Der letzte Drache
Moderatoren: mara, Tantalusss, Khamul, Castore
Opa Sandro saß auf der Terrasse in seinem Schaukelstuhl. Es war ein Sonntag
Nachmittag, und dieser Schaukelstuhl was der einzige Ort, wo er noch seine
wohlverdiente Ruhe genießen konnte. Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und ...
Krach, Gekicher und Türenknallen.
"Diese Bälger!" murmelte er. "Warum kann Naria nicht auf besser auf diese
Brut aufpassen?"
Naria war seine Tochter, und mit "Bälger" waren seine drei Enkelinnen
gemeint. Sie waren es gewesen, die soeben sein nachmittägliches Nickerchen
gestört hatten.
Opa Sandro seufzte, als seine jüngste Enkelin Jacky, Narias sechsjährige
Tochter, an ihm vorbeirauschte und dabei beinahe den Schaukelstuhl umwarf.
"Kriegt mich doch!" schrie sie, als sie quer durch den Garten lief und dabei
etliche Blumen niedertrampelte.
Kaum war sie verschwunden, rannten Jeannie und Dori aus dem Haus. Die beiden waren Zwillinge, zehn Jahre alt. Sie waren Jackys Cousinen, die Töchter von Sandros älterer Tochter Anna, die jedoch vor fast sieben Jahren spurlos verschwunden war. Die Väter der drei Mädchen waren tot, genauso wie Sandros Ehefrau Isabell, Annas und Narias Mutter.
Seitdem war Naria allein für die Familie verantwortlich, ihr geringer Lohn
als Näherin und die spärlichen Erträge aus dem Garten ernährten sie, ihren
Vater, ihre kleine Tochter und ihre beiden Nichten. Natürlich hatte sie viel
Arbeit und sehr wenig Zeit, da war es ja kein Wunder, dass die Mädchen sich zu ungezogenen Gören entwickelten.
Sinnend sah Opa Sandro den Mädchen hinterher: Schnell und gewandt liefen
über die Wiese, ihre langen blonden Haare flatterten im Wind. Sie erinnerten
ihn lebhaft an seine eigenen beiden Töchter, als die noch Kinder gewesen waren.
Über diesem Gedanken schlief er doch noch ein.
Als er wieder aufwachte, war es schon dämmerig. Aus der Küche hörte er leises Geschepper: Zeit zum Abendessen, dachte sich Sandro. Er tastete nach seinem Gehstock und erhob sich ächzend aus dem Schaukelstuhl. Dabei warf er die schwarze Katze herunter, die es sich auf seinem Schoß gemütlich gemacht hatte und die jetzt mit aufgebauschtem Schwanz fauchend davon lief.
"Blödes Viech", murmelte Opa Sandro und ging langsam ins Haus. Dort machte
sich Naria in der Küche zu schaffen. Ihre langen, dunkelblonden Haare hatte sie zurückgesteckt, sie trug ein einfaches Schürzenkleid. Naria war gerade mal einunddreißig Jahre alt, aber zahlreiche Sorgenfalten im Gesicht machten sie viel älter. Die Trauer um ihren Mann und um ihre Mutter, die Angst um ihre verschwundene Schwester und die ständige Sorge um das Wohlergehen ihrer kleinen Familie hatten sie frühzeitig altern lassen.
Müde stellte sie die Teller auf den Tisch.
"Setz dich, Vater" sagte sie zu Sandro. "Ich rufe die Kinder."
Doch die kamen schon hereingestürmt, Jacky zuerst, Jeannie und Dori
hinterher. Jacky rannte zu ihrer Mutter, hängte sich an deren Schürze und
beschwerte sich lautstark, dass die Cousinen sie ärgerten. Naria achtete nicht
auf ihr Geplapper, sondern schüttelte nur den Kopf, als sie die schmutzigen
Hände und Kleider der Mädchen sah.
"Sofort in die Waschküche mit euch!" befahl sie.
Nach dem Essen saßen sie gemeinsam in der Stube. Es war noch hell, und die
Mädchen hatten sich standhaft geweigert, jetzt schon ins Bett zu gehen. Statt
dessen spielten sie mit ihren kleinen hölzernen Puppen, wobei sie allerdings
einen Heidenlärm verursachten. Opa Sandro kümmerte das nicht, denn er schlief in seinem Sessel am Kamin. Naria beschäftigte sich mit einer Näharbeit. Nur ab und zu sah sie auf um die Mädchen zu schimpfen, wenn sie gar zu laut wurden.
Die waren mittlerweile in einen heftigen Zank geraten: Jeannie und Dori hatten Jacky eins ihrer Püppchen weggenommen, und die bewarf sie jetzt im Gegenzug mit anderem Spielzeug. Als das jedoch nichts nütze, verlegte sie sich statt dessen auf ihre wirkungsvolle Geheimwaffe: Schmollend setzte sich Jacky in eine Zimmerecke, begann herzzerreißend zu weinen und wartete auf eine Reaktion ihrer Mutter.
Naria wurde es schließlich zu bunt.
"Jacky, hör auf zu heulen. Jeannie, gib ihr die Puppe wieder. Dori, du räumst dieses Durcheinander auf."
"Aber Tante Naria ..."
"Kein Aber! Noch ein Ton, und ihr geht sofort zu Bett!"
Zufrieden sah Jacky zu, wie die Zwillinge nun widerwillig die Spielsachen
zusammenräumten. Doch das wurde ihr schnell langweilig, sie ging zu Opa Sandro hinüber und zerrte an seiner Decke herum.
"Opa, Opa! Erzähl mir was!"
"Jacky, lass deinen Großvater schlafen!" rügte Naria sie, doch es war zu
spät: Sandro war schon aufgewacht.
"Opa, erzähl mir eine Geschichte!" quengelte Jacky.
Als sie das Wort 'Geschichte' hörten, ließen Jeannie und Dori die Spielsachen
fallen, setzten sich ebenfalls zu ihrem Opa und bettelten ihm Chor:
"Ja, bitte, bitte, Opa Sandro!"
Der ließ sich nur zu gern breitschlagen, denn neben Schlafen war Geschichten
erzählen eine seiner Lieblingsbeschäftigungen.
Naria schüttelte seufzend den Kopf und konzentrierte sich wieder auf ihre
Stickerei.
"Nun, Mädchen, welche Geschichte möchtet ihr hören?" fragte Opa Willard seine drei Enkelinnen.
"Die von der Katze und dem Fuchs!" rief Jacky.
"Die, wo du im Wirtshaus die Soldaten verprügelt hast!" verlangte Jeannie.
"Die, wo Tante Naria in den Schweinetrog gefallen ist!" rief Dori kichernd.
"Wisst ihr was, meine Süßen? Ich werde euch heute eine ganz neue Geschichte erzählen ... " sagte Opa Sandro mit einem geheimnisvollen Zwinkern.
Nachmittag, und dieser Schaukelstuhl was der einzige Ort, wo er noch seine
wohlverdiente Ruhe genießen konnte. Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und ...
Krach, Gekicher und Türenknallen.
"Diese Bälger!" murmelte er. "Warum kann Naria nicht auf besser auf diese
Brut aufpassen?"
Naria war seine Tochter, und mit "Bälger" waren seine drei Enkelinnen
gemeint. Sie waren es gewesen, die soeben sein nachmittägliches Nickerchen
gestört hatten.
Opa Sandro seufzte, als seine jüngste Enkelin Jacky, Narias sechsjährige
Tochter, an ihm vorbeirauschte und dabei beinahe den Schaukelstuhl umwarf.
"Kriegt mich doch!" schrie sie, als sie quer durch den Garten lief und dabei
etliche Blumen niedertrampelte.
Kaum war sie verschwunden, rannten Jeannie und Dori aus dem Haus. Die beiden waren Zwillinge, zehn Jahre alt. Sie waren Jackys Cousinen, die Töchter von Sandros älterer Tochter Anna, die jedoch vor fast sieben Jahren spurlos verschwunden war. Die Väter der drei Mädchen waren tot, genauso wie Sandros Ehefrau Isabell, Annas und Narias Mutter.
Seitdem war Naria allein für die Familie verantwortlich, ihr geringer Lohn
als Näherin und die spärlichen Erträge aus dem Garten ernährten sie, ihren
Vater, ihre kleine Tochter und ihre beiden Nichten. Natürlich hatte sie viel
Arbeit und sehr wenig Zeit, da war es ja kein Wunder, dass die Mädchen sich zu ungezogenen Gören entwickelten.
Sinnend sah Opa Sandro den Mädchen hinterher: Schnell und gewandt liefen
über die Wiese, ihre langen blonden Haare flatterten im Wind. Sie erinnerten
ihn lebhaft an seine eigenen beiden Töchter, als die noch Kinder gewesen waren.
Über diesem Gedanken schlief er doch noch ein.
Als er wieder aufwachte, war es schon dämmerig. Aus der Küche hörte er leises Geschepper: Zeit zum Abendessen, dachte sich Sandro. Er tastete nach seinem Gehstock und erhob sich ächzend aus dem Schaukelstuhl. Dabei warf er die schwarze Katze herunter, die es sich auf seinem Schoß gemütlich gemacht hatte und die jetzt mit aufgebauschtem Schwanz fauchend davon lief.
"Blödes Viech", murmelte Opa Sandro und ging langsam ins Haus. Dort machte
sich Naria in der Küche zu schaffen. Ihre langen, dunkelblonden Haare hatte sie zurückgesteckt, sie trug ein einfaches Schürzenkleid. Naria war gerade mal einunddreißig Jahre alt, aber zahlreiche Sorgenfalten im Gesicht machten sie viel älter. Die Trauer um ihren Mann und um ihre Mutter, die Angst um ihre verschwundene Schwester und die ständige Sorge um das Wohlergehen ihrer kleinen Familie hatten sie frühzeitig altern lassen.
Müde stellte sie die Teller auf den Tisch.
"Setz dich, Vater" sagte sie zu Sandro. "Ich rufe die Kinder."
Doch die kamen schon hereingestürmt, Jacky zuerst, Jeannie und Dori
hinterher. Jacky rannte zu ihrer Mutter, hängte sich an deren Schürze und
beschwerte sich lautstark, dass die Cousinen sie ärgerten. Naria achtete nicht
auf ihr Geplapper, sondern schüttelte nur den Kopf, als sie die schmutzigen
Hände und Kleider der Mädchen sah.
"Sofort in die Waschküche mit euch!" befahl sie.
Nach dem Essen saßen sie gemeinsam in der Stube. Es war noch hell, und die
Mädchen hatten sich standhaft geweigert, jetzt schon ins Bett zu gehen. Statt
dessen spielten sie mit ihren kleinen hölzernen Puppen, wobei sie allerdings
einen Heidenlärm verursachten. Opa Sandro kümmerte das nicht, denn er schlief in seinem Sessel am Kamin. Naria beschäftigte sich mit einer Näharbeit. Nur ab und zu sah sie auf um die Mädchen zu schimpfen, wenn sie gar zu laut wurden.
Die waren mittlerweile in einen heftigen Zank geraten: Jeannie und Dori hatten Jacky eins ihrer Püppchen weggenommen, und die bewarf sie jetzt im Gegenzug mit anderem Spielzeug. Als das jedoch nichts nütze, verlegte sie sich statt dessen auf ihre wirkungsvolle Geheimwaffe: Schmollend setzte sich Jacky in eine Zimmerecke, begann herzzerreißend zu weinen und wartete auf eine Reaktion ihrer Mutter.
Naria wurde es schließlich zu bunt.
"Jacky, hör auf zu heulen. Jeannie, gib ihr die Puppe wieder. Dori, du räumst dieses Durcheinander auf."
"Aber Tante Naria ..."
"Kein Aber! Noch ein Ton, und ihr geht sofort zu Bett!"
Zufrieden sah Jacky zu, wie die Zwillinge nun widerwillig die Spielsachen
zusammenräumten. Doch das wurde ihr schnell langweilig, sie ging zu Opa Sandro hinüber und zerrte an seiner Decke herum.
"Opa, Opa! Erzähl mir was!"
"Jacky, lass deinen Großvater schlafen!" rügte Naria sie, doch es war zu
spät: Sandro war schon aufgewacht.
"Opa, erzähl mir eine Geschichte!" quengelte Jacky.
Als sie das Wort 'Geschichte' hörten, ließen Jeannie und Dori die Spielsachen
fallen, setzten sich ebenfalls zu ihrem Opa und bettelten ihm Chor:
"Ja, bitte, bitte, Opa Sandro!"
Der ließ sich nur zu gern breitschlagen, denn neben Schlafen war Geschichten
erzählen eine seiner Lieblingsbeschäftigungen.
Naria schüttelte seufzend den Kopf und konzentrierte sich wieder auf ihre
Stickerei.
"Nun, Mädchen, welche Geschichte möchtet ihr hören?" fragte Opa Willard seine drei Enkelinnen.
"Die von der Katze und dem Fuchs!" rief Jacky.
"Die, wo du im Wirtshaus die Soldaten verprügelt hast!" verlangte Jeannie.
"Die, wo Tante Naria in den Schweinetrog gefallen ist!" rief Dori kichernd.
"Wisst ihr was, meine Süßen? Ich werde euch heute eine ganz neue Geschichte erzählen ... " sagte Opa Sandro mit einem geheimnisvollen Zwinkern.
Zuletzt geändert von naria am Mo 23.06.2003 - 19:58, insgesamt 1-mal geändert.
"JACKY! JACKY! ..." schallte es unüberhörbar durch den Wald.
Missmutig stapften Jeannie und Dori durchs Unterholz.
"JAAAAACKYYYY!"
Nach dem Frühstück hatten Jeannie und Dori Jacky in der Waschküche mit Wasser bespritzt. Die hatte sich gerächt, indem sie die Zwillinge bei Naria verpetzt hatte, weil sie am Vorabend beim Fangspiel die frische Wäsche von der Leine gerissen hatten. Nachdem die beiden alles noch mal gewaschen (wobei es natürlich nicht sauber geworden war) und wieder aufgehangen hatten, hatten sie Jacky geschnappt und aus Rache eine Zeit lang in den Rübenkeller gesperrt, wo die sich wegen der Dunkelheit und der Spinnen zu Tode gefürchtet hatte. Als Jeannie und Dori ihre Cousine endlich wieder herausließen, war diese heulend in den Wald gerannt, wo sie jetzt zweifellos schmollend in einem Versteck saß.
Naria hatte angekündigt, dass die Zwillinge so lange kein Essen erhalten würden, bis sie Jacky zurückbrachten. Also waren sie widerwillig losgelaufen, und nun suchten sie schon seit über einer Stunde nach ihrer widerspenstigen
Cousine.
"Jacky, wenn du rauskommst, kriegst du was Schönes!" lockte Jeannie.
Das brachte natürlich überhaupt nichts.
"Jacky, irgendwann musst du rauskommen, sonst verhungerst du!" rief Dori.
Keine Reaktion.
"Wenn du nicht freiwillig rauskommst, müssen wir dich eben suchen!"
"Und wenn wir dich finden, kannst du was erleben!"
Nichts.
"Jacky, in der Nacht kommen Wölfe!"
"Ja genau, die fressen dich!"
Jeannie und Dori waren jetzt in der Nähe eines Baches, wo sie Jacky schon oft
herkommen sehen hatten. Sie vermuteten, dass sie sich hier irgendwo versteckte.
Nachdem sie alles abgesucht und nichts gefunden hatten, heckten sie einen neuen Plan aus:
"Jacky!" rief Jeannie, "Wenn du Verstecken spielen willst, dann spielen wir
mit!"
"Genau," bestätigte Dori, "ich zähle auch, Jacky!"
"Und wenn Dori zählt, dann kommst du zu mir und wir verstecken uns zusammen!" lockte Jeannie.
Die Zwillinge zwinkerten sich zu, und Dori stellte sich an einen Baum und
begann zu zählen.
Bei achtundzwanzig kam Jacky tatsächlich aus ihrem Versteck. Sie lief misstrauisch auf Jeannie zu, und als sie nah genug war, versuchte diese, sie zu schnappen, doch Jacky durchschaute den Trick gerade noch rechtzeitig. Sie kreischte entrüstet, boxte sich frei und lief quiekend davon.
Dori wollte schon hinterher rennen, aber Jeannie hielt sie zurück:
"Lass, die läuft nach Hause. Komm, jetzt suchen wir ihr Geheimversteck!"
Jeannie hatte genau gesehen, dass Jacky vom Bach gekommen war, und dorthin begaben sie sich jetzt.
Auf der Suche nach dem Versteck übersahen sie Jackys hohlen Baum, fanden
jedoch bald ein ziemlich großes Loch unter einem der überhängenden Felsen, die das eine Ufer des Baches bildeten. Es war völlig von Efeu und anderen Pflanzen verdeckt, und es was tatsächlich der Zugang zu einer kleinen Höhle. In dem Glauben, das geheime Versteck ihrer Cousine aufgespürt zu haben, betraten die Zwillinge die Höhle.
Die war weit größer, als sie von außen aussah. Nachdem die Zwillinge einige
Minuten lang den steilen, aber ziemlich hohen und breiten Gang nach unten
geklettert waren, fanden sie sich in einer kleinen Halle wieder.
Der Boden war feucht und glitschig von dem einsickernden Bachwasser, und hier unten war es stockduster, die Mädchen konnten kaum etwas sehen. Dafür hörten sie aber etwas: Das Gezwitscher von Fledermäusen und noch ein anderes, ziemlich leises, gleichmäßig wiederkehrendes Geräusch.
"Hier ist es unheimlich, lass uns wieder rausgehen!" flehte Dori.
Aber Jeannie hatte sich an die Dunkelheit gewöhnt und etwas Ungewöhnliches entdeckt, einen hellen Fleck am anderen Ende der Halle. Neugierig ging sie darauf zu, Dori lief ängstlich hinter ihr her und hielt sich an Jeannies Hand fest.
Als sie näherkamen, sah es fast aus wie ein großer, weißer, rundlicher
Felsbrocken.
Und der Felsbrocken bewegte sich! Er atmete!
Als Jeannie und Dori das bemerkten, liefen sie kreischend zum Ausgang ... nur fanden sie ihn nicht wieder!
Panisch tasteten sie sich an der Wand entlang, als sie plötzlich eine sanfte
Stimme hörten: "So bleibt doch!"
Erschrocken blieben sie stehen und drehten sich um, dabei hielten sie sich
ganz fest an den Händen.
"Es wäre schön, wenn ihr bleiben würdet", erschallte da wieder die Stimme.
Der vermeintliche Felsen war jetzt aufgestanden. In der Finsternis konnten
die Zwillinge nur seine Konturen erkennen, aber sie erkannten sofort, dass
dieses Wesen auf keinen Fall ein Mensch war. Es war viel zu groß und massig, hatte vier Beine und einen langen Schwanz, einen schlanken Hals und einen dreieckigen Kopf.
Missmutig stapften Jeannie und Dori durchs Unterholz.
"JAAAAACKYYYY!"
Nach dem Frühstück hatten Jeannie und Dori Jacky in der Waschküche mit Wasser bespritzt. Die hatte sich gerächt, indem sie die Zwillinge bei Naria verpetzt hatte, weil sie am Vorabend beim Fangspiel die frische Wäsche von der Leine gerissen hatten. Nachdem die beiden alles noch mal gewaschen (wobei es natürlich nicht sauber geworden war) und wieder aufgehangen hatten, hatten sie Jacky geschnappt und aus Rache eine Zeit lang in den Rübenkeller gesperrt, wo die sich wegen der Dunkelheit und der Spinnen zu Tode gefürchtet hatte. Als Jeannie und Dori ihre Cousine endlich wieder herausließen, war diese heulend in den Wald gerannt, wo sie jetzt zweifellos schmollend in einem Versteck saß.
Naria hatte angekündigt, dass die Zwillinge so lange kein Essen erhalten würden, bis sie Jacky zurückbrachten. Also waren sie widerwillig losgelaufen, und nun suchten sie schon seit über einer Stunde nach ihrer widerspenstigen
Cousine.
"Jacky, wenn du rauskommst, kriegst du was Schönes!" lockte Jeannie.
Das brachte natürlich überhaupt nichts.
"Jacky, irgendwann musst du rauskommen, sonst verhungerst du!" rief Dori.
Keine Reaktion.
"Wenn du nicht freiwillig rauskommst, müssen wir dich eben suchen!"
"Und wenn wir dich finden, kannst du was erleben!"
Nichts.
"Jacky, in der Nacht kommen Wölfe!"
"Ja genau, die fressen dich!"
Jeannie und Dori waren jetzt in der Nähe eines Baches, wo sie Jacky schon oft
herkommen sehen hatten. Sie vermuteten, dass sie sich hier irgendwo versteckte.
Nachdem sie alles abgesucht und nichts gefunden hatten, heckten sie einen neuen Plan aus:
"Jacky!" rief Jeannie, "Wenn du Verstecken spielen willst, dann spielen wir
mit!"
"Genau," bestätigte Dori, "ich zähle auch, Jacky!"
"Und wenn Dori zählt, dann kommst du zu mir und wir verstecken uns zusammen!" lockte Jeannie.
Die Zwillinge zwinkerten sich zu, und Dori stellte sich an einen Baum und
begann zu zählen.
Bei achtundzwanzig kam Jacky tatsächlich aus ihrem Versteck. Sie lief misstrauisch auf Jeannie zu, und als sie nah genug war, versuchte diese, sie zu schnappen, doch Jacky durchschaute den Trick gerade noch rechtzeitig. Sie kreischte entrüstet, boxte sich frei und lief quiekend davon.
Dori wollte schon hinterher rennen, aber Jeannie hielt sie zurück:
"Lass, die läuft nach Hause. Komm, jetzt suchen wir ihr Geheimversteck!"
Jeannie hatte genau gesehen, dass Jacky vom Bach gekommen war, und dorthin begaben sie sich jetzt.
Auf der Suche nach dem Versteck übersahen sie Jackys hohlen Baum, fanden
jedoch bald ein ziemlich großes Loch unter einem der überhängenden Felsen, die das eine Ufer des Baches bildeten. Es war völlig von Efeu und anderen Pflanzen verdeckt, und es was tatsächlich der Zugang zu einer kleinen Höhle. In dem Glauben, das geheime Versteck ihrer Cousine aufgespürt zu haben, betraten die Zwillinge die Höhle.
Die war weit größer, als sie von außen aussah. Nachdem die Zwillinge einige
Minuten lang den steilen, aber ziemlich hohen und breiten Gang nach unten
geklettert waren, fanden sie sich in einer kleinen Halle wieder.
Der Boden war feucht und glitschig von dem einsickernden Bachwasser, und hier unten war es stockduster, die Mädchen konnten kaum etwas sehen. Dafür hörten sie aber etwas: Das Gezwitscher von Fledermäusen und noch ein anderes, ziemlich leises, gleichmäßig wiederkehrendes Geräusch.
"Hier ist es unheimlich, lass uns wieder rausgehen!" flehte Dori.
Aber Jeannie hatte sich an die Dunkelheit gewöhnt und etwas Ungewöhnliches entdeckt, einen hellen Fleck am anderen Ende der Halle. Neugierig ging sie darauf zu, Dori lief ängstlich hinter ihr her und hielt sich an Jeannies Hand fest.
Als sie näherkamen, sah es fast aus wie ein großer, weißer, rundlicher
Felsbrocken.
Und der Felsbrocken bewegte sich! Er atmete!
Als Jeannie und Dori das bemerkten, liefen sie kreischend zum Ausgang ... nur fanden sie ihn nicht wieder!
Panisch tasteten sie sich an der Wand entlang, als sie plötzlich eine sanfte
Stimme hörten: "So bleibt doch!"
Erschrocken blieben sie stehen und drehten sich um, dabei hielten sie sich
ganz fest an den Händen.
"Es wäre schön, wenn ihr bleiben würdet", erschallte da wieder die Stimme.
Der vermeintliche Felsen war jetzt aufgestanden. In der Finsternis konnten
die Zwillinge nur seine Konturen erkennen, aber sie erkannten sofort, dass
dieses Wesen auf keinen Fall ein Mensch war. Es war viel zu groß und massig, hatte vier Beine und einen langen Schwanz, einen schlanken Hals und einen dreieckigen Kopf.
Vorsichtig näherten sich Dori und Jeannie dem Wesen. Langsam erkannten sie diese merkwürdigen Körperzüge des Wesens und konnten sich keinen Reim daraus machen, wer oder was es überhaupt war.
"Sollen wir wirklich zu dem Wesen hingehen?", fragte Dori ihre Schwester.
"Ja, lass uns hingehen, so gefährlich sieht es nicht aus, und ich möchte wissen, was es ist," sagte Jeannie selbstsicher, aber dennoch hatte sie Angst, welche sie nicht vor ihrer Schwester zugeben wollte. Jeannie und Dori traten langsam an das Wesen heran, das nur auf beide wartete. Das Wesen erschien beiden nun doch sehr groß und beide hatten Angst, aber dennoch strahlte das Wesen eine beruhigende Aura aus.
"Wer und was bist du?" entgegnete Dori dem Wesen frech. Wieder richtete das Wesen sich auf.
"Ich bin Armanuki, einer der drei letzten Drachen." sagte Armanuki.
Jeannie und Dori fingen an zu lachen. Sie stützten sich gegenseitig ab, um nicht auf den Boden zu fallen.
"Drachen gibt es doch gar nicht", sagte Jeannie.
Und Dori fügte hinzu: "Das sind doch nur Wesen aus einem Märchen, dass sich unser Opa ausgedacht hat!" Wieder kicherten beide.
"Und was meint ihr was ich darstellen soll? Ein Mensch bin ich nicht und wie ein Tier sehe ich auch nicht aus. Also was soll ich denn eurer Meinung nach sonst sein!?", fragte Armanuki mit belehrender Stimme. Nun wurden beide still und schauten sich gegenseitig an. Beide hatten den gleichen Gedanken und dann mussten sie im stillen Armanuki Recht geben, obwohl sie es nicht glauben konnten, dass Drachen tatsächlich existieren. Beide hatten Angst vor Armanuki, auch wenn sie es nicht zugeben wollten, am wenigsten vor sich selbst. Doch auch Armanuki traute den beiden Menschenmädchen nicht. Bilder flackerten vor seinen Augen auf. Er schaute noch mal in die Vergangenheit und sah alle seine Freunde und Verwandten tot vor ihm liegen. Nein, sollte er den Mädchen vertrauen? Sie sahen unschuldig aus, und für Menschen waren sie auch ausgesprochen hübsch. Sie versprühten eine innerliche Wärme, die er den Menschenwesen nie zugetraut hätte. Er wollte ihnen seine Geschichte anvertrauen, aber konnte er das auch tun. Er hatte keine andere Wahl, als mittels Magie in ihre Herzen zu sehen. Licht umfing Armanuki, und beide Mädchen wichen erschrocken zurück. Keine Angst, ertönte es in ihren Herzen. Dori drückte Jeannies Hand fester und Armanuki begann in ihre Herzen zu schauen. Ein kleiner Seufzer kam aus Armanuki heraus und die Lichtaura, die ihn vorhin umgab, verschwand völlig.
"Es ist so, wie ich mir es gedacht habe."
Verwundert schauten Jeannie und Dori auf Armanuki hinauf.
"Was hast du gedacht?" fragten beide gleichzeitig.
Noch mal seufzte Armanuki leise, dann sagte er:
"Ich war mir nicht sicher, ob ich euch wirklich trauen kann, aber nun weiß ich, ihr beide seid reines Herzens. Also werde ich euch meine Geschichte anvertrauen, die ihr jedoch unter keinen Umständen verraten dürft. Versprecht ihr mir das?!", fragte Armanuki mit ernster Stimme. Jeannie und Dori versprachen das Armanuki hoch und heilig und setzten sich hin, um seiner Geschichte zu lauschen, wie sie es bei ihrem Opa Sandro gewohnt waren.
" ... und so kam ich hierher. Alleine und verlassen. Kroolio ist irgendwo untergetaucht, während Malmer versucht, jegliche Erinnerungen in den Menschen auszulöschen, die sie an die Drachen hatten. Eigentlich kann das mir mittlerweile egal sein, denn es gibt nur noch drei Drachen. Malmer ist ein alter Drache, der leider nicht mehr lange zu leben hat, und Kroolio ist in seinem Innern böse."
Armanuki schwieg kurz.
"Das ist meine Geschichte."
Keiner sagte etwas.
Dann meinte Dori plötzlich zu Armanuki: "Sag mal, du hast doch sicher ziemlichen Hunger, oder?"
"Ja, eigentlich schon ... " gab der Drache zu.
"Hm, was essen Drachen denn? Ich bin sicher, wir können was für dich besorgen!"
"Nun ja, wir essen eigentlich alles am liebsten Fleisch, aber auch frisches Obst."
"Obst gibt es bei uns genug," sagte Jeannie, "Magst du Äpfel, Armanuki?"
"Ja, Äpfel mag ich gern."
"Gut, dann bleib du hier, und wir holen dir was zu Essen."
Jeannie stand auf und zog Dori hinter sich her, sie gingen den Zugang zur Höhle hinauf und verschwanden im Wald.
Eine Stunde später kamen sie mit einem ganzen Korb voller Äpfel zurück. Armanuki hatte mittlerweile die Höhle verlassen und es sich im weichen Gras am Bachufer gemütlich gemacht.
Während er einen Apfel nach dem andren verspeiste, erzählte er den Mädchen noch mehr von sich und versuchte auch ihnen zu erklären, wie genau es funktionierte, dass sich die Menschen nicht an die Drachen erinnerten, obwohl sie früher selbst welche gesehen hatten.
