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Verfasst: Di 20.01.2004 - 14:48
von hafensaenger
Hallo Argh :winken:

Mein lieber Argh das siehst du völlig falsch. ;) Ich stemple niemanden ab. Ich sehe bloß keinen Sinn in dem Ganzen. Das ganze Leben ist Veränderung Argh, ständig ändert sich was ob es uns passt oder nicht. Manches geschieht einfach und man kann nichts gegen tun. Gegen andere Veränderungen kann man sich sträuben oder wären. „Veränderungen ja, aber bloß nicht bei mir!“ So denken doch viele. Verstehen kann ich’s schon irgendwo.

Nicht alles was neu ist muss unbedingt sinnvoller oder besser sein. Oft ist es das nicht. Da bin ich lieber der römische Kardinal für den die Erde flach wie eine Pizza und die beiden Oliven in der Mitte Rom sind.

LG Hafen :rolleyes:

Verfasst: Di 20.01.2004 - 15:02
von kleine Waldfee
Ich hab da gestern abend nomma drüber nachgedacht, und was ich mich als erstes gefragt habe ist: Warum sollen wir Deutschen uns ständig anpassen?! ?(
Stehen uns denn nicht auch Eigenheiten zu, wie jedes andere Volk sie hat? Wir sind alle so damit aufgewachsen, bis jetzt hat noch jedes Kind es geschafft, Zählen zu lernen, ohne sich dabei die Zunge zu brechen, und Ausländer, die unsere Sprache erlernen, sind auch in der Lage, mit ein bisschen gutem Willen dies zu schaffen. Im übrigen ist es doch auch im Englischen so, dass sie "seltsam" zählen. Bis 10 geht es noch, aber dann: eleven= Elf [dafür haben schon einmal deutschland und England ein eigenes Wort, bei dem nicht EinsEins zB gesprochen wird], bei der 12 ist es eben so. Und dann sagen sie thirteen, was wörtlich überzetzt "Drei - Zehn" heißt, ebenso wie bei uns! Wo ist also das Problem? Gut, sie machen das bis 19 so, und bei 21 haben sie wieder einen Dreher drin, indem sie dann anfangen mit Zwanzig - Eins. DAS ist in meinen Augen unlogisch, denn wir haben wenigstens ein Einheitliches Zählsystem und setzen nicht zwischendurch irgendwelche Dreher hinein.
So, des wars ersteinmal

Liebe Grüße
kleine Waldfee

Verfasst: Di 20.01.2004 - 15:11
von Argh
Hi ;D
Tja, wenn aber Roy Sinha (Grundschullehrer und Didaktiker, Dortmund) feststellt, daß die Sprechweise mehrstelliger Zahlen ein Stolperstein für Kinder mit Lernschwierigkeiten ist oder Prof. Dr. Dr. h.c. Erich Wittmann (Fachbereich Mathematik, Universität Dortmund) sieht, daß die sprachlichen Unregelmäßigkeiten bei den deutschen Zahlennamen ein Handicap für die frühe Erfassung mathematischer Muster sind sollte das einem doch zu denken geben, oder?

Ich meine das hört sich ja nicht so an als würden aus dem Elfenbeinturm heraus Konzepte entworfen. Sollten wir diese Überlegung nicht wenigstens einmal genau prüfen? ;)

Grüsse :bounce:

PS: @Fee Aber die Engländer haben sich doch angepasst, denn bis vor noch nicht allzulanger Zeit haben die das Dezimalsystem eingeführt.

Verfasst: Di 20.01.2004 - 15:28
von kleine Waldfee
Tja argh, dann prüf du mal ;) Um ehrlich zu sein, ich hab meine Meinung dazu gesagt und mag nicht ewig auf einem Thema rumkauen, solang nicht völlig neue Aspekte reinkommen, und die gibst du meiner Meinung nicht, du willst nur immer dagegen sprechen, um die Diskussion aufrecht zu erhalten, gibst aber selbst nicht allzu viel dazu. Tut mir leid, für mich ist das Thema dur, wenn irgendwas geändert werden soll, hab ich da eh keinen Einfluss drauf, von daher hab ich zwar meine Meinung, werd mich da aber nicht unnötig dran aufhängen und daran festhalten, wenn sie sich als fasch erweist. Ich kann trotzdem nicht glauben, dass es so falsch ist, wie wir zählen, und da werd ich auch keine Riesendiskussion draus machen, da gibt es sicher größere Dinge, die in diesem Land geändert werden müssten, da sind wir uns sicher alle einig ;)

