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Verfasst: Fr 11.10.2002 - 20:16
von Maria
Ein_Yak hat geschrieben:Hey Mädels!
Möchte hier 'mal eine grundsätzliche Frage aufwerfen: Könnt Ihr Euch vorstellen, von einem anderen Menschen tatsächlich verstanden zu werden? Und könnt Ihr dies auch noch erkären/beschreiben?
Ja, meine Freundin und ich verstehen uns in jeder Hinsicht, dass hat vieleicht auch damit zu tun, dass wir schon seit 18 jahren die besten Freunde sind und wir uns in-und auswendig kennen und Sie immer zu mir steht, in GZ und SZ und glaub mir wir haben schon viel Sch...in unserem Leben durch gemacht aber auch viele schöne Dinge.
Verfasst: Fr 11.10.2002 - 21:53
von Linny88
Ich als altes Mobbing-Opfer hab zu diesem Thema genug zu sagen: Lästern ist schlimm, gemobbt werden ist noch schlimmer, am schlimmsten ist, danach keine Freunde zu haben, die einem helfen. Also, Im Endeffekt ist Ehrlichkeit gut, aber man muss es nicht übertreiben und ausfällig werden...
Verfasst: Fr 11.10.2002 - 22:53
von Cr@sh
Aber Linny,
wieso altes Mobbing-Opfer? In Deinem Alter wußte ich noch nicht mal was Mobbing ist! Wie meinst Du das eigentlich mit 'Ehrlichkeit ist gut, aber man muss es nicht übertreiben und ausfällig werden...'
Heißt das, Du bist zum Mobbing-Opfer geworden, weil Du übertrieben ehrlich warst und damit Dich vielleicht unbeliebt gemacht hast? Oder weil andere Mitschüler ständig übertrieben ihre Meinung über Dich 'Dir offen ins Gesicht sagen' ? Oder wie meinst Du das?
Verfasst: Sa 12.10.2002 - 12:24
von Castore
Nur mit meinen beiden besten freunden verstehe ich mich einwandfrei. Ich glaube da gibt es wirklich überhaupt keine Probleme. Bei allen anderen können kleinere Probs auftreten (was ja nicht unbedingt schlimm ist), aber bei den beiden... nee.

Verfasst: Sa 12.10.2002 - 12:50
von Delta
Ein_Yak hat geschrieben:Hey Mädels!
Möchte hier 'mal eine grundsätzliche Frage aufwerfen: Könnt Ihr Euch vorstellen, von einem anderen Menschen tatsächlich verstanden zu werden? Und könnt Ihr dies auch noch erkären/beschreiben?
Nein, eigentlich nicht. Es gibt zwei Leute, die ziemlich dicht dran sind... aber gänzlich, immer und hundertprozentig: nein!
Warum? Nun, ich verstehe mich ja selbst nicht....
Gruss
Anni
Verfasst: Sa 12.10.2002 - 13:00
von Lump
Kommunikation ..... hmmmm
Ich finde es wichtig für die Kommunikation in einem Forum, dass man wenigstens grob sagen kann MIT WEM man da redet. Und dass dieses virtuelle Gegenüber auch dabei ehrlich ist. Also Ehrlichkeit, wie jemand schon sagte.
Ich finde es zum kotzen (Sorry) wenn Leute MIT ABSICHT / bewusst ein falsches Alter oder ein falsches Geschlecht angeben.
Namenswechsel (wie jemand hier schon sagte) finde ich auch völlig daneben.
Ich kann nicht sagen weshalb, aber DAS macht mich rasend.
Ein weiterer Punkt der mich immer ärgert: Wenn in einem Forum umbedingt etwas gepostet werden muss. Also dieses: Ich finde den Thread da doof und er sagt mir nix und DAS schreibe ich da jetzt auch rein. Meinte Manny bei "Interenes" ja auch mal. Wenn man nix sinnvolles zu sagen hat, soll man den Mund halten. Und das einen ein bestimmtes Thema nicht interessiert ist NICHT sinnvoll - für das Thema und die Leute die es interessiert.