Dann erzählten ihm Jeannie und Dori von sich, von ihrem Opa Sandro und ihrer Tante Naria, und erzählten ihm auch einige Geschichten über ihre Cousine Jacky, worüber sich Armanuki köstlich amüsierte.
Da raschelte es im Gebüsch und Dori und Jeannie drehten sich um.
"Jacky!", schrien beide gleichzeitig.
"Sie hat alles mitangehört, wir müssen sie schnappen! Sie wird alles den Erwachsenen erzählen!" rief Dori mit gehetzter Stimme. Jeannie rannte los und versuchte Jacky zu schnappen, diese aber war längst über alle Berge.
"Kommt," sagte Armanuki, "Es ist besser, wenn wir hier verschwinden."
Er ließ sich herunter, damit die beiden Mädchen sich auf ihn setzen konnten, dann schwang er seine Flügel und hob ab.
"Sollen wir wirklich zu dem Wesen hingehen?", fragte Dori ihre Schwester.
"Ja, lass uns hingehen, so gefährlich sieht es nicht aus, und ich möchte wissen, was es ist," sagte Jeannie selbstsicher, aber dennoch hatte sie Angst, welche sie nicht vor ihrer Schwester zugeben wollte. Jeannie und Dori traten langsam an das Wesen heran, das nur auf beide wartete. Das Wesen erschien beiden nun doch sehr groß und beide hatten Angst, aber dennoch strahlte das Wesen eine beruhigende Aura aus.
"Wer und was bist du?" entgegnete Dori dem Wesen frech. Wieder richtete das Wesen sich auf.
"Ich bin Armanuki, einer der drei letzten Drachen." sagte Armanuki.
Jeannie und Dori fingen an zu lachen. Sie stützten sich gegenseitig ab, um nicht auf den Boden zu fallen.
"Drachen gibt es doch gar nicht", sagte Jeannie.
Und Dori fügte hinzu: "Das sind doch nur Wesen aus einem Märchen, dass sich unser Opa ausgedacht hat!" Wieder kicherten beide.
"Und was meint ihr was ich darstellen soll? Ein Mensch bin ich nicht und wie ein Tier sehe ich auch nicht aus. Also was soll ich denn eurer Meinung nach sonst sein!?", fragte Armanuki mit belehrender Stimme. Nun wurden beide still und schauten sich gegenseitig an. Beide hatten den gleichen Gedanken und dann mussten sie im stillen Armanuki Recht geben, obwohl sie es nicht glauben konnten, dass Drachen tatsächlich existieren. Beide hatten Angst vor Armanuki, auch wenn sie es nicht zugeben wollten, am wenigsten vor sich selbst. Doch auch Armanuki traute den beiden Menschenmädchen nicht. Bilder flackerten vor seinen Augen auf. Er schaute noch mal in die Vergangenheit und sah alle seine Freunde und Verwandten tot vor ihm liegen. Nein, sollte er den Mädchen vertrauen? Sie sahen unschuldig aus, und für Menschen waren sie auch ausgesprochen hübsch. Sie versprühten eine innerliche Wärme, die er den Menschenwesen nie zugetraut hätte. Er wollte ihnen seine Geschichte anvertrauen, aber konnte er das auch tun. Er hatte keine andere Wahl, als mittels Magie in ihre Herzen zu sehen. Licht umfing Armanuki, und beide Mädchen wichen erschrocken zurück. Keine Angst, ertönte es in ihren Herzen. Dori drückte Jeannies Hand fester und Armanuki begann in ihre Herzen zu schauen. Ein kleiner Seufzer kam aus Armanuki heraus und die Lichtaura, die ihn vorhin umgab, verschwand völlig.
"Es ist so, wie ich mir es gedacht habe."
Verwundert schauten Jeannie und Dori auf Armanuki hinauf.
"Was hast du gedacht?" fragten beide gleichzeitig.
Noch mal seufzte Armanuki leise, dann sagte er:
"Ich war mir nicht sicher, ob ich euch wirklich trauen kann, aber nun weiß ich, ihr beide seid reines Herzens. Also werde ich euch meine Geschichte anvertrauen, die ihr jedoch unter keinen Umständen verraten dürft. Versprecht ihr mir das?!", fragte Armanuki mit ernster Stimme. Jeannie und Dori versprachen das Armanuki hoch und heilig und setzten sich hin, um seiner Geschichte zu lauschen, wie sie es bei ihrem Opa Sandro gewohnt waren.
" ... und so kam ich hierher. Alleine und verlassen. Kroolio ist irgendwo untergetaucht, während Malmer versucht, jegliche Erinnerungen in den Menschen auszulöschen, die sie an die Drachen hatten. Eigentlich kann das mir mittlerweile egal sein, denn es gibt nur noch drei Drachen. Malmer ist ein alter Drache, der leider nicht mehr lange zu leben hat, und Kroolio ist in seinem Innern böse."
Armanuki schwieg kurz.
"Das ist meine Geschichte."
Keiner sagte etwas.
Dann meinte Dori plötzlich zu Armanuki: "Sag mal, du hast doch sicher ziemlichen Hunger, oder?"
"Ja, eigentlich schon ... " gab der Drache zu.
"Hm, was essen Drachen denn? Ich bin sicher, wir können was für dich besorgen!"
"Nun ja, wir essen eigentlich alles am liebsten Fleisch, aber auch frisches Obst."
"Obst gibt es bei uns genug," sagte Jeannie, "Magst du Äpfel, Armanuki?"
"Ja, Äpfel mag ich gern."
"Gut, dann bleib du hier, und wir holen dir was zu Essen."
Jeannie stand auf und zog Dori hinter sich her, sie gingen den Zugang zur Höhle hinauf und verschwanden im Wald.
Eine Stunde später kamen sie mit einem ganzen Korb voller Äpfel zurück. Armanuki hatte mittlerweile die Höhle verlassen und es sich im weichen Gras am Bachufer gemütlich gemacht.
Während er einen Apfel nach dem andren verspeiste, erzählte er den Mädchen noch mehr von sich und versuchte auch ihnen zu erklären, wie genau es funktionierte, dass sich die Menschen nicht an die Drachen erinnerten, obwohl sie früher selbst welche gesehen hatten.
Dann erzählten ihm Jeannie und Dori von sich, von ihrem Opa Sandro und ihrer Tante Naria, und erzählten ihm auch einige Geschichten über ihre Cousine Jacky, worüber sich Armanuki köstlich amüsierte.
Da raschelte es im Gebüsch und Dori und Jeannie drehten sich um.
"Jacky!", schrien beide gleichzeitig.
"Sie hat alles mitangehört, wir müssen sie schnappen! Sie wird alles den Erwachsenen erzählen!" rief Dori mit gehetzter Stimme. Jeannie rannte los und versuchte Jacky zu schnappen, diese aber war längst über alle Berge.
"Kommt," sagte Armanuki, "Es ist besser, wenn wir hier verschwinden."
Er ließ sich herunter, damit die beiden Mädchen sich auf ihn setzen konnten, dann schwang er seine Flügel und hob ab.
Menschen gibt es die an Sterne erinnern, die oft unbemerkt wie Kristalle schimmern. Dämmerung und Finsternis erst sagen, wie viel Licht sie in sich tragen.
------> Man muss die Nacht kennenlernen, um das Licht des Tages schätzen zu können.
------> Man muss die Nacht kennenlernen, um das Licht des Tages schätzen zu können.
Kroolio war immer noch wütend. Er war seit mehreren Stunden schnurgerade Richtung Nordosten geflogen, ohne zu wissen, warum und wohin. Zu Anfang seines Fluges hatte er nur Steine und Felsen unter sich gesehen, nichts, woran er seinen rasenden Zorn hätte auslassen können. Dann wurde das Gelände allmählich bergiger, und die ersten kümmerlichen Bäumchen, die Kroolio entdeckte, hatte er in einer wahren Feuersbrunst in Rauch und Asche aufgehen lassen.
Langsam kam er zu Bewusstsein. Er erinnerte sich wieder, weshalb er eigentlich so wütend war. Und auf wen. Yurune, dieser Magier, dieser nichtsnutzige Mensch hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht!
Kroolio zerstörte einige Felder, die von den Menschen in den Tälern des Gebirges angelegt worden waren, und röstete eine ihrer Schafherden, die an einem Abhang weidete. Danach ging es ihm besser.
Kroolio beschloss, dass er rasten wolle. An einem kleinen Wasserfall landete er, trank und badete sich. Er hatte Hunger. Ziellos flog er herum, auf der Suche nach etwas Essbarem, bis er einem Schäfer mit einigen Lämmern begegnete. Ein kurzer Sturzflug, der Mensch lief panisch davon, und Kroolio hatte sein Abendessen. Dann begab er sich zurück zu dem Wasserfall, wo er sich zum Schlafen niederlegte.
Am Morgen erwachte er von einem Schmerz in seiner Schulter. Er sprang auf und erblickte den Bogenschützen auf einer kleinen Anhöhe, der den Pfeil auf ihn abgeschossen hatte. Als der Mann sah, dass Kroolio sich bewegte, drehte er sich um und rannte davon.
Wutschnaubend öffnete der Drache seine Flügel und hob ab, um diesem törichten Menschen, der es gewagt hatte, ihn zu verletzen, den Garaus zu machen. Als er die Anhöhe überflogen hatte, sah er sich plötzlich mehreren Bogenschützen in Uniformen gegenüber, die brennende Pfeile auf ihn abfeuerten. Irritiert machte Kroolio einen Schlenker in der Luft, um den Pfeilen auszuweichen, dann flog er einen kleinen Bogen, näherte sich den Schützen von der Seite und griff an. Über die Schulter beobachtete er noch kurz, wie einige der Soldaten brennend und schreiend herumliefen und sich auf dem Boden wälzten, bevor er zufrieden grinsend davonflog.
Er war noch nicht weit gekommen, als er schon wieder Soldaten begegnete. Allerdings bemerkten die ihn zunächst nicht, da sie sich mitten im Kampf befanden und er sich von hinten näherte. Interessiert kam Kroolio näher, um zu sehen, gegen wen die Bogenschützen da ihre Pfeile ins Unterholz eines Wäldchens abschossen, und nach wem die berittenen Gardisten mit ihren Krummsäbeln schlugen. Das Ergebnis war enttäuschend, denn anscheinend kämpften die gut ausgerüsteten Soldaten nur gegen einige Banditen, die in abenteuerlichen, aus Uniformteilen zusammengesetzten und mehrfach geflickten Kleidern, und mit abgenutzten, kaum noch zu gebrauchenden Waffen regellos umherliefen und einzelne Schläge austeilten, und die gegen ihre Gegner nicht den Hauch einer Chance hatten.
Kroolio machte sich den Spaß, im Tiefflug mitten zwischen die kämpfenden Menschen zu fahren und diese zu Tode zu erschrecken. Die Bogenschützen der Soldaten schossen ihm einige Pfeile hinterher, was den Drachen ärgerte. Er wendete in der Luft und flog auf die Schützen zu, dann vernichtete er sie in einem Feuerwirbel. Dann wandte er sich den Gardisten zu, deren Pferde das einzig Richtige taten und mit ihren Reitern durchgingen. Einige von ihnen tötete er mit einem präzisen Feuerstrahl, zwei andere, indem er sie mit seinen Krallen packte, aus dem Sattel riss, und dann nach kurzem Flug aus großer Höhe fallen ließ.
Auf diese Weise in eine Art Blutrausch verfallen, sah sich Kroolio nach neuen Opfern um, doch die Soldaten waren alle entweder bereits tot oder geflohen. Als er suchend zurückflog, kamen ihm einige der vermeintlichen Banditen entgegen, die ihn merkwürdigerweise jubelnd und mit großem Beifall begrüßten. Davon ziemlich überrascht, beschloss Kroolio, diese Menschen nicht (oder doch nicht sofort) zu töten, und landete statt dessen einige Meter vor ihnen. Die Menschen blieben in respektvollem Abstand stehen, nur einer von ihnen trat hervor, verbeugte sich vor Kroolio und zog seinen Hut.
"Wir danken Euch vielmals, werter Herr Drache!" rief er zu Kroolio herüber. "Ihr habt uns aus einer misslichen Lage befreit, dafür sind wir Euch zutiefst dankbar. Wir bewundern Euren Kampfesmut und Eure Geschicklichkeit!"
Kroolio war von diesem merkwürdigen Empfang irritiert, zugleich fühlte er sich aber auch geschmeichelt. Er richtete sich stolz auf und pustete eine kleine, angeberische Flamme in die Luft.
Der Anführer der Menschen fuhr fort: "Mein Name ist Peter Handering, und diese Männer hier sind meine treuen Gefährten im Kampf gegen den unrechten König und seine Tyrannei! Und wer, wenn Ihr mir die Frechheit verzeiht, Euch dies zu fragen, seid Ihr, geehrter Herr Drache?"
"Mein Name ist Kroolio!" sagte Kroolio laut, "Ich bin einer der drei letzten Drachen!"
"Nun, werter Kroolio, seid willkommen, uns zu unserem Lager zu begleiten und unser Mahl mit uns zu teilen, natürlich nur, wenn es Euch beliebt." bot Peter an.
"Ja ... gern." willigte Kroolio ein, der es nicht gewohnt war, derart höflich behandelt zu werden, zumal von Menschen.
Sie begaben sich zu einem großen Lagerplatz in einem Tal, das nur durch einen einzigen, bewachten Durchgang zugänglich war. Die beiden Wachen hoben erschrocken ihre Waffen, als sie Kroolio sahen, Peter beruhigte sie.
"Das ist Kroolio, einer der drei letzten Drachen, und er hat uns gegen die Soldaten geholfen. " sagte er, und fügte lachend hinzu, als er die schreckensgeweiteten Augen des jüngeren Wachmannes erblickte: "Es besteht kein Grund zur Panik, Junge! Lauf nur schnell ins Lager runter, und sag dem Hauptmann Bescheid, dass wir Besuch haben! Und warne die Männer vor, nicht dass sie vor Angst ausflippen und sich in die Hosen machen, so wie du!" Mit einem anzüglichen Grinsen bedeutete er dem Mann zu gehen, der auch sofort in beachtlichem Tempo davonlief.
"Unsere Männer sind an Euren Anblick wohl nicht gewöhnt." meinte Peter zu Kroolio. "Ihr wisst sicher, dass die meisten Menschen nicht an die Existenz von Drachen glauben, und all das für eine bloße Legende halten. Aber unser Hauptmann weiß es besser, so wie ich auch. Ihr werdet ihn kennenlernen, ist ein kluger Mann. War auch Soldat im Dienste von Ferdinand, so wie wir alle, hat den Ausbruch aus dem Gefangenenlager organisiert. Er versteht was von Militär und Politik und so, und ist der Meinung, so wie die meisten ehemaligen Soldaten, dass der neue König, dieser Gillaume, es zu weit treibt. Er hat uns alle zu Spionen erklärt, versteht Ihr, was das heißt? Ich kann nicht mehr nach Hause zu meiner Frau und meinen beiden Mädchen zurück, und das jetzt schon seit über acht Jahren! Und ich bin beileibe nicht der Einzige, dem es so geht, im Gegenteil, fast alle Männer hier haben eine Familie, zu der sie nicht zurück dürfen. Versteht Ihr, Kroolio, wir kämpfen ja nur um unser gutes Recht! Wir werden zwar als Rebellen bezeichnet, und in gewissem Sinne sind wir das auch, aber eigentlich wollen wir nur endlich nach Hause."
Kroolio hörte aufmerksam zu, nickte hin und wieder, und tat so, als ob er wüsste, wer Ferdinand und Gillaume waren und von welchem Gefangenenlager Peter sprach, und als ob ihn das alles tatsächlich interessiere.
Dann kehrte der Wachmann zurück, völlig außer Atem, und gab den Pass frei. Peter ging voran, direkt hinter ihm folgte Kroolio, und dahinter gingen, noch immer etwas zögerlich, die anderen Männer.
Kroolio beschloss, diese Rebellen am Leben zu lassen. Es schien ja ganz interessant zu sein bei ihnen, und wer konnte schon wissen, welchen Nutzen ihm diese Menschen einmal bringen würden, wenn er sich ihnen anschloss ...
Langsam kam er zu Bewusstsein. Er erinnerte sich wieder, weshalb er eigentlich so wütend war. Und auf wen. Yurune, dieser Magier, dieser nichtsnutzige Mensch hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht!
Kroolio zerstörte einige Felder, die von den Menschen in den Tälern des Gebirges angelegt worden waren, und röstete eine ihrer Schafherden, die an einem Abhang weidete. Danach ging es ihm besser.
Kroolio beschloss, dass er rasten wolle. An einem kleinen Wasserfall landete er, trank und badete sich. Er hatte Hunger. Ziellos flog er herum, auf der Suche nach etwas Essbarem, bis er einem Schäfer mit einigen Lämmern begegnete. Ein kurzer Sturzflug, der Mensch lief panisch davon, und Kroolio hatte sein Abendessen. Dann begab er sich zurück zu dem Wasserfall, wo er sich zum Schlafen niederlegte.
Am Morgen erwachte er von einem Schmerz in seiner Schulter. Er sprang auf und erblickte den Bogenschützen auf einer kleinen Anhöhe, der den Pfeil auf ihn abgeschossen hatte. Als der Mann sah, dass Kroolio sich bewegte, drehte er sich um und rannte davon.
Wutschnaubend öffnete der Drache seine Flügel und hob ab, um diesem törichten Menschen, der es gewagt hatte, ihn zu verletzen, den Garaus zu machen. Als er die Anhöhe überflogen hatte, sah er sich plötzlich mehreren Bogenschützen in Uniformen gegenüber, die brennende Pfeile auf ihn abfeuerten. Irritiert machte Kroolio einen Schlenker in der Luft, um den Pfeilen auszuweichen, dann flog er einen kleinen Bogen, näherte sich den Schützen von der Seite und griff an. Über die Schulter beobachtete er noch kurz, wie einige der Soldaten brennend und schreiend herumliefen und sich auf dem Boden wälzten, bevor er zufrieden grinsend davonflog.
Er war noch nicht weit gekommen, als er schon wieder Soldaten begegnete. Allerdings bemerkten die ihn zunächst nicht, da sie sich mitten im Kampf befanden und er sich von hinten näherte. Interessiert kam Kroolio näher, um zu sehen, gegen wen die Bogenschützen da ihre Pfeile ins Unterholz eines Wäldchens abschossen, und nach wem die berittenen Gardisten mit ihren Krummsäbeln schlugen. Das Ergebnis war enttäuschend, denn anscheinend kämpften die gut ausgerüsteten Soldaten nur gegen einige Banditen, die in abenteuerlichen, aus Uniformteilen zusammengesetzten und mehrfach geflickten Kleidern, und mit abgenutzten, kaum noch zu gebrauchenden Waffen regellos umherliefen und einzelne Schläge austeilten, und die gegen ihre Gegner nicht den Hauch einer Chance hatten.
Kroolio machte sich den Spaß, im Tiefflug mitten zwischen die kämpfenden Menschen zu fahren und diese zu Tode zu erschrecken. Die Bogenschützen der Soldaten schossen ihm einige Pfeile hinterher, was den Drachen ärgerte. Er wendete in der Luft und flog auf die Schützen zu, dann vernichtete er sie in einem Feuerwirbel. Dann wandte er sich den Gardisten zu, deren Pferde das einzig Richtige taten und mit ihren Reitern durchgingen. Einige von ihnen tötete er mit einem präzisen Feuerstrahl, zwei andere, indem er sie mit seinen Krallen packte, aus dem Sattel riss, und dann nach kurzem Flug aus großer Höhe fallen ließ.
Auf diese Weise in eine Art Blutrausch verfallen, sah sich Kroolio nach neuen Opfern um, doch die Soldaten waren alle entweder bereits tot oder geflohen. Als er suchend zurückflog, kamen ihm einige der vermeintlichen Banditen entgegen, die ihn merkwürdigerweise jubelnd und mit großem Beifall begrüßten. Davon ziemlich überrascht, beschloss Kroolio, diese Menschen nicht (oder doch nicht sofort) zu töten, und landete statt dessen einige Meter vor ihnen. Die Menschen blieben in respektvollem Abstand stehen, nur einer von ihnen trat hervor, verbeugte sich vor Kroolio und zog seinen Hut.
"Wir danken Euch vielmals, werter Herr Drache!" rief er zu Kroolio herüber. "Ihr habt uns aus einer misslichen Lage befreit, dafür sind wir Euch zutiefst dankbar. Wir bewundern Euren Kampfesmut und Eure Geschicklichkeit!"
Kroolio war von diesem merkwürdigen Empfang irritiert, zugleich fühlte er sich aber auch geschmeichelt. Er richtete sich stolz auf und pustete eine kleine, angeberische Flamme in die Luft.
Der Anführer der Menschen fuhr fort: "Mein Name ist Peter Handering, und diese Männer hier sind meine treuen Gefährten im Kampf gegen den unrechten König und seine Tyrannei! Und wer, wenn Ihr mir die Frechheit verzeiht, Euch dies zu fragen, seid Ihr, geehrter Herr Drache?"
"Mein Name ist Kroolio!" sagte Kroolio laut, "Ich bin einer der drei letzten Drachen!"
"Nun, werter Kroolio, seid willkommen, uns zu unserem Lager zu begleiten und unser Mahl mit uns zu teilen, natürlich nur, wenn es Euch beliebt." bot Peter an.
"Ja ... gern." willigte Kroolio ein, der es nicht gewohnt war, derart höflich behandelt zu werden, zumal von Menschen.
Sie begaben sich zu einem großen Lagerplatz in einem Tal, das nur durch einen einzigen, bewachten Durchgang zugänglich war. Die beiden Wachen hoben erschrocken ihre Waffen, als sie Kroolio sahen, Peter beruhigte sie.
"Das ist Kroolio, einer der drei letzten Drachen, und er hat uns gegen die Soldaten geholfen. " sagte er, und fügte lachend hinzu, als er die schreckensgeweiteten Augen des jüngeren Wachmannes erblickte: "Es besteht kein Grund zur Panik, Junge! Lauf nur schnell ins Lager runter, und sag dem Hauptmann Bescheid, dass wir Besuch haben! Und warne die Männer vor, nicht dass sie vor Angst ausflippen und sich in die Hosen machen, so wie du!" Mit einem anzüglichen Grinsen bedeutete er dem Mann zu gehen, der auch sofort in beachtlichem Tempo davonlief.
"Unsere Männer sind an Euren Anblick wohl nicht gewöhnt." meinte Peter zu Kroolio. "Ihr wisst sicher, dass die meisten Menschen nicht an die Existenz von Drachen glauben, und all das für eine bloße Legende halten. Aber unser Hauptmann weiß es besser, so wie ich auch. Ihr werdet ihn kennenlernen, ist ein kluger Mann. War auch Soldat im Dienste von Ferdinand, so wie wir alle, hat den Ausbruch aus dem Gefangenenlager organisiert. Er versteht was von Militär und Politik und so, und ist der Meinung, so wie die meisten ehemaligen Soldaten, dass der neue König, dieser Gillaume, es zu weit treibt. Er hat uns alle zu Spionen erklärt, versteht Ihr, was das heißt? Ich kann nicht mehr nach Hause zu meiner Frau und meinen beiden Mädchen zurück, und das jetzt schon seit über acht Jahren! Und ich bin beileibe nicht der Einzige, dem es so geht, im Gegenteil, fast alle Männer hier haben eine Familie, zu der sie nicht zurück dürfen. Versteht Ihr, Kroolio, wir kämpfen ja nur um unser gutes Recht! Wir werden zwar als Rebellen bezeichnet, und in gewissem Sinne sind wir das auch, aber eigentlich wollen wir nur endlich nach Hause."
Kroolio hörte aufmerksam zu, nickte hin und wieder, und tat so, als ob er wüsste, wer Ferdinand und Gillaume waren und von welchem Gefangenenlager Peter sprach, und als ob ihn das alles tatsächlich interessiere.
Dann kehrte der Wachmann zurück, völlig außer Atem, und gab den Pass frei. Peter ging voran, direkt hinter ihm folgte Kroolio, und dahinter gingen, noch immer etwas zögerlich, die anderen Männer.
Kroolio beschloss, diese Rebellen am Leben zu lassen. Es schien ja ganz interessant zu sein bei ihnen, und wer konnte schon wissen, welchen Nutzen ihm diese Menschen einmal bringen würden, wenn er sich ihnen anschloss ...
- hafensaenger
- Erzengel
- Beiträge: 7175
- Registriert: Di 21.05.2002 - 14:15
- Wohnort: Fate2 Vers. 17.07.2007
- Kontaktdaten:
Die kleine Jacky lief völlig panisch und verängstigt ziellos umher . Das war alles zuviel für den Verstand eines sechsjährigen Mädchens. Ein Drache, der sprechen konnte und um ein vielfaches grösser war als sie. Er konnte zudem noch feuerspucken und zaubern . Sogar die Gedanken und Empfindungen anderer Menschen und Lebewesen konnte der Drache wahrnehmen und deuten. Dieses Ereignis sprengte bei weitem ihre Vorstellungskraft und ängstigte sie fast zu Tode.
Sie schrie und weinte gleichzeitig, während sie davonlief. Jacky war schon immer ein grosser Feigling auch wenn sie es nie zugab und immer sehr neugierig sowie frech war. Am meisten ängstigte sie das Alleinsein und die Dunkelheit . Deswegen brauchte sie fast immer die volle Aufmerksamkeit ihrer Geschwister und Naria . Sie war oft sehr anstrengend und lebhaft . Doch wenn man seine Kinder liebt und gern hat, hat das alles keine Bedeutung für jemanden.
Armanuki flog sehr langsam hinter Jacky hinterher, fast in Zeitlupe. Er wollte das Kind durch seine imposante Statur nicht noch mehr ängstigen und durch sein Erscheinen. Sein Schatten vedunkelte den Himmel schon genug und wenn Jacky vor zwei Dingen Angst hatte dann war es die Dunkelheit und Dinge, die grösser waren als sie, was die Sache nicht leichter machte. Dori & Jeannie versuchten die ganze Zeit sie zu beschwichtigen und zu beruhigen was aber mehr negative als positive Wirkung hatte. Jacky wurde immer hysterischer und panischer und lief nur noch schneller. Ihr kleines Herz schlug bis zum Hals, ihr Magen krampfte . Der kalte Angstschweiss lief ihr den Nacken herunter.
Zum ersten Mal in ihrem Leben hatten ihre Geschwister wirklich Angst um sie . Ansonst war sie ihnen eher gleichgültig, lästig und ähnliches. Diesmal setzte sich die Geschwisterliebe mehr denn je durch. Sie fühlten sich schlecht und schuldig. Gewissenbisse plagten sie und sie machten sich ständig Vorwürfe. Armanuki nahm diese Empfindungen sehr stark wahr und konnte sie nur allzu gut verstehen. Jedoch musste er sie unterdrücken. Sonst würde er nicht mehr fliegen bzw. klar denken können. Und dann war er eine Gefahr für alle.
Er hoffte inständig, dass Jacky bei ihrer panikhaften Flucht nichts passieren würde und sie bald die Kräfte verliessen. Doch es kam natürlich ganz anders . Da Jacky in ihrer Panik kaum auf den Weg achtete stürzte sie mit einem spitzen , schrillen Schrei einen Berghang hinunter , schlug hart auf und blieb regungslos liegen. Aramanuki liess die Geschwister sofort runter . Zunächst blieben sie eine zeitlang geschockt und wie erstarrt vor der leblosen Jacky stehen. Als sie begriffen was geschehen schrien, weinten und fluchten sie entsetzlich laut und liessen sich zu Boden fallen. Aramanuki nahm schwere Rippenbrüche wahr und innere Verletzungen. Ihre Lebenssignale waren schwach aber sie lebte.
Die Geschwister waren zunächst fassunglos. Sie hatten sich ja nie grossartig für ihre jüngere Schwester Jacky interessiert und sie meist nur als lästiges Übel betrachtet. Doch dieses Ereignis machte all dies mit einem Schlag zunichte. Die beiden kamen sich so mies und so klein vor . Ihnen liefen die Tränen in Sturzbächen hinunter, ihre kleinen Leiber zitterten wie Espenlaub.
Während sie einen Kreis um Jacky bildeten und still und ergreifend trauerten merkte Armanuki wie es langsam mit Jacky zu Ende ging. Er wollte helfen, jedoch standen die Kinder so eng zusammen , dass er nicht zu Jacky vordringen konnte. "Lasst mich doch bitte zu eurer Schwester , Kinder . Sie stirbt sonst !" . Keine Reaktion. Da musste er wohl energischer werden.
"Verdammt nochmal ! Verschwindet endlich , eure Schwester stirbt gleich!" ließ er seine Stimme donnern , dass die Erde erbebte und der Schall seiner Stimme in den Ohren von Jeannie und Dori dröhnte. Erschrocken wichen sie zurück. "Na endlich", grinste er. Langsam näherte er sich Jacky , die inzwischen bewustlos war. Er murmelte Worte in seiner Drachensprache und Jacky war im Nu nackt. Danach stimmte er einen Gesang an, der Jacky in eine Lichtaura einhüllte und sie schweben liess. Man sah, wie sich ihre Knochen und Musklen wieder regenerierten, sich ihre Wunden schlossen...
Jacky kam zu sich . Sie begriff noch gar nicht was geschehen war, doch instinktiv überkam sie das Gefühl den Drachen zu umarmen und zu drücken. Der Drache wurde vor Scham rosa und die Mädchen mussten kichern. Nach all der Euphorie bemerkten die Mädels nur nebenbei das es schon ziemlich spät war. Das würde Ärger geben. Auf jedenfall. Aber Hauptsache Jacky ging es wieder gut. Nach alldem war es ein leichtes Armanuki zu überreden sie nach Hause zu fliegen. Er machte sich die beginnnde Dämmerung zu Nutze und landete in der Nähe des Hauses.
