Mahlzeit,
Dragonfire hat geschrieben:Ihm gibst Du 10 Euro, damit er sich selbst finanzieren kann, und die Fachärzte
ich glaube, da wurde etwas nicht ganz richtig verstanden

Schlussendlich geht das Geld nicht an den Arzt, der Gute ist nur durchlaufender Posten. Der kassiert das Geld und leitet das an die Krankenkassen weiter, die sich damit ihre schicken Glasgebäude refinanzieren können. Nett, was? Aber das ist das System.
Man kann übrigens auch direkt zum Facharzt gehen. Das ist bei akuten Fällen möglich (man nenne mir mal bitte einen Vertreter der Gesundheit, der einen dann nach Hause schickt, wenn man an der Theke am Boden liegt, bloß weil man keine Überweisung hat...) und jener Arzt stellt dir dann eine Art "Quittung" aus, die man beim Hausarzt einreicht, damit nachgewiesen wurde, dass man überhaupt gezahlt hat. Von Refinanzierung kann bezüglich der Ärzte erst einmal nicht geredet werden.
Überdies finde ich es bewundernswert, dass man sich über diese zehn Euro hier unterhält, aber eine andere Thematik gar außen vor lässt: Unser soziales Netz wird schon seit langer Zeit beschnitten. Der einzige Unterschied ist, dass wir bisher seltenst dafür vor der Theke in die Tasche greifen mussten -> siehe die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge.
Aufgrund der Entwicklung sind ja erst viele zu den privaten Krankenkassen abgewandert, die teilweise sogar noch billiger sind als die für jedermann zugänglichen. Ich verwendete die letzten zwei Wörter auch nicht umsonst, denn dank geschickter Gesetzesänderung ist dieser Wechsel nun auch erschwert worden: Die Anhebung des Bruttojahreseinkommens fand statt, wonach es für Normalverdiener fast unmöglich ist, noch zu den Privaten zu wechseln.
Dies Wissen stützt sich auf Schulungen von Vermögensberatern, in denen ich mal interessehalber dabeisaß. Es ist recht interessant, was der Staat alles genau kürzt. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Menschen schlichtweg keinen Sinn im Demonstrieren sehen. Der Trick ist simpel, einfach:
Verschieden Menschengruppen werden zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich belastet. Die dabei entstehende Aufregung hält sich im Rahmen, da die nächste Gruppe erst dann anfängt zu "mosern", wenn die anderen wieder beim stillen Schmollen sind. Um dann diese "soziale Ungerechtigkeit" der "Klassengesellschaft" (die ja vom Staat mitverschuldet wurde, wie ich am Anfang des Absatzes bereits anmerkte) zu beseitigen, werden die Bessergestellten in ihren Einkommen gestutzt. Eigentlich recht genial - würde es da nicht ein paar findige Menschen geben, die nicht einfach so auf ihren Lohn- und Gehaltszettel blicken und sich lediglich für die Summe oberhalb des Doppelstriches interessieren.
Um diese Unzufriedenheit auszugleichen, wird dem Volk daher Geld geschenkt. Nicht viel, aber mit dem Versprechen, dass es bald mehr wird. Jedem BWL-Grundkursler dürfte es auffallen, dass eine Bilanz aber eben nicht nur eine Soll-Seite hat, weswegen das Geld irgendwo her kommen muss. Entweder aus der anderen Tasche der Bürger oder in der nächsten Amtsperiode. Denn wichtig ist nur eines: Vor der Wahl müssen die Zahlen stimmen - Milchmädchenrechnungen sind daher recht willkommen
Viele Grüße
Censere