Verfasst: Mo 14.10.2002 - 10:22
von Cassie
Lump hat geschrieben:
Ich finde es zum kotzen (Sorry) wenn Leute MIT ABSICHT / bewusst ein falsches Alter oder ein falsches Geschlecht angeben.
Namenswechsel (wie jemand hier schon sagte) finde ich auch völlig daneben.
Ich kann nicht sagen weshalb, aber DAS macht mich rasend.
Hmmmm...vielleicht weil jemand da ja lügt oder falsche Tatsachen vorspiegelt?
Allerdings habe ich das bisher noch nicht bei den Leuten im Forum erlebt, denen ich vertraue, die waren alle genau das was sie mir auch gesagt haben.
Da macht es mir nicht so sehr etwas aus, wenn Leute, die ich nicht näher kenne, hier etwas Falsches vorgeben. Ich finde das nur recht armselig...sind sie sich selber nicht gut genug, dass sie lügen müssen?
Greetinx, Cassie
Verfasst: Mo 14.10.2002 - 12:18
von Linny88
@fridoxl: Ich meinte, dass man sich bei jemanden mit Worten beschweren sollte, wenn einem etwas nicht passt und ihn nicht gleich zusammendreschen muss, wie ich das oft erlebt habe. Natürlich haben viele Leute an mir rumgemeckert und konstruktive Kritik nehm ich gern entgegen, aber ohne Grund agressiv werden und brutal ist nicht notwendig.
Verfasst: Mo 14.10.2002 - 22:15
von Ein_Yak
Hey Mädels!
fridoxl hat geschrieben:Wahrheit und Lüge:
Einige vetreten die Meinung, dass man gerade seinen besten Freunden gegenüber bedingungslos ehrlich sein muss. Aber in manchen Situationen ist es vielleicht besser, auch den engsten Freunden, Arbeitskollegen oder der Familie eine kleine Notlüge unterzujubeln, als allen mit der blanken Wahrheit ständig vor den Kopf zu stoßen. Zumal man mit seiner Meinung auch auf dem Holzweg sein könnte.
Ja, da ist so ein Ding.
Vielleicht ist es auch der falsche Weg, in solchen absoluten Kategorien zu denken und dann auch noch zu handeln. Wobei ich mir da nicht wirklich sicher bin...
Ich denke, es sollte in einer guten Beziehung (ob nun Freundschaft oder Partnerschaft) möglich sein, potentiell die Wahrheit sagen zu können. Das bedeutet, daß man die Sicherheit hat, daß diese Beziehung nicht deshalb aufgekündigt wird, weil man ehrlich ist - egal, wie denn diese Wahrheit aussehen sollte. Ich weiß, das erfordert nicht nur eine Menge Vertrauen, sondern auch ein gehöriges Maß an psychischer Stärke - auf beiden Seiten. Was mich an der Herangehensweise - aus welchen Gründen auch immer - auch
gegenüber den Nahestehenden zu selektieren, ob man das sagen könne oder nicht, stört, ist Folgendes: Man entscheidet für den/die Anderen mit. Man läßt ihm/ihr nicht ihre eigene Entscheidung. Man nimmt sie sozusagen vorweg. Nur mit welchem Recht tun wir das??? Könnte es nicht auch so sein, daß wir nur deswegen die Wahrheit verschweigen, weil wir nicht genügend Vertrauen in die jeweilige Beziehung haben, weil wir dem Gegenüber nicht zugestehen können, daß er/sie nicht eine eigene (möglicherweise von uns nicht vorgedachte) Position einnehmen könnte???
Verfasst: Di 15.10.2002 - 07:33
von Linny88
In manchen Fällen denkt man auch, dass die Sache so unwichtig ist, dass der Andere es nicht unbedingt wissen muss und verschweigt es deshalb.