Das würde mächtig Ärger geben, soviel war sicher. Beide standen in der Türschwelle . Ihre Blicke und Mienen sprachen Bände. Opa Sandro schnallte blitzschnell seinen Ledergürtel ab und wollte seine Enkel züchtigen . Naria nahm alll ihre Kraft zusammen und hatte Mühe den knochigen aber starken Arm von Sandro festzuhalten. "Vater, halte dich zurück! Ich regel das schon."
Laut brummelnd und fluchend band er sich wieder den Gürtel um und stapfte ins Haus. Die Kinder standen nach wie vor regungslos da und sagten kein Wort. es war Naria , die abermals mit ihren Worten die gespenstische Stille durchbrach.
Kinder, wo wart ihr bloß ? (langer, tiefer Seufzer). Könnt ihr euch vorstellen was wir uns für Sorgen gemacht haben ? Euch hätte alles mögliche passieren können und niemand wusste Bescheid. Ihr wisst genau, dass wir das nicht gutheißen können. Ihr macht euch jetzt nachtfertig und dann sofort ins Bett . Ihr habt bis auf weiteres Stubenarrest. Weitere Strafen behalte ich mir vor..."
Sie schrie und weinte gleichzeitig, während sie davonlief. Jacky war schon immer ein grosser Feigling auch wenn sie es nie zugab und immer sehr neugierig sowie frech war. Am meisten ängstigte sie das Alleinsein und die Dunkelheit . Deswegen brauchte sie fast immer die volle Aufmerksamkeit ihrer Geschwister und Naria . Sie war oft sehr anstrengend und lebhaft . Doch wenn man seine Kinder liebt und gern hat, hat das alles keine Bedeutung für jemanden.
Armanuki flog sehr langsam hinter Jacky hinterher, fast in Zeitlupe. Er wollte das Kind durch seine imposante Statur nicht noch mehr ängstigen und durch sein Erscheinen. Sein Schatten vedunkelte den Himmel schon genug und wenn Jacky vor zwei Dingen Angst hatte dann war es die Dunkelheit und Dinge, die grösser waren als sie, was die Sache nicht leichter machte. Dori & Jeannie versuchten die ganze Zeit sie zu beschwichtigen und zu beruhigen was aber mehr negative als positive Wirkung hatte. Jacky wurde immer hysterischer und panischer und lief nur noch schneller. Ihr kleines Herz schlug bis zum Hals, ihr Magen krampfte . Der kalte Angstschweiss lief ihr den Nacken herunter.
Zum ersten Mal in ihrem Leben hatten ihre Geschwister wirklich Angst um sie . Ansonst war sie ihnen eher gleichgültig, lästig und ähnliches. Diesmal setzte sich die Geschwisterliebe mehr denn je durch. Sie fühlten sich schlecht und schuldig. Gewissenbisse plagten sie und sie machten sich ständig Vorwürfe. Armanuki nahm diese Empfindungen sehr stark wahr und konnte sie nur allzu gut verstehen. Jedoch musste er sie unterdrücken. Sonst würde er nicht mehr fliegen bzw. klar denken können. Und dann war er eine Gefahr für alle.
Er hoffte inständig, dass Jacky bei ihrer panikhaften Flucht nichts passieren würde und sie bald die Kräfte verliessen. Doch es kam natürlich ganz anders . Da Jacky in ihrer Panik kaum auf den Weg achtete stürzte sie mit einem spitzen , schrillen Schrei einen Berghang hinunter , schlug hart auf und blieb regungslos liegen. Aramanuki liess die Geschwister sofort runter . Zunächst blieben sie eine zeitlang geschockt und wie erstarrt vor der leblosen Jacky stehen. Als sie begriffen was geschehen schrien, weinten und fluchten sie entsetzlich laut und liessen sich zu Boden fallen. Aramanuki nahm schwere Rippenbrüche wahr und innere Verletzungen. Ihre Lebenssignale waren schwach aber sie lebte.
Die Geschwister waren zunächst fassunglos. Sie hatten sich ja nie grossartig für ihre jüngere Schwester Jacky interessiert und sie meist nur als lästiges Übel betrachtet. Doch dieses Ereignis machte all dies mit einem Schlag zunichte. Die beiden kamen sich so mies und so klein vor . Ihnen liefen die Tränen in Sturzbächen hinunter, ihre kleinen Leiber zitterten wie Espenlaub.
Während sie einen Kreis um Jacky bildeten und still und ergreifend trauerten merkte Armanuki wie es langsam mit Jacky zu Ende ging. Er wollte helfen, jedoch standen die Kinder so eng zusammen , dass er nicht zu Jacky vordringen konnte. "Lasst mich doch bitte zu eurer Schwester , Kinder . Sie stirbt sonst !" . Keine Reaktion. Da musste er wohl energischer werden.
"Verdammt nochmal ! Verschwindet endlich , eure Schwester stirbt gleich!" ließ er seine Stimme donnern , dass die Erde erbebte und der Schall seiner Stimme in den Ohren von Jeannie und Dori dröhnte. Erschrocken wichen sie zurück. "Na endlich", grinste er. Langsam näherte er sich Jacky , die inzwischen bewustlos war. Er murmelte Worte in seiner Drachensprache und Jacky war im Nu nackt. Danach stimmte er einen Gesang an, der Jacky in eine Lichtaura einhüllte und sie schweben liess. Man sah, wie sich ihre Knochen und Musklen wieder regenerierten, sich ihre Wunden schlossen...
Jacky kam zu sich . Sie begriff noch gar nicht was geschehen war, doch instinktiv überkam sie das Gefühl den Drachen zu umarmen und zu drücken. Der Drache wurde vor Scham rosa und die Mädchen mussten kichern. Nach all der Euphorie bemerkten die Mädels nur nebenbei das es schon ziemlich spät war. Das würde Ärger geben. Auf jedenfall. Aber Hauptsache Jacky ging es wieder gut. Nach alldem war es ein leichtes Armanuki zu überreden sie nach Hause zu fliegen. Er machte sich die beginnnde Dämmerung zu Nutze und landete in der Nähe des Hauses.
Das würde mächtig Ärger geben, soviel war sicher. Beide standen in der Türschwelle . Ihre Blicke und Mienen sprachen Bände. Opa Sandro schnallte blitzschnell seinen Ledergürtel ab und wollte seine Enkel züchtigen . Naria nahm alll ihre Kraft zusammen und hatte Mühe den knochigen aber starken Arm von Sandro festzuhalten. "Vater, halte dich zurück! Ich regel das schon."
Laut brummelnd und fluchend band er sich wieder den Gürtel um und stapfte ins Haus. Die Kinder standen nach wie vor regungslos da und sagten kein Wort. es war Naria , die abermals mit ihren Worten die gespenstische Stille durchbrach.
Kinder, wo wart ihr bloß ? (langer, tiefer Seufzer). Könnt ihr euch vorstellen was wir uns für Sorgen gemacht haben ? Euch hätte alles mögliche passieren können und niemand wusste Bescheid. Ihr wisst genau, dass wir das nicht gutheißen können. Ihr macht euch jetzt nachtfertig und dann sofort ins Bett . Ihr habt bis auf weiteres Stubenarrest. Weitere Strafen behalte ich mir vor..."
Zuletzt geändert von hafensaenger am Fr 16.01.2004 - 19:16, insgesamt 1-mal geändert.
"We choose our joys and sorrows
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
Jahre zuvor ...
Zitternd legte sie den Zettel auf den Küchentisch. Sie nahm die Hand nicht weg. Zögernd hob sie ihn noch einmal auf, las ein weiteres Mal die Zeilen, die sie ihrer Familie hinterlassen wollte.
Konnte sie das wirklich tun?
Sie wischte sich mit dem Handrücken über die Augen, doch es waren keine Tränen darin. Sie hatte heute abend so viel geweint, dass ihre Augen jetzt trocken waren, das erste Mal seit mehr als einem Monat. Seufzend legte sie den Zettel zurück. Sie betrachte ihn, er wäre das erste, was Naria am Morgen zu sehen bekommen würde, wenn sie wie gewohnt die Küche betrat um das Frühstück zu bereiten.
Der Gedanke an die Schwester trieb Anna nun doch noch eine Träne ins Auge. Würde sie es verstehen? Sie musste es verstehen. Schließlich hatte sie ebenso wie Anna ihren Mann verloren; die beiden Briefe mit dem königlichen Siegel waren am selben Tag angekommen.
"Furtt, Hauptstadt des Reiches Steyrmarkadia, den 17. Dezember 1281
Es tut mir außerordentlich leid, Euch mitteilen zu müssen, dass Euer Ehemann, Peter Handering, seit einem Sturmangriff auf Burg Wannbrück am 20. November 1281 vermisst wird. Es ist davon auszugehen, dass er im Kampfe für seinen König und sein Land gefallen ist. Wir können Euch jedoch versichern, dass sein Leichnam, sobald er gefunden ist, mit allen Ehren, die einem treuen und heldenhaften Diener des Vaterlandes zustehen, bestattet wird.
Mit persönlicher Anteilnahme, Dietgard von Grafensee, Buchhalter und Berichterstatter König Ferdinands IV"
Bis auf den Namen des Gefallenen hatte der Brief an Naria den gleichen Inhalt gehabt.
Ein weiteres Mal fragte sich Anna, wie Naria wohl gefühlt haben musste, als der Brief sie erreichte. Peter war schon seit fast einem Jahr im Krieg gewesen, Narias Mann Rezeguet erst seit einigen Wochen. Man hatte den Frauen versichert, dass ihre Männer nicht direkt an der Front eingesetzt würden, da Anna Mutter von zwei kleinen Kindern und Naria schwanger war.
Anna fühlte wieder, wie Bitterkeit in ihr aufstieg. Der Krieg war ein Irrsinn gewesen, der König ein Feigling und seine Regierung ein Haufen von korrupten, machtgierigen Adligen. Anna wusste schon gar nicht mehr genau, warum der Krieg eigentlich geführt wurde. Vor zwölf Jahren hatte es einmal eine große Schlacht gegeben. Dabei war Reginald II, der König des Reiches Steyrmarkadia, gefallen. Da es keinen direkten Nachfolger gab, hatten die Statthalter, Fürsten und Grafen des Königs ihre Ansprüche auf den Thron erhoben, einer von ihnen war Ferdinand IV, zu dessen Grafschaft leider auch das Dorf gehörte, in dem Anna und ihre Familie wohnte.
Es folgte eine Zeit des Chaos, nie zuvor hatte es mehr Attentate auf hohe Adlige gegeben. Jetzt erhoben nur noch Ferdinand IV und Gillaume, ein Fürst aus dem Süden des Reiches, Anspruch auf den Thron. Beide nannten sich "König" und schickten Männer, die Frauen und Kinder hatten, in den Tod.
Narias Mann Rezeguet war eingezogen worden, als Gillaume auf dem Vormarsch war. Die Schlachten wurden nun schon weit im Norden ausgetragen, aber im Dorf selbst und in der näheren Umgebung war nichts vom Krieg zu spüren, wenn man die Tatsache außer acht ließ, dass die meisten jungen Männer fehlten.
Annas und Narias Männer waren bei der Belagerung von Ferdinands letzter Bastion an der Nordküste verschwunden, und zwei Wochen nach Eintreffen der Briefe hatte er kapituliert. Da Gillaume sich jetzt König des gesamten Reiches nennen durfte, folgte eine Welle von Hinrichtungen und politischen Morden, der die meisten früheren Anhänger Ferdinands zum Opfer gefallen waren, große Trupps von Banditen zogen plündernd durch die zerstörten Dörfer, und in den Bergen im Westen, nahe an der Grenze zum Fürstentum Tirolien, hatten sich einige aus dem Kriesdienst entlassene (oder auch desertierte) Soldaten zusammengerottet, um gegen den neuen König zu rebellieren. Wen der Krieg nicht ums Leben gebracht hatte, der fiel jetzt dem überall herrschende Chaos zum Opfer.
Anna und ihre Schwester bekamen den Herrscherwechsel ebenfalls zu spüren, denn sie erhielten keine Witwenrente wie die Frauen jener Männer, die im Kampf für König Gillaume gefallen waren.
Anna seufzte. Sie dachte daran, wie hart das Leben für ihre Schwester Naria, ihre Kinder Jeannie und Dori, ihren Vater Sandro und ihre kranke Mutter Isabell sein würde. Ohne die Männer und ohne das Blutgeld vom König.
Noch einmal seufzte sie. Sie fühlte sich schuldig die Familie jetzt zu verlassen, da Naria kurz vor der Geburt ihres Kindes stand und die Mutter Isabell sicher bald sterben würde. Aber sie konnte einfach nicht bleiben, nicht jetzt, wo sie endlich Gewissheit hatte ...
Naria hatte sie für verrückt erklärt, als Anna ihre Vermutung, oder besser ihre Hoffnung, geäußert hatte. Aber Anna hatte Gründe dafür, das, was sie erfahren hatte, auch zu glauben:
In einem Nachbardorf war ein Mann wieder aufgetaucht, dessen Frau zuvor den gleichen Brief wie Anna und Naria erhalten hatte. In einem geheimen Gespräch hatte er Anna von einem Gefängnislager berichtet, in dem die besiegten Soldaten Ferdinands eingekerkert seien. Der Mann hatte auch von einem Ausbruch berichtet. Ein Teil der Männer habe nach Hause gehen wollen, wobei die meisten allerdings unterwegs von den königlichen Garden oder von der unerbittliche Kälte dieses Winters getötet wurden, er selbst sei einer der wenigen Überlebenden. Der andere Teil der Ausbrecher wäre in die Berge im Westen des Landes geflüchtet.
Anna hätte nicht viel auf diese Geschichte gegeben, hätte nicht eine Freundin, deren Mann und Bruder ebenfalls im Krieg gewesen waren, auch zwei Briefe mit dem gleichen Inhalt bekommen wie Anna. Allerdings war sie benachrichtigt worden, als man die Leichen ihres Mannes und ihres Bruders tatsächlich fand. Sie meinte, da dies bei Anna nicht geschehen war, sei der Leichnam ihres Mannes auch nicht gefunden worden, und möglicherweise ...
Anna schlich leise aus der Küche, jedoch nicht ohne sich noch einmal zu vergewissern, dass ihr Zettel gut sichtbar auf dem Tisch lag. Sie stieg die Treppe hinauf und vermied es dabei, auf jene Stufen zu treten, von denen sie wusste, dass sie knarrten. Oben angekommen, öffnete sie kaum hörbar die Tür zu ihrem Schlafzimmer. In der Hälfte des Bettes, in der früher ihr Mann gelegen hatte (der Gedanke stach ihr wie ein Messer ins Herz), lagen jetzt ihre beiden kleinen Mädchen. Die Zwillinge waren drei Jahre alt und schliefen eng umschlungen, mit ihren niedlichen Kindergesichtern und ihren blonden Löckchen sahen sie aus wie zwei kleine Englein.
Anna widerstand der Versuchung, den beiden ein letztes Mal über die Köpfe zu streicheln, denn sie wusste, dann würde sie nicht mehr in der Lage sein ihren Plan in die Tat umzusetzen.
Sie griff nach dem fertig geschnürten Beutel mit einiger Kleidung und etwas zu Essen für wenige Tage, verließ das Zimmer und schloss die Tür. Auf dem Weg zur Treppe blieb sie kurz stehen um an Narias Schlafzimmertür zu lauschen. Dort war alles ruhig. Am Zimmer ihrer Eltern hörte sie das gleichmäßige Schnarchen ihres Vaters und den rasselnden Atem ihrer todkranken Mutter. Dann stieg sie leise die Treppe hinab. Sie ging zur Tür und öffnete sie. Sie spürte die kühle, schon vorsommerlich duftende Nachtluft und zögerte. Sie griff in die Tasche ihres dünnen Kleides, das sie unter dem Mantel trug, und tastete nach dem Brief, der darin steckte, und den sie vor vier Tagen morgens an der Haustür befestigt gefunden hatte. Den Inhalt kannte sie auswendig:
"2. Januar
Geliebte Anna, ich lebe und bin wohlauf. Ich wurde gefangen genommen, konnte aber mit einigen anderen Männern fliehen. Ich befinde mich auf dem Weg nach Westen, in die Berge. Der Heimweg ist zu unsicher, denn ich gelte jetzt als Spion. Was mit dem Mann deiner Schwester geschehen ist, weiß ich nicht, ich glaube aber zu wissen, dass er nicht gefangen wurde, und befürchte daher, dass er tot ist. Ich hoffe, bald zu dir und den Mädchen zurückkehren zu können. Gib ihnen einen Kuss von mir und vergiss nicht, dass ich euch liebe.
Peter"
Anna schloss die Haustür und ignorierte dabei den Schmerz, der ihr Herz zerreißen wollte. Sie durchquerte den Garten, bewegte das kleine Gartentor auf und schloss es wieder, nachdem sie hindurchgegangen war. Dann bog sie auf die staubige Dorfstraße ein, in Richtung Westen.
Zitternd legte sie den Zettel auf den Küchentisch. Sie nahm die Hand nicht weg. Zögernd hob sie ihn noch einmal auf, las ein weiteres Mal die Zeilen, die sie ihrer Familie hinterlassen wollte.
Konnte sie das wirklich tun?
Sie wischte sich mit dem Handrücken über die Augen, doch es waren keine Tränen darin. Sie hatte heute abend so viel geweint, dass ihre Augen jetzt trocken waren, das erste Mal seit mehr als einem Monat. Seufzend legte sie den Zettel zurück. Sie betrachte ihn, er wäre das erste, was Naria am Morgen zu sehen bekommen würde, wenn sie wie gewohnt die Küche betrat um das Frühstück zu bereiten.
Der Gedanke an die Schwester trieb Anna nun doch noch eine Träne ins Auge. Würde sie es verstehen? Sie musste es verstehen. Schließlich hatte sie ebenso wie Anna ihren Mann verloren; die beiden Briefe mit dem königlichen Siegel waren am selben Tag angekommen.
"Furtt, Hauptstadt des Reiches Steyrmarkadia, den 17. Dezember 1281
Es tut mir außerordentlich leid, Euch mitteilen zu müssen, dass Euer Ehemann, Peter Handering, seit einem Sturmangriff auf Burg Wannbrück am 20. November 1281 vermisst wird. Es ist davon auszugehen, dass er im Kampfe für seinen König und sein Land gefallen ist. Wir können Euch jedoch versichern, dass sein Leichnam, sobald er gefunden ist, mit allen Ehren, die einem treuen und heldenhaften Diener des Vaterlandes zustehen, bestattet wird.
Mit persönlicher Anteilnahme, Dietgard von Grafensee, Buchhalter und Berichterstatter König Ferdinands IV"
Bis auf den Namen des Gefallenen hatte der Brief an Naria den gleichen Inhalt gehabt.
Ein weiteres Mal fragte sich Anna, wie Naria wohl gefühlt haben musste, als der Brief sie erreichte. Peter war schon seit fast einem Jahr im Krieg gewesen, Narias Mann Rezeguet erst seit einigen Wochen. Man hatte den Frauen versichert, dass ihre Männer nicht direkt an der Front eingesetzt würden, da Anna Mutter von zwei kleinen Kindern und Naria schwanger war.
Anna fühlte wieder, wie Bitterkeit in ihr aufstieg. Der Krieg war ein Irrsinn gewesen, der König ein Feigling und seine Regierung ein Haufen von korrupten, machtgierigen Adligen. Anna wusste schon gar nicht mehr genau, warum der Krieg eigentlich geführt wurde. Vor zwölf Jahren hatte es einmal eine große Schlacht gegeben. Dabei war Reginald II, der König des Reiches Steyrmarkadia, gefallen. Da es keinen direkten Nachfolger gab, hatten die Statthalter, Fürsten und Grafen des Königs ihre Ansprüche auf den Thron erhoben, einer von ihnen war Ferdinand IV, zu dessen Grafschaft leider auch das Dorf gehörte, in dem Anna und ihre Familie wohnte.
Es folgte eine Zeit des Chaos, nie zuvor hatte es mehr Attentate auf hohe Adlige gegeben. Jetzt erhoben nur noch Ferdinand IV und Gillaume, ein Fürst aus dem Süden des Reiches, Anspruch auf den Thron. Beide nannten sich "König" und schickten Männer, die Frauen und Kinder hatten, in den Tod.
Narias Mann Rezeguet war eingezogen worden, als Gillaume auf dem Vormarsch war. Die Schlachten wurden nun schon weit im Norden ausgetragen, aber im Dorf selbst und in der näheren Umgebung war nichts vom Krieg zu spüren, wenn man die Tatsache außer acht ließ, dass die meisten jungen Männer fehlten.
Annas und Narias Männer waren bei der Belagerung von Ferdinands letzter Bastion an der Nordküste verschwunden, und zwei Wochen nach Eintreffen der Briefe hatte er kapituliert. Da Gillaume sich jetzt König des gesamten Reiches nennen durfte, folgte eine Welle von Hinrichtungen und politischen Morden, der die meisten früheren Anhänger Ferdinands zum Opfer gefallen waren, große Trupps von Banditen zogen plündernd durch die zerstörten Dörfer, und in den Bergen im Westen, nahe an der Grenze zum Fürstentum Tirolien, hatten sich einige aus dem Kriesdienst entlassene (oder auch desertierte) Soldaten zusammengerottet, um gegen den neuen König zu rebellieren. Wen der Krieg nicht ums Leben gebracht hatte, der fiel jetzt dem überall herrschende Chaos zum Opfer.
Anna und ihre Schwester bekamen den Herrscherwechsel ebenfalls zu spüren, denn sie erhielten keine Witwenrente wie die Frauen jener Männer, die im Kampf für König Gillaume gefallen waren.
Anna seufzte. Sie dachte daran, wie hart das Leben für ihre Schwester Naria, ihre Kinder Jeannie und Dori, ihren Vater Sandro und ihre kranke Mutter Isabell sein würde. Ohne die Männer und ohne das Blutgeld vom König.
Noch einmal seufzte sie. Sie fühlte sich schuldig die Familie jetzt zu verlassen, da Naria kurz vor der Geburt ihres Kindes stand und die Mutter Isabell sicher bald sterben würde. Aber sie konnte einfach nicht bleiben, nicht jetzt, wo sie endlich Gewissheit hatte ...
Naria hatte sie für verrückt erklärt, als Anna ihre Vermutung, oder besser ihre Hoffnung, geäußert hatte. Aber Anna hatte Gründe dafür, das, was sie erfahren hatte, auch zu glauben:
In einem Nachbardorf war ein Mann wieder aufgetaucht, dessen Frau zuvor den gleichen Brief wie Anna und Naria erhalten hatte. In einem geheimen Gespräch hatte er Anna von einem Gefängnislager berichtet, in dem die besiegten Soldaten Ferdinands eingekerkert seien. Der Mann hatte auch von einem Ausbruch berichtet. Ein Teil der Männer habe nach Hause gehen wollen, wobei die meisten allerdings unterwegs von den königlichen Garden oder von der unerbittliche Kälte dieses Winters getötet wurden, er selbst sei einer der wenigen Überlebenden. Der andere Teil der Ausbrecher wäre in die Berge im Westen des Landes geflüchtet.
Anna hätte nicht viel auf diese Geschichte gegeben, hätte nicht eine Freundin, deren Mann und Bruder ebenfalls im Krieg gewesen waren, auch zwei Briefe mit dem gleichen Inhalt bekommen wie Anna. Allerdings war sie benachrichtigt worden, als man die Leichen ihres Mannes und ihres Bruders tatsächlich fand. Sie meinte, da dies bei Anna nicht geschehen war, sei der Leichnam ihres Mannes auch nicht gefunden worden, und möglicherweise ...
Anna schlich leise aus der Küche, jedoch nicht ohne sich noch einmal zu vergewissern, dass ihr Zettel gut sichtbar auf dem Tisch lag. Sie stieg die Treppe hinauf und vermied es dabei, auf jene Stufen zu treten, von denen sie wusste, dass sie knarrten. Oben angekommen, öffnete sie kaum hörbar die Tür zu ihrem Schlafzimmer. In der Hälfte des Bettes, in der früher ihr Mann gelegen hatte (der Gedanke stach ihr wie ein Messer ins Herz), lagen jetzt ihre beiden kleinen Mädchen. Die Zwillinge waren drei Jahre alt und schliefen eng umschlungen, mit ihren niedlichen Kindergesichtern und ihren blonden Löckchen sahen sie aus wie zwei kleine Englein.
Anna widerstand der Versuchung, den beiden ein letztes Mal über die Köpfe zu streicheln, denn sie wusste, dann würde sie nicht mehr in der Lage sein ihren Plan in die Tat umzusetzen.
Sie griff nach dem fertig geschnürten Beutel mit einiger Kleidung und etwas zu Essen für wenige Tage, verließ das Zimmer und schloss die Tür. Auf dem Weg zur Treppe blieb sie kurz stehen um an Narias Schlafzimmertür zu lauschen. Dort war alles ruhig. Am Zimmer ihrer Eltern hörte sie das gleichmäßige Schnarchen ihres Vaters und den rasselnden Atem ihrer todkranken Mutter. Dann stieg sie leise die Treppe hinab. Sie ging zur Tür und öffnete sie. Sie spürte die kühle, schon vorsommerlich duftende Nachtluft und zögerte. Sie griff in die Tasche ihres dünnen Kleides, das sie unter dem Mantel trug, und tastete nach dem Brief, der darin steckte, und den sie vor vier Tagen morgens an der Haustür befestigt gefunden hatte. Den Inhalt kannte sie auswendig:
"2. Januar
Geliebte Anna, ich lebe und bin wohlauf. Ich wurde gefangen genommen, konnte aber mit einigen anderen Männern fliehen. Ich befinde mich auf dem Weg nach Westen, in die Berge. Der Heimweg ist zu unsicher, denn ich gelte jetzt als Spion. Was mit dem Mann deiner Schwester geschehen ist, weiß ich nicht, ich glaube aber zu wissen, dass er nicht gefangen wurde, und befürchte daher, dass er tot ist. Ich hoffe, bald zu dir und den Mädchen zurückkehren zu können. Gib ihnen einen Kuss von mir und vergiss nicht, dass ich euch liebe.
Peter"
Anna schloss die Haustür und ignorierte dabei den Schmerz, der ihr Herz zerreißen wollte. Sie durchquerte den Garten, bewegte das kleine Gartentor auf und schloss es wieder, nachdem sie hindurchgegangen war. Dann bog sie auf die staubige Dorfstraße ein, in Richtung Westen.
Seit fast drei Wochen war Anna jetzt unterwegs. Sie war erschöpft. Zu Anfang hatte sie noch jeden Tag über 30 Meilen zurückgelegt, jetzt kann sie immer langsamer voran. Das lag auch an der Landschaft, die nach Westen hin immer bergiger wurde. Außerdem war es Juni, und tagsüber oft schon sehr heiß. Nachts hatte Anna hin und wieder im Stall oder der Scheune eines Bauernhofes schlafen können, aber diese Gelegenheiten wurden seltener. So richtete sie sich ihr Nachtlager oft in kleinen Wäldchen. Oder, wenn es gar nicht anders ging, auch auf freiem Feld ein.
Sie musste vorsichtig sein. Die Leute in dieser Gegend hatten Angst vor den Banditen, die ihre Dörfer plünderten und zuweilen auch die Einwohner entführten, um sie als Sklaven nach Tirolien, wo der Handel mit Menschen nicht verboten war, zu verschleppen. Anna hatte sich schon mehrmals vor solchen Banden im Gebüsch oder hinter einem Felsen verstecken müssen.
Sie war müde. Sie war heute länger gelaufen als sonst, und hatte trotzdem das Gefühl, keine Meile weitergekommen zu sein, seit sie am Vormittag durch zwei Dörfer gekommen war. Wie so viele Male zuvor hatten ihre Fragen nach einem Soldaten zu keinem Ergebnis geführt, außer dass die Bewohner ihr gegenüber misstrauisch eingestellt waren. Und wie so oft zuvor hatte sie sich anhören müssen, dass ihr Mann sich entweder den Banditen (oder den Rebellen, aber das war ja mittlerweile ein und das selbe) angeschlossen habe, oder von ihnen getötet worden sei. Vorrausgesetzt natürlich, die Truppen des Königs hätten ihn nicht vorher gefangen genommen und hingerichtet.
Langsam wurde es dunkel. Anna befand sich mitten zwischen Feldern, aber etwa eine Meile vor sich sah sie einen Wald. Dort wollte sie nach einem Bach suchen, sich waschen, die Kartoffeln, die sie ausgegraben hatte, zubereiten und essen, und dann schlafen. Ein weiteres Mal konnte sie den Gedanken nicht abwehren, wie schön es doch wäre, wieder zu Hause in ihrem Bett schlafen zu können. Sie seufzte. Einige Male hatte sie der Gedanke an zu Hause beinahe zur Umkehr bewegt, besonders, wenn sie in einem Dorf mal wieder die wenig ermunternden Auskünfte der Bewohner gehört hatte.
Sie hatte jetzt den Wald erreicht. Die Luft war kühler und nicht so staubig wie auf dem Feld. Anna begann, sich nach einem geeigneten Schlafplatz umzusehen. Sie fand eine gute Stelle, aber - Anna stutzte. Da waren eindeutig Spuren von einem Lagerfeuer zu erkennen! Schnell sah sie sie sich um, aber es war niemand zu sehen. Sie kniete bei der Feuerstelle nieder und betrachtete die verkohlten Reste des Holzes. Es war ganz klar, hier hatte erst letzte Nacht jemand gelagert. Aber wer? Anna kam zu dem Schluss, dass es sicherer sei, von hier zu verschwinden und sich einen anderen Schlafplatz zu suchen.
