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Verfasst: Di 29.08.2006 - 10:01
von Baerbel
Soviel ich weiss wird man vorher gefragt, ob man gläubig ist und auf "seinen" Gott schwören möchte. Je nachdem lautet die Eidesformel dann:
Laut § 481 Abs. 1 ZPO (Zivilprozessordnung):
Der Richter: »Sie schwören bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden...«
der Schwurpflichtige: »Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe.«
§ 481 Abs. 2 ZPO
"Sie schwören..." - "Ich schwöre es"
§ 481 Abs. 3 ZPO sagt:
Als Angehöriger einer Religionsgemeinschaft kann man auch deren Beteuerungsformel an den Eid anfügen.
In der StPO ist das in § 64 geregelt.
Die Höchststrafe beträgt 15 Jahre...hab ich auf der Webseite eines Anwalts gelesen, ich denke das wird richtig sein.
Eine Verweigerung des Eides ist grundsätzlich nicht möglich. Es gibt allerdings Ausnahmen.
Jeder, der nach § 52 Abs.1 StPO (Strafprozessordnung) berechtigt ist, die Aussage zu verweigern, der darf gem. § 61 StPO den Eid verweigern.
§ 65 StPO sagt:
(1) Gibt ein Zeuge an, dass er aus Glaubens- oder Gewissensgründen keinen Eid leisten wolle, so hat er die Wahrheit der Aussage zu bekräftigen. Die Bekräftigung steht dem Eid gleich; hierauf ist der Zeuge hinzuweisen.
(2) Die Wahrheit der Aussage wird in der Weise bekräftigt, dass der Richter an den Zeugen die Worte richtet:
"Sie bekräftigen im Bewusstsein Ihrer Verantwortung vor Gericht, dass Sie nach bestem Wissen die reine Wahrheit gesagt und nichts verschwiegen haben"
und der Zeuge hierauf spricht:
"Ja".
Also, insgesamt kann man wohl sagen, um den Eid kommt kaum einer rum - es empfiehlt sich also immer, die Wahrheit zu sagen bzw. die Klappe zu halten wenn man das darf *g*
Verfasst: Di 29.08.2006 - 10:11
von Baerbel
Arthur Dent hat geschrieben:Ob das auch für berichtigte Falschaussagen unter Eid gilt, weiß ich nicht.
§ 158 StGB
Berichtigung einer falschen Angabe
(1) Das Gericht kann die Strafe wegen Meineids, falscher Versicherung an Eides Statt oder falscher uneidlicher Aussage nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2) oder von Strafe absehen, wenn der Täter die falsche Angabe rechtzeitig berichtigt.
(2) Die Berichtigung ist verspätet, wenn sie bei der Entscheidung nicht mehr verwertet werden kann oder aus der Tat ein Nachteil für einen anderen entstanden ist oder wenn schon gegen den Täter eine Anzeige erstattet oder eine Untersuchung eingeleitet worden ist.
(3) Die Berichtigung kann bei der Stelle, der die falsche Angabe gemacht worden ist oder die sie im Verfahren zu prüfen hat, sowie bei einem Gericht, einem Staatsanwalt oder einer Polizeibehörde erfolgen.
Verfasst: Di 29.08.2006 - 10:24
von Arthur Dent
Man hebt die rechte Hand und sagt "Ich schwöre (so wahr mir Gott helfe)".
Laut unserem Grundgesetz darf niemand zu einer religiösen Beteuerung gezwungen werden, deshalb wird der Richter vor Abnahme des Eides den Zeugen fragen, ob er die Eidesformel mit oder ohne Gottesbezug sprechen will. Kann auch sein, dass man die religiöse Beteuerung variieren kann, dass etwa ein Moslem sagen darf "so wahr mir Allah helfe" o.ä., da bin ich mir aber mal wieder nicht sicher.
Aber selbst wenn nicht - dieser "Gott" aus der Eidesformel muss nicht unbedingt mit dem dreifaltigen christlichen Gott gleichgesetzt werden - und ich glaube auch nicht, dass Moslems, die einen Eid schwören sollen, das notwendigerweise so sehen würden ("Allah" bedeutet nichts anderes als Gott, schon allein deshalb sollten Moslems mit dem Eid keine Probleme haben) . Das Gesetz definiert jedenfalls nicht, welcher Gott gemeint ist - und zwar mit Absicht, denn jede konkrete Definition, etwa dass ausdrücklich das christliche Gottesverständnis gemeint ist, wäre verfassungswidrig.
Verfasst: Di 29.08.2006 - 10:28
von Arthur Dent
Aha... Baerbel war schneller (warum muss bei mir dauernd das Telefon klingeln? ), und ihre Informationen zum genauen Ablauf des Eides sollten außerdem akkurater sein als meine...
Verfasst: Sa 09.09.2006 - 22:40
von Magnus Ver Magnussen
Wieso verbindet man die fiktiven Gestalten, die als "Geister" bekannt sind immer mit nächtlichen Stunden oder mit Dunkelheit?
Verfasst: Sa 09.09.2006 - 23:56
von Baerbel
hmm....gute Frage. Ich denke da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Wenn es dunkel ist, ist das Sehvermögen logischerweise eingeschränkt, das Gehirn wird nicht mehr von optischen Reizen überflutet und man nimmt mehr Geräusche wahr. Wenn man aber dem Geräusch kein Bild zuordnen kann spielt die Fantasie verrückt. Dazu kommen möglicherweise noch Lichtreflexe - Mondlicht kann überraschende Effekte hervorrufen. Wenn man dann noch in einer Zeit lebt, in der die Welt in gut (Gott) und böse (Teufel) eingeteilt ist, dann ist die Assoziation dunkel-böse-Teufel wahrscheinlich eine zwangsläufige Folge. Schon die Darstellung von Himmel (Licht, Schönheit) und Hölle (Finsternis, Feuer) lässt gar keine andere Möglichkeit zu. Das alles ist so tief in unseren Vorstellungen verwurzelt, dass es auch heute noch Bedeutung hat. Geister werden fast ausschliesslich als böse angesehen und sowas kommt halt tagsüber nicht vor.
Ein weiterer Umstand, der dazu beiträgt, ist möglicherweise, dass es im Schutze der Dunkelheit einfacher ist, Verbrechen zu verüben. Demzufolge ist die Dunkelheit für den Normalbürger gefahrvoller als das Tageslicht.
Ich denke, schon die Urmenschen hatten Angst vor der Dunkelheit. Es wird da sicher noch keine Gespenster, Geister etc. gegeben haben, aber nachts kamen Raubtiere, Gewitter entladen sich entweder nachts oder es wird vor einem Gewitter am Tag sehr dunkel. Auch hier ist die Dunkelheit wieder mit Gefahr verbunden.
Fazit: Dunkelheit war schon immer mit Gefahr verbunden. Dazu kamen im Laufe der Entwicklung der Menschheit Verbrechen, die Mythologie der jeweiligen Bevölkerungsgruppe, die Religionen mit dem Teufel bzw. seinen Äquivalenten in anderen als der christlichen Religion, die Furcht vor den Herrschern und ihrer Skrupellosigkeit, die Angst vor Krankheiten wie Pest und in unserer Zeit Existenzängste, Angst vor Krieg und Vernichtung etc.
All diese Ängste in Verbindung mit der Stille der Nacht, Zeit zum Nachdenken, unerklärlichen Träumen, unheimlichen Geräuschen und Lichteffekten lässt einen schon manchmal Geister sehen