Liebe Grüße
kleine Waldfee

Verfasst: Di 20.01.2004 - 16:21
von Joabary
Argh, es mag ja durchaus sein, dass eine Änderung der Aussprache von Vorteil für Kinder hinsichtlich des Erlernens ist, nur -ist das die dringenste Aufgabe, die es in Sachen Bildung zu bewältigen gibt? Werden sich alle Notstände in diesem Bereich von heute auf morgen beseitigen, wenn wir statt einundzwanzig zwanzig-(und)-eins sagen? Das glaube ich weniger...

Diese Theorie mag ja ganz nett klingen, aber verglichen mit dem ungeheuren Aufwand (möchte nicht wissen, wie lange es dauern würde bis sich so eine Aussprache effektiv in allen Altersschichten durchsetzt :rolleyes: ) sehe ich da ziemlich wenig nutzen. Wenn wir mal alle anderen brennenden Bildungsprobleme (Unterfinanzierung, soziale Ungerechtigkeit, Personalmangel etc.) beseitigt haben (und das ist vermutlich utopisch...), dann können wir ja mal über eine Reform nachdenken...

Verfasst: Di 20.01.2004 - 17:18
von Ephirnion
Also für mich gibt es einen klaren Unterschied zwischen der Rechtschreibreform und der "Zählreform".
- Bei der Rechtschreibreform hat jeder gemeckert, weil er zu faul war Neues zu lernen, aber si hat zumindest ansatzweise Sinn gemacht.
- Bei der Zählreform wird wohl auch gemeckert werden, aber im Gegensatz zur Rechtschreibreform macht sie keinen, aber wirklich keinen Sinn.
Sicherlich ist es nicht schön, dass es Kinder gibt, die Probleme mit der Zählerei haben, aber anders herum argumentiert, viele Kinder kommen gerade mit der regelmäßigkeit eines Systems nicht zurecht *räusper* Ich spreche aus Erfahrung. Wo wir den einen also helfen, da werfen wir den anderen Knüppel in die Beine.

Joabary hat vollkommen Recht: Es gibt Dinge die wichtiger sind als so ein Mumpitz. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es in letzter Zeit in Mode gekommen ist an Althergebrachtem zu kratzen und zu versuchen daran Fehler zu finden. Ich möchte auf gar keinen Fall, dass man nie wieder über selbstverständliche Dinge unangenehme Fragen stellt, aber das hier geht doch irgendwo einen Schritt darüberhinaus. Viele Menschen reagieren nicht aggressiv aus dem Grunde, weil hier über Sinnloses diskutiert wird, sondern, weil es Arbeit gibt, die sinvoller ist.
(Wer in meinem Alter ist oder war, der kennt das Problem von zu Hause. Das eigene Zimmer ist noch nicht aufgeräumt und man fängt schon wieder an im Hobbyraum umzuräumen :D )
argh hat geschrieben:Bisher hab ich keinen Post gelesen, in dem Jemand gesagt hat: "Jawohl, es hat mich sehr viel Mühe gekostet dieses Zahlensystem mit seiner Aussprache zulernen und ich bin nicht bereit den Aufwand zum Lernen von etwas Neuem zu leisten." - Ich kann das nachvollziehen, denn mir geht es genauso!
Eigentlich erwähne ich nur etwas, wenn es von Belang ist, also genau dann, wenn ich sagen wollte, dass ich durchaus bereit wäre das neue System zu erlernen und es mir auch nicht zu viel Arbeit macht.

Ich finde es irgendwie ausgezeichnet, dass es in unser aller Gesellschaft eine gewisse Kruste gibt, denn das gibt uns die Möglichkeit an wirklich wichtigen Stellen Hand anzulegen. Ansonsten könnten wir uns ja auch darüber unterhalten ob wir einen Baum weiterhin "Baum" nennen sollen oder vielleicht besser "Glab". Das die Farbe "Blau" nun "Gelb" heißen könnte und das wir die Kinder zu "Eltern" machen und die Eltern zu "Kindern".