Gerade wollte sie aufstehen, da wurde sie von hinten gepackt. Sie schrie vor Schreck laut auf und wehrte sich, mit dem Ergebnis, dass der Angreifer ihr schmerzhaft die Arme auf dem Rücken verdrehte. Schnell erkannte sie, dass es keinen zweck hatte, sich weiter zu wehren.
"Wer seid Ihr, und was wollt Ihr von mir!" sagte sie mit wütender Stimme.
Statt einer Antwort hörte sie ein unangenehm krächzendes Lachen und eine rauhe Stimme, die rief: "He Jungs, kommt mal her und seht, was ich gefunden habe!"
Im Unterholz raschelte es, Anna schätze, dass etwa fünf oder sechs weitere Personen auf sie und ihren Angreifer zukamen.
"Sie an John, da haste wohl heut' doch noch Jagdglück gehabt!" erschallte eine andere Stimme.
Anna spürte, wie der Mann, der sie festhielt, ihre Hände mit scharfen Riemen zusammenband. Dann wurde sie unsanft herumgerissen und zu Boden gedrückt, so dass auch ihre Füße gefesselt werden konnten. Anna wehrte sich nicht. Sie sah sich die Menschen an, unter die sie da geraten war: Banditen. Sie hatte es befürchtet.
Ausnahmslos unangenehme Gesichter, ungepflegte Gestalten. Ihre Kleider waren recht ansehnlich, vermutlich hatten sie sie bei einem Überfall erbeutet.
Anna wurde auf einen Stein gesetzt. Nachdem einer der Räuber das Lagerfeuer wieder entzündet hatte, setzten sie sich im Halbkreis drum herum, und zwar so, dass sie auf Anna blickten, und begannen zu essen. Anna würdigten sie keines weiteren Blickes, dennoch wusste sie, dass keine einzelne ihrer Bewegungen unbemerkt blieb.
"Nun, dann wollen wir doch mal sehen, in welcher reizenden Gesellschaft wir uns heute befinden!" begann schließlich einer der Banditen, offensichtlich deren Anführer, stand auf, und unter dem Lachen und Johlen der anderen näherte er sich Anna. Sie schloss die Augen, denn sie hatte eine Befürchtung, was jetzt folgen würde. Doch es geschah nicht. Der Mann fasste sie zwar an, aber nicht auf diese Weise, eher prüfend. Er drehte sie ein wenig herum, forderte sie auf, sich gerade hinzustellen.
"Wie alt bist du?" fragte der Bandit Anna, während er ihr Haar öffnete, das sie zusammengebunden hatte. Sie blieb stumm.
"Antworte!" schrie er sie an und hob die Hand, doch er schlug nicht zu.
"Sechsundzwanzig." sagte sie leise.
"Soso." Er schwieg kurz, während er sie noch mal eingehend musterte. "Hast du einen Mann? Oder - hattest du schon mal einen Mann?" Anna verstand nicht gleich, was mit dieser Frage gemeint war. Dann sah sie das anzügliche Grinsen der anderen Banditen.
"Ich habe zwei Kinder." antwortete sie.
"Hm. Na ja, war nicht anders zu erwarten, in dem Alter. Macht aber nichts. Jungfrauen sind nicht mehr so gefragt wie früher. Ich nehme doch an, du kannst kochen und anderen Haushaltskram erledigen? Du bist auch ziemlich hübsch, wirst uns eine reichliche Stange Geld bringen. Wir werden dir nichts tun, kaputte Ware bringt nichts auf dem Markt. Aber wenn du versuchst zu fliehen, werde ich - " Er zog ein Messer hervor und hielt es Anna an die Kehle, "dich ohne Skrupel abstechen. Ist das soweilt klar?" Anna nickte.
"Gut. Dann kriegst du jetzt was zu essen, siehst ein bisschen mager aus. Es ist eine lange Reise übers Gebirge nach Tirolen, wir wollen doch nicht, das du uns vom Fleisch fällst."
Erneut hörte Anna es im Gebüsch rascheln. Im dunklen Feuerschein erkannte sie vier weitere Banditen, die mindestens zehn andere Fauen, genauso gefesselt wie Anna, vor sich her schoben oder hinter sich her zogen, bis sie ihnen befahlen, sich zu Anna zu setzen.
Keine der Frauen sah Anna an, und auch sie hatte nicht den Mut, ihren Leidensgenossinnen ins Gesicht zu schauen. Dann wurde ihnen die rechte Hand freigebunden, und sie alle bekamen ein Stück Brot und ein Stück Käse. Mechanisch aß Anna. Sie sah dabei zu Boden und versuchte, weder an Peter noch an die Zwillinge zu denken. Sie wusste, dass sie jetzt kein Mitglied ihrer Familie allzu bald wiedersehen würde.
Sie musste vorsichtig sein. Die Leute in dieser Gegend hatten Angst vor den Banditen, die ihre Dörfer plünderten und zuweilen auch die Einwohner entführten, um sie als Sklaven nach Tirolien, wo der Handel mit Menschen nicht verboten war, zu verschleppen. Anna hatte sich schon mehrmals vor solchen Banden im Gebüsch oder hinter einem Felsen verstecken müssen.
Sie war müde. Sie war heute länger gelaufen als sonst, und hatte trotzdem das Gefühl, keine Meile weitergekommen zu sein, seit sie am Vormittag durch zwei Dörfer gekommen war. Wie so viele Male zuvor hatten ihre Fragen nach einem Soldaten zu keinem Ergebnis geführt, außer dass die Bewohner ihr gegenüber misstrauisch eingestellt waren. Und wie so oft zuvor hatte sie sich anhören müssen, dass ihr Mann sich entweder den Banditen (oder den Rebellen, aber das war ja mittlerweile ein und das selbe) angeschlossen habe, oder von ihnen getötet worden sei. Vorrausgesetzt natürlich, die Truppen des Königs hätten ihn nicht vorher gefangen genommen und hingerichtet.
Langsam wurde es dunkel. Anna befand sich mitten zwischen Feldern, aber etwa eine Meile vor sich sah sie einen Wald. Dort wollte sie nach einem Bach suchen, sich waschen, die Kartoffeln, die sie ausgegraben hatte, zubereiten und essen, und dann schlafen. Ein weiteres Mal konnte sie den Gedanken nicht abwehren, wie schön es doch wäre, wieder zu Hause in ihrem Bett schlafen zu können. Sie seufzte. Einige Male hatte sie der Gedanke an zu Hause beinahe zur Umkehr bewegt, besonders, wenn sie in einem Dorf mal wieder die wenig ermunternden Auskünfte der Bewohner gehört hatte.
Sie hatte jetzt den Wald erreicht. Die Luft war kühler und nicht so staubig wie auf dem Feld. Anna begann, sich nach einem geeigneten Schlafplatz umzusehen. Sie fand eine gute Stelle, aber - Anna stutzte. Da waren eindeutig Spuren von einem Lagerfeuer zu erkennen! Schnell sah sie sie sich um, aber es war niemand zu sehen. Sie kniete bei der Feuerstelle nieder und betrachtete die verkohlten Reste des Holzes. Es war ganz klar, hier hatte erst letzte Nacht jemand gelagert. Aber wer? Anna kam zu dem Schluss, dass es sicherer sei, von hier zu verschwinden und sich einen anderen Schlafplatz zu suchen.
Gerade wollte sie aufstehen, da wurde sie von hinten gepackt. Sie schrie vor Schreck laut auf und wehrte sich, mit dem Ergebnis, dass der Angreifer ihr schmerzhaft die Arme auf dem Rücken verdrehte. Schnell erkannte sie, dass es keinen zweck hatte, sich weiter zu wehren.
"Wer seid Ihr, und was wollt Ihr von mir!" sagte sie mit wütender Stimme.
Statt einer Antwort hörte sie ein unangenehm krächzendes Lachen und eine rauhe Stimme, die rief: "He Jungs, kommt mal her und seht, was ich gefunden habe!"
Im Unterholz raschelte es, Anna schätze, dass etwa fünf oder sechs weitere Personen auf sie und ihren Angreifer zukamen.
"Sie an John, da haste wohl heut' doch noch Jagdglück gehabt!" erschallte eine andere Stimme.
Anna spürte, wie der Mann, der sie festhielt, ihre Hände mit scharfen Riemen zusammenband. Dann wurde sie unsanft herumgerissen und zu Boden gedrückt, so dass auch ihre Füße gefesselt werden konnten. Anna wehrte sich nicht. Sie sah sich die Menschen an, unter die sie da geraten war: Banditen. Sie hatte es befürchtet.
Ausnahmslos unangenehme Gesichter, ungepflegte Gestalten. Ihre Kleider waren recht ansehnlich, vermutlich hatten sie sie bei einem Überfall erbeutet.
Anna wurde auf einen Stein gesetzt. Nachdem einer der Räuber das Lagerfeuer wieder entzündet hatte, setzten sie sich im Halbkreis drum herum, und zwar so, dass sie auf Anna blickten, und begannen zu essen. Anna würdigten sie keines weiteren Blickes, dennoch wusste sie, dass keine einzelne ihrer Bewegungen unbemerkt blieb.
"Nun, dann wollen wir doch mal sehen, in welcher reizenden Gesellschaft wir uns heute befinden!" begann schließlich einer der Banditen, offensichtlich deren Anführer, stand auf, und unter dem Lachen und Johlen der anderen näherte er sich Anna. Sie schloss die Augen, denn sie hatte eine Befürchtung, was jetzt folgen würde. Doch es geschah nicht. Der Mann fasste sie zwar an, aber nicht auf diese Weise, eher prüfend. Er drehte sie ein wenig herum, forderte sie auf, sich gerade hinzustellen.
"Wie alt bist du?" fragte der Bandit Anna, während er ihr Haar öffnete, das sie zusammengebunden hatte. Sie blieb stumm.
"Antworte!" schrie er sie an und hob die Hand, doch er schlug nicht zu.
"Sechsundzwanzig." sagte sie leise.
"Soso." Er schwieg kurz, während er sie noch mal eingehend musterte. "Hast du einen Mann? Oder - hattest du schon mal einen Mann?" Anna verstand nicht gleich, was mit dieser Frage gemeint war. Dann sah sie das anzügliche Grinsen der anderen Banditen.
"Ich habe zwei Kinder." antwortete sie.
"Hm. Na ja, war nicht anders zu erwarten, in dem Alter. Macht aber nichts. Jungfrauen sind nicht mehr so gefragt wie früher. Ich nehme doch an, du kannst kochen und anderen Haushaltskram erledigen? Du bist auch ziemlich hübsch, wirst uns eine reichliche Stange Geld bringen. Wir werden dir nichts tun, kaputte Ware bringt nichts auf dem Markt. Aber wenn du versuchst zu fliehen, werde ich - " Er zog ein Messer hervor und hielt es Anna an die Kehle, "dich ohne Skrupel abstechen. Ist das soweilt klar?" Anna nickte.
"Gut. Dann kriegst du jetzt was zu essen, siehst ein bisschen mager aus. Es ist eine lange Reise übers Gebirge nach Tirolen, wir wollen doch nicht, das du uns vom Fleisch fällst."
Erneut hörte Anna es im Gebüsch rascheln. Im dunklen Feuerschein erkannte sie vier weitere Banditen, die mindestens zehn andere Fauen, genauso gefesselt wie Anna, vor sich her schoben oder hinter sich her zogen, bis sie ihnen befahlen, sich zu Anna zu setzen.
Keine der Frauen sah Anna an, und auch sie hatte nicht den Mut, ihren Leidensgenossinnen ins Gesicht zu schauen. Dann wurde ihnen die rechte Hand freigebunden, und sie alle bekamen ein Stück Brot und ein Stück Käse. Mechanisch aß Anna. Sie sah dabei zu Boden und versuchte, weder an Peter noch an die Zwillinge zu denken. Sie wusste, dass sie jetzt kein Mitglied ihrer Familie allzu bald wiedersehen würde.
Zuletzt geändert von naria am Do 17.07.2003 - 12:05, insgesamt 1-mal geändert.
Die Gegenwart ... im Lager der Rebellen
Das erste was Kroolio getan hatte, nachdem Peter ihn dem äußerst erstaunten Hauptmann vorgestellt hatte, war, sich diese Kämpfer genauer anzusehen. Das Ergebnis war ernüchternd: Obwohl alle von ihnen als Soldaten hatten kämpfen müssen, besaß kaum einer einer militärische Ausbildung. Ihre Waffen und sonstige Ausrüstungsgegenstände waren zwar gut, aber im besten Fall alt und abgenutzt, größtenteils jedoch beschädigt und unbrauchbar. Kroolios erster Eindruck vom Morgen bestätigte sich, diese sogenannten Rebellen sahen eher aus wie eine Bande streunender Räuber und Wegelagerer. Damit lag er allerdings gar nicht so falsch, denn wie der Hauptmann ihm später am Abend in einem langen Gespräch erklärte, bestand die Taktik der Männer hauptsächlich aus vereinzelten Überfällen auf kleinere Trupps der königlichen Garden. Gingen die Vorräte zuneige, musste bisweilen auch das ein oder andere Dorf einen Teil seiner für den Winter aufgesparten Nahrungsmittel "freiwillig" abgeben. Als der Drache den Hauptmann nach dem Ziel fragte, dass dieser zu erreichen versuchte, erhielt er eine Antwort, die sich von dem, was Peter zuvor gesagt hatte, überraschend unterschied: Ihre Absicht sei der Sturz des Königs Gillaume. Seine Herrschaft sei unrechtmäßig, sein Verhalten gegenüber den ehemaligen Untergebenen Ferdinands nicht nur ungerecht, sondern grausam. Wer denn seiner Meinung nach König sein sollte, fragte Kroolio den Hauptmann. Dieser ließ ein kleines, ärgerliches Lachen hören und antwortete:
"König? Wir brauchen keinen König! Wir brauchen keinen Hofstaat, der das gesamte Vermögen des Reiches, das wir geringen Menschen erarbeiten, verwschlingt! Wir brauchen keine Staatsberater, die immer neue Gesetze zur Unterdrückung und Ausbveutung der Bürger erfinden und die der König dann willig unterschreibt, ihne auch nur einen Blick darauf zu werfen! Wir brauchen keine adligen Berichterstatter, die die armen Bauern besuchen, und von ihnen aus Gastfreundschaft und Respekt das weicheste Bett im Haus und das Fleisch des eigens dafür geschlachteten einzigen Rindes vorgesetzt bekommen, woraufhin sie zum König gehen und ihm berichten, wie gut es seinen Untertanen ginge, während diese den Winter hindurch keine Milch für die Kinder mehr haben! Wir brauchen keine Soldatenwerber, die in unserer Abwesenheit unsere Häuser besuchen und unsere Söhne mitnehmen um ihnen beizubringen, ihre Väter und Brüder zu töten! Wir brauchen keine königlichen Garden, die uns wie wilde Tiere jagen, nur weil wir uns dieser behandlung widersetzen!"
Der Hauptmann wurde immer aufbraucsender, während er sprach. Dann machte er eine Pause, lächelte zu Kroolio, und fuhr weitaus ruhiger fort:
"Nein, all das brauchen wir nicht. Was wir brauchen, ist eine Regierung, die aus Mitgliedern des Volkes besteht, und die sich um die Belange des Volkes kümmert. Sagt, Kroolio, hattet ihr Drachen jemals einen König? Nein! Ihr wurdet von den besten Kriegern und von den weisesten Alten eurer Stämme angeführt. Gab es bei euch je diese Korruption, diese Unterdrückung, diese Ausbeutung der Ärmsten zugunsten der Reichesten, unter der wir Menschen zu leiden haben? Nein! Gab es bei euch diese willkürliche Macht, die einen Mann von seiner Familie trennt, nur weil es dem König so gefällt? Nein! Ihr kanntet noch Gerechtigkeit und Frieden, und das ist es auch, wonach Ihr mich vorhin fragtet! Das zu erlangen ist unser Ziel! Und wenn Ihr uns die große Ehre erweisen würdet, an unserer Seite zu kämpfen, werter Kroolio, so bin ich mir sicher, dass wir diesem Ziel bald näher kommen werden. Was sagt Ihr zu meinem Angebot?"
Kroolio ging darauf ein. Irgendwie faszinierte ihn dieser Räubergeneral, zudem wusste er im Moment selbst nicht, wo er sonst hingehen sollte. Hier bei diesen Menschen wurde er zumindest nicht gejagt, sondern im Gegenteil geachtet, bewundert und auch gefürchtet. Das gefiel Kroolio.
Dann wurde ein geradezu festliches Mahl aufgetragen, was dem Drachen verriet, dass jetzt ein Dorf in der Nähe einige Schweine und Kühe vermisste.
Kroolio verachtete diese Scheinheiligkeit des Hauptmannes. Aber er war sich auch sicher, dass diesem gar nicht bewusst war, in welchem Widerspruch seine schönen Worte zu den Taten seiner Truppe von Banditen stand. Die Menschen waren ja so dumm.
Das erste was Kroolio getan hatte, nachdem Peter ihn dem äußerst erstaunten Hauptmann vorgestellt hatte, war, sich diese Kämpfer genauer anzusehen. Das Ergebnis war ernüchternd: Obwohl alle von ihnen als Soldaten hatten kämpfen müssen, besaß kaum einer einer militärische Ausbildung. Ihre Waffen und sonstige Ausrüstungsgegenstände waren zwar gut, aber im besten Fall alt und abgenutzt, größtenteils jedoch beschädigt und unbrauchbar. Kroolios erster Eindruck vom Morgen bestätigte sich, diese sogenannten Rebellen sahen eher aus wie eine Bande streunender Räuber und Wegelagerer. Damit lag er allerdings gar nicht so falsch, denn wie der Hauptmann ihm später am Abend in einem langen Gespräch erklärte, bestand die Taktik der Männer hauptsächlich aus vereinzelten Überfällen auf kleinere Trupps der königlichen Garden. Gingen die Vorräte zuneige, musste bisweilen auch das ein oder andere Dorf einen Teil seiner für den Winter aufgesparten Nahrungsmittel "freiwillig" abgeben. Als der Drache den Hauptmann nach dem Ziel fragte, dass dieser zu erreichen versuchte, erhielt er eine Antwort, die sich von dem, was Peter zuvor gesagt hatte, überraschend unterschied: Ihre Absicht sei der Sturz des Königs Gillaume. Seine Herrschaft sei unrechtmäßig, sein Verhalten gegenüber den ehemaligen Untergebenen Ferdinands nicht nur ungerecht, sondern grausam. Wer denn seiner Meinung nach König sein sollte, fragte Kroolio den Hauptmann. Dieser ließ ein kleines, ärgerliches Lachen hören und antwortete:
"König? Wir brauchen keinen König! Wir brauchen keinen Hofstaat, der das gesamte Vermögen des Reiches, das wir geringen Menschen erarbeiten, verwschlingt! Wir brauchen keine Staatsberater, die immer neue Gesetze zur Unterdrückung und Ausbveutung der Bürger erfinden und die der König dann willig unterschreibt, ihne auch nur einen Blick darauf zu werfen! Wir brauchen keine adligen Berichterstatter, die die armen Bauern besuchen, und von ihnen aus Gastfreundschaft und Respekt das weicheste Bett im Haus und das Fleisch des eigens dafür geschlachteten einzigen Rindes vorgesetzt bekommen, woraufhin sie zum König gehen und ihm berichten, wie gut es seinen Untertanen ginge, während diese den Winter hindurch keine Milch für die Kinder mehr haben! Wir brauchen keine Soldatenwerber, die in unserer Abwesenheit unsere Häuser besuchen und unsere Söhne mitnehmen um ihnen beizubringen, ihre Väter und Brüder zu töten! Wir brauchen keine königlichen Garden, die uns wie wilde Tiere jagen, nur weil wir uns dieser behandlung widersetzen!"
Der Hauptmann wurde immer aufbraucsender, während er sprach. Dann machte er eine Pause, lächelte zu Kroolio, und fuhr weitaus ruhiger fort:
"Nein, all das brauchen wir nicht. Was wir brauchen, ist eine Regierung, die aus Mitgliedern des Volkes besteht, und die sich um die Belange des Volkes kümmert. Sagt, Kroolio, hattet ihr Drachen jemals einen König? Nein! Ihr wurdet von den besten Kriegern und von den weisesten Alten eurer Stämme angeführt. Gab es bei euch je diese Korruption, diese Unterdrückung, diese Ausbeutung der Ärmsten zugunsten der Reichesten, unter der wir Menschen zu leiden haben? Nein! Gab es bei euch diese willkürliche Macht, die einen Mann von seiner Familie trennt, nur weil es dem König so gefällt? Nein! Ihr kanntet noch Gerechtigkeit und Frieden, und das ist es auch, wonach Ihr mich vorhin fragtet! Das zu erlangen ist unser Ziel! Und wenn Ihr uns die große Ehre erweisen würdet, an unserer Seite zu kämpfen, werter Kroolio, so bin ich mir sicher, dass wir diesem Ziel bald näher kommen werden. Was sagt Ihr zu meinem Angebot?"
Kroolio ging darauf ein. Irgendwie faszinierte ihn dieser Räubergeneral, zudem wusste er im Moment selbst nicht, wo er sonst hingehen sollte. Hier bei diesen Menschen wurde er zumindest nicht gejagt, sondern im Gegenteil geachtet, bewundert und auch gefürchtet. Das gefiel Kroolio.
Dann wurde ein geradezu festliches Mahl aufgetragen, was dem Drachen verriet, dass jetzt ein Dorf in der Nähe einige Schweine und Kühe vermisste.
Kroolio verachtete diese Scheinheiligkeit des Hauptmannes. Aber er war sich auch sicher, dass diesem gar nicht bewusst war, in welchem Widerspruch seine schönen Worte zu den Taten seiner Truppe von Banditen stand. Die Menschen waren ja so dumm.
Zuletzt geändert von naria am Di 16.09.2003 - 17:44, insgesamt 2-mal geändert.
- SATANatWEB
- Verwarnstufe 1
- Beiträge: 102
- Registriert: Di 17.06.2003 - 14:43
- Wohnort: Hildesheim
Am nächsten morgen wurde Kroolio unsampft von dem lärm klirrender Rüstungen geweckt er schreckte hoch. Der Hauptmann kam auf ihn zu:"Hallo mein Freund keine Angst wir bereiten uns nur auf einen kleine Raubzug gegen die Soldaten vor. Sagt mein Freund wollt ihr uns nicht unterstützen, wir könnten jede hilfe gebrauen."
Kroolio überlegte einen moment dann sagte er: " Ja klar ich helfe euch doch erwartet nicht von mir das ich dieArbeit für euch mache. Als beobachter und eventuelle Rückendeckung werd ich da sein. "
Der Hauptmann schaute ihn freudestrahlend an und sagte:" Ist gut Kroolio ich denke schon bei eurem Anblick werden die Soldaten vor Angst fliehen." Sie gingen los, Kroolio flug mit etwas abstand hinterher. Auf einmal sah er sie diese armen kleine Menschen, sie liefen gradewegs in eine Falle. Denn als die Soldaten den Wald erreichten stürmten die Kämpfer aus sie los. Völlig entsetzt bildeten die Soldaten einen Verteidigungsring. Sie konnten die Angriffe der Räuber gut abwehren und standen kurz vor einem Sieg. Kroolio fand das gar nicht lustig und im moment des Rückzugs des Hauptmanns kam er aus seinem versteck er flog einen kleinen Kreis über die Soldaten und schleuderte einen Riesigen Feuerstrahl auf sie ab. Die Soldaten rannten um ihr leben sie schrien denn ihre brennende Kleidung konnten sie nicht abwerfen. Kroolio stürzte sich auf überlebenden, fliehenden Fackeln und zerfetzte sie mit seinen Klauen. Er befand sich in einem Blutrausch einige Räuber rannten zurück auf das Schlachtfeld um sich ein paar Soldaten zu schnappen. Kroolio in seinem Blutrausch konnte weder Freund noch Feind unterscheiden und Verbrannte sie. Der Hauptmann sah aus dem Wald zurück mit schrecken mußte er ansehen wie ein Teil seiner Leute von Krooloio verbrannt und zerstückelt wurden.
Kroolio überlegte einen moment dann sagte er: " Ja klar ich helfe euch doch erwartet nicht von mir das ich dieArbeit für euch mache. Als beobachter und eventuelle Rückendeckung werd ich da sein. "
Der Hauptmann schaute ihn freudestrahlend an und sagte:" Ist gut Kroolio ich denke schon bei eurem Anblick werden die Soldaten vor Angst fliehen." Sie gingen los, Kroolio flug mit etwas abstand hinterher. Auf einmal sah er sie diese armen kleine Menschen, sie liefen gradewegs in eine Falle. Denn als die Soldaten den Wald erreichten stürmten die Kämpfer aus sie los. Völlig entsetzt bildeten die Soldaten einen Verteidigungsring. Sie konnten die Angriffe der Räuber gut abwehren und standen kurz vor einem Sieg. Kroolio fand das gar nicht lustig und im moment des Rückzugs des Hauptmanns kam er aus seinem versteck er flog einen kleinen Kreis über die Soldaten und schleuderte einen Riesigen Feuerstrahl auf sie ab. Die Soldaten rannten um ihr leben sie schrien denn ihre brennende Kleidung konnten sie nicht abwerfen. Kroolio stürzte sich auf überlebenden, fliehenden Fackeln und zerfetzte sie mit seinen Klauen. Er befand sich in einem Blutrausch einige Räuber rannten zurück auf das Schlachtfeld um sich ein paar Soldaten zu schnappen. Kroolio in seinem Blutrausch konnte weder Freund noch Feind unterscheiden und Verbrannte sie. Der Hauptmann sah aus dem Wald zurück mit schrecken mußte er ansehen wie ein Teil seiner Leute von Krooloio verbrannt und zerstückelt wurden.
IN SATAN WE TRUST DO WHAT HAS TO BE DONE
- hafensaenger
- Erzengel
- Beiträge: 7175
- Registriert: Di 21.05.2002 - 14:15
- Wohnort: Fate2 Vers. 17.07.2007
- Kontaktdaten:
Inzwischen
Armanuki spürte einen hämmernden Schmerz im Kopf und in der Brust. Wenig später sah er in einer Vision die Greueltaten von Kroolio. Er musste allmählich handeln und dem ein Ende setzen, sonst gibt es bald keine Menschen mehr. Nie hat er gegen Kroolio verloren. Trotzdem hatten beide sich lange nimmer gesehen und er scheute irgendwo die Herausforderung auch wenn sie unabwendbar schien.
Eine Menge Wut, Zorn und Enttäuschung hatten sich seitdem in ihm angesammelt Gefühle, die er immer unterdrückt und in sich hineingefressen hat. Mit einem Mal entfesselte Armanuki sie und ließ sie mit einem markerschütternden Schrei frei . Er konnte sie nicht länger unterdrücken. Soviele Dinge kamen in ihm hoch. Zuviele Dinge sodass er es alles auf einmal nicht verarbeiten und kontrollieren konnte. Soviele unschuldige mussten sinnlos sterben.
Armanuki hat viele schreckliche Dinge sehen und erleben muessen . In seinen Träumen , in der Welt da draussen. Trotzdem nimmt er jedes Lebenwesen in seiner Nähe in Schutz. Er kann nicht hassen , er kennt das Wort nichtmal. Er will diese Emotion auch erst gar nicht kennenlernen oder verstehen. Warum muessen sich immer alle bekämpfen?
Auf diese Frage weiss scheinbar keiner eine Antwort. Armanuki wuerde lieber sterben als alles unversucht zu lassen. Jedes Wesen hat eine dunkle Seite. Armanuki hat Angst vor dieser Dunkelheit. Die Dunkelheit, die er in Kroolio spuert. Wenn Armanuki in die Finsternis springen muesste um den ein Ende zu setzen. Er wuerde es tun. Nur um die Welt von all ihrem Leid zu befreien.
Armanuki spürte einen hämmernden Schmerz im Kopf und in der Brust. Wenig später sah er in einer Vision die Greueltaten von Kroolio. Er musste allmählich handeln und dem ein Ende setzen, sonst gibt es bald keine Menschen mehr. Nie hat er gegen Kroolio verloren. Trotzdem hatten beide sich lange nimmer gesehen und er scheute irgendwo die Herausforderung auch wenn sie unabwendbar schien.
Eine Menge Wut, Zorn und Enttäuschung hatten sich seitdem in ihm angesammelt Gefühle, die er immer unterdrückt und in sich hineingefressen hat. Mit einem Mal entfesselte Armanuki sie und ließ sie mit einem markerschütternden Schrei frei . Er konnte sie nicht länger unterdrücken. Soviele Dinge kamen in ihm hoch. Zuviele Dinge sodass er es alles auf einmal nicht verarbeiten und kontrollieren konnte. Soviele unschuldige mussten sinnlos sterben.
Armanuki hat viele schreckliche Dinge sehen und erleben muessen . In seinen Träumen , in der Welt da draussen. Trotzdem nimmt er jedes Lebenwesen in seiner Nähe in Schutz. Er kann nicht hassen , er kennt das Wort nichtmal. Er will diese Emotion auch erst gar nicht kennenlernen oder verstehen. Warum muessen sich immer alle bekämpfen?