Verfasst: Di 15.10.2002 - 07:36
von Cr@sh
Mit Schönreden alleine werden natürlich keine Probleme gelöst. In wichtigen Situationen muss man natürlich ehrlich zueinander sein, z.B. zur Neuorientierung einer Standpunktbestimmung oder zur Problemlösung. Aber ich wähle mal ein ganz banales anschauliches Beispiel zum Thema Notlüge: Ein Mann bringt als Überraschung seiner Frau 'Rote Rosen' mit. Ich denke, sie hat nicht unbedingt einen Grund einen Steit vom Zaun zu brechen, sondern freut sich über die Geste an sich, obwohl sie lieber 'Gelbe Tulpen' mag.
Zugegeben, ein ganz banales Beispiel. Aber wenn wegen sowas ernsthafter Streit entsteht, stimmt was mit der Beziehung an sich nicht. Was vielleicht aber ein guter Anlaß ist, um das Faß an Ärger überlaufen zu lassen, wo sie ihm alles an den Kopf wirft, was ihr im vergangenen halben Jahr so übel aufgestoßen ist. Der Mann wundert sich nur verdutzt, warum seine Partnerin auf einmal so reagiert. Immerhin kommen die eigentlichen Probleme zur Aussprache, aber im falschen Zusammenhang zur falschen Zeit, wo beide sich dann Missverstanden und beleidigt fühlen.
Aber viel interessanter finde ich, wie man überhaupt mit fremden Leuten zurecht kommen soll, oder wie man sich denen gegenüber Verhalten soll. Die besten Freunde lassen schon mal das eine oder andere deutlichere Wort durch und schätzen auch diese Offenheit, bei einem Vorgesetzten kann es das Karriereaus bedeuten.
Verfasst: Di 15.10.2002 - 07:40
von Linny88
Das kommt darauf, wer dein Vorgesetzter ist. Im Urlaub hab ich jemanden getroffen, der sein Wehrjahr bei der Marine gemacht hat. Dort ließen sich die Vorgesetzten von ihm herumkommandieren.(Is echt wahr, gibts sogar Zeugen für). Manche Chefs halten es auch etwas lockerer, wenn sie ein ordentliches Geschäft machen, pflegen sie auch lockeren Umgang mit den Arbeitern.
Verfasst: Di 15.10.2002 - 10:26
von Cr@sh
Meiner Meinung kommt's eben nicht in erster Linie auf den Chef, drauf an, sondern es liegt in erster Linie an einem selber. Klar kann man sagen: Der Chef ist ein blöder Chef, weil er nicht macht, was ich will. Aber letztenendes sollte man sein eigenes Verhalten überprüfen, wenn man merkt, man eckt überall an.
Deshalb halte ich es für wichtig, wie man überhaupt mit fremden Leuten zurecht kommen möchte, oder wie man sich denen gegenüber Verhalten soll. Gibt's vielleicht irgendwelche Techniken Fremde erst mal unverbindlich kennenzulernen, ohne das man Ihnen gleich das Innerste nach außen offenbart?
Stichpunkt: Smalltalk, Ettikette etc. und was soll man davon halten....
Verfasst: Di 15.10.2002 - 10:43
von Ein_Yak
Hey Mädels!
@ fridoxl:
Da wüßte ich auch keine "goldene Regel"...
@ all:
Ich wollte Euch noch den Hintergrund meiner Frage, ob man grundsätzlich verstanden werden kann oder verstehen kann, darlegen...
