt, der Kelch wird ein goldenes Prachtstück sein, so wie dieser hier.." Er deutete auf den reich verzierten, goldenen Kelch. "Mhm", gab Kroolio zu. " Na eben, aber er ist es nicht, denn es ist nicht alles so, wie es zu sein scheint! Der hölzerne ist es sicher auch nicht, denn in allem steckt ein fünkchen Wahrheit..., und für den Kelch ist er doch ein bisschen schäbig. Bleiben noch der Zinnbecher und das Kristallglas. Da der richtige Becher, die Wahrheit also, zerbrechlich ist, muss es das Kristallglas sein!" "Aja!..." kam <kroolio aus dem Staunen nicht mehr heraus, fasste sich dann aber ein Herz und griff nach dem Kristallkelch. Als er ihn umfasste, schloss er kurz die Augen, auf alles gefasst....aber es blieb alles beim Alten. Kein Monster kam, um sie zu töten, keine Höllenpforte öffnete sich und es regnete auch keine Meteroiten vom Himmel. Das musste der richtige Kelch sein! Überglücklich machten sich die beiden Drachen auf, den Schrein schnell hinter sich lassend, um zum Fährmann zurückzukehren...
Verfasst: Di 17.06.2003 - 19:14
von naria
Als sie gerade zum Flug ansetzen wollten um den Krater wieder zu verlassen, fiel den beiden wieder ein, dass Tangalur ja bereits abgelegt hatte, und dass sich ein Portal öffnen sollte, wenn sie den Kelch gefunden hätten. Sie sahen sich im gesamten Krater um, doch es war kein Portal zu entdecken.
Hatten sie etwas falsch gemacht? War der Kristallbecher doch nicht der richtige Kelch?
Etwas einfallslos standen sie herum, da sagte Armanuki: "Gib mir doch mal bitte den Kelch."
"Warum denn?" entgegnete Kroolio misstrauisch und zog das Glas näher an sich.
"Wir müssen etwas falsch gemacht haben, deshalb ist das Portal nicht erschienen. Ich will versuchen, ob ich vielleicht eine Vision bekomme, wenn ich den Kelch halte ... "
"Ach, Blödsinn! Eine Vision! Ich bekomme ja auch keine Vision, und schließlich halte ich das Ding schon die ganze Zeit, oder?"
"Das ist es! Bisher hast nur du das Glas berührt. Aber wir beide sollten ihn ja finden. Vielleicht müssen wir erst beide den Kelch gehalten haben, bevor sich das Portal öffnet!"
"Hm." Nachdenklich betrachtete Kroolio den Kelch in seinen Pfoten.
Eine Minute.
Zwei Minuten.
"Kroolio?" fragte Armanuki schließlich.
"Ja ... ", antwortete der geistesabwesend, ohne den Blick von dem Kelch zu abzuwenden.
"Gibst du mir jetzt bitte diesen Kelch?"
"Nein."
"Kroolio!" Armanuki wurde langsam ungeduldig, außerdem spürte er, wie fasziniert Kroolio von dem funkelnden Kristallglas war. Er schien die Welt um sich herum ganz vergessen zu haben.
"Kroolio, sieh nicht den Kelch an, sondern mich ... " Armanuki streckte seine Pfote aus, um Kroolio durch eine Berührung wieder zu Bewusstsein zu bringen.
Doch der drehte sich blitzschnell herum und schlug Armanukis Arm weg.
"Er gehört mir!" zischte er, und sah Armanuki mit einem unheilvollen Glitzern in den Augen an.
"Was - was ist in dich gefahren?!" schrie der, obwohl er es insgeheim bereits wusste - das Böse in Kroolio, das geschlafen hatte, war durch die Berührung mit dem heiligen Kelch erwacht und labte sich nun an dessen Macht.
Armanuki sprang auf Kroolio zu und versuchte, ihm das Glas zu entreißen, und in dem Moment, da er es berührte, öffnete sich das Portal und versetzte augenblicklich die beiden Drachen durch einen Strudel aus kreisendem Licht zurück in die steinige Hochebene des Gebirges, wo der alte Malmer und die Drei Weisen Will-Cha, Tradain und Yurune auf ihre Rückkehr warteten.