Auf diese Frage weiss scheinbar keiner eine Antwort. Armanuki wuerde lieber sterben als alles unversucht zu lassen. Jedes Wesen hat eine dunkle Seite. Armanuki hat Angst vor dieser Dunkelheit. Die Dunkelheit, die er in Kroolio spuert. Wenn Armanuki in die Finsternis springen muesste um den ein Ende zu setzen. Er wuerde es tun. Nur um die Welt von all ihrem Leid zu befreien.
"We choose our joys and sorrows
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
Aber jetzt hat er andere Sorgen, nämlich zwei kleine Mädchen, die am frühen Morgen nachdem er sie und Jacky nach Hause gebracht hatte, vor seiner Höhle aufgetaucht waren, ihn mit ihren Rufen aus dem Schlaf gerissen und von ihm verlangten, sie mitzunehmen. Auf seine Frage, wo sie denn hinwollten, hatten sie geantwortet, das sei egal, nur müssten sie etwas suchen. Mit einem resignierenden Seufzen hatte er sie auf seinen Rücken gelassen und war mit den Kindern davongeflogen.
Jeannie und Dori waren wie befohlen ins Bett gegangen. Sie konnten selbstverständlich nicht schlafen. Es gab so viel zu besprechen! Jacky hatte seit ihrem Sturz keinen Ton von sich gegeben. Was heckte sie aus? Wollte sie Naria und Opa Sandro von dem Drachen erzählen? Wenn die es wussten, würden sie sicher zum Bürgermeister des Dorfes gehen, und der würde Armanukis Verfolgung befehlen! Sie mussten den Drachen warnen! Sie mussten Jacky zum Schweigen verpflichten! Sie mussten dafür sorgen, dass niemand ihr glaubte! Vor allem aber mussten sie ihr Aussagen gegenüber Naria miteinander absprechen, und dazu musste Jacky endlich einschlafen.
Nach scheinbar endlosen Stunden war es so weit, die Zwillinge prüften durch Sprechen und Rütteln, ob Jacky auch wirklich in tiefen Schlaf gefallen war, dann verließen auf leisen Sohlen ihr Schlafzimmer, schlichen noch viel leiser an den Türen von Narias und Sandros Zimmern vorrüber, tappten nicht ganz so leise die Treppe hinab und wollten schon das Haus verlassen um sich in ihr Geheimversteck im Schweinestall zu verziehen, als sie aus der Küche leise Stimmen hörten.
"Du darfst nicht so streng mit den Mädchen sein, Vater. Woher sollen sie denn wissen, dass du dich so entsetzlich um sie sorgst, wenn sie so lang im Wald verschwinden."
"Ach, geh!" winkte der Alte ab, "Ich mache mir nicht mehr Sorgen als du selbst. Auch wenn du es gut versteckst weiß ich doch, wie du dir tagtäglich Gedanken um das Wohl der Kinder machst, ich ... "
Naria wollte etwas erwidern, doch Sandro brachte sie durch eine Handbewegung zum Schweigen.
"Ich verstehe dich ja. Erst dein Mann und dein Schwager, dann deine Schwester, und schließlich noch deine Mutter. Ich weiß, dass du es nicht ertragen könntest, wenn nun auch noch den Kindern etwas zustoßen würde. Aber es nützt nichts und schadet nur umso mehr, so zu tun, als ob du dir keine großen Sorgen machen würdest!"
Naria schwieg.
"Ich weiß, wie viele Vorwürfe du dir damals nach Annas Verschwinden gemacht hast, doch du hättest sie nicht abhalten können! Auch wenn du mir uns Isabell gesagt hättest, was sie dir von ihren Plänen erzählt hat, hätte das nichts geändert."
Die Zwillinge, die an der Tür lauschten, stutzten. Es war das erste Mal, dass sie Naria und Opa Sandro vertraulich von ihrer Mutter reden hörten. Die Mädchen selbst waren zum Zeitpunkt ihres Verschwindens noch sehr klein gewesen, drei Jahre alt, und niemand hatte ihnen jemals gesagt, was mit ihr geschehen war. Sie wussten nur, dass sie spurlos verschwunden sei, aber bald zurückkommen werde. Nur waren seit dem sieben Jahre vergangen, und noch immer war ihre Mutter nicht zurück. Wann immer sie sich nach ihr erkundigt hatten, und wissen wollten, wann sie denn nun wieder da sein würde, hatte die Antwort gelautet: Bald. Irgendwann hatten sie aufgehört zu fragen.
"Außerdem hast du alles Menschenmögliche getan um sie zu finden, aber wer nicht gefunden werden will, den findet man auch nicht, und damit müssen wir uns zufriedengeben, mein Kind. Es war ihr Wille auszuziehen um den Vater der Mädchen zu suchen, und ihr Recht. Mich dauert nur, dass sie geglaubt hat er sei noch am Leben, denn das ist er nicht, und er war schon damals tot. Hätte er noch gelebt, so wäre er zurückgekommen, oder sie hätte ihn in den Gefangenenlagern des Königs gefunden ... "
"Aber der Ausbruch ...!" unterbrach ihn Naria.
"Ausbruch, Papperlapapp! Wäre er ausgebrochen, wäre er nach Hause gekommen. Hätte er noch gelebt, hätte Anna ihn gefunden. Hätte sie ihn gefunden, wären sie zurückgekommen!"
Er machte eine Pause.
"Ich weiß ja, dass du hoffst, dass sie noch lebt und es ihr gut geht. Das hoffe ich auch. Du hoffst, dass sie Peter gefunden hat und sie glücklich zusammen sind, egal wo sie sind, und denkst, dass nur irgend ein äußerer Umstand sie davon abhält, zu uns zurückzukommen. Ich weiß auch, dass du selbst noch sehr oft an deinen Mann denkst und dich fragst, ob er vielleicht noch am Leben ist. Ich verstehe es. Du hast ihr sehr geliebt, und tust es wohl auch jetzt noch, warum sonst lebst du hier seit so vielen Jahren wie eine Nonne, die Kinder ohne einen Vater und ich ohne einen jungen Mann, und der Hof ohne einen jungen Mann, der die nötigen Arbeiten am Haus erledigen könnte. Ich werfe es dir nicht vor, es ist dein gutes Recht auf deinen Ehemann zu warten, auch, wenn er längst tot ist. Du magst mir da widersprechen, aber du bist jung. Ich bin alt, zu alt um meine Zeit mit Hoffen zu verbringen."
Naria erwiderte nichts, und auch Sandro sagte nichts mehr. Schweigend saßen sich beide gegenüber und starrten auf die dunkle Platte des hölzernen Küchentisches.
Armanuki war leicht genervt. Er flog mit den Mädchen in Richtung Westen, dorthin, von wo er Kroolios Schwingungen empfing. Seit die Zwillinge bei seinem Lager aufgetaucht waren, hatte er keine ruhige Minute gehabt, um über das Bevorstehende nachzudenken. Aber vielleicht war das ja auch ganz gut so.
Sie hatten ihn über eine halbe Stunde lang über den letzten großen Krieg der Menschen ausgefragt, von dem Kroolio jedoch gar nichts wusste, außer der Tatsache, dass er durch den Tod des Menschenkönigs im Krieg gegen die Drachen ausgelöst worden war, was die Menschen jedoch dank Malmers Bemühungen "vergessen" hatten.
Dann hatten sie ihn gefragt, ob er es für möglich halte, dass ein im Krieg verschollener Soldat nach siebeneinhalb Jahren noch am Leben sein könne, ohne nach Hause zu seiner Familie zurückgekehrt zu sein. Als Armanuki diese vielen Fragen mit der Begründung abtun wollte, dass er von all dem keine Kenntnisse besaß, fragte Jeannie ihn, ob er mit Hilfe seiner Fähigkeiten einen verschwunden Menschen aufspüren könne. Von dieser Frage ziemlich überrascht, fragte er sie, wen sie denn suchten:
"Unsere Mutter!"
Jeannie und Dori waren wie befohlen ins Bett gegangen. Sie konnten selbstverständlich nicht schlafen. Es gab so viel zu besprechen! Jacky hatte seit ihrem Sturz keinen Ton von sich gegeben. Was heckte sie aus? Wollte sie Naria und Opa Sandro von dem Drachen erzählen? Wenn die es wussten, würden sie sicher zum Bürgermeister des Dorfes gehen, und der würde Armanukis Verfolgung befehlen! Sie mussten den Drachen warnen! Sie mussten Jacky zum Schweigen verpflichten! Sie mussten dafür sorgen, dass niemand ihr glaubte! Vor allem aber mussten sie ihr Aussagen gegenüber Naria miteinander absprechen, und dazu musste Jacky endlich einschlafen.
Nach scheinbar endlosen Stunden war es so weit, die Zwillinge prüften durch Sprechen und Rütteln, ob Jacky auch wirklich in tiefen Schlaf gefallen war, dann verließen auf leisen Sohlen ihr Schlafzimmer, schlichen noch viel leiser an den Türen von Narias und Sandros Zimmern vorrüber, tappten nicht ganz so leise die Treppe hinab und wollten schon das Haus verlassen um sich in ihr Geheimversteck im Schweinestall zu verziehen, als sie aus der Küche leise Stimmen hörten.
"Du darfst nicht so streng mit den Mädchen sein, Vater. Woher sollen sie denn wissen, dass du dich so entsetzlich um sie sorgst, wenn sie so lang im Wald verschwinden."
"Ach, geh!" winkte der Alte ab, "Ich mache mir nicht mehr Sorgen als du selbst. Auch wenn du es gut versteckst weiß ich doch, wie du dir tagtäglich Gedanken um das Wohl der Kinder machst, ich ... "
Naria wollte etwas erwidern, doch Sandro brachte sie durch eine Handbewegung zum Schweigen.
"Ich verstehe dich ja. Erst dein Mann und dein Schwager, dann deine Schwester, und schließlich noch deine Mutter. Ich weiß, dass du es nicht ertragen könntest, wenn nun auch noch den Kindern etwas zustoßen würde. Aber es nützt nichts und schadet nur umso mehr, so zu tun, als ob du dir keine großen Sorgen machen würdest!"
Naria schwieg.
"Ich weiß, wie viele Vorwürfe du dir damals nach Annas Verschwinden gemacht hast, doch du hättest sie nicht abhalten können! Auch wenn du mir uns Isabell gesagt hättest, was sie dir von ihren Plänen erzählt hat, hätte das nichts geändert."
Die Zwillinge, die an der Tür lauschten, stutzten. Es war das erste Mal, dass sie Naria und Opa Sandro vertraulich von ihrer Mutter reden hörten. Die Mädchen selbst waren zum Zeitpunkt ihres Verschwindens noch sehr klein gewesen, drei Jahre alt, und niemand hatte ihnen jemals gesagt, was mit ihr geschehen war. Sie wussten nur, dass sie spurlos verschwunden sei, aber bald zurückkommen werde. Nur waren seit dem sieben Jahre vergangen, und noch immer war ihre Mutter nicht zurück. Wann immer sie sich nach ihr erkundigt hatten, und wissen wollten, wann sie denn nun wieder da sein würde, hatte die Antwort gelautet: Bald. Irgendwann hatten sie aufgehört zu fragen.
"Außerdem hast du alles Menschenmögliche getan um sie zu finden, aber wer nicht gefunden werden will, den findet man auch nicht, und damit müssen wir uns zufriedengeben, mein Kind. Es war ihr Wille auszuziehen um den Vater der Mädchen zu suchen, und ihr Recht. Mich dauert nur, dass sie geglaubt hat er sei noch am Leben, denn das ist er nicht, und er war schon damals tot. Hätte er noch gelebt, so wäre er zurückgekommen, oder sie hätte ihn in den Gefangenenlagern des Königs gefunden ... "
"Aber der Ausbruch ...!" unterbrach ihn Naria.
"Ausbruch, Papperlapapp! Wäre er ausgebrochen, wäre er nach Hause gekommen. Hätte er noch gelebt, hätte Anna ihn gefunden. Hätte sie ihn gefunden, wären sie zurückgekommen!"
Er machte eine Pause.
"Ich weiß ja, dass du hoffst, dass sie noch lebt und es ihr gut geht. Das hoffe ich auch. Du hoffst, dass sie Peter gefunden hat und sie glücklich zusammen sind, egal wo sie sind, und denkst, dass nur irgend ein äußerer Umstand sie davon abhält, zu uns zurückzukommen. Ich weiß auch, dass du selbst noch sehr oft an deinen Mann denkst und dich fragst, ob er vielleicht noch am Leben ist. Ich verstehe es. Du hast ihr sehr geliebt, und tust es wohl auch jetzt noch, warum sonst lebst du hier seit so vielen Jahren wie eine Nonne, die Kinder ohne einen Vater und ich ohne einen jungen Mann, und der Hof ohne einen jungen Mann, der die nötigen Arbeiten am Haus erledigen könnte. Ich werfe es dir nicht vor, es ist dein gutes Recht auf deinen Ehemann zu warten, auch, wenn er längst tot ist. Du magst mir da widersprechen, aber du bist jung. Ich bin alt, zu alt um meine Zeit mit Hoffen zu verbringen."
Naria erwiderte nichts, und auch Sandro sagte nichts mehr. Schweigend saßen sich beide gegenüber und starrten auf die dunkle Platte des hölzernen Küchentisches.
Armanuki war leicht genervt. Er flog mit den Mädchen in Richtung Westen, dorthin, von wo er Kroolios Schwingungen empfing. Seit die Zwillinge bei seinem Lager aufgetaucht waren, hatte er keine ruhige Minute gehabt, um über das Bevorstehende nachzudenken. Aber vielleicht war das ja auch ganz gut so.
Sie hatten ihn über eine halbe Stunde lang über den letzten großen Krieg der Menschen ausgefragt, von dem Kroolio jedoch gar nichts wusste, außer der Tatsache, dass er durch den Tod des Menschenkönigs im Krieg gegen die Drachen ausgelöst worden war, was die Menschen jedoch dank Malmers Bemühungen "vergessen" hatten.
Dann hatten sie ihn gefragt, ob er es für möglich halte, dass ein im Krieg verschollener Soldat nach siebeneinhalb Jahren noch am Leben sein könne, ohne nach Hause zu seiner Familie zurückgekehrt zu sein. Als Armanuki diese vielen Fragen mit der Begründung abtun wollte, dass er von all dem keine Kenntnisse besaß, fragte Jeannie ihn, ob er mit Hilfe seiner Fähigkeiten einen verschwunden Menschen aufspüren könne. Von dieser Frage ziemlich überrascht, fragte er sie, wen sie denn suchten:
"Unsere Mutter!"
Kroolio hatte sich sehr gut bei den Rebellen eingelebt. Seit mehr als einem Monat war er jetzt schon bei ihnen, und fast täglich gab es Kämpfe mit königlichen Truppen, wobei die Banditen erstmals auf dem Vormarsch waren, was natürlich dadurch begründet war, dass sie den Drachen auf ihrer Seite hatten. Regelmäßig verfiel Kroolio bei den Kämpfen in eine Raserei, die erst dann endete, wenn keiner der Feinde mehr lebte. Oft hörte er auch dann nicht auf, sondern ließ seine überschüssige Energie an den Leichen der getöteten aus. Schon mehr als einmal hatte er im Blutrausch versehentlich einen der Banditen getötet, doch die sahen über solche Missgeschicke hinweg. Die einfachen Männer, weil sie Angst vor Kroolio hatten, und der Hauptmann, weil er den Tod dieser wenigen Männer mit nie erwarteten Erfolgen gegen die Soldaten aufrechnen konnte, die er allesamt dem Drachen zu verdanken hatte.
Dieser musste sich, selbst im Kampf, nie sonderlich anstrengen. Keine kräftezehrenden Langstreckenflüge wie damals in seiner Lehrzeit beim alten Malmer, meine Güte ist das schon lange her, was wohl aus dem Alten geworden ist? Auch hatte er durch die vielen Kämpfe genügend Gelegenheit für das Trainieren seiner Magischen Fähigkeiten. Feuerstürme beschwor er mit spielender Leichtigkeit, er musste sich kaum noch konzentrieren um einen großen Feuerball zu erzeugen und auf flüchtende Soldaten zu schleudern. Statt dessen verlegte er sich auf das Erlernen solcher Fähigkeiten, wie Armanuki sie besaß. Zwar hatte er früher oft über diese scheinbar nutzlosen "Fähigkeiten" gelästert und seinen Rivalen wegen seiner geringen Fortschritte in der "richtigen" Magie ausgelacht, aber insgeheim bewunderte er Armanukis erstaunliche psychische Kräfte und beneidete ihn darum, denn er wusste sehr wohl um deren großen Nutzen. Allerdings wollte er diese Kräfte anders nutzen: Anstatt wie der Lichtdrache nur die Gedanken und Gefühle anderer zu lesen, wollte er sie beeinflussen. Innerlich belächelte er Armanuki, der das zwar auch tun könnte, es aber aus moralischen Gründen nicht tun wollte, als Schwächling.
Heimlich übte er an seinen neuen Kameraden: Er konzentrierte sich stark auf einen einzelnen Mann, wobei er schon hin und wieder Bilder und Erinnerungsfetzen empfangen hatte. Einmal war es ihm gelungen, den Traum eines der Rebellen zu beeinflussen, der Mann erzählte am nächsten Morgen, er habe von fürchterlichen Augen geträumt, die ihn durchdringen anstarrten. Noch hatte er es nicht geschafft, die Gedanken oder gar die Handlungen der Menschen zu verändern, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis ihm auch das gelingen würde.
Dieser musste sich, selbst im Kampf, nie sonderlich anstrengen. Keine kräftezehrenden Langstreckenflüge wie damals in seiner Lehrzeit beim alten Malmer, meine Güte ist das schon lange her, was wohl aus dem Alten geworden ist? Auch hatte er durch die vielen Kämpfe genügend Gelegenheit für das Trainieren seiner Magischen Fähigkeiten. Feuerstürme beschwor er mit spielender Leichtigkeit, er musste sich kaum noch konzentrieren um einen großen Feuerball zu erzeugen und auf flüchtende Soldaten zu schleudern. Statt dessen verlegte er sich auf das Erlernen solcher Fähigkeiten, wie Armanuki sie besaß. Zwar hatte er früher oft über diese scheinbar nutzlosen "Fähigkeiten" gelästert und seinen Rivalen wegen seiner geringen Fortschritte in der "richtigen" Magie ausgelacht, aber insgeheim bewunderte er Armanukis erstaunliche psychische Kräfte und beneidete ihn darum, denn er wusste sehr wohl um deren großen Nutzen. Allerdings wollte er diese Kräfte anders nutzen: Anstatt wie der Lichtdrache nur die Gedanken und Gefühle anderer zu lesen, wollte er sie beeinflussen. Innerlich belächelte er Armanuki, der das zwar auch tun könnte, es aber aus moralischen Gründen nicht tun wollte, als Schwächling.
Heimlich übte er an seinen neuen Kameraden: Er konzentrierte sich stark auf einen einzelnen Mann, wobei er schon hin und wieder Bilder und Erinnerungsfetzen empfangen hatte. Einmal war es ihm gelungen, den Traum eines der Rebellen zu beeinflussen, der Mann erzählte am nächsten Morgen, er habe von fürchterlichen Augen geträumt, die ihn durchdringen anstarrten. Noch hatte er es nicht geschafft, die Gedanken oder gar die Handlungen der Menschen zu verändern, doch es war nur eine Frage der Zeit, bis ihm auch das gelingen würde.
Kroolio gefiel das Lagerleben. Die Banditen, die es sich stolz gefallen ließen, "Rebellen" genannt zu werden, hatten sich längst aus den Bergen und dichten Wäldern nach Osten vorgewagt. Hier im Landesinneren gab es genügend Versteckmöglichkeiten für sie, lichte Wäldchen, kleine Hügelketten und auch ziemlich viele Höhlen am Rande der breiten Flusstäler, die die Gewässer in den weichen Sandstein eingegraben hatten. Noch konnten sie das Gebirge am Horizont gut erkennen, auch war das Gebiet, in dem sie sich aufhielten, noch recht dünn besiedelt. Es gab sehr wenige große Dörfer, Städte schon gar nicht. Hauptsächlich trafen sie auf einzelne Bauernhöfe oder kleine Gruppen von Gehöften, was ihnen sehr gelegen kam: Die Banditen lebten wie die Made im Speck. Die Plünderungen brachten ihnen nicht nur reiche Beute an getrocknetem Fleisch, Schweinen und Rindern, Ziegen und Schafen, Gänsen und Hühnern, sondern auch an Stoffen und Kleidung, Werkzeugen und oft auch Waffen, Korn und Mehl, Brot und Bier. Auf den Gehöften der wohlhabenderen Bauern fanden sich auch Dinge wie Honig oder Salz, seltener jedoch Silber. Unnötig zu sagen, dass auch so manches Bauernhaus dabei in Flammen aufging.
Und seit Kroolio einmal aus Wut darüber, dass die Rebellen und er von einer Gruppe mutiger Bauern und Knechte mit Bögen angegriffen worden waren, diese zu Asche verbrannt hatte, war auch von den Banditen keine Gnade mehr zu erwarten. Angestachelt von Kroolios Blutgier schien es, als ob sie sich in einem Wettstreit über die schrecklichsten Greueltaten befanden. Sie töteten das Vieh, das sie nicht benötigten, steckten die Gebäude in Brand, ermordeten die Männer, schändeten die Frauen und Mädchen. Oftmals wurden nicht mal die Kinder und Alten verschont.
Kroolio interessierte all das nicht, sollten die Menschen doch sich gegenseitig abschlachten, ihn ging das nichts an. Er war sowieso überzeugt, dass diese Rasse über kurz oder lang ihren eigenen Untergang herbeiführen würde. Die Männer kannten keine Skrupel, und der Hauptmann billigte ihr brutales Verhalten. Einzig Peter war damit ganz und gar nicht einverstanden, oft führte er abends heftige Debatten mit den Hautmann und den anderen Leutnants. Doch keiner von ihnen wollte einsehen, dass es falsch sei, Babies im Fluss zu ersäufen oder die Bewohner eines Hauses in demselben einzusperren und es dann in Brand zu stecken. Er versuchte mit Logik zu argumentieren: Wenn man etwas gegen König Gillaume ausrichten wolle, so benötige man die Unterstützung der Bevölkerung, die man jedoch durch derartige Aktionen schwerlich gewinnen könne. Der Hauptmann setzte dagegen, dass die Bevölkerung ihren Unmut auf den König richten werde, der ja an allem Schuld sei, und diesen so unter Druck setzen würde. Schließlich sah Peter es ein: Diese Männer hatten längst nicht mehr die selben Ziele wie damals, als sie gemeinsam aus dem Lager ausgebrochen und in die Berge geflohen waren. Sie dachten nicht daran, jetzt nach Hause zurückzukehren, wo ihnen die Plünderungen doch fast schon Reichtum einbrachten, außerdem machte es ja irgendwie Spaß, die Fliehenden, die vom Anblick des mächtigen Drachen auf der Seite der Rebellen völlig in Panik versetzt waren, zu verfolgen und zur Strecke zu bringen.
Als die Männer sich in der Nähe eines großen Dorfes befanden, und in ihrem Übermut beschlossen hatten, dieses in der Nacht auszurauben, fasste er einen Entschluss: Er würde die Bewohner warnen. Dann würde er verschwinden. Nach Hause. Endlich.
Gegen Mittag entfernte er sich unter dem Vorwand, die Lage auskundschaften zu wollen. Er begab sich direkt in das Dorf und fragte die ersten Kinder, denen er auf der Straße begegnete, nach dem Bürgermeister oder Dorfältesten. Sie wiesen ihm ein Haus etwas abseits von den anderen, direkt am Dorfplatz aus. Peter klopfte an die Tür, eine etwa vierzigjährige Frau öffnete ihm. Peter sagte ihr, er wolle in einer äußerst wichtigen Angelegenheit den Bürgermeister sprechen. Sie zögerte zwar, doch Peter sah aufgrund seiner recht vornehmen Kleidung und der Tatsache, dass er keinerlei Waffen bei sich trug, vertrauenserweckend aus. Die Frau, wahrscheinlich die Küchenmagd, führte ihn in die gute Stube, wo der Herr des Hauses gerade mit einigen anderen beim Essen saß. Er sei ein Bote des Landgrafen (Peter hatte keine Ahnung, wer der hiesige Landgraf war, war aber überzeugt, dass es einen geben müsse) und habe in einer sehr dringlichen Angelegenheit mit dem Bürgermeister zu sprechen, wenn möglich in Anwesenheit der wichtigsten Personen im Dorf. Wie es sich traf, waren eben diese wichtigen Personen, nämlich der Grobschmied, der Müller, der Pastor und der Pferdehändler, jene, welche mit dem Bürgermeister am Tisch saßen. Peter wurde aufgefordert, auf einem der noch freien Lehnstühle Platz zu nehmen und bekam ein reichhaltiges Mahl mit Weizenbrei, gepökeltem Schweinefleisch und würziger Gemüsepaste aufgetischt. Nachher erzählte er von der Bedrohung durch die Rebellen, von der der Graf aus sicherer Quelle erfahren habe. Dass er in Wirklichkeit selbst zu ihnen gehörte, verschwieg er weise. Wie zu erwarten war, waren die Anwesenden sofort alarmiert, denn die Rebellen hatten im ganzen Westen des Landes Angst und Panik verbreitet, die Warnung wurde demnach sehr ernst genommen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr Peter auch, dass der König durch die Berichte aus diesem Teil seines Reiches nicht eben erfreut war und eine ganze Abteilung seiner Armee zur Bekämpfung der sogenannten Rebellen ausgeschickt hatte, die sich nur noch wenige Tagesmärsche entfernt befinden müssten.
Peter überlegte, ob er die ehemaligen Kameraden warnen sollte. Doch dann würden sie von seinem Verrat erfahren und womöglich das Dorf sofort angreifen, womit Peter sein Leben umsonst verspielt hätte, denn dass sie ihn umbringen würden, falls sie von seiner Aktion erführen, stand außer Frage.
Der Bürgermeister schickte seine Gäste nach aus, alle Männer des Dorfes augenblicklich zur Beratung herbeizuholen. Er bat Peter, bei den Vorbereitungen für die Verteidigung dabei zu sein und ihm weitere Auskünfte über die genaue Stärke der Angreifer zu geben, doch der wollte schnell weiter und behauptete deshalb, er müsse noch die umliegenden Bauerngüter und auch die Müller von der Gefahr benachrichtigen und gab dem Bürgermeister nur den einen Rat, die Übermacht der Angreifer zu Angreifer zu berücksichtigen und die Bewohner des Dorfes anzuwiesen, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken, das Vieh weit fortzutreiben und sich noch vor Sonnenuntergang geschlossen in ein sicheres Versteck zurückzuziehen. Das Dorf wäre zwar verloren, doch Häuser lassen sich wieder aufbauen, und so sei wenigstens kein Menschenleben gefährdet.
Der Bürgermeister versprach, diesem rat Folge zu leisten, und unter herzlichen Danksagungen verabschiedete sich Peter.
Vor dem Haus begegnete er dem Pferdehändler, der ihm anbot, sein sicherlich vom langen Ritt ermüdetes Pferd auszutauschen. Wie verblüfft war er als Peter ihm gestand, dass er keines hatte! War er denn tatsächlich vom Landsitz des Graphen bis hierher gelaufen? Peter schalt sich innerlich, dass er daran nicht selbst gedacht hatte. Wie sollte er denn ohne Pferd nach Haus kommen!
Er habe das Pferd leider wegen der äußersten Dringlichkeit der Nachricht zu Schanden reiten müssen, redete sich Peter heraus, es sei ihm anderthalb Meilen vor dem Dorf zusammengebrochen. Der Pferdehändler war darüber nicht so entsetzt wie Peter erwartet hätte, und schlug ihm vor, ihn zu begleiten und sich ein Tier aus seinen Ställen auszusuchen. Dankend nahm Peter an.
Es war bereits später Nachmittag, und er hatte es eilig. Deshalb ritt Peter sofort in Richtung Osten los und rastete er erst, als es dunkelte. Am liebsten wäre er die Nacht hindurch geritten, doch in der Dunkelheit im Wald war das unmöglich, er hätte das Pferd führen müssen und wäre dabei nur sehr langsam vorangekommen. Also band er das Tier an und richtete er sich ein Nachtlager. Die nächsten Stunden erging er sich in düsteren Grübeleien. Er war sich sicher, das richtige getan zu haben. Wie hätte er seiner Frau Anna und seinen beiden Kindern je wieder in die Augen blicken können, hätte er untätig zugesehen, wie seine Kumpanen Frauen vergewaltigten und Kinder erschlugen? Er dachte an seine Familie, die er hatte verlassen müssen. Wie war es ihnen wohl ergangen? Ob die Mädchen ihn erkennen würden, wenn er im eines Tages plötzlich im Hof stand? Ob seine Schwiegermutter wieder gesund war? Ob der mürrische alte Sandro immer noch lebte? Ob das Kind seiner Schwägerin Naria gesund auf die Welt gekommen war, ob es ein Junge oder noch ein Mädchen war? Und die wichtigste von allen Fragen – Wie würde seine Frau ihn empfangen? Überglücklich ihn in die Arme schließen, der nach fast acht Jahren zu ihr zurückkehrte, oder ihm verlegen und ungläubig gegenüberstehen? Auch bangte ihn die Vorstellung, sie könne nach all den Jahren, in denen sie ihn für tot gehalten haben musste, einen anderen ...