Am Tag ist man viel zu sehr abgelenkt, ausserdem ist es hell, Zwielicht gibts nicht.... ich denke, das könnten einige Erklärungen dafür sein.
Verfasst: So 10.09.2006 - 07:52
von Argh
Es hat auch etwas mit unseren Hormonen zu tun, wir ticken bei Dunkelheit einfach anders als bei Licht und des Nachts wird unser Religionsmodul stärker aktiviert
Wir nehmen ja nur einen sehr geringen Mass die Informationen auf die und die Umwelt zur Verfügung stellt und sind eben von Natur aus tagaktive Wesen, daher ist es weise Nachts zu pennen

Verfasst: So 10.09.2006 - 08:57
von Dragorad
Einige Leute (besonders die jungen) sind ja eher nachtaktiv.

Verfasst: Mo 02.10.2006 - 23:22
von Ludwig
mal ne neue Frage:
Warum sind die 50 Cent-Stücke größer als die 1 Euro-Münzen?
Das gleiche mit 5 Cent gegenüber 10 Cent.
War auch schon bei DM-Zeiten, das 10-Pfennigstücke größer waren als das 50-Pfennigstück.
Gruss Ludwig
Verfasst: Di 03.10.2006 - 09:30
von stone
Vielleicht weil die 1-Euro (früher die 50 Pf) Münzen aus teurerem Material sind (waren). Um den Materialwert nicht über den aufgeprägten Wert steigen zu lassen macht man sie halt kleiner ...

Verfasst: Do 12.10.2006 - 08:02
von Magnus Ver Magnussen
Wie "funktioniert" ein Wetterfrosch?
Verfasst: Do 12.10.2006 - 08:30
von hafensaenger
Eigentlich gar nicht.

