Anekdoten
Als die ersten CDs auf den Markt kamen, meinte der Dirigent Herbert von Karajan gegenüber der Frau des Chefs von Sony, dass das neue Speichermedium nichts wert sei, wenn nicht Beethovens 9. Symphonie darauf passe. Die Frau berichtete dies ihrem Mann, der verlangte, dass die maximale Länge der neuen CD entsprechend vergrößert werde. Darum haben CDs bis heute eine Spielzeit von 74 Minuten.
Die britische Königin Victoria stand als Mädchen und Thronfolgerin unter der Obhut einer strengen Erzieherin, die ihr nicht erlaubte, Tee zu trinken, weil der das Herz angreifen würde und durfte die Times nicht lesen, damit sie kein ungebührliches Wort gegen die Regierung lese. Kaum hatte sie den Thron bestiegen, da befahl sie einem Diener, eine Tasse Tee mit Rum und die neueste Nummer der Times zu bringen. Als ihr Befehl ausgeführt wurde, ließ sie lächelnd beides wieder forträumen und sagte zu ihrer Umgebung: "Ich wollte nur einmal sehen, ob ich nun tatsächlich die Macht habe."
Bei einer Sitzung des Volkskongresses der chinesischen KP hat Deng Xiaoping einmal einen Antrag gestellt, der, wie es sich gehört, ohne Gegenstimme angenommen wurde. Aber es gab drei Enthaltungen. Deng ordnete auf diese Überraschung hin sogleich an, die Abweichler ausfindig zu machen. Es stellte sich heraus, dass drei Delegierte während der Sitzung gestorben waren - ein Ergebnis, mit dem Deng bei der Größe der Versammlung, dem Alter der Genossen und der Länge seiner Reden hätte rechnen können.
Abraham Lincoln arbeitete als Rechtsanwalt, bevor er in die Politik ging. In seiner ersten Kanzlei wurde er nur mit Fällen betreut, die als verloren betrachtet wurden. So sollte er einmal einen Mann verteidigen, der des Mordes angeklagt war. Da sieben Zeugen auftraten, die übereinstimmend die Umstände der Tat beschrieben und erklärten, dass sie im hellen Mondlicht den Angeklagten genau erkannt hatten, schien auch dieser Fall verloren. Lincoln hörte sich in Ruhe die Zeugen an, reichte zum Schluss dem Gericht einen Mondkalender, der zeigte, dass in der Mordnacht Neumond geherrscht hatte, und gewann damit seinen ersten Fall.
Der US-Präsident Abraham Lincoln stammte aus sehr einfachen Verhältnissen. Als er noch die Volksschule Hodgenville besuchte, wollte der Lehrer eines Morgens die Reinlichkeit der Schüler prüfen und ließ sich die Hände vorzeigen. Lincoln wischte rasch die rechte Hand an der Hose ab und zeigte sie zaghaft vor. Der Lehrer war empört: "Du bist ein Schmutzfink und hast zehn Stockschläge auf die Finger verdient. Doch ich will dir die Strafe erlassen, wenn du mir eine Hand hier in der Klasse zeigen kannst, die noch schmutziger ist als diese!"Lincoln streckte die linke Hand aus, die noch schmutziger war, und der lachende Lehrer erließ ihm die Strafe.
Meistertrainer Max Merkel machte einst ein gewagtes Experiment: „Im Training habe ich mal die Alkoholiker meiner Mannschaft gegen die Antialkoholiker spielen lassen. Die Alkoholiker gewannen 7:1. Da habe ich gesagt: Sauft weiter.“
Aus Protest über eine Entscheidung des Schiedsrichters schoss die Mannschaft von SOE Antananarivo im Spiel gegen AS Adema 149 Eigentore.
Das kuriosestes Spiel der Fußballgeschichte ist die Partie zwischen Barbardos und Grenada beim Carribean Cup 1994. Ermöglicht wurde dies durch ein Regelexperiment der FIFA. Unentschieden in Gruppenspielen führen bekanntlich zu einer Verlängerung, das nach neuer Regel durch ein Golden Goal entschieden werden kann, d.h. dass das nächste Tor das Spiel zu Gunsten der Mannschaft beendet. Nun konnte es aber sein, dass eine Mannschaft mit mehr als einem Tor gewinnen musste, um in die nächste Runde zu kommen, was bei Verlängerung mit Golden Goal unmöglich ist. Um diesen Mannschaften die Chance auf Weiterkommen per Golden Goal zu ermöglichen, wurde festgelegt, dass ein Golden Goal doppelt zählt. Dies wurde bei Carribean Cup am 27. Januar 1994 wichtig, als Barbados gegen Grenada spielte und mit zwei Toren Unterschied gewinnen musste. Grenada reichte eine Niederlage mit einem Tor Differenz.
Zunächst ging Barbados mit zwei Toren (2:0) in Führung, doch in der 83. Minute fiel durch ein Eigentor der Anschlusstreffer für Grenada (2:1). Nun war die Frage bei Barbados, ob man in den letzten sieben Minuten versuchen sollte, noch ein Tor zum 3:1 zu spielen, oder lieber durch ein Eigentor zum 2:2 mit anschließender 30-minütigen Verlängerung per doppelt zählendes Golden Goal ein 4:2 zu erreichen. Man entschied sich für die Verlängerung und per Eigentor stand es in der 87. Minute 2:2. Grenada kannte natürlich die Regel und alle Spieler stürmten auf das eigene Tor zu, um die Verlängerung durch ein eigenes Eigentor zu verhindern. Doch die Stürmer von Barbados konnten das Tor von Grenada sauber halten und die Verteidiger ihres. So kam es zur Verlängerung und in der 94. Minute schoss Barbados das Golden Goal zum Sieg. Grenadas Trainer, James Clarkson, fand nur schwer Worte für dieses Spiel:
„Wer sich diese Regelung ausgedacht hat, ist ein Kandidat fürs Irrenhaus. Unsere Spieler wussten gar nicht, in welche Richtung sie angreifen sollten. Im Fußball sollte man doch eigentlich Tore gegen und nicht für einen Gegner schießen.“
Gruss Ludwig