Pünktlich Mitternacht erwachte er aus seinen Grübeleien. Er schob noch ein Scheit ins Feuer, erhob sich dann und lehnte sich mit der Schulter gegen einen Baum, um nach Westen zurückzublicken. Noch hoffte er, dass die Rebellen sein Verschwinden bemerkt und den Angriff abgeblasen hätten, um statt dessen nach ihm zu suchen. Eine sinnlose Hoffnung, dass irgendwer ihn, der sich in letzter Zeit so offenkundig von ihnen allen zurückgezogen hatte, vermissen würde. Vielleicht waren im Dorf aber auch so viele Männer zusammengekommen, dass sie den Angriff abwehren konnten, jetzt, da sie gewarnt und vorbereitet waren. Aber er selbst hatte ihnen ja den Rat gegeben, sich nicht zu verteidigen ...
Nach einer halben Stunde nahm Peter einen rötlichen Schein am westlichen Horizont wahr, der immer stärker wurde, und den Himmel erleuchtete.
Dann hörte er ein Rascheln im Unterholz, doch er achtete nicht darauf. Einige Augenblicke verspürte er einen Schlag auf den Hinterkopf und verlor das Bewusstsein.
Als er erwachte, dämmerte es. Sein Schädel brummte! Er war gefesselt, und als er sich mühsam aufrichtete, sah er vor sich zwei Pikeniere der Königlichen Garde, die ihn grimmig anblickten. Nach einer Weile hob einer von ihnen den Arm und rief etwas zu einem der zahlreichen Zelte hinüber, die auf der Lichtung herumstanden, was Peter jedoch nicht verstand, da die Töne in seinem Kopf zu einem unverständlichen Dröhnen verschmolzen. Kurz darauf näherte sich ein junger Unteroffizier und begutachtete den Gefangenen. Als er sich überzeugt hatte, dass dieser offensichtlich wieder in der Lage war zu sprechen, fragte er Peter barsch, wie er denn heiße, und ob er einer der Rebellen sei. Als Peter nicht antwortete, wiederholte er die Fragen, diesmal noch eine Spur drohender, und Peter verstand endlich die meisten Worte.
"Peter Handring" antwortete er, und: "Ich bin kein Rebell."
"Du lügst!" herrschte ihn der Befrager an, doch statt weitere Fragen zu stellen, richtete er seine Stimme an den Pikenier, der ihn zuvor herbeigerufen hatte:
"Den Gefangenen morgen mit dem Transport nach der Hauptstadt ab, zur Befragung! Sollen die sich mit diesen Sturköpfen befassen, die die nötigen Werkzeuge bei der Hand haben."
Und seit Kroolio einmal aus Wut darüber, dass die Rebellen und er von einer Gruppe mutiger Bauern und Knechte mit Bögen angegriffen worden waren, diese zu Asche verbrannt hatte, war auch von den Banditen keine Gnade mehr zu erwarten. Angestachelt von Kroolios Blutgier schien es, als ob sie sich in einem Wettstreit über die schrecklichsten Greueltaten befanden. Sie töteten das Vieh, das sie nicht benötigten, steckten die Gebäude in Brand, ermordeten die Männer, schändeten die Frauen und Mädchen. Oftmals wurden nicht mal die Kinder und Alten verschont.
Kroolio interessierte all das nicht, sollten die Menschen doch sich gegenseitig abschlachten, ihn ging das nichts an. Er war sowieso überzeugt, dass diese Rasse über kurz oder lang ihren eigenen Untergang herbeiführen würde. Die Männer kannten keine Skrupel, und der Hauptmann billigte ihr brutales Verhalten. Einzig Peter war damit ganz und gar nicht einverstanden, oft führte er abends heftige Debatten mit den Hautmann und den anderen Leutnants. Doch keiner von ihnen wollte einsehen, dass es falsch sei, Babies im Fluss zu ersäufen oder die Bewohner eines Hauses in demselben einzusperren und es dann in Brand zu stecken. Er versuchte mit Logik zu argumentieren: Wenn man etwas gegen König Gillaume ausrichten wolle, so benötige man die Unterstützung der Bevölkerung, die man jedoch durch derartige Aktionen schwerlich gewinnen könne. Der Hauptmann setzte dagegen, dass die Bevölkerung ihren Unmut auf den König richten werde, der ja an allem Schuld sei, und diesen so unter Druck setzen würde. Schließlich sah Peter es ein: Diese Männer hatten längst nicht mehr die selben Ziele wie damals, als sie gemeinsam aus dem Lager ausgebrochen und in die Berge geflohen waren. Sie dachten nicht daran, jetzt nach Hause zurückzukehren, wo ihnen die Plünderungen doch fast schon Reichtum einbrachten, außerdem machte es ja irgendwie Spaß, die Fliehenden, die vom Anblick des mächtigen Drachen auf der Seite der Rebellen völlig in Panik versetzt waren, zu verfolgen und zur Strecke zu bringen.
Als die Männer sich in der Nähe eines großen Dorfes befanden, und in ihrem Übermut beschlossen hatten, dieses in der Nacht auszurauben, fasste er einen Entschluss: Er würde die Bewohner warnen. Dann würde er verschwinden. Nach Hause. Endlich.
Gegen Mittag entfernte er sich unter dem Vorwand, die Lage auskundschaften zu wollen. Er begab sich direkt in das Dorf und fragte die ersten Kinder, denen er auf der Straße begegnete, nach dem Bürgermeister oder Dorfältesten. Sie wiesen ihm ein Haus etwas abseits von den anderen, direkt am Dorfplatz aus. Peter klopfte an die Tür, eine etwa vierzigjährige Frau öffnete ihm. Peter sagte ihr, er wolle in einer äußerst wichtigen Angelegenheit den Bürgermeister sprechen. Sie zögerte zwar, doch Peter sah aufgrund seiner recht vornehmen Kleidung und der Tatsache, dass er keinerlei Waffen bei sich trug, vertrauenserweckend aus. Die Frau, wahrscheinlich die Küchenmagd, führte ihn in die gute Stube, wo der Herr des Hauses gerade mit einigen anderen beim Essen saß. Er sei ein Bote des Landgrafen (Peter hatte keine Ahnung, wer der hiesige Landgraf war, war aber überzeugt, dass es einen geben müsse) und habe in einer sehr dringlichen Angelegenheit mit dem Bürgermeister zu sprechen, wenn möglich in Anwesenheit der wichtigsten Personen im Dorf. Wie es sich traf, waren eben diese wichtigen Personen, nämlich der Grobschmied, der Müller, der Pastor und der Pferdehändler, jene, welche mit dem Bürgermeister am Tisch saßen. Peter wurde aufgefordert, auf einem der noch freien Lehnstühle Platz zu nehmen und bekam ein reichhaltiges Mahl mit Weizenbrei, gepökeltem Schweinefleisch und würziger Gemüsepaste aufgetischt. Nachher erzählte er von der Bedrohung durch die Rebellen, von der der Graf aus sicherer Quelle erfahren habe. Dass er in Wirklichkeit selbst zu ihnen gehörte, verschwieg er weise. Wie zu erwarten war, waren die Anwesenden sofort alarmiert, denn die Rebellen hatten im ganzen Westen des Landes Angst und Panik verbreitet, die Warnung wurde demnach sehr ernst genommen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr Peter auch, dass der König durch die Berichte aus diesem Teil seines Reiches nicht eben erfreut war und eine ganze Abteilung seiner Armee zur Bekämpfung der sogenannten Rebellen ausgeschickt hatte, die sich nur noch wenige Tagesmärsche entfernt befinden müssten.
Peter überlegte, ob er die ehemaligen Kameraden warnen sollte. Doch dann würden sie von seinem Verrat erfahren und womöglich das Dorf sofort angreifen, womit Peter sein Leben umsonst verspielt hätte, denn dass sie ihn umbringen würden, falls sie von seiner Aktion erführen, stand außer Frage.
Der Bürgermeister schickte seine Gäste nach aus, alle Männer des Dorfes augenblicklich zur Beratung herbeizuholen. Er bat Peter, bei den Vorbereitungen für die Verteidigung dabei zu sein und ihm weitere Auskünfte über die genaue Stärke der Angreifer zu geben, doch der wollte schnell weiter und behauptete deshalb, er müsse noch die umliegenden Bauerngüter und auch die Müller von der Gefahr benachrichtigen und gab dem Bürgermeister nur den einen Rat, die Übermacht der Angreifer zu Angreifer zu berücksichtigen und die Bewohner des Dorfes anzuwiesen, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken, das Vieh weit fortzutreiben und sich noch vor Sonnenuntergang geschlossen in ein sicheres Versteck zurückzuziehen. Das Dorf wäre zwar verloren, doch Häuser lassen sich wieder aufbauen, und so sei wenigstens kein Menschenleben gefährdet.
Der Bürgermeister versprach, diesem rat Folge zu leisten, und unter herzlichen Danksagungen verabschiedete sich Peter.
Vor dem Haus begegnete er dem Pferdehändler, der ihm anbot, sein sicherlich vom langen Ritt ermüdetes Pferd auszutauschen. Wie verblüfft war er als Peter ihm gestand, dass er keines hatte! War er denn tatsächlich vom Landsitz des Graphen bis hierher gelaufen? Peter schalt sich innerlich, dass er daran nicht selbst gedacht hatte. Wie sollte er denn ohne Pferd nach Haus kommen!
Er habe das Pferd leider wegen der äußersten Dringlichkeit der Nachricht zu Schanden reiten müssen, redete sich Peter heraus, es sei ihm anderthalb Meilen vor dem Dorf zusammengebrochen. Der Pferdehändler war darüber nicht so entsetzt wie Peter erwartet hätte, und schlug ihm vor, ihn zu begleiten und sich ein Tier aus seinen Ställen auszusuchen. Dankend nahm Peter an.
Es war bereits später Nachmittag, und er hatte es eilig. Deshalb ritt Peter sofort in Richtung Osten los und rastete er erst, als es dunkelte. Am liebsten wäre er die Nacht hindurch geritten, doch in der Dunkelheit im Wald war das unmöglich, er hätte das Pferd führen müssen und wäre dabei nur sehr langsam vorangekommen. Also band er das Tier an und richtete er sich ein Nachtlager. Die nächsten Stunden erging er sich in düsteren Grübeleien. Er war sich sicher, das richtige getan zu haben. Wie hätte er seiner Frau Anna und seinen beiden Kindern je wieder in die Augen blicken können, hätte er untätig zugesehen, wie seine Kumpanen Frauen vergewaltigten und Kinder erschlugen? Er dachte an seine Familie, die er hatte verlassen müssen. Wie war es ihnen wohl ergangen? Ob die Mädchen ihn erkennen würden, wenn er im eines Tages plötzlich im Hof stand? Ob seine Schwiegermutter wieder gesund war? Ob der mürrische alte Sandro immer noch lebte? Ob das Kind seiner Schwägerin Naria gesund auf die Welt gekommen war, ob es ein Junge oder noch ein Mädchen war? Und die wichtigste von allen Fragen – Wie würde seine Frau ihn empfangen? Überglücklich ihn in die Arme schließen, der nach fast acht Jahren zu ihr zurückkehrte, oder ihm verlegen und ungläubig gegenüberstehen? Auch bangte ihn die Vorstellung, sie könne nach all den Jahren, in denen sie ihn für tot gehalten haben musste, einen anderen ...
Pünktlich Mitternacht erwachte er aus seinen Grübeleien. Er schob noch ein Scheit ins Feuer, erhob sich dann und lehnte sich mit der Schulter gegen einen Baum, um nach Westen zurückzublicken. Noch hoffte er, dass die Rebellen sein Verschwinden bemerkt und den Angriff abgeblasen hätten, um statt dessen nach ihm zu suchen. Eine sinnlose Hoffnung, dass irgendwer ihn, der sich in letzter Zeit so offenkundig von ihnen allen zurückgezogen hatte, vermissen würde. Vielleicht waren im Dorf aber auch so viele Männer zusammengekommen, dass sie den Angriff abwehren konnten, jetzt, da sie gewarnt und vorbereitet waren. Aber er selbst hatte ihnen ja den Rat gegeben, sich nicht zu verteidigen ...
Nach einer halben Stunde nahm Peter einen rötlichen Schein am westlichen Horizont wahr, der immer stärker wurde, und den Himmel erleuchtete.
Dann hörte er ein Rascheln im Unterholz, doch er achtete nicht darauf. Einige Augenblicke verspürte er einen Schlag auf den Hinterkopf und verlor das Bewusstsein.
Als er erwachte, dämmerte es. Sein Schädel brummte! Er war gefesselt, und als er sich mühsam aufrichtete, sah er vor sich zwei Pikeniere der Königlichen Garde, die ihn grimmig anblickten. Nach einer Weile hob einer von ihnen den Arm und rief etwas zu einem der zahlreichen Zelte hinüber, die auf der Lichtung herumstanden, was Peter jedoch nicht verstand, da die Töne in seinem Kopf zu einem unverständlichen Dröhnen verschmolzen. Kurz darauf näherte sich ein junger Unteroffizier und begutachtete den Gefangenen. Als er sich überzeugt hatte, dass dieser offensichtlich wieder in der Lage war zu sprechen, fragte er Peter barsch, wie er denn heiße, und ob er einer der Rebellen sei. Als Peter nicht antwortete, wiederholte er die Fragen, diesmal noch eine Spur drohender, und Peter verstand endlich die meisten Worte.
"Peter Handring" antwortete er, und: "Ich bin kein Rebell."
"Du lügst!" herrschte ihn der Befrager an, doch statt weitere Fragen zu stellen, richtete er seine Stimme an den Pikenier, der ihn zuvor herbeigerufen hatte:
"Den Gefangenen morgen mit dem Transport nach der Hauptstadt ab, zur Befragung! Sollen die sich mit diesen Sturköpfen befassen, die die nötigen Werkzeuge bei der Hand haben."
Schritte...
Das waren eindeutig Schritte die er da hörte
und nicht die von dem schäbigen Küchenknecht der ihm jedne Tag das essen brachte.
Das waren gepanzerte Stiefel und ...
ja gepanzerte Stiefel und ein schleifen!
Ist dieser verfluchte Krieg immernoch nicht zu Ende?
Machen sie jetz schon wieder Gefangene anstatt zu morden?
Nun an seiner Situation würde das nichts ändern.Er würde wohl solange hierbleiben
bis sein Lebensmut ihn verließ.Er lag nun schon seit 8 Jahren in diesem Loch!
Gut seit 6 Jahren bekam er wenigstens regelmäßig etwas zu essen und seit 2 Jahren
bekam er auch an Feiertagen etwas besonders schmackhaftes aber was für ein Leben war das?
Er erinnerte sich noch genau wie euphorisch er damalas mit seinem Schwager und
einigen andern Bewohnern in den Krieg zog.Natürlich war er damals enttäuscht seine hochschwangere
Frau allein lassen zu müssen aber schließlich kämpften sie ja für die Freiheit
und den einzig wahren König Ferdinand;er spuckte auf den Boden; und sie versprachen ja dieser eine Kampf
der praktisch schon gewonnen war...
Wie naiv sie doch waren!
Er kämpfte Seite an Seite mit seinem Schwager bis er einen Schlag an die Schläfe erhielt und dann in diesem Loch
aufwachte.Er wusste nicht warum er noch am Leben war.
Zunächst waren sie 20 Leute in diesem Kerker aber nach und nach kammen immer weniger von den "Verhören" zurück!
Er wusste selbst nicht wie er das alles durchgestanden hatte.Die brennenden Kohlen....
Seine Gedanken wurden von dem Schieben des Türriegels unterbrochen.
Würde er nach all der Zeit wieder einen Menschen sehn?
Er hatte sich einen Kalender gefertigt um sein Zeitgefühl besser zu kontrolliern
er ritztze mit einem Spitzen Stein jedne Morgen einen neuen Strich in die Tür sodass die Wachen nicht sahen was er tat!
es ist 5 Jahre her seit der letzte Insasse von einem Verhör nicht zurückkam.
Aber seitdem wurde er auch nicht mehr dazugehohlt.
Die Tür schwang auf
und ein lebloser Körper wurde hineinegestossen.
*Viel Spass euch Zweien*
Und die Türe wurde wieder verschlossen.
Mitleidig sah er den Neuankömmling an.Dann setzte er sich wieder und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand
so dass er durch das Gitter seines, nein inzwischen ihres, Fenster blickte!
Er saß oft so da und dachte an zuhause.
Er wollte wieder heim.
Unzählige Fluchtpläne hatte er geschmiedet und wieder verworfen.
Es lief alles auf dassselbe hinaus allein war e3ine Flucht unmöglich.
Zu zweit war sie nur möglich wenn man sich aufeinander 100% verlassen konnte und der einzigste der ihm einfiel auf den
er sich verlassen konnte war Peter, sein Schwager!Aber dieser war wenig später nach seinem Schalg gefallen so berichtete ihm ein Mitinsasse
vor Jahren.
Noch dazu musste man sich auf seinen Körper verlassen können.
Er hatte zwar in all den Jahren trainert,war stundenlang die Zelle auf den Händen auf und ab gewandert,machte Liegestütze und trainiert seine Geschicklichkeit
indem er mit Steinen nach den Ratten warf die immer öfters vorbeikammen.
Aber diese jämmerliche Gestalt bewusstlos und noch dazu in diesen edlen Klamotten wahrscheinlich ein verwöhnter Adliger der sich dem Zorn des Königs ausgesetzt hatte.
Er vernahm noch einm leises Stöhnen von dieser Gestalt, dann nickte er ein.
--------------
Man hatte ihn gut behanbdelt, zumindest die erste woche man gab ihm genügend zu essen und missahndelte ihn nicht!
Doch umso mehr man sich den Schloß näherte umsoübelgelaunter wurden die Soldaten.
Wüsste er es nicht besser hätter er daraus die Anzeichen für eine Rebellion entdeckt aber zumindest wurden sie nicht sehr gut behandelt.
Das müsste man sich doch später einmal zu Nutzen machen können dachte er bei sich.
Besonders schlimm war der der letzte Tag der Reise.
Soblad man die Zürme des Schloßes ind er Ferne erblickte ging eine Wandlung durch die Soldaten.
Sie wurden wilder aggresiver....
Nicht selten gescha es dass man ihn für einen kleinen Stolper schlug.
Oder auch für gar nichts.Am Schloßeingang blieb er stehn um zu trinken.Ein Soldat schlug ihn so fest dass er sein Blut merh schmeckte als das wasser das er trank.
Ausserdem merkte er bald fühlte er dass ihm ein Stück von seinem Schneidezahn fehlte.Bevor er noch den Mund aufmachen konnte um sich zu wehren
waren 5 Soldaten über ihm und schlugen auf ihn ein.Ein Schlag traff ihn in die Rippe un er hörte wie sie Zerbrach.Seine Augen schwollen ihm langsam zu und Blut floss aus
Nase Mund und kleineren Schnitten an seinem Arm.Willenlos und bewegungsunfähig schleifte man ihn durch das Schloß zahllose Treppen hinauf bis zu einer Türdort warf man in hinein.
In diesem Kerker saß ein Mann,mittleren Alters unrasiert und ungepflegt ein bisschen abgemagert aber dennoch kräftig und er konnte kurz hoffnung in dessen Augen
aufblitzen sehn die aber sogleich erlosch als er ihn stärker musterte.
Ein komischer kauz dachte er bei sich wer er wohl ist.
Dann waren sie wieder alleine.
Er fragte ihn nach seinem Namen bekam aber nur ein röcheln heraus und der seltsame Mann reagierte überhaupt nicht.
Dann schlief der Mann ein und wenig später sank auch Peter in eienn unruhigen Schlaf.
Nach einer Stunde wachte er wieder auf und sah sich um.Seine Augen hatten sich inzwischen an das Dunkel gewöhnt und er konnte alles recht gut erkennen.
Zumindest so gut wie es mit den geschwollen AUgen ging.
Er erkannte den Kalender an der Tür und in den Boden ein geritztes Schachbrett.Dieser Mann hält sich also geistig fit dann wird er das mit seinem Körper auch machen daeswegen wirkt er noch so kräftig.
Dieser Mann faszinierte ihn immermehr.Dann brach er wieder zusammen und schleif ein.
---------------
Er erwachte am nächsten Morgen im ersten Morgenlicht.Er hatte sich schon bald einem Schlafzyklus angewohnt.Das alles gehört zu seinem Training.
Das Essen gut einteilen.Mit dem Wasser sorgsam umgehn und immer etwas zum waschen in einem Ausgehöhlten Stein aufbewahren.Das Körper Training
mit den Liegestützen und soweiter.Und aus ein paar knochen übt er sich mit dem Schwertkmapf.
Natürlich fehlte ihm der Gegner aber vielleicht würde sich das jetz ändern.
Dann beugte er sich zum erstenmal über den Fremden und erschrack.
So zugeritchtet.Schnell hohlte er seinen Steinbecher wusch dem Fremden die Augen und das Blut vom Körper.
So sah er schon wieder viel besser aus und ja
irgendwie kam er ihm bekannt vor.
langsam öffnete er die Augen er konnte immer noch nicht richtig sprechen er fragte den fremden nach seinem Namen
und er röchelte ein"Peter"hervor er fiel noch in den Schlaf zurück bevor Rezeguet ihm seinen Namen sagen konnte.
Aber als er Peter hörte begriff er plötzlich und erkannte ihn wieder was für ein Zufall ihn so wiederzufinden.
er schloss ihn erleichtert dass er noch lebte in die Arme.
Betete ihn auf Stroh machte es ihm so bequem wie möglich und versorgte all seine Wunden.
Gab ihm zu essen und trinken und wachte auf ifm kühlte ihn und wärmte ihn.Und vernachlässigte dabei sein Training...
So vergingen 2 Wochen!
----------------
Er erwachte mitten in der Nacht!
Und fühlte sich...
ausgeruht.Völlig frei keine Schmerzen mehr.
Die Rippe tat nicht mehr weh er blutete nicht mehr und die Schwertstreiche waren auch verheilt.
Er konnte sich wieder bewegen.Er stand auf und streckte sich hatte keinen Hunger und war auch nicht abgemagert.
Der Fremde der am Boden schlief hatte sich wohl um ihn gekümmert.Dankbar sah er ihn an.
So ging er durch den Kerker und merkte er musste etwas tun um seine abgeschlafften Muskeln wieder aufzubauen.
Und so fing er an mit Klimmzügen und Liegestütze...
----------------
Er schlug ein AUge auf und beobachte seinen Schwager beim Training.Ja genauso war es!
SO konte die Flucht gelingen
Zufrieden Schlief er wieder ein.
-----------------
So trainierte er weiter bis die ersten Sonnenstahln in die Zelle fielen und sein Pfleger erwachte.
"Danke, für die Pflege ohne dich hätt ich sbestimmt nicht geschafft."
"Das hättest du doch für mich auch gemacht,Schwager"
Was hatter er da gesagt? Schwager aber das war doch nicht möglich er war doch tot.Da blickte er ihm in
die Augen und er erkannte das glänzend funkledne Blau um dass er ihn früher so beneidet hatte.
Dann fielen sie sich in den Armen.
-----------------
Nachdem sie losliessen und eineige pirvate Fragen geklärt waren weihte er Peter in seinen Fluchtplan ein.
Natürlich benötigten sie dazu Zeit und Glück.Aber sie mussten durchtrainiert sein und darauf hoffen dass
es bis zu Peters Verhör noch ein wenig dauerte.
So begannen sie mit dem Training.
Geregelter Tagesablauf
Essen und Trinken
Geisitg Schulen im Schach
Muskelaufbau mit gängigen Methoden
Schwertkampf mit Knochen
Und Steinwurf auf die Ratten.
Bald stellten sich Erfolge ein
beide wurden immer besser Schwertkämpfer wobei sich bald zeigte dass Peter Rezeguet überlegen war
obwohl dieser dur ch besonders viel eifer ihm sehr nahe kam
Umgekehrt war es bei dem Steinwerfen.
Rezeguet gelang jeder Treffer blind aus der Bewegung in die Bewegung einfach alles.
Im Strategischen denken war aer auch Peter überlegen.
Wie damals als sie noch zuhause gepielt hatten.
Sie verfeinerten die Techniken und wurden immer besser!
-----------------
Und eines Tages kam der Küchenknecht und meinte heute würde Peter verhört werden.
Wissend lächelnd sahen sich die beiden an.
-----------------
Die Tür schwang auf eine Wachte trat herein während die Zweite Wache draussen mit einer Fackel wartete.
Er sah nur einen Mann dabei warens es doch die zwei die er auffinden sollte.
Zuspät bemerkte er links von sich die Bewegung und konnte nicht merh ausweichen als die gegen seinen Kopf sauste
Blut steig ihm in die Ohren es wurde im schwindelig.
Der Wächter mit der Fackel wollte fliehn doch zu spät Rezeguet schleuderte ihn einen Stein mitten zwischen die Augen.
Bewusslos sank er vorne über und rollte in die Zelle.Schnell grif Peter nach der Fackel zog sie mit herein
und lehnte die Tür an.
Dann nahm er die Hände zum Hals eines der Wächter und drückte zu.
Dann kam er wieder zu bewusstsein und spürte den Druck auf seinem Hals er wehrte sich noch
dann bemerkte er den entschlossen Blick in den Augens des Gefangen und ließ alle Hoffnungen fahren.
Seine letzten Gedanken galten seiner Frau und seinen beiden Kindern dann verrkrampften seine Lunge und er rührte sich nicht mehr.
Peter und Rezeguet zogen den beiden Wachen die Kleidung aus.Und wechselten ihre Kleidung mit dennen der Wachen.
Dann schlugen sie den überlebenden grün und blau all der Hass auf ihre Peiniger spielte sich hoch.
Seine Augen schwollen zu die Nase brach zeimal und sie schlugen ihm 3 Zähne aus.Dann stieß Rezeguet ihm eienn Dolch durch die Zunge.
Sie nahmen die wimmernde Gestalt ind ie Mitte und führten ihn zum Verhörzimmer,Wo der Hauptmann auf sie wartete.Als er merkte dass er mit der Zunge nicht sprechen konnte befahl er ihnen wieder Peter zurück in
die Zelle zubringen und ihm von dem anderen Gefangenn die Hand zu bringen als Warnung für Peter.
So brachten sie den Wächter wieder in die Zelle und hacktem dem Toten die rechte hand ab.
Diese brachten sie dem Hauptmann und er schickte sie in den Burghof da sie für einen Patroullienritt gebraucht wurden.
Es dauerte 2 Monate bis bemerkt wurde dass ein Gefangern Tod war verblutet durch eine abgehackte hAnd wie man anahm und der Andere
aus lauter Folterqualen Selbstmord beging indem er sich in das Schwert eines de Wächter schmieß.
Die Flucht wurde nie bemerkt.
Zufrieden lächelnd verließen die beiden das Burgtor auf den Rücken frischer Pferde.
------------------
Abends erreichten sie einen Wald.
Sie sollten in Zweiergruppen ausschwärmen um einen geeigneten Lagerplatz zu finden.
Der Zufall wollte es dass Peter und Rezeguet zusammen losgeschickt wurden.
Nach einer halben Stunde kammen sie an einen Galgen.
Dort hingen 3 Männer, ein halbverwster und zwei die erst ehute vormittag wegen Diebstahls aufgehängt wurden.
Gleichzeit schnitten sie diese beiden herunter.Lächelnd im ANgesicht dass beide das gleiche dachten
Und wechselten wieder mit den beiden die Uniform
Nachdem sie zurückgeritten waren warfen sie die Leichnahme auf den Boden.Spielten einen Kampf.
schitten den beiden die Köpfe ab und sprengten davon in Richtung Heimat.
------------------
3 Stunden später waren Pierre und Klaus immer noch nicht zurückgekehrt.Hauptmann Uwe von Bitterfels schickte Suchtrupps los.
die wenig Später mit deren Köpfe und der meldung kammen das Waffen und Pferde verschwundne waren.
------------------
Sie ritten Tag und Nacht durch.Vermieden jeden Menschen.Doch am abend war dei Erschöpfung zu groß.
Sie gelangen in einen Wald.Auf einer Lichtung bildeten sie ihr Nachtlager.Geschützt von umgefallen Bäumen sollte es gegebenfalls leicht zu verteidigen sein.
Rezeguet übernahm die erste Wacht.
Peter schlief sofort ein.
Rezeguet dachte noch lange nach.Über die gelungene FLucht über Peter und diesen Drachen von dem er ihm immer wieder erzählte.
Und an seine geliebte Frau Naria die er nun endlcih wiedersehn würde und an sein Kleines Kind.
Völlig übermüdet doch glücklich fiel er lächelnd in einen erholsamen schlaf und träumte von:
Naria
Das waren eindeutig Schritte die er da hörte
und nicht die von dem schäbigen Küchenknecht der ihm jedne Tag das essen brachte.
Das waren gepanzerte Stiefel und ...
ja gepanzerte Stiefel und ein schleifen!
Ist dieser verfluchte Krieg immernoch nicht zu Ende?
Machen sie jetz schon wieder Gefangene anstatt zu morden?
Nun an seiner Situation würde das nichts ändern.Er würde wohl solange hierbleiben
bis sein Lebensmut ihn verließ.Er lag nun schon seit 8 Jahren in diesem Loch!
Gut seit 6 Jahren bekam er wenigstens regelmäßig etwas zu essen und seit 2 Jahren
bekam er auch an Feiertagen etwas besonders schmackhaftes aber was für ein Leben war das?
Er erinnerte sich noch genau wie euphorisch er damalas mit seinem Schwager und
einigen andern Bewohnern in den Krieg zog.Natürlich war er damals enttäuscht seine hochschwangere
Frau allein lassen zu müssen aber schließlich kämpften sie ja für die Freiheit
und den einzig wahren König Ferdinand;er spuckte auf den Boden; und sie versprachen ja dieser eine Kampf
der praktisch schon gewonnen war...