Auszüge aus dem "Kleinen Ratgeber in Sachen Verständnisschwierigkeiten"; herausgegeben vom Institut für Angewandte Verständigungsfragen an der Hohen Schule für Sprache und Spiel zu Kontinentaleuropa
"1. Vorbemerkung
Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, daß sich Individuen, sofern sie dem gleichen Sprachraum angehören oder über mehr als oberflächliche Kenntnisse anderer Sprachen verfügen, grundsätzlich verständigen können. Diese Vorstellung mag viel Hoffnung verleihen, z. B., daß mit einer Verständigung eine Gemeinsamkeit auf verschiedenen Niveaus möglich wird, sie mag sogar die Rechtfertigung nähren, ein Entscheidungskriterium für die Auswahl bzw. Aufrechterhaltung dieser oder jener sozialer Kontakte darstellen zu können. Nicht zuletzt wird von der Annahme einer grundlegenden Verständigungsmöglichkeit per Sprache eine Differenz zwischen Übereinstimmung (richtige Benutzung) und Gegenläufigkeit (falsche Benutzung) abgeleitet. Alltagssprachlich läßt sich dies in den Formulierungen "Wir sprechen eine Sprache." und "Wir reden aneinander vorbei." auflösen. Es wird demnach davon ausge-gangen, daß sprachliche Verständigung eine Bedingung für das Menschsein überhaupt ist und ein Ausbleiben des kommunikativen Austauschs auf gleicher Ebene Gemeinsamkeiten unter Menschen schlechterdings unmöglich macht.
Nichtsdestoweniger ist die Annahme falsch. Der Fehler besteht in einer Verkürzung: Verstän-digung scheint möglich, weil Begriffe benutzt werden, mit denen andere Personen die gleichen Zusammenhänge verbinden. Doch hier begegnen wir einem ausgesprochenem Humbug. Begriffe rufen eben nicht gleiche Inhalte bei verschiedenen Personen hervor. Ganz im Gegenteil: Die scheinbar gleich verwendeten Bezeichnungen stehen sich immer unüberwindbar gegenüber. Wir werden uns nun diesem Sachverhalt an einem kurzen Beispiel nähern.
> Universum im Universum im Universum <
Person A: "Quadratköpfe halt."
Person B: "Was?! Was soll das sein? Was wollen Sie mir damit sagen?!"
Beginnen wir bei der Analyse mit Person B, denn sie kann mit der Bezeichnung "Quadratköpfe" nichts anfangen und ist demnach universumstechnisch noch jungfräulich. Person B weiß absolut nicht, was Person A mit dem Begriff meint. Ferner besitzt Person B keinerlei Kennt-nisse, warum Person A diese Bezeichnung verwendet, geschweigedenn warum sie dies gerade jetzt tut und ganz abgesehen davon, was Person A damit bezweckt, um überhaupt nicht davon zu reden, in welcher Weise sich Person A mit diesem Begriff zu diesem Zeitpunkt an dieser Stelle in Beziehung zu Person B setzt oder es zumindest beabsichtigt oder auch nicht und ob nicht alles überhaupt ganz anders ist. Folge für Person B: Großes WIRRWARR. Die Verständigungsquote befindet sich haargenau bei 0,00%.
Nach der hier verworfenen Vorstellung einer Verständigungsmöglichkeit müßte Person A beginnen, Person B zu erklären, was Person A mit der Bezeichnung "Quadratköpfe" meint. Nach einer ausführlichen Darstellung, die alle Dimensionen und Elemente der Bezeichnung in der Lesart von Person A erschöpfend umfaßt, muß ein zweiter Schritt erfolgen. Person A hat Person B verständlich zu machen, warum der Begriff benutzt wird und warum gerade jetzt. Doch damit nicht genug. Als Nächstes ist es vonnöten, Person B zu eröffnen, was Person A für eine Absicht bei der Benutzung von "Quadratköpfe" hat, um anschließend damit fortzufahren, in welche Beziehung sich Person A zu Person B gesetzt wissen will oder zumindest daraufhin arbeiten möchte oder auch nicht und ob nicht alles überhaupt ganz anders ist.
Wir wollen die Erörterung an dieser Stelle nicht ausarten lassen, aber um Ihnen einen Vorgeschmack zu geben, was es bedeutet, eine Verständigung zu erreichen, geben wir einen kleinen Einblick in EINEN Bedeutungsstrang des Begriffes "Quadratköpfe".