Verfasst: Mo 23.06.2003 - 19:24
von naria
Die staunten nicht schlecht, als nach so vielen Stunden des Wartens plötzlich Armanuki und Kroolio, um den Kelch der Erkenntnis kämpfend, aus dem Nichts auftauchten. Nachdem er die Situation erfasst hatte, wollte der Malmer dazwischengehen, doch Yurune, der strenge dritte Weise, hielt ihn zurück. Als Einziger hatte er die tatsächliche Sachlage erkannt.
Er trat einige Schritte auf Armanuki und Kroolio, die noch immer miteinander rangen, zu und streckte seine Arme in ihre Richtung aus. Die beiden Kämpfenden erstarrten in ihrer augenblicklichen Position und waren vollständig gelähmt. Mit einer Bewegung seiner Hand riß Yurune Armanuki von Kroolio weg, so dass dieser einige Meter flog und dann noch eine Strecke über den steinigen boden rutschte und rollte, wobei die Lähmung seiner Gliedmaßen von ihm abfiel. Mit einem strengen Blick gebot der Weise dem Drachen, sich nicht von der Stelle zu bewegen, während er mit höchster Konzentration über dem noch immer gelähmten Kroolio ein unsichtbares, aber undurchdringbares Kraftfeld aufspannte.
Dann ließ seine Arme sinken, in diesem Moment war Kroolio von seiner Starre befreit. Er hatte alles mitbekommen, was indessen um ihn herum passiert war, doch er schien es nicth wirklich wahrzunehmen. Er schien lediglich bemerkt zu haben, dass sein gegener, der versucht hatte, ihm den Kelch zu stehlen, nicht mehr da war. Nun widmete er sich wieder dem Objekt in seinen Pfoten, ohne zu den anderen aufzuschauen. Er betrachtete den Kelch eingehend und bewegte ihn in der Sonne, um sich an dem verlockenden Glitzern zu erfreuen.
Als fest stand, dass Kroolio nicht versuchte, sein Kraftfeld zu brechen, entspannte sich Yurune. In seinem ernsten Gesicht war deutlich zu sehen, wie viel Kraft und Konzentration die magische Anstrengung gekostet hatte. Er sah schließlich zu Armanuki herüber, der erst jetzt wagte, wieder aufzustehen. In Yurunes Blick hatte eine Machte gelegen, die dem jungen Drachen Ehrfurcht und Gehorsam abnötigte.
"Warum habt Ihr das getan?" meldete sich der Malmer zu Wort, der noch immer nicht ganz begriff, was sich abspielte.
"Euer junger Schüler ist gefährlich und aggressiv, deshalb habe ich ihn eingesperrt." antwortete der Weise.
"Ich gebe ja zu, dass Kroolio und Armanuki oft unbeherrscht sind," antwortete der Drache, mit einem Seitenblick auf Armanuki, der jedoch viel zu , "doch das ist noch kein Grund, sie mit einem Bann zu belegen und unter magischen Kraftfeldern gefangen zu halten. Ihr solltet Kroolio auf der Stelle freilassen. Ich als ihr Lehrer werde die Beiden belehren und wenn es sein muss bestrafen, aber niemand sonst hat das Recht dazu!"
"Es scheint mir, Ältester der Drachen, Ihr begreift den Ernst der Lage nicht." entgegnete der Mensch ruhig, ohne dem leicht provokanten Ausdruck in Malmers Worten Beachtung zu schenken. "Seht Ihr denn nicht, was geschehen ist? Es ist offensichtlich, dass Euer Schüler Kroolio die Prüfung nicht bestanden hat. Zur Sicherheit ist es notwendig, ihn solange unschädlich zu machen, bis feststeht, was genau sich zugetragen hat."
"Was meint Ihr damit, Weiser, dass Kroolio die Prüfung nicht bestanden hat? Er hat gemeinsam mit Armanuki den Kelch der Erkenntnis hierhergeschafft, wie es von ihm verlangt war. Aus welchem Grund sprecht Ihr ihm den Erfolg ab, nicht aber Armanuki?"
"Ihr beantwortet Euch Eure Frage selbst, Malmer. Die Aufgabe war es, den Kelch der Erkenntnis hierherzuschaffen, nicht jedoch, ihn zu benutzen! Euer junger Schüler dort drüben - " Er deutete auf Kroolio, der noch immer bewegungs- und wortlos dahockte und den gläsernen Kelch anstarrte, "hatte nicht die Kraft, zu widerstehen! Ich kann zwar nicht erkennen, wofür, doch er benutzt eindeutig die Magie des Kelches! Damit hat er die Aufgabe nicht erfüllt. Ich disqualifiziere ihn hiermit."