Wie naiv sie doch waren!
Er kämpfte Seite an Seite mit seinem Schwager bis er einen Schlag an die Schläfe erhielt und dann in diesem Loch
aufwachte.Er wusste nicht warum er noch am Leben war.
Zunächst waren sie 20 Leute in diesem Kerker aber nach und nach kammen immer weniger von den "Verhören" zurück!
Er wusste selbst nicht wie er das alles durchgestanden hatte.Die brennenden Kohlen....
Seine Gedanken wurden von dem Schieben des Türriegels unterbrochen.
Würde er nach all der Zeit wieder einen Menschen sehn?
Er hatte sich einen Kalender gefertigt um sein Zeitgefühl besser zu kontrolliern
er ritztze mit einem Spitzen Stein jedne Morgen einen neuen Strich in die Tür sodass die Wachen nicht sahen was er tat!
es ist 5 Jahre her seit der letzte Insasse von einem Verhör nicht zurückkam.
Aber seitdem wurde er auch nicht mehr dazugehohlt.
Die Tür schwang auf
und ein lebloser Körper wurde hineinegestossen.
*Viel Spass euch Zweien*
Und die Türe wurde wieder verschlossen.
Mitleidig sah er den Neuankömmling an.Dann setzte er sich wieder und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand
so dass er durch das Gitter seines, nein inzwischen ihres, Fenster blickte!
Er saß oft so da und dachte an zuhause.
Er wollte wieder heim.
Unzählige Fluchtpläne hatte er geschmiedet und wieder verworfen.
Es lief alles auf dassselbe hinaus allein war e3ine Flucht unmöglich.
Zu zweit war sie nur möglich wenn man sich aufeinander 100% verlassen konnte und der einzigste der ihm einfiel auf den
er sich verlassen konnte war Peter, sein Schwager!Aber dieser war wenig später nach seinem Schalg gefallen so berichtete ihm ein Mitinsasse
vor Jahren.
Noch dazu musste man sich auf seinen Körper verlassen können.
Er hatte zwar in all den Jahren trainert,war stundenlang die Zelle auf den Händen auf und ab gewandert,machte Liegestütze und trainiert seine Geschicklichkeit
indem er mit Steinen nach den Ratten warf die immer öfters vorbeikammen.
Aber diese jämmerliche Gestalt bewusstlos und noch dazu in diesen edlen Klamotten wahrscheinlich ein verwöhnter Adliger der sich dem Zorn des Königs ausgesetzt hatte.
Er vernahm noch einm leises Stöhnen von dieser Gestalt, dann nickte er ein.
--------------
Man hatte ihn gut behanbdelt, zumindest die erste woche man gab ihm genügend zu essen und missahndelte ihn nicht!
Doch umso mehr man sich den Schloß näherte umsoübelgelaunter wurden die Soldaten.
Wüsste er es nicht besser hätter er daraus die Anzeichen für eine Rebellion entdeckt aber zumindest wurden sie nicht sehr gut behandelt.
Das müsste man sich doch später einmal zu Nutzen machen können dachte er bei sich.
Besonders schlimm war der der letzte Tag der Reise.
Soblad man die Zürme des Schloßes ind er Ferne erblickte ging eine Wandlung durch die Soldaten.
Sie wurden wilder aggresiver....
Nicht selten gescha es dass man ihn für einen kleinen Stolper schlug.
Oder auch für gar nichts.Am Schloßeingang blieb er stehn um zu trinken.Ein Soldat schlug ihn so fest dass er sein Blut merh schmeckte als das wasser das er trank.
Ausserdem merkte er bald fühlte er dass ihm ein Stück von seinem Schneidezahn fehlte.Bevor er noch den Mund aufmachen konnte um sich zu wehren
waren 5 Soldaten über ihm und schlugen auf ihn ein.Ein Schlag traff ihn in die Rippe un er hörte wie sie Zerbrach.Seine Augen schwollen ihm langsam zu und Blut floss aus
Nase Mund und kleineren Schnitten an seinem Arm.Willenlos und bewegungsunfähig schleifte man ihn durch das Schloß zahllose Treppen hinauf bis zu einer Türdort warf man in hinein.
In diesem Kerker saß ein Mann,mittleren Alters unrasiert und ungepflegt ein bisschen abgemagert aber dennoch kräftig und er konnte kurz hoffnung in dessen Augen
aufblitzen sehn die aber sogleich erlosch als er ihn stärker musterte.
Ein komischer kauz dachte er bei sich wer er wohl ist.
Dann waren sie wieder alleine.
Er fragte ihn nach seinem Namen bekam aber nur ein röcheln heraus und der seltsame Mann reagierte überhaupt nicht.
Dann schlief der Mann ein und wenig später sank auch Peter in eienn unruhigen Schlaf.
Nach einer Stunde wachte er wieder auf und sah sich um.Seine Augen hatten sich inzwischen an das Dunkel gewöhnt und er konnte alles recht gut erkennen.
Zumindest so gut wie es mit den geschwollen AUgen ging.
Er erkannte den Kalender an der Tür und in den Boden ein geritztes Schachbrett.Dieser Mann hält sich also geistig fit dann wird er das mit seinem Körper auch machen daeswegen wirkt er noch so kräftig.
Dieser Mann faszinierte ihn immermehr.Dann brach er wieder zusammen und schleif ein.
---------------
Er erwachte am nächsten Morgen im ersten Morgenlicht.Er hatte sich schon bald einem Schlafzyklus angewohnt.Das alles gehört zu seinem Training.
Das Essen gut einteilen.Mit dem Wasser sorgsam umgehn und immer etwas zum waschen in einem Ausgehöhlten Stein aufbewahren.Das Körper Training
mit den Liegestützen und soweiter.Und aus ein paar knochen übt er sich mit dem Schwertkmapf.
Natürlich fehlte ihm der Gegner aber vielleicht würde sich das jetz ändern.
Dann beugte er sich zum erstenmal über den Fremden und erschrack.
So zugeritchtet.Schnell hohlte er seinen Steinbecher wusch dem Fremden die Augen und das Blut vom Körper.
So sah er schon wieder viel besser aus und ja
irgendwie kam er ihm bekannt vor.
langsam öffnete er die Augen er konnte immer noch nicht richtig sprechen er fragte den fremden nach seinem Namen
und er röchelte ein"Peter"hervor er fiel noch in den Schlaf zurück bevor Rezeguet ihm seinen Namen sagen konnte.
Aber als er Peter hörte begriff er plötzlich und erkannte ihn wieder was für ein Zufall ihn so wiederzufinden.
er schloss ihn erleichtert dass er noch lebte in die Arme.
Betete ihn auf Stroh machte es ihm so bequem wie möglich und versorgte all seine Wunden.
Gab ihm zu essen und trinken und wachte auf ifm kühlte ihn und wärmte ihn.Und vernachlässigte dabei sein Training...
So vergingen 2 Wochen!
----------------
Er erwachte mitten in der Nacht!
Und fühlte sich...
ausgeruht.Völlig frei keine Schmerzen mehr.
Die Rippe tat nicht mehr weh er blutete nicht mehr und die Schwertstreiche waren auch verheilt.
Er konnte sich wieder bewegen.Er stand auf und streckte sich hatte keinen Hunger und war auch nicht abgemagert.
Der Fremde der am Boden schlief hatte sich wohl um ihn gekümmert.Dankbar sah er ihn an.
So ging er durch den Kerker und merkte er musste etwas tun um seine abgeschlafften Muskeln wieder aufzubauen.
Und so fing er an mit Klimmzügen und Liegestütze...
----------------
Er schlug ein AUge auf und beobachte seinen Schwager beim Training.Ja genauso war es!
SO konte die Flucht gelingen
Zufrieden Schlief er wieder ein.
-----------------
So trainierte er weiter bis die ersten Sonnenstahln in die Zelle fielen und sein Pfleger erwachte.
"Danke, für die Pflege ohne dich hätt ich sbestimmt nicht geschafft."
"Das hättest du doch für mich auch gemacht,Schwager"
Was hatter er da gesagt? Schwager aber das war doch nicht möglich er war doch tot.Da blickte er ihm in
die Augen und er erkannte das glänzend funkledne Blau um dass er ihn früher so beneidet hatte.
Dann fielen sie sich in den Armen.
-----------------
Nachdem sie losliessen und eineige pirvate Fragen geklärt waren weihte er Peter in seinen Fluchtplan ein.
Natürlich benötigten sie dazu Zeit und Glück.Aber sie mussten durchtrainiert sein und darauf hoffen dass
es bis zu Peters Verhör noch ein wenig dauerte.
So begannen sie mit dem Training.
Geregelter Tagesablauf
Essen und Trinken
Geisitg Schulen im Schach
Muskelaufbau mit gängigen Methoden
Schwertkampf mit Knochen
Und Steinwurf auf die Ratten.
Bald stellten sich Erfolge ein
beide wurden immer besser Schwertkämpfer wobei sich bald zeigte dass Peter Rezeguet überlegen war
obwohl dieser dur ch besonders viel eifer ihm sehr nahe kam
Umgekehrt war es bei dem Steinwerfen.
Rezeguet gelang jeder Treffer blind aus der Bewegung in die Bewegung einfach alles.
Im Strategischen denken war aer auch Peter überlegen.
Wie damals als sie noch zuhause gepielt hatten.
Sie verfeinerten die Techniken und wurden immer besser!
-----------------
Und eines Tages kam der Küchenknecht und meinte heute würde Peter verhört werden.
Wissend lächelnd sahen sich die beiden an.
-----------------
Die Tür schwang auf eine Wachte trat herein während die Zweite Wache draussen mit einer Fackel wartete.
Er sah nur einen Mann dabei warens es doch die zwei die er auffinden sollte.
Zuspät bemerkte er links von sich die Bewegung und konnte nicht merh ausweichen als die gegen seinen Kopf sauste
Blut steig ihm in die Ohren es wurde im schwindelig.
Der Wächter mit der Fackel wollte fliehn doch zu spät Rezeguet schleuderte ihn einen Stein mitten zwischen die Augen.
Bewusslos sank er vorne über und rollte in die Zelle.Schnell grif Peter nach der Fackel zog sie mit herein
und lehnte die Tür an.
Dann nahm er die Hände zum Hals eines der Wächter und drückte zu.
Dann kam er wieder zu bewusstsein und spürte den Druck auf seinem Hals er wehrte sich noch
dann bemerkte er den entschlossen Blick in den Augens des Gefangen und ließ alle Hoffnungen fahren.
Seine letzten Gedanken galten seiner Frau und seinen beiden Kindern dann verrkrampften seine Lunge und er rührte sich nicht mehr.
Peter und Rezeguet zogen den beiden Wachen die Kleidung aus.Und wechselten ihre Kleidung mit dennen der Wachen.
Dann schlugen sie den überlebenden grün und blau all der Hass auf ihre Peiniger spielte sich hoch.
Seine Augen schwollen zu die Nase brach zeimal und sie schlugen ihm 3 Zähne aus.Dann stieß Rezeguet ihm eienn Dolch durch die Zunge.
Sie nahmen die wimmernde Gestalt ind ie Mitte und führten ihn zum Verhörzimmer,Wo der Hauptmann auf sie wartete.Als er merkte dass er mit der Zunge nicht sprechen konnte befahl er ihnen wieder Peter zurück in
die Zelle zubringen und ihm von dem anderen Gefangenn die Hand zu bringen als Warnung für Peter.
So brachten sie den Wächter wieder in die Zelle und hacktem dem Toten die rechte hand ab.
Diese brachten sie dem Hauptmann und er schickte sie in den Burghof da sie für einen Patroullienritt gebraucht wurden.
Es dauerte 2 Monate bis bemerkt wurde dass ein Gefangern Tod war verblutet durch eine abgehackte hAnd wie man anahm und der Andere
aus lauter Folterqualen Selbstmord beging indem er sich in das Schwert eines de Wächter schmieß.
Die Flucht wurde nie bemerkt.
Zufrieden lächelnd verließen die beiden das Burgtor auf den Rücken frischer Pferde.
------------------
Abends erreichten sie einen Wald.
Sie sollten in Zweiergruppen ausschwärmen um einen geeigneten Lagerplatz zu finden.
Der Zufall wollte es dass Peter und Rezeguet zusammen losgeschickt wurden.
Nach einer halben Stunde kammen sie an einen Galgen.
Dort hingen 3 Männer, ein halbverwster und zwei die erst ehute vormittag wegen Diebstahls aufgehängt wurden.
Gleichzeit schnitten sie diese beiden herunter.Lächelnd im ANgesicht dass beide das gleiche dachten
Und wechselten wieder mit den beiden die Uniform
Nachdem sie zurückgeritten waren warfen sie die Leichnahme auf den Boden.Spielten einen Kampf.
schitten den beiden die Köpfe ab und sprengten davon in Richtung Heimat.
------------------
3 Stunden später waren Pierre und Klaus immer noch nicht zurückgekehrt.Hauptmann Uwe von Bitterfels schickte Suchtrupps los.
die wenig Später mit deren Köpfe und der meldung kammen das Waffen und Pferde verschwundne waren.
------------------
Sie ritten Tag und Nacht durch.Vermieden jeden Menschen.Doch am abend war dei Erschöpfung zu groß.
Sie gelangen in einen Wald.Auf einer Lichtung bildeten sie ihr Nachtlager.Geschützt von umgefallen Bäumen sollte es gegebenfalls leicht zu verteidigen sein.
Rezeguet übernahm die erste Wacht.
Peter schlief sofort ein.
Rezeguet dachte noch lange nach.Über die gelungene FLucht über Peter und diesen Drachen von dem er ihm immer wieder erzählte.
Und an seine geliebte Frau Naria die er nun endlcih wiedersehn würde und an sein Kleines Kind.
Völlig übermüdet doch glücklich fiel er lächelnd in einen erholsamen schlaf und träumte von:
Naria
Daily Telegraph hat geschrieben:"Ein englischer Klub schlägt einen deutschen im Elfmeterschießen - notiert diesen Tag in euren Geschichtsbüchern."

- hafensaenger
- Erzengel
- Beiträge: 7175
- Registriert: Di 21.05.2002 - 14:15
- Wohnort: Fate2 Vers. 17.07.2007
- Kontaktdaten:
Währenddessen in Armanukis Höhle
Da hatte er sich auf was eingelassen. Momentan schien wohl nichts mehr zu klappen wie er sich das dachte und die Probleme häuften sich.Wie sollte er Kroolio in die Schranken weisen und gleichzeitig zwei Menschenkindern bei der Suche nach ihrer Mutter helfen? Er zermaterte sich lange das Hirn darüber bis ihm ein genialer Gedanke kam. :
Da Kroolio eh einen Mordshass auf ihn hatte und nur auf eine Gelegenheit wartete, musste er ihm nur eine geben. Ihn quasi in eine Falle locken. Armanuki setzt die Kinder dabei einer großen Gefahr aus. Doch das Risiko musst er in kauf nehmen, wenn er eine Chance haben wollte alle zu retten und das Schicksal zu beeinflussen.
Es muss alles sehr schnell gehen. Steyrmakadia ist recht groß und dicht besiedelt. Wird nicht einfach sein da eine Sklavin zu finden. Er hoffte das die Hilfe seiner empathischen Kräfte und der Kinder ausreichen würde, um es rasch erledigen zu können. Armanuki wusste, dass Kroolio das inzwischen auch konnte wenn er auch nur recht schwach.
Ohne diese Fähigkeit hätte er wohl die Suche nach der Mutter aufgeben müssen. Kroolio wäre ihm sicher zuvorgekommen und es hätte ein böses Ende genommen. Er verdrängte den Gedanken. Dori und Jeannie waren schon unruhig. Sie wollten unbedingt wissen was der Drache vorhatte. Armanuki bat die Kinder abermals zu schweigen, damit er eine telepathische Verbindung zum Malmer aufbauen kann. Der Drache versetzte sich ihn Trance und murmelte eine Formel.
Oh grea Malmer appa. . T´lp or fre . Iv o sero plöm . Kurz darauf erscheint aus einer Rauchwolke ein großes Bild vor den Kindern. Ein junger, blonder Mann in einer Mönchskutte. Er kniet sich hin und faltet die Hände wie zum Gebet. Die Kinder halten vor Staunen die Münder offen und sich nicht fähig sich zu regen oder etwas zu sagen.
Wenige Minuten später umgab den jungen blonden Mönch eine helle Aura und er verwandelte sich in einen riesengroßen Drachen.
myo fre , h`ca I el y?
Das Erstaunen wich der Neugier und die Kinder wollten wissen, was los sei. Armanuki musste sich stark konzentrieren, damit die telepathische Verbindung nicht abriss. Er wechselte nun von Draken in die Menschensprache um ihre Neugier zu stillen.
„Du musst Kroolio eine Botschaft zukommen lassen, dass ich in Steyrmarkadia auf ihn warte. Nebenbei musst du mir helfen diese Anna zu finden. Trotz meiner Fähigkeiten ist es schwierig, jemanden in einem so großen Land in kürzester Zeit zu finden. Und Zeit ist das was wir nicht haben.“bat er den Malmer.
„ Kein Problem, alter Freund . Ich werde alles nötige veranlassen“, beruhigte ihn der Malmer. Dan verwandelte er sich zurück in den jungen, blonden Mann in der Mönchskutte. Er packte seine Sachen zusammen und machte sich auf den Weg. Die Telepathische Verbindung wurde abgebrochen und das Bild verschwand in einer Rauchwolke. Kurz danach machte sich Armanuki mit den Kindern auf den Rücken auf den Weg und flog im Dunkel der Nacht Richtung Steyrmarkadia.
Da hatte er sich auf was eingelassen. Momentan schien wohl nichts mehr zu klappen wie er sich das dachte und die Probleme häuften sich.Wie sollte er Kroolio in die Schranken weisen und gleichzeitig zwei Menschenkindern bei der Suche nach ihrer Mutter helfen? Er zermaterte sich lange das Hirn darüber bis ihm ein genialer Gedanke kam. :
Da Kroolio eh einen Mordshass auf ihn hatte und nur auf eine Gelegenheit wartete, musste er ihm nur eine geben. Ihn quasi in eine Falle locken. Armanuki setzt die Kinder dabei einer großen Gefahr aus. Doch das Risiko musst er in kauf nehmen, wenn er eine Chance haben wollte alle zu retten und das Schicksal zu beeinflussen.
Es muss alles sehr schnell gehen. Steyrmakadia ist recht groß und dicht besiedelt. Wird nicht einfach sein da eine Sklavin zu finden. Er hoffte das die Hilfe seiner empathischen Kräfte und der Kinder ausreichen würde, um es rasch erledigen zu können. Armanuki wusste, dass Kroolio das inzwischen auch konnte wenn er auch nur recht schwach.
Ohne diese Fähigkeit hätte er wohl die Suche nach der Mutter aufgeben müssen. Kroolio wäre ihm sicher zuvorgekommen und es hätte ein böses Ende genommen. Er verdrängte den Gedanken. Dori und Jeannie waren schon unruhig. Sie wollten unbedingt wissen was der Drache vorhatte. Armanuki bat die Kinder abermals zu schweigen, damit er eine telepathische Verbindung zum Malmer aufbauen kann. Der Drache versetzte sich ihn Trance und murmelte eine Formel.
Oh grea Malmer appa. . T´lp or fre . Iv o sero plöm . Kurz darauf erscheint aus einer Rauchwolke ein großes Bild vor den Kindern. Ein junger, blonder Mann in einer Mönchskutte. Er kniet sich hin und faltet die Hände wie zum Gebet. Die Kinder halten vor Staunen die Münder offen und sich nicht fähig sich zu regen oder etwas zu sagen.
Wenige Minuten später umgab den jungen blonden Mönch eine helle Aura und er verwandelte sich in einen riesengroßen Drachen.
myo fre , h`ca I el y?
Das Erstaunen wich der Neugier und die Kinder wollten wissen, was los sei. Armanuki musste sich stark konzentrieren, damit die telepathische Verbindung nicht abriss. Er wechselte nun von Draken in die Menschensprache um ihre Neugier zu stillen.
„Du musst Kroolio eine Botschaft zukommen lassen, dass ich in Steyrmarkadia auf ihn warte. Nebenbei musst du mir helfen diese Anna zu finden. Trotz meiner Fähigkeiten ist es schwierig, jemanden in einem so großen Land in kürzester Zeit zu finden. Und Zeit ist das was wir nicht haben.“bat er den Malmer.
„ Kein Problem, alter Freund . Ich werde alles nötige veranlassen“, beruhigte ihn der Malmer. Dan verwandelte er sich zurück in den jungen, blonden Mann in der Mönchskutte. Er packte seine Sachen zusammen und machte sich auf den Weg. Die Telepathische Verbindung wurde abgebrochen und das Bild verschwand in einer Rauchwolke. Kurz danach machte sich Armanuki mit den Kindern auf den Rücken auf den Weg und flog im Dunkel der Nacht Richtung Steyrmarkadia.
Zuletzt geändert von hafensaenger am Mi 24.09.2003 - 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
"We choose our joys and sorrows
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
- Willard
- Ritter/Amazone
- Beiträge: 627
- Registriert: Mi 29.05.2002 - 16:24
- Wohnort: Hoch von den Bergen, da komm ich her...
- Kontaktdaten:
Kapitel ?) Kindesraub
Jetzt war sein alter Hass wieder entflammt. Sein Geist war fast völlig durchsetzt vom Chaos, vom Bösen. Er konnte nicht mehr frei denken, sein Gedächtinis war ihm eine Blockade, nun ließ er sich von seinen tiefsten Instinkten leiten. Der Aufenthalt bei der Rebellenarmee hatte seine Fähigkeiten verstärkt, es gab genug Tote die es bezeugen könnten. In letzter Zeit war er immer öfter in diesen wilden Kampfrausch verfallen, hatte alles und jeden, der in seiner Bahn der Zerstörung stand, zu feinen Staub zerblasen. Es gab viele Opfer, Freund wie Feind, und Kroolio glaubte schön langsam, dass es für seine "Verbündeten" zu viele Opfer gab, denn er spürte immer mehr ihr Misstrauen gegenüber ihn. Wenn sein Ich durchdringen konnte und er nicht die Bestie war. Ansonsten stand er lethargisch herum und rührte sich nur, wenn sein Instinkt ihm einen Kampf befahl.
Aber nun...
Er war voll und ganz er selbst, denn er bekam eine telepathische Nachricht von seinem "alten Freund" Malmer. Wie sehr er ihn doch hasste! Nicht mal sein sonst übermächtiger Instinkt konnte diesen "kontrollierten" Gefühlsausbruch zurückhalten. Als er die Nachricht erhält, wurde er voll und ganz Kroolio. Soviel er verstand, war Armanuki auf dem Weg nach Steyrmerkadia! Sein ach so verschollender Bruder-im-Geiste, das Feindbild Nummer eins war jetzt schutzlos auf Menschengebiet. Und deshalb entschloss Kroolio, Armanuki ein für alle mal zu zerschmettern. Aber Kroolio war auch nicht mehr so dumm wie früher. Seine Kämpfe gegen kriegsgestählte Soldaten hatten ihn die eine oder andere List entwickeln lassen, und die wollte er nun gegen Armanuki verwenden. Nicht das er Angst hatte, oh nein, er war sich sicher dass die dunklen Kräfte ihn so stark wie 2 Armanukis machten, nur war Armanuki nicht dumm, er musste also überlistet werden.
Ohne Warnung hob er ab, um Armanuki endlich seinen Nemesis zu übergeben, und er beachtete die Rufe der Rebellen kaum. Sie wollten nur wissen wo der große Meister denn hin wolle, ob er Feinde gewittert habe. Aber Kroolio ließ sie in Unahnung zurück...
Armanuki hindessen war auf dem schnellsten Wege nach Steyrmerkadia. Er wollte die Kleinen nicht unnötig einer unnötigen Gefahr aussetzen. Dummerweise nannte sich die Gefahr selbst Kroolio und war unberechenbar. So beeilte er sich, um der Kinder willen. Sie sollten nur ein sicheres Versteck haben, wenn er mit Kroolio endlich abrechnete. Als er so in Gedanken schwelgte, sah er etwas komisches in naher Ferne...
Jetzt war sein alter Hass wieder entflammt. Sein Geist war fast völlig durchsetzt vom Chaos, vom Bösen. Er konnte nicht mehr frei denken, sein Gedächtinis war ihm eine Blockade, nun ließ er sich von seinen tiefsten Instinkten leiten. Der Aufenthalt bei der Rebellenarmee hatte seine Fähigkeiten verstärkt, es gab genug Tote die es bezeugen könnten. In letzter Zeit war er immer öfter in diesen wilden Kampfrausch verfallen, hatte alles und jeden, der in seiner Bahn der Zerstörung stand, zu feinen Staub zerblasen. Es gab viele Opfer, Freund wie Feind, und Kroolio glaubte schön langsam, dass es für seine "Verbündeten" zu viele Opfer gab, denn er spürte immer mehr ihr Misstrauen gegenüber ihn. Wenn sein Ich durchdringen konnte und er nicht die Bestie war. Ansonsten stand er lethargisch herum und rührte sich nur, wenn sein Instinkt ihm einen Kampf befahl.
Aber nun...
Er war voll und ganz er selbst, denn er bekam eine telepathische Nachricht von seinem "alten Freund" Malmer. Wie sehr er ihn doch hasste! Nicht mal sein sonst übermächtiger Instinkt konnte diesen "kontrollierten" Gefühlsausbruch zurückhalten. Als er die Nachricht erhält, wurde er voll und ganz Kroolio. Soviel er verstand, war Armanuki auf dem Weg nach Steyrmerkadia! Sein ach so verschollender Bruder-im-Geiste, das Feindbild Nummer eins war jetzt schutzlos auf Menschengebiet. Und deshalb entschloss Kroolio, Armanuki ein für alle mal zu zerschmettern. Aber Kroolio war auch nicht mehr so dumm wie früher. Seine Kämpfe gegen kriegsgestählte Soldaten hatten ihn die eine oder andere List entwickeln lassen, und die wollte er nun gegen Armanuki verwenden. Nicht das er Angst hatte, oh nein, er war sich sicher dass die dunklen Kräfte ihn so stark wie 2 Armanukis machten, nur war Armanuki nicht dumm, er musste also überlistet werden.
Ohne Warnung hob er ab, um Armanuki endlich seinen Nemesis zu übergeben, und er beachtete die Rufe der Rebellen kaum. Sie wollten nur wissen wo der große Meister denn hin wolle, ob er Feinde gewittert habe. Aber Kroolio ließ sie in Unahnung zurück...
Armanuki hindessen war auf dem schnellsten Wege nach Steyrmerkadia. Er wollte die Kleinen nicht unnötig einer unnötigen Gefahr aussetzen. Dummerweise nannte sich die Gefahr selbst Kroolio und war unberechenbar. So beeilte er sich, um der Kinder willen. Sie sollten nur ein sicheres Versteck haben, wenn er mit Kroolio endlich abrechnete. Als er so in Gedanken schwelgte, sah er etwas komisches in naher Ferne...
The one and only, Willard! (tadaaa)
Die Liebe ist eine der Antworten, die der Mensch ersonnen hat um dem Tod ins Auge zu blicken.
Die Liebe ist eine der Antworten, die der Mensch ersonnen hat um dem Tod ins Auge zu blicken.
- hafensaenger
- Erzengel
- Beiträge: 7175
- Registriert: Di 21.05.2002 - 14:15
- Wohnort: Fate2 Vers. 17.07.2007
- Kontaktdaten:
Die Falle
Zu seinem eigenen Erstaunen war es Kroolio. Er hatte ihn wohl gewaltig unterschätzt. Nun waren die Kinder doch in Gefahr geraten. Mit einem Ruck seines Hinterleibs schleuderte er die Kinder auf seinem Rücken in eine Höhle in der Nähe . Dann stellte er sich entschlossen vor den Höhleneingang.
Was soll das werden, du lächerlicher Narr? Meinst du allen ernstes du kannst jemanden retten? Ihr seid alle verloren , die Kinder und du erst recht zischte ihn Kroolio an. Ich bin nicht bereit mich in dieses Schicksal zu fügen. Es muss nicht so enden und es wird nicht so enden. Was haben die Kinder eigentlich damit zu tun? Bist du nicht stark genug dich mir alleine zu stellen fauchte Armanuki zurück. Mitnichten, Armanuki. Es gibt aber was, das bedeutender ist als du oder diese Kinder. Eine ungeheure Macht wie ich sie nie vernahm. sagte er mit bebender Stimme und seine Augen leuchteten.
Ist ja alles schön und gut aber was haben die Kinder damit zu tun? Sind sie etwa der Schlüssel zu dieser schier unerschöpflichen Quelle der Macht? bohrte Armanuki neugierig nach . Du hast es erfasst. Und nun steht mir nicht im Weg rumbrüllte Kroolio und schoss einen gewaltigen Feuerstoss auf das Felsmassiv, worauf Armanuki stand.
Aramanuki gerät ins straucheln, verliert das Gleichgewicht und droht in die Tiefe zu stürzen. Im letzen Moment kann er sich in der Luft drehen, das Gleichgewicht wiederfinden und den vermeintlich harten Sturz dadurch verhindern. Die Zeit hat Kroolio genutzt und die vor Vorängstigung flennenden Kinder in seine Gewalt gebracht.