1. Universum (Allgemeinuniversum): "Quadratköpfe" ist eine abschätzige Bezeichnung für Menschen bestimmter Herkunft. Sie lehnt sich an die Vorstellung an, Menschen im osteuropäischen Raum neigten zu breiten Kopfformen. Daraus ließen sich nach dieser Annahme Rückschlüsse auf soziale Fähigkeiten, Intelligenz und menschliche Größe ableiten. 2. Univer-sum (1. Erfahrungshorizont): a) Die Bezeichnung taucht zum ersten Mal für Person A in einem Seminar der Politikwissenschaft auf. Teilnehmer der Unterrichtsveranstaltung sind neben einer Reihe von Studenten eine Professorin für Internationale Politik und ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter, immerhin Träger eines Doktortitels. Nun ist anzunehmen, dieser Personen-kreis wäre in der Lage, unvoreingenommen und auf hohem Niveau zu diskutieren. Dem ist allerdings nicht so: In einem wissenschaftlichen(!) Seminar wird mit den plattesten Vorurteilen eine Geisteshaltung zur Schau getragen, die leicht völkisch-nationalistische bis hin zu rassische Züge trägt. In diesem Zusammenhang fallen u. a. Begriffe wie "Holzkarren", "historische Rückständigkeit", "genetisch bedingte Leistungszurückhaltung" usw. b) Die Bezeichnung "Quadratköpfe" wird gegenüber einem polnisch-stämmigen Studenten benutzt. Hieraus ergeben sich umfangreiche Verwicklungen und stundenlange Auseinandersetzungen, die in Formulierungen "Du bist blöd." gipfeln. (Diesen Pfad führen wir hier nicht fort, denn er öffnet ein vollkommen neues Universum. Das gleiche gilt für c) bis m)). 3. Universum (1. Erfah-rungsunterhorizont): In vielen Zusammenhängen stößt man auf rassistische Bemerkungen (Elternhaus, Schule, Freizeit, Politik, Arbeit, etc.). a) Die Überflutung führt manchmal zur unbewußten Übernahme in den eigenen Sprachschatz. b) Die Überflutung wird bemerkt und man weist überall dort darauf hin, wo sich solche Bemerkungen einschleichen (Folge: Die Umwelt zeigt ihren Haß auf den Aufdecker. Dies ist ebenfalls ein neues Universum).
Diese Aufzählung ließe sich bis ins Unendliche fortsetzen.
Es fällt demnach ausgesprochen schwer, eine Verständigung als solche für möglich zu halten. Umso mehr sind demnach jene zu beglückwünschen, denen dies gelingt..."
Verfasst: Di 15.10.2002 - 20:03
von Cr@sh
orgianl aus dem "Kleinen Ratgeber in Sachen Verständnisschwierigkeiten"
Es fällt demnach ausgesprochen schwer, eine Verständigung als solche für möglich zu halten. Umso mehr sind demnach jene zu beglückwünschen, denen dies gelingt..."
Sehr interessant diese Ausführungen. In der normalen Diskussion macht sich bestimmt aber keiner Gedanken über unklare Bedeutungsstränge in verschiedenen Universien. Also ich kam bisher noch nicht auf diese Idee. Zum Glück kann man auch einfach nachfragen, wie jemand etwas gemeint hat.
Genau aus diesem Grunde haben Leute wie Freiherr v. Knigge ja versucht quasi 'Goldene Regeln' einzuführen. Eben damit man sich nicht gleich unfreundlich an die Gurgel springt, wenn man von unterschiedlichen Standpunkten, oder was auch immer, ausgeht. Diese 'Goldenen Regeln' veralten aber genau so schnell, wie sich die Gesellschaft verändert. Trotzdem kann es nicht schaden, diese Regeln mal durchgelesen zu haben. Vielleicht ist die eine oder andere Idee gar nicht mal so übel.