Verfasst: Mi 21.01.2004 - 23:36
von Moskito
Hi Leutz :)

An welche Zahlenaussprache sollten wir uns denn da anpassen ?(

Im Englischen gehts bis 20 eigentlich nach dem selben Prinzip wie bei uns. Wenn ich weiter zählen und rechnen kann sollte mein Geist auch in der Lage sein das Zahlausspracheprinzip erfassen zu können :D

Interessanter wäre das Französische, da mir da beim Zahlenaussprechen gleich das Rechnen mit abverlangt wird.
Bis 16 hat jede Zahl nen Eigennamen. Dann gehts bis 69 - ausgenommen die 20 - nach dem Prinzip 10er dann Einer. Ab 70 (=60 +10, dann 60 +11 etc) wird endlich der Zahlenleser auch gezwungen zu rechnen. 80 wird kuzerhand zu 4 * 20 und 90 wird als letzte Herausforderung zu 4 * 20 + 10.

Mit Sicherheit eine deutlich bessere Lösung Zahlen auszusprechen wie die langweile, die wir dummen Deutschen verwenden. :D
Ab 100 ists ja leider in allen 3 Sprachen gleich :))

Da zeigt sich halt mal wieder, daß viele Leute einfach zuviel Zeit haben um Probleme zu finden wo eigentlich keine sind

Verfasst: Do 22.01.2004 - 03:43
von Manni_B
... also, ich sach ma so:

Wir Deutschen haben doch schon genug andere Aussprachen in unserem Land. Dabei wird schon bald das 'Deutsche' verlernt. Und was haben wir nicht alles schon für Systeme übernommen, seit es keine deutschen Politiker mehr gibt.

Nun zu diesen Profs., welche diese Meinung vertreten. Früher, so vor einigen Hundert oder Tausend Jahren hatten es diese wissenschaftlichen Genies einfacher.
Es gab nicht so viele.
Da konnte man sich schnell einen Namen machen und mußte nicht als erster damit in Fachblättern usw. erscheinen, damit später auch die Anerkennung gefestigt war.

Heute ist das schon etwas problematischer, bei dem Andrang der Bewerber. Also muß man schon sehr lange suchen, bis man denn endlich etwas gefunden hat, um bei der Nachwelt in aller Munde zu bleiben.

Wir haben in Deutschland zigtausend Analphabeten, die weder lesen noch schreiben können. Um diese kümmert sie niemand dieser Profs., aber ein neues Zahlensysten und deren Aussprache, das könnte ihnen (den Analphabeten) sicherlich weiterhelfen.

Wenn es nicht so ... wäre, würde ich mich darüber ...., na ihr wißt schon. :))

Verfasst: Do 22.01.2004 - 07:35
von mara
*rofl* Also, wer wirklich meint, man könnte durch einen "gewaltsamen Eingriff" sprachliches Erbgut, das sich über Jahrhunderte hin entwickelt hat, einfach so ausmerzen, hat vielleicht Ahnung von Mathematik, von Linguistik aber gar keine! :D Eine sprachliche Eigenheit lässt sich nicht einfach per Beschluss totschlagen, und es wäre für unsere geplagten Pisakinder sicher noch um einiges komplizierter, wenn sie im Alltag mit zwei verschiedenen Zahlenaussprachsystemen konfrontiert werden. (damit verglichen ist die Rechtschreibreform gar nichts...)