"Aber das ist nicht er selbst, das ist der Kelch!" rief da Armanuki aufgeregt. "Als Kroolio ihn berührt hat, war er plötzlich so merkwürdig, und wollte ihn nicht mehr loslassen, und als ich ihn nehmen wollte, hat er sich wie wild gewehrt, ich glaube, der Kelch beherrscht ihn und ... "
"Still!" herrschte ihn Yurune an. "Du bist ein Schüler, frage deinen Lehrer um Erlaubnis, wenn du sprechen willst, aber störe nicht das Gespräch von Erwachsenen mit deinen unwissenden Vermutungen!"
Er wandte sich nun erklärend an Malmer: "Der Kelch kann niemanden beherrschen. Der Kelch kann nur benutzt werden. Er besitzt große Macht, doch er fügt sich dem Willen seines Besitzers. Wenn dieser nicht in der Lage ist, sich selbst zu beherrschen, so kann er die Magieprüfung nicht bestanden haben! Zudem vermute ich, dass Kroolio gerade dunkle Magie ausführt, denn anderenfalls würde er nicht aggressiv auf den Versuch reagieren, ihm den Kelch wegzunehmen."
"Das glaube ich auch," mischte sich da wieder Armanuki ein, "ich denke schon immer, dass Kroolio in seinem Inneren böse ist, er ist ja auch ein Azurdrache! Und deshalb hat er auch immer diesen Hass, und er benutzt dunkle Kräfte wenn er Feuer beschwört! Und als er den Kelch der Erkenntnis angerührt hat und seine Macht gefühlt hat, wollte er sie für die Stärkung seines bösen Potentials nutzen, und deshalb ... "
"Armanuki, sei still!" donnerte da der Malmer. "Ich lasse nicht zu, dass du so über Kroolio sprichst. Er ist genauso mein Schützling und Schüler wie du auch! Nur weil er ein Azurdrache ist, heißt das nicht, dass er unbedingt böse ist, so wie die Tatsache, dass du ein Lichtdrache bist, nicht unbedingt bedeuten muss, dass du auf jeden Fall gut bist! Ich weiß, dass zwischen euch beiden große Differenzen herrschen, und ich bedaure es, dass ich euch nicht beibringen konnte, wie man sie vernünftig beilegt. Aber diese Verleugnung geht zu weit, das werde ich nicht dulden!"
"Ich lüge nicht!" schrie Armanuki empört. "Es ist alles genau so, wie ich es sage! Kroolio IST böse! Ich weiß es sicher! Er zeigt sich zwar äußerlich ruhig und vernünftig, doch in seinem Inneren hegt er düstere Gefühle, er wird beherrscht von Wut und Hass, gegen mich, gegen die Menschen, gegen andere Drachen, und gegen sich selbst! Und er verwendet immer dunkle Kräfte und wird immer besser in deren Beherrschung! Irgendwann wird das Böse in ihm erbeut durchbrechen, wie bei Hafen, aber dann wird nicht nur Einer sterben, sondern Kroolio wird alles Leben auszulöschen versuchen! Ich habe es bereits gesehen, in meinen Visionen! Ich fühle, wie Kroolio seine Gefühle kaum noch beherrschen kann, ich spüre seine dunklen Gedanken, lese den Hass in seinen Blicken!"
Armanuki wurde immer lauter und schneller, so dass Malmer ihn nicht unterbrechen konnte, und man sah an seinen Augen, dass er immer verzweifelter wurde, während er sprach, denn gleichzeitig rief der Gedanke an seine Visionen wieder die Bilder in sein Gedächtnis.
"Ihr müsst mir glauben! Wenn Kroolio die Gelegenheit dazu bekommt, wird er uns alle töten! Drachen wie Menschen, und er wird diesen ganzen Planeten zerstören, und nichts kann ihn aufhalten, und überall wird Tod sein und Sterben, und Blut und Schreie! So viel Blut, so laute Schreie! Ich habe es GESEHEN!" Armanuki steigerte sich langsam zur Panik. Seine Augen waren weit aufgerissen, und seine Bewegungen waren nervös und heftig, so als wäre er bereit, jeden Augenblick zu fliehen.