Er lebt vom Aberglauben. Ist halt ein Frosch auf ner Leiter in einem Marmeladenglas. Und je nachdem wie er auf der Leiter rumhüppelt (oder auch nicht) wird das Wetter gut bis schlecht. Am liebsten verwendet da man dazu den europäischen Laubfrosch weil er am besten klettern kann. Er hat an den vorden Gliedmaßen sogennannte Haftscheiben mit denen er ausgezeichnet klettern kann.
Eine andere (auch verfilmte) Variante davon ist der Murmeltiertag. Je nachdem wie einem der Nager den Rücken zudreht wird das Wetter dann mehrere Monate gut bis schlecht.
Funktionierenden Wetterfrösche gibt es dann in den einschlägigen Medien wobei ich bei vielen den Eindruck habe die lesen das nur noch (aus Zeitgründen ab) und der wahre Wetterfrosch agiert irgendwo im Hintergrund.
Verfasst: Do 12.10.2006 - 09:56
von sepruecom
Na ja, der Wetterfrosch klettert nach oben, wenn es regnen wird, diese Vorhersage ist auf ein paar Stunden im Voraus zutreffend. Wenn es regnet und der Frosch am Boden bleibt, dann könnte er ersaufen. Deswegen klettert er die Leiter hoch. Wenn die Gefahr vorüber ist, klettert er wieder runter...
Gruss, sepruecom
Verfasst: Do 12.10.2006 - 19:12
von Castore
Hmm.. und dann gibt es da ja noch die Schwalben, die angeblich tief fliegen, wenn es regnen wird.
Ist da eigentlich was dran ???
Verfasst: Do 12.10.2006 - 20:08
von Gandalf
Ich meine, dass es eigentlich heißen müsste: "Die Mücken fliegen tief".
Wenn ich mich recht entsinne, fliegen Mücken aufgrund des Luftdrucks an heißen Sommertagen ziemlich hoch, und die Schwalben haben Hunger und tun dasselbe, um ihrer habhaft zu werden.
Wenn bald ein Gewitter kommt, wird der Luftdruck niedriger und die Mücken(natürlich auch andere Insekten) und Schwalben fliegen tiefer.
Oder so.
MfG Gandalf
Verfasst: Do 12.10.2006 - 22:52
von Magnus Ver Magnussen
sepruecom hat geschrieben:Na ja, der Wetterfrosch klettert nach oben, wenn es regnen wird, diese Vorhersage ist auf ein paar Stunden im Voraus zutreffend. Wenn es regnet und der Frosch am Boden bleibt, dann könnte er ersaufen. Deswegen klettert er die Leiter hoch. Wenn die Gefahr vorüber ist, klettert er wieder runter...
Gruss, sepruecom
Versteh ich nicht. Der Frosch ist doch in einem Gefäß und dieses ist in einem Gebäude. Wieso sollte er ertrinken?
Verfasst: Fr 13.10.2006 - 06:44
von sepruecom
Er geht nur seinen natürlichen Instinkten nach. In der Freien Wildbahn kann er ohne Probleme ersaufen, da ist es überlebenswichtig, dass er im Bedarfsfall (also sobald es regnet) auf einen Busch hochklettert. Er spürt "die Zeit, die gekommen ist", anhand des Luftdrucks, und der ist (zumindest in den alten Bauernhäusern) draußen der selbe wie drinnen. Und aus Ermangelung eines Busches klettert er eben auf die Leiter, auch wenn da ein Deckel drauf ist und keine Gefahr droht. Eigentlich ist der Wetterfrosch ein lebendes Hygrometer.
Gruss, sepruecom
Verfasst: Fr 13.10.2006 - 19:45
von Castore
Hab da auch mal wieder eine Frage:
Vor einigen Tagen war es mal wieder so weit. Es war Vollmond.
Am nächsten Tag habe ich unabhängig voneinander von einigen Leuten gehört, dass sie bei Vollmond immer schlecht schlafen würden...
Ist da was dran ? Warum haben einige Leute bei Vollmond Schlafprobleme ?
Also ich schlafe jederzeit gut...auch bei Vollmond oder Mittags, oder bevor ich ins Bett gehe etc. pp. Kenne also das Problem nicht wirklich.

Verfasst: Fr 13.10.2006 - 21:52
von Ludwig
Ich gehe bei Vollmond gerne mal spazieren, ist aber eher eine spontane Entscheidung, wenn ich aus dem Fenster schaue und alles so schön hell ist. Das hat aber nicht direkt mit dem Vollmond zu tun, mach ich nur bei wolkenlosem Himmel. Sonst hab ich keinen Bezug dazu.
Gruss Ludwig
Verfasst: Sa 14.10.2006 - 15:54
von Castore
Hmmm... also liegt es eventuell an der Helligkeit, durch die vielen Menschen der Schlaf geraubt wird.
Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen - schließlich schlafen ja viele mit runetrgelassenen Rollladen... Da ist es dann eh dunkel.
Der Mond hat ja durchaus eine enorme Kraft auf die Erde. Man denke an Ebbe und Flut, welche durch die Anziehungskraft des Mondes (oder so...) hervorgerufen wird.
aber wie und warum wirkt sich diese Anziehungskraft auf den Schlaf des Menschen aus ???