Hey Mädels!
@ Pottenham:
Na so ein Dreck, daß die Serie schon lief, denn die vermeintlich abstrusesten, absurdesten Beschreibungen/Filme usw. zeigen nach meiner Auffassung SEHR viel von der Realität. In diesem Zusammenhang möchte ich hier ausdrücklich den schwedischen Film
Songs from the second floor empfehlen. Der läuft sehr wahrscheinlich in Programmkinos. Also nix mit UCI oder CineStar...
Was Helge Schneider anbelangt, so kenne ich ein paar Bücher und hab' - denke ich - alle Filme gesehen.
@ Sildariel:
Wie schon gesagt, ich denke Wahrnehmung und Bewußtsein sind ineinander verschränkt und lassen sich nicht von einander trennen.
Aber, gesetzt dem Fall, sie ließen sich scheiden, so, daß jedes autonom für sich betrachtbar würde:
2. Ich beginne 'mal mit der zweiten Variante: Wenn Du die Wahrnehmung
vor das Bewußtsein setzt, dann könnte man sagen, daß Dinge wahrnehmbar sind, die dem Bewußtsein nicht zugänglich sind bzw. das Bewußtsein zur Wahrnehmung nicht benötigt wird. Das Problem hiebei ist nach meiner Aufassung folgendes. Wenn die Wahrnehmung durch das Bewußtsein nicht erfaßbar ist, dann könnten wir diese Dikussion gar nicht führen. Denn um zu bestimmen, was Wahrnehmung ist und um zu unterscheiden, was Wahrnehmung bewirkt und was nicht, benötigen wir das Bewußtsein. Wir könnten demnach nicht über Wahrnehmung sprechen, denn wir würden nicht über die Fähigkeit verfügen, von der Wahrnehmung im Einzelnen zu abstrahieren und dann Regeln oder Besonderheiten oder Eigenheiten abzuleiten.
Was bliebe, wäre, daß wir daran glauben, daß Wahrnemung vor dem Bewußtsein stattfindet. Glauben entzieht sich dem rationalen Reflektieren. Glauben ist nicht hinterfragbar oder überprüfbar. Das macht Glauben nicht zu einer verwerfungswürdigenden Angelegenheit, sondern sagt nur, daß wir uns zwar über Galuben austauschen können, aber letztlich nicht nachvollziehen können, was der Andere mit eben jenem Glauben verbindet, da es keine gemeinsame Basis gibt. Letzten Endes begründet sich Glauben
aus sich selbst heraus. Eine logische Betrachtung fällt somit weg.
Nun schreibst Du desweiteren, wenn Wahrnehmung vor dem Bewußtsein stattfände, dann wäre das Problem der Zeit/Raum/Duft/etc./Bewußtsein gelöst. Diese Dinge würden vorher exsitieren. Ich möchte zu bedenken geben, daß es für Raum, Zeit und Duft eine physikalische Definition gibt, während Wahrnehmung es erlaubt, die physiskalische Definition zu erfahren. Die physikalische Größen stellen eben eine in sich logische Verknüpfung von Begriffen dar und Wahrnehmung läßt uns die Verknüpfung erleben. Wahrnehmung an sich kann ich nicht unbedingt als physikalische Größe ansehen. Denn sie ist höchst individuell und unterliegt nur in beschränktem Maße (z. B. Gestaltpsychologie) für uns alle nachvollziehbaren Regeln.
Was die Existenz von Raum, Zeit, usw. angeht, so hängt diese von unserem Definitionsvermögen ab.
Wir denken, wir gehen davon aus, daß es Raum, Zeit, usw. gibt, WEIL wir sie in einer bestimmten Art und Weise auffassen. Stellen wir uns jemanden vor, der eine vollkomen andere Auffassung hätte, er könnte mit Raum, Zeit, usw. nichts anfangen. Das in etwa meinte meine Replik auf
Pottenham.
1. Nun zu der Variante, daß das Bewußtsein vor der Wahrnehmung stattfindet: Deine Umschreibung hierfür lautete, daß die Realität nur ein Traum sei, weil das Bewußtsein die Wahrnehmung vorstrukturiert. Ich meine, daß Bewußtsein die Wahrnehmung schon in großem Maße beeinflußt. Was wir wie wahrnehmen, hängt sehr wohl davon ab, welcher "Filter" in unserem Denken und Fühlen aktiviert ist. Nur kann ich Deine Schlußfolgerung nicht teilene, daß daruas folgt, alles wäre ein Traum. Denn indem wir uns (mittels unseres Bewußtseins) darüber verständigen, was wir wie wahrnehmen, holen wir das Wahrgenommene aus der "Traumwelt" in die Realität, will sagen, wir schaffen eine gemeinsame Basis, das induviduell Wahrgenommene überindividuell zu erfahren. Selbst dann, wenn wir uns gemeinsam auf etwas verständigen würden, was einer logischen Betrachtung widerspräche, wäre dies Realität für uns - und nicht Traum.
So, ich hoffe, ich habe nicht zu sehr gelangweilt und verabschiede mich in die Träumerei... *Gähn*