Malmer sah plötzlich sehr bedrückt aus. Er sah Armanuki an und seufzte.
"Ich weiß, dass du recht hast." sagte er schließlich. "Ich kann es nicht verleugnen. Ich habe all die Jahre versucht, Kroolio zum Guten zu erziehen, obwohl ich vom ersten Tag an wusste, dass dies zwecklos ist, da seine Seele böse ist. Dennoch habe ich mein Bestes gegeben, und auch du hast durch deinen Einfluss positiv auf Kroolio eingewirkt. Ich habe immer gehofft, man könnte ihn noch ändern, denn er ist jung. Doch auch ich wusste von dem Hass in seinem Inneren. Ich wusste auch von deinen Visionen und dass du Gefühle spüren kannst, Armanuki. Ich verstehe nicht, warum du es geheimhalten wolltest, doch das war deine Entscheidung, die ich stets akzeptiert habe." Er zögerte kurz, bevor er mit müder Stimme weitersprach:
"Ich habe mich wohl überschätzt. Meine Fähigkeiten als Lehrer reichen nicht aus um Kroolio zu ändern. Ich habe euch alles beigebracht, was ihr zum Überleben in dieser Welt braucht. Mehr kann ich auch nicht tun. Ich hatte geplant, euch nach diesen Prüfungen zu verlassen und euch eure Erfahrungen allein machen zu lassen. Es wäre nicht gut, wenn du und Kroolio weiterhin zusammenwäret, deshlab schlage ich vor, dass ihr zwei ebenfalls getrennter Wege geht." Er wendete sich nun an die drei Weisen, die dem Streitgespräch gespannt zugehört hatten.
"Ich jedoch habe jetzt einen anderen Vorsatz gefasst. Ich weiß, dass die meisten Menschen uns Drachen noch immer hassen, auch so lange nach dem Krieg, in dem sie unser Geschlecht fast vollständig vernichtet haben, unsere endgültig Auslöschung auf diesem Planeten ist nunmehr nur noch eine Frage der Zeit. Ich halte es für besser, wenn die Menschen vergessen, dass es uns je gegeben hat. Weiser Yurune, Ihr versteht sicher, wovon ich spreche. Ich benötige Eure Hilfe bei einem Ritual, welches ich durchzuführen plane. Wisst ihr, welches Ritual ich meine?"
Der Weise nickte.
"Ihr sprecht von Ritual der Verwandlung, habe ich recht? dafür ist eine große Kraftquelle notwendig, ich nehme an, ihr gedenkt den Kelch der Erkenntnis als solche zu verwenden? Damit bin ich einverstanden. Ich werde euch dabei helfen, und meine beiden Kollegen ebenfalls. Wir werden euch zu einem geweihten Ort geleiten, der für solche Zwecke geeignet ist."
Nun drehte Yurune sich erneut zu dem paralysiert scheinenden Kroolio um, hob seine Arme, konzentrierte sich, und entriss ihm mit Hilfe seiner Telepotationskräfte den Kelch der Erkenntnis und beförderte ihn durch das Kraftfeld direkt in seine ausgestreckten Hände.
Kroolio fing augenblicklich an zu toben. Er schlug und trat gegen die unsichtbare Wand um ihn herum, bearbeitete sie mit magischem Feuer und als das alles nichts nützte, beschor er schwarze Magie. Es erschien ein dunkles, nebelartiges Wesen mit der Gestalt seines Schattens, das das Kraftfeld zerstörte.
Schnell bedeutete Malmer den Drei Weisen, auf seinen Rücken zu steigen und hob mit ihnen ab. Er rief Armanuki zu, ebenfalls zu fliehen. Der stand noch immer an der selben Stelle, und sein Gesichtsausdruck war der höchsten Schreckens, denn solche dunkle Magie hatte er Kroolio doch noch nicht zugetraut. Durch Malmers Warnung erwachte er aus seiner Erstarrung, spreizte die Flügel und flog ebenfalls davon, allerding in die entgegengesetzte Richtung wie der Malmer und die Menschen. Er hoffte, dass Kroolio ihm folgen würde und nicht Malmer, der wegen dem zusätzlichen Gewicht nicht so schnell fliegen konnte. Doch er hatte sich getäuscht. Kroolio flog keinem der beiden Drachen hinterher, sondern kreiste einige Zeit um um den Ort, und beschwörte dabei allerlei Feuergeschöpfe und Flammenwesen. Danach flog er in eine völlig andere Richtung als Armanuki und Malmer davon.