Davon abgesehen: Das deutsche Schulsystem krankt sicher nicht an der Aussprache der Zahlen. Da gibt es ganz andere Gründe. Allein die Dreigliedrigkeit (Gymnasium, Realschule, Hausptschule), ein Relikt aus dem alten Kaiserreich, trägt bis heute erfoglreich dazu bei, dass nur in Mexiko der Zusammenhang zwischen Abstammung und Bildungserfolg noch eindeutiger feststeht als in Deutschland. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass in jedem anderen Land der Welt, in dem die Pisa-Untersuchung durchgeführt worden ist, das Kind einer Putzfrau und eines Bauarbeiters größere Chancen hat, die Hochschulreife zu erreichen. Auch die Bildungschancen für ausländische Kinder stehen in jedem anderen europäischen Land besser. Nicht nur in Finnland und Schweden, nein, auch in Portugal oder Griechenland. Und das finde ich - ehrlich gesagt - noch viel trauriger als die Defizite im Leseverständnis oder den Naturwissenschaften...

Gruß

mara

Verfasst: Mo 16.02.2004 - 10:26
von Argh
Hi ;D
auch bei Spiegel-Online wurde hierzu gevoted hier die Ergebnisse :))

Frage:Was wirklich zählt…
Sollen wir unser Zählsystem sprachlich vereinfachen?

Antwort / Votes / Prozent
Gute Idee – endlich gewinnt die „Agenda 20-10“ an Realität! / 1773 / 18.93%
Prima – und aus wirtschaftlichen Gründen können wir dann auch gleich zu „Twäntie-wann“ übergehen, wenn schon, denn schon! / 2425 / 25.89%
Also nö, ich hab mich mühsam an die schwierige deutsche Zählweise gewöhnt… / 887 / 9.47%
Nein, ein tägliches Gehirntraining muss schon sein, auch beim Zählen! / 3128 / 33.39%
Mir egal, ich lebe digital! / 1154 / 12.32%

Grüsse :bounce:

Verfasst: Di 17.02.2004 - 00:29
von gelbe Wiesenameise
Hallo liebe Leute!

Den Vorschlag finde ich eigentlich ganz gut!
Allerdings nicht wegen der PISA-Studie, sondern weil´s tatsächlich einfacher und logischer ist.

Übergangsweise könnten ja beide Möglichkeiten der Aussprache gelten - also in der Schule! Ansonsten ist es ja sowieso egal. Dem Metzger wird´s zum Beispiel egal sein, ob der Kunde fünfundzwanzig oder zwanzigfünf Würstchen kauft. Ist doch alles eine Sache der Gewohnheit. Wer eine Fremdsprache erlernt, muss ja auch umdenken, von daher sehe ich kein Problem darin.

Warum finde ich den Vorschlag gut? Um ehrlich zu sein, weil ich selbst mit der Aussprache unserer Zahlen Probleme habe.

Beruflich habe ich sehr viel mit Menschen zu tun, von denen ich mir Nummern notieren muss. Am liebsten sind mir dann Leute, die die Ziffern einzeln aussprechen. Also zum Beispiel 4 / 5 / 1 / 9 / 0 / 3. Bei anderen Leuten, die die Zahlen auf diese Weise aussprechen 49 / 34 / 98 / 72 / 81 / 54 muss ich mich schon stark konzentrieren, um alles richtig zu notieren.

Das gleiche habe ich übrigens bei vielen ausländischen Mitbürgern festgestellt. Ausländische Mitbürger verdrehen ebenfalls oft die beiden Ziffern (was ich ihnen nicht übel nehmen kann).

gelbe Wiesenameise

Verfasst: Di 17.02.2004 - 16:04
von RuneDragon
zwanzigfünf ...
wenn dann wird es wahrscheinlich zwanzigundfünf heißen
das andere ergibt vom deutschen her keinen sinn
aber rein unabhängig betrachtet ist es fast das gleiche
fünfundzwanzig
zwanzigundfünf

aber am ende isses nebensächlich, daran sollte wirklich keiner scheitern
und die pisa werte der grundschule sind völlig uninteressant weil sie nicht auf die wirtschaft einwirken, sondern erst die werte die ein schulabgänger bringt
selbst wenn wir startschwierigkeiten hätten, würde das egal sein wenn unsere 10 oder 12/13 klässler auf euro niveau wären

schon allein die tatsache das wir im pisa test schon weiter vorn lagen zeigt das nicht etwas wie die aussprache der zahlen falsch sein kann, weil diese schon vor langer zeit in deutschland existierte, sondern es kann nur etwas falsch sein was sich erst in der letzten zeit entwickelt hat ...