Freiherr v. Knigge
http://www.etk-muenchen.de/literatur/tuk/TUK130.html
Netz-Knigge
http://www.netz-knigge.de/
Netikette
http://www.uni-leipzig.de/netikett.htm
Nicht umsonst belegen einige Top-Manager sogar bestimmte Verhaltens-Seminare, um Ihre Manieren ein bisschen aufzupolieren. Mit guten Manieren alleine, ist man aber auch noch kein guter Mensch und niemand sollte sich durch sowas blenden lassen.
Verfasst: Di 15.10.2002 - 23:03
von Ein_Yak
Hey Mädels!
@ fridoxl:
Ich denke, Du verstehst sehr viel mehr, als Du zugibst

...
Mißverständnisse entstehen nach meiner Auffassung häufig, deshalb, weil ein/e jede/r von uns etwas Unterschiedliches mit dem Gesagten/Geschriebenen verbindet. Insofern dienen die Regeln des Umgangs eine kleine Hilfestellung. Aber auch hier wissen wir um deren Begrenztheit. Ein gewisses Maß an Höflichkeit faßt eben jede/r anders auf.
Was Deine Frage in Bezug auf Autoritäten wie z. B. Vorgesetzte anbelangt, verfahre ich so, daß ich freundlich und dennoch bestimmt meine Position zum Ausdruck bringe (was mögliche eigene Fehler durchaus einschließt - ich denke da nur an meine schreckliche Faulheit). Sofern dies wahrgenommen und akzeptiert wird, ergeben sich keine Reibereien. Sofern dies nicht der Fall ist - und das tritt sehr häufig auf - versuche ich mich dem Einfluß dieser Autoritäten zu entziehen. Das kann durchaus bis hin zu einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses meinerseits führen. Sehr wahrscheinlich steht das über kurz oder lang in meinem jetzigen Job auf der Tagesordung. Ich kann schlicht mit unsachlichen Menschen nicht zusammenarbeiten...
Verfasst: Mi 16.10.2002 - 12:03
von Ephirnion
Ein Großteil der Missverständnisse, die vor allem im Internet auftreten sind höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass wir uns hier keinesfalls Gestik, Mimik oder gar Betonungen benutzen können. Smilies sind zwar ein Anfang, müssen aber auch erst mal interpretiert werden. "

" hat zum Beisiel zwei unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten: "Ironisch-lustig" oder "ernst-sauer"! Im normalen Leben könnte man sicherlich ohne Probleme herausfinden, was gerade gemeint ist.......hier wird es schon ein bissel schwieriger.
Verfasst: Mi 16.10.2002 - 12:19
von Khamul
Ephirnion hat geschrieben: Im normalen Leben könnte man sicherlich ohne Probleme herausfinden, was gerade gemeint ist.......hier wird es schon ein bissel schwieriger.
Wenn sich die Leute genauso gut kennen wie wir hier im Internet, dann wage ich das zu bezweifeln.
Ein_Yak hat geschrieben:Hey Mädels!
Möchte hier 'mal eine grundsätzliche Frage aufwerfen: Könnt Ihr Euch vorstellen, von einem anderen Menschen tatsächlich verstanden zu werden? Und könnt Ihr dies auch noch erkären/beschreiben?
Yepp. Mein Bruder versteht mich wirklich. Er braucht weder eine Äußerung von mir noch eine Mimik oder sonst etwas und weiss genau wie ich worauf reagiere, wie ich mich wann fühle etc.
Umgekehrt ist das genauso. Wir könenn auch alleine mit Blicken kommunizieren und wissen genau was der andere "sagt". Das können Meinungen sein, die so rüberkommen, oder Aufforderungen zu bestimmten Orten zu fahren oder sonstwas. Wir liegen sozusagen auf der gleichen Wellenlänge, so unterschiedlich wir auch wirken.
Aber vielleicht hat sich das im Laufe der letzten 24 Jahre ja ganz natürlich entwickelt

Einige wenige sind sonst nah dran, aber ich halte mich selbst (wie wohl viele das tun) für einen eher komplexen Menschen. Und wenn mich einer wirklich verstehen will, hat er einige jahre des Schaffens vor sich