Verfasst: Mo 23.06.2003 - 19:27
von naria
6. Kapitel: Unter Menschen
Ein fremder Mann betrat den Dorfplatz. Er sah ziemlich alt aus, mindestens fünfzig. Sein langer Bart wirkte etwas struppig, auch seine Kleidung wirkte nicht besonders sauber und wies auch schon einige Löcher auf. Er sah sich kurz auf dem Platz um, wo jedoch nur wenige Menschen, fast nur Frauen und Kinder, zu sehen waren, um und ging dann in das Wirtshaus, welches direkt an der Straße lag.
Nachdem er etwas getrunken und hatte, rief er den Wirt zu sich. Er bazahlte mit silbernen Münzen, was den Gasthausbesitzer erheblich aufgeschlossener gegenüber dem Fremden machte. Danach erkundigte er sich nach einer Möglichkeit, öffentlich zu der gesamten Dorfbevölkerung zu sprechen, denn er sei ein Gesandter des Fürsten und reise in wichtiger Angelegenheit. Der Wirt nickte eifrig, und nachdem er weitere Silbermünzen eingesteckt hatte, versprach er, gleich am nächsten Tag alle 142 Einwohner des Dorfes zusammenzurufen.
Am nächsten Morgen sprach der Fremde auf dem Dorfplatz. Vor sich hatte er einige Holzkisten gestapelt, auf denen ein verhüllter Gegenstand zu sehen war. Die Männer, Frauen und Kinder des Dorfes standen neugierig um den Mann herum, der eine solche Aufregung in ihr Dorf gebracht hatte.
Er begann zu sprechen.
Er sprach vom Krieg, von Ungerechtigkeit, von den toten Ehemännern, Vätern und Brüdern, von den tapferen Soldaten und von den heimtückischen Drachen, die schuld an allem seien.
Die Leute stimmten ihm zu.
Er fragte sie nach der Ursache des Krieges, "Die Drachen!" riefen die Leute. Der Fremde bat sie, jetzt auf das acht zu geben, was er ihnen gleich zeigen würde.
Er enthüllte den geheimnisvollen Gegenstand auf dem Kistenpodest.
Es war ein sehr schön geschliffenes, blaues Trinkglas.
"Und dies ist der Beweis, dass der Verursacher des Krieges, Baron Hermann VIII, von den Truppen des Königs besiegt und getötet wurde! Sie drangen in seine Burg ein und stöberten ihn in seinem Schlafgemach auf."
Die Dorfbewohner lachten herzlich. Der Malmer sprach weiter:
"Der Baron bettelte um sein Leben und drohte damit, einen - "
Er machte eine Kunstpause und zwinkerte bedeutungsvoll - "Drachen zu seinem Schutz herbeizurufen!"
Die Dorfbewohner lachten noch lauter. "Einen Drachen!" gröhlte einer der Männer, "warum nicht gleich ein Einhorn oder eine der Sphinxen?" Malmer fiel in das allgemeine Gelächter ein.
Gleich morgen würde er wieder abreisen. Er hatte seit seiner Verwandlung zum Lycanthrophen bereits unzählige Dörfer aufgesucht und die Erinnerung der Bewohner an das Geschlecht der Drachen gelöscht, doch er würde noch jahrelang unterwegs sein, bis das letzte Gerücht und die letzte Legende verstummt wäre.
Chronik der Erbfolgekriege
Aufzeichnungen von Gereral August Friedrich von Blumfeld
1276
April Der Baron Hermann VIII von Hersbachel startet einen Putschversuch gegen
König Reginald II. Diese Aktion wird vereitelt.
8. Mai Der König entschließt sich zur Belagerung Hermanns VIII.
21. Mai Die Truppen des Königs erreichen den Sitz des Barons im Südosten des Landes.
5. Juli Bei einem Ausfall der Putschisten wird König Reginald II schwer verwundet.
7. Juli Der König erliegt am Abend seinen Verletzungen. Es gibt keinen Nachfolger.
10. Juli Die Truppen ziehen sich in die Hauptstadt zurück, da Berichte von einer
versuchten Thronübernahme die Generäle erreichen.
21. Juli Offiziellen Anspruch auf die Thronfolge erheben:
- Freiherr Karl Eugen von Harrau
- Herzog Willhelm August IV von Lobenthal
- Fürst Gillaume d‘Ebussi
- Graf Carl Günther van der Brück
- die Barone Julius und Alexander von Hillshausen
- Herzog Dietgard von Grafensee
- Jonathan Williams, Earl of Ferginwood
- Herzog Albrecht Graf von Kassersleben
- Baron Hermann VI von Hersbachel
- Graf Leonard Otto von Silberbergen
- Herzog Ferdinand II von der Grunenau
- Großherzog Albert Theoderich von Rossburg
- Fürst Heinrich Friedrich von und zu Marderstein
27. Juli Auf einer Versammlung in der Hauptstadt wird keine Einigung erzielt.
29. Juli Die Herzoge Albrecht Graf von Kassersleben und Willhelm August IV von
Lobenthal werden auf der Heimreise überfallen und getötet.
2. August Graf Carl Günther van der Brück wird von einem Attentäter Ferdinands II
von der Grunenau in seiner Residenz ermordet.
August Im Süden des Reiches bekämpfen sich Truppen der Barone Hermann VI von
Hersbachel und Julius und Alexander von Hillshausen. Dabei wird
Alexander von Hillshausen am 22. August getötet.
18. September Graf Otto von Silberbergen wird in seiner Badewanne erstochen aufgefunden.
19. September Fürst Heinrich Friedrich von und zu Marderstein wird auf der Flucht vor den
Truppen von Ferdinand II von der Grunenau gefasst und hingerichtet.
28. September Großherzog Albert Theoderich von Rossburg, Freiherr Karl Eugen von
Harrau und Jonathan Williams, Earl of Ferginwood, ziehen ihre Ansprüche
auf den Thron offiziell zurück.
12. Oktober Der Baron Julius von Hillshausen und der Herzog Dietgard
von Grafensee gehen ins Exil nach Lichtenberg.
5. November Der Fürst Gilaume d‘Ebussi beginnt mit der Belagerung der
Hauptstadt Furtt, die von den Truppen König Reginalds II gehalten wird.
1277
11. Februar Gillaume erobert Furrt, die Verteidiger ergeben sich.
12. Februar Gillaume krönt sich selbst zum König des Reiches Steyrmarkadia.
13. Februar Der Herzog Ferdinand II von der Grunenau ernennt seine Burg Wannbrück
zur neuen Hauptstadt des Reiches und krönt sich selbst zum König.
25. Februar Gillaume entsendet Truppen gegen Ferdinand II.
2. März Erstes Zusammentreffen der Truppen von Gillaume und Ferdinand II.
April – Juli Ferdinand II ist auf dem Vormarsch nach Süden.
2. August Ferdinand II erreicht Furtt und beginnt mit der Belagerung.
17. Dezember Gillaume leitet Waffenstillsatndsverhandlungen ein.
21. Dezember Die Verhandlungen scheitern an den Bedingungen Ferdinands II.
1278
8. Februar Gillaume gelingt es eine Bresche in Ferdinands II Linien zu schlagen, die
Versorgung von Furtt ist damit wieder gewährleistet.
April Ferdinand II erhält Informationen über Gillaumes Versorgunslinien.
24. April Ferdinand zieht die Hälfte seiner Truppen vor Furtt zurück und entsendet sie
zu Gillaumes Versorgungslagern.
29. April Katastrophale Niederlage Ferdinands II bei Gillaumes Lagern.
August Neu ausgehobene Truppen Gillaumes nähern sich von Süden.
20. August Eintreffen der Truppen bei Furtt. Die Belagerer sind eingekreist.
12. September Rückzug Ferdinands II.
1279
März – Juli Ferdinand II hebt im Norden des Reiches neue Truppen aus.
12. August Ferdinand II reist ins Fürstentum Tirolien um den dortigen Herrscher um
militärische Unterstützung beim Sturz Gillaumes zu bitten.
September Gillaume lässt im Norden des Landes die Ernten vernichten und zahlreiche
Anhänger Ferdinands II hinrichten.
Dezember Ferdinand II wird militärische Hilfe aus Tirolien zugesagt. Er reist nach
Steyrmarkadia zurück.
1280
Februar – Oktober Erneute Belagerung von Furtt, mit Unterstützung durch tirolianische
Truppen.
30. Oktober Niederlage Ferdinands II vor Furtt, Flucht auf seine Burg Wannbrück
im Norden des Reiches.
1281
Januar - März Gillaume baut eine neue Eroberungsarmee auf.
9. April Beginn der Belagerung von Burg Wannbrück.
Oktober/November Ferdinand II zwingt die verbliebenen Bauern im Norden des Reiches
zum Kriegsdienst. Das führt in einigen Dörfern zu Aufständen, die
blutig niedergeschlagen werden.
20. November Gillaume startet einen Sturmangriff auf Burg Wannbrück, dabei wird
die von Süden kommende Verteidigungsarmee von Aushilfssoldaten
vollständig aufgerieben. Ein großer Teil der Soldaten wurde gefangen
genommen und zunächst in ein Gefangenenlager gebracht.
11. Dezember Es wurde ein Ausbruch aus dem Gefangenenlager berichtet. Die
Straßen werden jedoch überwacht und wegen der kalten Winternächte
werden die meisten Ausbrecher nicht lebendig nach Hause gelangen.
1282
12. Januar Ferdinand II ergibt sich. Er wird gefangengenommen.
15. Januar Feierliche Krönung von Gillaume zum König von Steyrmarkadia.
20. Januar Rückreise Gillaumes nach Furtt.
11. Februar Befehl zur Hinrichtung Ferdinands II. Gillaume verkündet das
offizielle Ende der Thronfolgekriege.
14. Februar Am Morgen der Hinrichtung erfolgt eine versuchte Befreiung durch
ehemalige Soldaten Ferdinands II.
19. Februar Erlass Nummer 12 des Königs Gillaume:
Versprengte Soldaten und Anhänger von Ferdinand II sind als Spione
und Saboteure anzusehen. Jeder Bürger hat die Pflicht, sie aufzuhalten
und an die Verwalter des Königs auszuliefern.
März/April Es häufen sich Berichte, dass ehemalige Soldaten von Ferdinand II im
Westen des Landes nahe der Grenze zum Fürstentum Steyrmarkadia
angetroffen wurden, vermutlich auf der Flucht. In diesen Gebieten
sowie im Norden mehren sich auch Überfälle von Banditen.
1283
4. Mai Berichte von einer Rebellengruppe ehemaliger Anhänger Ferdinands II,
die in den westlichen Gebirgen operieren, konnten erstmals durch
königliche Beobachter bestätigt werden.
8. Juli Der König setzt ein Kopfgeld auf die Rebellen aus.
Juli/August Königliche Truppen versuchen, die Ordnung im Reich wieder herzusellen.
Banditen werden bei Ergreifung unehrenhaft hingerichtet. Dennoch
mehren sich die Angriffe auf Dörfer.
1284
19. – 25. März Besuch des Königs von Lichtenberg. Verhandlungen über die militärische
Nutzung der Küstengebiete.
1285
11. Februar Gillaume trauert um seine verstorbene Ehefrau.
23. August - Reise des Königs nach Tirolien. Gillaume bittet den Fürst von Tirolien
19. Oktober um Hilfe bei der Bekämpfung der Rebellen. Nachdem dieser das ablehnt,
erfolgt ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen.
1286
27. November Freundschaftsabkommen der Reiche Steyrmarkadia und Lichtenberg.
1287
August/September Große Hitze und Trockenheit führen zu katastrophal schlechten Ernten
und zu Bränden von Feldern.
21. September Der König von Lichtenberg sagt zu, Getreide zur Hälfte des Preises
nach Steyrmarkadia zu liefern.
19. Dezember Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Tirolien.
1288
Januar/Februar Überfälle der Rebellen auf Dörfer häufen sich. Die königlichen Truppen
im Westen erhalten Verstärkung zur Bekämpfung der Rebellen. Es
häufen sich Berichte über eine starke Geheimwaffe der Rebellen.
9. März Ein glaubwürdiger Bericht trifft ein, dass der Putschist Baron Hermann
VI von Hersbachel aufgespürt und getötet wurde.
17. März Gefangennahme eines mutmaßlichen Rebellenführers. Verhöre
bestätigen die Gefahr, die von den Rebellen ausgeht.
12. April Ein Fluchtversuch des gefangenen Rebellenführers und eines Spiones
kann vereitelt werden.
14. April Der gefangene Rebell liefert wertvolle Informationen und wird nach
nach einer geheimen Absprache mit dem König von diesem begnadigt.