Armanuki versuchte hinterher zu eilen, kam aber zu spät. Die Salven, die er Kroolio hinterher schoss verpufften nach einer Weile. Er war verzweifelt. Was nun ? Er erinnert sich an Kroolios Worte. Eine ungeheure Macht wie ich sie nie vernahm . Bei den zweien hatte er nichts gespürt. Nur bei Jacky durchzuckten ihn seltsame Gefühle, als er sie damals vor dem sicheren Tod bewahrte.
Nun war ihm alles klar. Jacky war das primäre Ziel. Weil Kroolio`s Wahrnehmung aber noch nicht so ausgeprägt war wie seine erkannte Kroolio das nicht im Gegensatz zu ihm und hat die falschen Kinder mitgenommen. Soweit so gut. Trotzdem warf das eine Menge neue Probleme auf:
Er musste diese Anna so schnell wie möglich finden und in Sicherheit bringen. Zudem musste er noch die Kinder aus der Gewalt Kroolio`s befreien. Zu allem Überfluss planten die Menschen nebst Dori´s und Jeannies Eltern noch alle lebenden Drachen zu töten wegen der Schandtaten von Kroolio und dem verschwinden der Kinder. Wo sollte er bloß anfangen. Er musste schnell überlegen und handeln....
Zu seinem eigenen Erstaunen war es Kroolio. Er hatte ihn wohl gewaltig unterschätzt. Nun waren die Kinder doch in Gefahr geraten. Mit einem Ruck seines Hinterleibs schleuderte er die Kinder auf seinem Rücken in eine Höhle in der Nähe . Dann stellte er sich entschlossen vor den Höhleneingang.
Was soll das werden, du lächerlicher Narr? Meinst du allen ernstes du kannst jemanden retten? Ihr seid alle verloren , die Kinder und du erst recht zischte ihn Kroolio an. Ich bin nicht bereit mich in dieses Schicksal zu fügen. Es muss nicht so enden und es wird nicht so enden. Was haben die Kinder eigentlich damit zu tun? Bist du nicht stark genug dich mir alleine zu stellen fauchte Armanuki zurück. Mitnichten, Armanuki. Es gibt aber was, das bedeutender ist als du oder diese Kinder. Eine ungeheure Macht wie ich sie nie vernahm. sagte er mit bebender Stimme und seine Augen leuchteten.
Ist ja alles schön und gut aber was haben die Kinder damit zu tun? Sind sie etwa der Schlüssel zu dieser schier unerschöpflichen Quelle der Macht? bohrte Armanuki neugierig nach . Du hast es erfasst. Und nun steht mir nicht im Weg rumbrüllte Kroolio und schoss einen gewaltigen Feuerstoss auf das Felsmassiv, worauf Armanuki stand.
Aramanuki gerät ins straucheln, verliert das Gleichgewicht und droht in die Tiefe zu stürzen. Im letzen Moment kann er sich in der Luft drehen, das Gleichgewicht wiederfinden und den vermeintlich harten Sturz dadurch verhindern. Die Zeit hat Kroolio genutzt und die vor Vorängstigung flennenden Kinder in seine Gewalt gebracht.
Armanuki versuchte hinterher zu eilen, kam aber zu spät. Die Salven, die er Kroolio hinterher schoss verpufften nach einer Weile. Er war verzweifelt. Was nun ? Er erinnert sich an Kroolios Worte. Eine ungeheure Macht wie ich sie nie vernahm . Bei den zweien hatte er nichts gespürt. Nur bei Jacky durchzuckten ihn seltsame Gefühle, als er sie damals vor dem sicheren Tod bewahrte.
Nun war ihm alles klar. Jacky war das primäre Ziel. Weil Kroolio`s Wahrnehmung aber noch nicht so ausgeprägt war wie seine erkannte Kroolio das nicht im Gegensatz zu ihm und hat die falschen Kinder mitgenommen. Soweit so gut. Trotzdem warf das eine Menge neue Probleme auf:
Er musste diese Anna so schnell wie möglich finden und in Sicherheit bringen. Zudem musste er noch die Kinder aus der Gewalt Kroolio`s befreien. Zu allem Überfluss planten die Menschen nebst Dori´s und Jeannies Eltern noch alle lebenden Drachen zu töten wegen der Schandtaten von Kroolio und dem verschwinden der Kinder. Wo sollte er bloß anfangen. Er musste schnell überlegen und handeln....
"We choose our joys and sorrows
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
Das gesamte Dorf war in Aufruhr! Mit Knüppeln und Messern bewaffnet, durchstreiften die Männer den Wald, auf der Suche nach der mysteriösen Höhle, von der das verängstigte Kind erzählt hatte. Naria begleitete die Suche, keine Warnungen oder Verbote hatten sie davon abhalten können. Das waren ihre kleinen Mädchen, die vielleicht von einem riesigen, gefährlichen Drachen entführt worden waren! Wie konnte sie da untätig zu Hause sitzen? Als sie am Morgen das Zimmer der Kinder betreten hatte, um sie zum Frühstück zu wecken und ihnen anschließend eine ausführliche Strafpredigt zu halten, hatte sie sofort bemerkt, dass die beiden älteren fehlten. Jacky, die wach in ihrem Bett lag, hatte auf Narias Frage hin, wo die Cousinen seien, zu heulen angefangen und lauter wirres Zeug von sich gegeben, erst als ihre Mutter sie in die Arme genommen und halbwegs beruhigt hatte, waren vernünftige Sätze aus ihr herauszubekommen gewesen. Aber was hatte Jacky ihr erzählt! Von einem großen, weißen, sehr, sehr bösen Drachen, der Jackys Cousinen überredet habe, ihm zu helfen und in der Nacht zu ihm zu gehen. Naria glaubte zunächst an einen Alptraum ihrer kleinen Tochter, doch die bestand darauf, dass sie nicht geträumt habe. Auf den Vorwurf, sie hätte sich das alles nur ausgedacht, reagierte sie nicht wie gewohnt mit Schmollen, sondern beteuerte verzweifelt, die Wahrheit zu sagen, und sie beharrte so auf ihrer Geschichte, dass Naria beschloss, diese Gruselgeschichten einer verwirrten Sechsjährigen zumindest so ernst zu nehmen, dass sie ihrem Vater davon erzählte.
Wider Narias Erwarten und ihren Glauben an den unbeschädigten Verstand ihres alten Herren war dieser sofort bereit Jacky zu glauben. Er murmelte Dinge wie "Ich wusste, dass sie eines Tages zurückkehren würden!" oder "Die ganze Zeit haben sie meine Geschichten für Hirngespinste gehalten, jetzt müssen sie eingestehen, dass ich Recht hatte."
Es stimmte, dass er schon hin und wieder Geschichten von mächtigen Drachen erzählt hatte, und von einem Krieg gegen sie, aber Naria hatte ihm eigentlich verboten, diese grausamen Geschichten den Kindern zu erzählen, doch vor zwei Tagen hatte er ihnen eine Geschichte erzählt, die vom Leben der Drachen mit den Menschen gehandelt hatte, und da sie zumindest keine gewalttätigen Szenen enthielt, hatte Naria ihn gewähren lassen. Das hatte sie nun davon.
Das Märchen hatte ihre Tochter völlig verwirrt, und wer weiß, vielleicht waren die Zwillinge ja auch nicht aus Furcht vor Strafe davongelaufen, sondern weil sie tatsächlich nach irgendwelchen Drachen suchen wollten.
Aber es waren doch nur Märchen gewesen! Umso erstaunter und erschrockener war Naria jetzt, als ihr Vater so reagierte, er nahm Jackys Geschichte vollkommen ernst, und er verlor völlig seine gewohnt ruhige, gemütliche Stimmung, die er sonst immer annahmt, wenn er sich mit den Kindern beschäftigte. Normalerweise hätte er Jacky mit Scherzen und einer unter lustigem Augenzwinkern erzählten Gruselgeschichte beruhigt.
Sandros großvaterhaftes Benehmen, seine Gelassenheit, seine ständige Bereitschaft zu Scherzen und Kindereien, seine langsame Sprechweise und seine oft müde wirkenden Bewegungen täuschten meistens darüber hinweg, dass er trotz seines Alters noch ein kräftiger Mann war, der zu haarscharfen Überlegungen und blitzschnellen Reaktionen fähig war.
So wie jetzt. Naria hatte ihren Vater nicht mehr so erlebt, seit ihre Schwester vor über sieben Jahren verschwunden war. Er wirkte sehr, sehr ernst und handelte schnell und besonnen. Er schickte Jacky in die Waschküche, um zu baden, und ging mit Naria in den Hof.
"Naria, ich weiß, dass du Jacky nicht glaubst, und dass du mir nicht glaubst. Du denkst, meine Geschichte hätte sie auf diese Gedanken gebracht. Aber hör mir zu, Kind, das hier ist keine scherzhafte Angelegenheit! Die Geschichten sind wahr, es sind keine Märchen, sondern wirkliche Tatsachen, die sich so zugetragen haben, wie ich sie erzähle! Der Himmel allein weiß, warum fast alle Menschen vergessen haben, was sich vor dreizehn Jahren zugetragen hat, und was zuvor war. Ich habe es aufgegeben, die Leute belehren zu wollen, für sie bin ich nur ein alter Mann, der sich zur Belustigung der Kinder die abenteuerlichsten Märchen ausdenkt, und ich weiß, dass du genauso denkst."
" ... !"
"Widersprich mir nicht, es ist unnötig, dass du es jetzt abstreitest, viel wichtiger ist, dass du mir jetzt zuhörst, und vor allem, dass du mir glaubst!"
Sandro wartete kurz, ob seine Tochter etwas dazu zu sagen hätte, doch sie schwieg.
"Als du und Anna noch Kinder waren, gab es Drachen auf der Erde. Die meisten lebten weit im Westen, jenseits der Berge von Tirolien, doch auch hier habe ich einige gesehen. Auch deine Schwester und du habt einmal einen Drachen gesehen. Ich weiß nicht genau, was vor dreizehn Jahren geschehen ist, nur soviel, es kam zum Krieg zwischen den Drachen und uns Menschen, und die Drachen wurden ausgerottet. Zumindest haben wir das damals gedacht, aber es gab immer wieder Geschichten von Leuten, die angeblich noch einen Drachen gesehen haben. Bei diesem Krieg wurde auch noch Magie als ganz normale Waffe eingesetzt, mittlerweile werden die Magier und Hexen ja als Schwindler beschimpft oder noch Schlimmeres, zumindest außerhalb der Städte." Sandro machte eine kurze Pause und überlegte, was er eigentlich erzählen wollte, denn seine Tochter sah ihn verständnislos an und sah offensichtlich den Zusammenhang nicht.
"Jedenfalls wurde auch unser König, Reginald IV, in dem Krieg gegen die Drachen getötet, was widerum den Erbfolgekrieg auslöste. Du weißt ja, was in diesem Krieg geschehen ist, doch hast du dir jemals Gedanken über die Ursache gemacht? Ich weiß, man sagt, ein Baron habe den König stürzen wollen, und im Feldzug gegen diesen sei Reginald gefallen, aber du musst zugeben, dass diese Geschichte nicht besonders glaubwürdig ist. Ein Baron, von dem zuvor keiner jemals etwas gehört hat, der anscheinend weder Land und Untertanen, noch Reichtum und Einfluss besaß, und trotzdem genug Leute zusammengebracht haben soll, ausgebildete Soldaten, um den König ernsthaft bedrohen zu können? Ich musste lachen, als ich vor einigen Wochen diese Geschichte zum ersten Mal gehört habe. Seit wann weißt du davon, Naria?"
Seinen Augen hatten ein erwartungsvoller, listiger Ausdruck, und Naria wusste nicht, worauf er hinaus wollte.
"Nun ... schon immer ... Jeder wusste es doch ... ich meine ... " Sie verstummte, auf ihrem Gesicht lag ein nachdenklicher, irgendwie verstörter Ausdruck. Sie hatte in der Tat noch nie darüber nachgedacht, woher sie das, was sie wusste, oder zu wissen glaubte, eigentlich hatte.
Sandro nickte, und ein Lächeln huschte über sein faltiges Gesicht. Endlich hatte er seine Tochter so weit, dass sie ihm wirklich zuhörte, und bereit war, das, was er sagte, nicht von vornherein als bloße Märchen abzutun.
Und nun erzählte er ihr, was er wusste, was er gehört hatte, und was er vermutete.
Naria hörte sich alles an, aber sie wollte oder konnte es nicht begreifen. Wie sollte sie sich nicht an etwas erinnern, was sie angeblich selbst gesehen hatte?
Als sie Sandro diese Frage stellte, wusste er keine klare Antwort darauf. Er konnte nur sagen, dass das Vergessen durch Magie herbeigeführt sein worden musste, er selbst sei davon nicht betroffen, warum, das wusste er auch nicht. Naria konnte sich das nicht vorstellen, sie war als einfache Bauerntochter aufgewachsen, und hatte noch nie in ihrem Leben etwas Magisches zu Gesicht bekommen, weshalb sie solchen Dingen, wie die meisten Leute vom Land, auch sehr skeptisch gegenüberstand. Aber was ihr noch weniger begreiflich schien, war die Frage, warum man ihr Lügen erzählen sollte, warum man die Wahrheit verschweigen wollen sollte.
"Die Einzigen, denen es etwas nützen könnte, wenn kein Mensch etwas von den Drachen weiß," sagte Sandro schließlich, "sind die Drachen selbst."
Mit diesen Worten ließ er Naria stehen und ging ins Haus, um noch so viel wie möglich von Jacky zu erfahren.
Naria blieb betroffen vor der Tür stehen. Sie war verwirrt, verstört. Was ihr Vater ihr gerade erzählt hatte, war ein Schock für sie. Es würde noch eine Weile dauern, bis sie es vollständig begriff. Sie wusste nicht mehr, was sie glauben sollte, das, was sie so viele Jahre lang für die Wahrheit gehalten hatte, oder all die unbegreiflichen Dinge, die sie gerade erfahren hatte. Normalerweise hätte sie keinen Heller auf solche wirren Gruselmärchen gegeben, aber die Eindringlichkeit, mit der Ihr Vater erzählt hatte, und der wache, energische Ausdruck in seinen Augen, hatten sie tief beeindruckt. Sie war zum ersten Mal seit langer Zeit dazu bereit, ihn ernst zu nehmen und ihm zu glauben, aber was sie jetzt brauchte, waren Beweise.
Hastig lief sie ins Haus, riss die Tür zur Waschküche auf, wo Sandro Jacky auf einen Hocker gesetzt hatte, vor ihr auf dem Boden kniete, so dass ihre Augen auf gleicher Höhe waren, und ernst mit ihr sprach.
"Wo?" fragte Naria Jacky, "Wo ist diese Höhle?"
Einer der Männer hatte etwas entdeckt und rief lautstark, dass es weit durch den Wald zu hören war. Naria und die beiden mit Heugabeln bewaffneten Bauernknechte, die sie begleiteten, liefen schneller, in die Richtung, aus der die Rufe kamen.
Nach Jackys Beschreibung musste die Drachenhöhle am Bachufer liegen, und da sie das Kind unmöglich der Gefahr aussetzen konnten es mitzunehmen, musste das gesamte Bachbett abgesucht werden. Die Rufe kamen von etwas oberhalb der Stelle, wo Naria sich befand, und nach weniger als zwei Minuten waren sie dort. Es hatten sich schon einige Männer an dem Ort eingefunden, und es kamen immer mehr. Der Rufende war verstummt, als Naria mit ihren Begleitern eingetroffen war, und deutete auf eine etwa zweieinhalb Meter hohe und halb so breite keilförmige Öffnung im steilen Felsenufer, die halb durch herunterhängende Pflanzenteile verdeckt war, viel Grünzeug lag abgerissen vor dem Eingang versteut. Auch waren eindeutig Spuren im Kies zu sehen. Spuren von etwas Großem.
Zunächst traute sich niemand an die Öffnung im Fels heran, die ihnen jetzt geradeso dunkel und gefährlich vorkam wie der Eingang zur Hölle. Einer fasste sich ein Herz, schob mit seinem Knüppel die Pflanzen beiseite und verschwand mit langsamen, vorsichtig tastenden Schritten im Höhleninneren. Daraufhin folgten gleich mehrere seinem Beispiel, wobei einer so klug war, sich vorher einen Kienspan anzuzünden.
Man wartete und lauschte, doch es waren außer der leisen Rufe der Männer in der Höhle keine Geräusche zu hören, die auf den Angriff eines gefährlichen Lebewesens hinwiesen. Nach kurzer Zeit kamen die Männer wieder herauf, und sie brachten einige angekohlte Holzstücke von einem Feuer mit sowie die Nachricht, nichts weiter da unten gefunden zu haben. Dann wurde die Umgebung der Höhle gründlich abgesucht, wobei viele Abdrücke von großen krallenbesetzten Pranken im Sand des Baches um am Ufer gefunden worden, und jemand entdeckte im Unterholz des Ufers einen geflochtenen Korb, bei dessen Anblick Naria fast das Herz stehen blieb, denn es war der Korb, den sie vor zwei Tagen den Zwillingen zur Apfelernte gegeben hatte. Sie waren also tatsächlich hier gewesen. Jacky hatte die Wahrheit gesagt.
Wider Narias Erwarten und ihren Glauben an den unbeschädigten Verstand ihres alten Herren war dieser sofort bereit Jacky zu glauben. Er murmelte Dinge wie "Ich wusste, dass sie eines Tages zurückkehren würden!" oder "Die ganze Zeit haben sie meine Geschichten für Hirngespinste gehalten, jetzt müssen sie eingestehen, dass ich Recht hatte."
Es stimmte, dass er schon hin und wieder Geschichten von mächtigen Drachen erzählt hatte, und von einem Krieg gegen sie, aber Naria hatte ihm eigentlich verboten, diese grausamen Geschichten den Kindern zu erzählen, doch vor zwei Tagen hatte er ihnen eine Geschichte erzählt, die vom Leben der Drachen mit den Menschen gehandelt hatte, und da sie zumindest keine gewalttätigen Szenen enthielt, hatte Naria ihn gewähren lassen. Das hatte sie nun davon.
Das Märchen hatte ihre Tochter völlig verwirrt, und wer weiß, vielleicht waren die Zwillinge ja auch nicht aus Furcht vor Strafe davongelaufen, sondern weil sie tatsächlich nach irgendwelchen Drachen suchen wollten.
Aber es waren doch nur Märchen gewesen! Umso erstaunter und erschrockener war Naria jetzt, als ihr Vater so reagierte, er nahm Jackys Geschichte vollkommen ernst, und er verlor völlig seine gewohnt ruhige, gemütliche Stimmung, die er sonst immer annahmt, wenn er sich mit den Kindern beschäftigte. Normalerweise hätte er Jacky mit Scherzen und einer unter lustigem Augenzwinkern erzählten Gruselgeschichte beruhigt.
Sandros großvaterhaftes Benehmen, seine Gelassenheit, seine ständige Bereitschaft zu Scherzen und Kindereien, seine langsame Sprechweise und seine oft müde wirkenden Bewegungen täuschten meistens darüber hinweg, dass er trotz seines Alters noch ein kräftiger Mann war, der zu haarscharfen Überlegungen und blitzschnellen Reaktionen fähig war.
So wie jetzt. Naria hatte ihren Vater nicht mehr so erlebt, seit ihre Schwester vor über sieben Jahren verschwunden war. Er wirkte sehr, sehr ernst und handelte schnell und besonnen. Er schickte Jacky in die Waschküche, um zu baden, und ging mit Naria in den Hof.
"Naria, ich weiß, dass du Jacky nicht glaubst, und dass du mir nicht glaubst. Du denkst, meine Geschichte hätte sie auf diese Gedanken gebracht. Aber hör mir zu, Kind, das hier ist keine scherzhafte Angelegenheit! Die Geschichten sind wahr, es sind keine Märchen, sondern wirkliche Tatsachen, die sich so zugetragen haben, wie ich sie erzähle! Der Himmel allein weiß, warum fast alle Menschen vergessen haben, was sich vor dreizehn Jahren zugetragen hat, und was zuvor war. Ich habe es aufgegeben, die Leute belehren zu wollen, für sie bin ich nur ein alter Mann, der sich zur Belustigung der Kinder die abenteuerlichsten Märchen ausdenkt, und ich weiß, dass du genauso denkst."
" ... !"
"Widersprich mir nicht, es ist unnötig, dass du es jetzt abstreitest, viel wichtiger ist, dass du mir jetzt zuhörst, und vor allem, dass du mir glaubst!"
Sandro wartete kurz, ob seine Tochter etwas dazu zu sagen hätte, doch sie schwieg.
"Als du und Anna noch Kinder waren, gab es Drachen auf der Erde. Die meisten lebten weit im Westen, jenseits der Berge von Tirolien, doch auch hier habe ich einige gesehen. Auch deine Schwester und du habt einmal einen Drachen gesehen. Ich weiß nicht genau, was vor dreizehn Jahren geschehen ist, nur soviel, es kam zum Krieg zwischen den Drachen und uns Menschen, und die Drachen wurden ausgerottet. Zumindest haben wir das damals gedacht, aber es gab immer wieder Geschichten von Leuten, die angeblich noch einen Drachen gesehen haben. Bei diesem Krieg wurde auch noch Magie als ganz normale Waffe eingesetzt, mittlerweile werden die Magier und Hexen ja als Schwindler beschimpft oder noch Schlimmeres, zumindest außerhalb der Städte." Sandro machte eine kurze Pause und überlegte, was er eigentlich erzählen wollte, denn seine Tochter sah ihn verständnislos an und sah offensichtlich den Zusammenhang nicht.
"Jedenfalls wurde auch unser König, Reginald IV, in dem Krieg gegen die Drachen getötet, was widerum den Erbfolgekrieg auslöste. Du weißt ja, was in diesem Krieg geschehen ist, doch hast du dir jemals Gedanken über die Ursache gemacht? Ich weiß, man sagt, ein Baron habe den König stürzen wollen, und im Feldzug gegen diesen sei Reginald gefallen, aber du musst zugeben, dass diese Geschichte nicht besonders glaubwürdig ist. Ein Baron, von dem zuvor keiner jemals etwas gehört hat, der anscheinend weder Land und Untertanen, noch Reichtum und Einfluss besaß, und trotzdem genug Leute zusammengebracht haben soll, ausgebildete Soldaten, um den König ernsthaft bedrohen zu können? Ich musste lachen, als ich vor einigen Wochen diese Geschichte zum ersten Mal gehört habe. Seit wann weißt du davon, Naria?"
Seinen Augen hatten ein erwartungsvoller, listiger Ausdruck, und Naria wusste nicht, worauf er hinaus wollte.
"Nun ... schon immer ... Jeder wusste es doch ... ich meine ... " Sie verstummte, auf ihrem Gesicht lag ein nachdenklicher, irgendwie verstörter Ausdruck. Sie hatte in der Tat noch nie darüber nachgedacht, woher sie das, was sie wusste, oder zu wissen glaubte, eigentlich hatte.
Sandro nickte, und ein Lächeln huschte über sein faltiges Gesicht. Endlich hatte er seine Tochter so weit, dass sie ihm wirklich zuhörte, und bereit war, das, was er sagte, nicht von vornherein als bloße Märchen abzutun.
Und nun erzählte er ihr, was er wusste, was er gehört hatte, und was er vermutete.
Naria hörte sich alles an, aber sie wollte oder konnte es nicht begreifen. Wie sollte sie sich nicht an etwas erinnern, was sie angeblich selbst gesehen hatte?
Als sie Sandro diese Frage stellte, wusste er keine klare Antwort darauf. Er konnte nur sagen, dass das Vergessen durch Magie herbeigeführt sein worden musste, er selbst sei davon nicht betroffen, warum, das wusste er auch nicht. Naria konnte sich das nicht vorstellen, sie war als einfache Bauerntochter aufgewachsen, und hatte noch nie in ihrem Leben etwas Magisches zu Gesicht bekommen, weshalb sie solchen Dingen, wie die meisten Leute vom Land, auch sehr skeptisch gegenüberstand. Aber was ihr noch weniger begreiflich schien, war die Frage, warum man ihr Lügen erzählen sollte, warum man die Wahrheit verschweigen wollen sollte.
"Die Einzigen, denen es etwas nützen könnte, wenn kein Mensch etwas von den Drachen weiß," sagte Sandro schließlich, "sind die Drachen selbst."
Mit diesen Worten ließ er Naria stehen und ging ins Haus, um noch so viel wie möglich von Jacky zu erfahren.
Naria blieb betroffen vor der Tür stehen. Sie war verwirrt, verstört. Was ihr Vater ihr gerade erzählt hatte, war ein Schock für sie. Es würde noch eine Weile dauern, bis sie es vollständig begriff. Sie wusste nicht mehr, was sie glauben sollte, das, was sie so viele Jahre lang für die Wahrheit gehalten hatte, oder all die unbegreiflichen Dinge, die sie gerade erfahren hatte. Normalerweise hätte sie keinen Heller auf solche wirren Gruselmärchen gegeben, aber die Eindringlichkeit, mit der Ihr Vater erzählt hatte, und der wache, energische Ausdruck in seinen Augen, hatten sie tief beeindruckt. Sie war zum ersten Mal seit langer Zeit dazu bereit, ihn ernst zu nehmen und ihm zu glauben, aber was sie jetzt brauchte, waren Beweise.
Hastig lief sie ins Haus, riss die Tür zur Waschküche auf, wo Sandro Jacky auf einen Hocker gesetzt hatte, vor ihr auf dem Boden kniete, so dass ihre Augen auf gleicher Höhe waren, und ernst mit ihr sprach.
"Wo?" fragte Naria Jacky, "Wo ist diese Höhle?"
Einer der Männer hatte etwas entdeckt und rief lautstark, dass es weit durch den Wald zu hören war. Naria und die beiden mit Heugabeln bewaffneten Bauernknechte, die sie begleiteten, liefen schneller, in die Richtung, aus der die Rufe kamen.
Nach Jackys Beschreibung musste die Drachenhöhle am Bachufer liegen, und da sie das Kind unmöglich der Gefahr aussetzen konnten es mitzunehmen, musste das gesamte Bachbett abgesucht werden. Die Rufe kamen von etwas oberhalb der Stelle, wo Naria sich befand, und nach weniger als zwei Minuten waren sie dort. Es hatten sich schon einige Männer an dem Ort eingefunden, und es kamen immer mehr. Der Rufende war verstummt, als Naria mit ihren Begleitern eingetroffen war, und deutete auf eine etwa zweieinhalb Meter hohe und halb so breite keilförmige Öffnung im steilen Felsenufer, die halb durch herunterhängende Pflanzenteile verdeckt war, viel Grünzeug lag abgerissen vor dem Eingang versteut. Auch waren eindeutig Spuren im Kies zu sehen. Spuren von etwas Großem.
Zunächst traute sich niemand an die Öffnung im Fels heran, die ihnen jetzt geradeso dunkel und gefährlich vorkam wie der Eingang zur Hölle. Einer fasste sich ein Herz, schob mit seinem Knüppel die Pflanzen beiseite und verschwand mit langsamen, vorsichtig tastenden Schritten im Höhleninneren. Daraufhin folgten gleich mehrere seinem Beispiel, wobei einer so klug war, sich vorher einen Kienspan anzuzünden.
Man wartete und lauschte, doch es waren außer der leisen Rufe der Männer in der Höhle keine Geräusche zu hören, die auf den Angriff eines gefährlichen Lebewesens hinwiesen. Nach kurzer Zeit kamen die Männer wieder herauf, und sie brachten einige angekohlte Holzstücke von einem Feuer mit sowie die Nachricht, nichts weiter da unten gefunden zu haben. Dann wurde die Umgebung der Höhle gründlich abgesucht, wobei viele Abdrücke von großen krallenbesetzten Pranken im Sand des Baches um am Ufer gefunden worden, und jemand entdeckte im Unterholz des Ufers einen geflochtenen Korb, bei dessen Anblick Naria fast das Herz stehen blieb, denn es war der Korb, den sie vor zwei Tagen den Zwillingen zur Apfelernte gegeben hatte. Sie waren also tatsächlich hier gewesen. Jacky hatte die Wahrheit gesagt.
Am Abend gab es im Dorf eine große Versammlung, bei der Beschlossen wurde, die Wälder der Umgebung nach den Mädchen und dem Tier, dass sie entführt hatte, abzusuchen. Die Meisten wollten trotz der gefundenen Beweise nicht an die Existenz eines Drachen glauben, eher an einen besonders großen Wolf oder einen Bären. In den Augen eines verängstigten kleinen Mädchens konnte sich ein solches Wesen durchaus in einen Drachen verwandeln, zumal wenn sie einen Großvater hatte, der bekanntermaßen gern Märchen erzählte.
Nur Wenige waren von der Drachengeschichte überzeugt, und zwar waren das einige Leute, die von außerhalb des Dorfes, von jenseits des Wäldchens, die durch die Suche nach der Höhle auf die Angelegenheit aufmerksam geworden waren. Sie berichteten, sie hätten am frühen Morgen etwas in Richtung Südwesten davonfliegen sehen, das mit seinen großen Flügeln und seinem langen Schwanz sehr an die Beschreibungen eines Drachen erinnerte, nur sei es etwas zu klein dafür gewesen.
Am selben Abend hatte Naria einige wichtige Dinge in einem Beutel zusammengepackt, ihre Tochter ins Bett gebracht, sich von ihrem Vater verabschiedet und ihm eingeschärft, ja gut auf das Kind aufzupassen.
Nach Einbruch der Dunkelheit verließ sie das Dorf auf dem selben Weg wie Jahre zuvor ihre Schwester, im Herzen die Entschlossenheit, die Kinder zu retten und das Wesen, das sie entführt hatte, zu töten, damit es keinen weiteren Schaden anrichten könne. Sie weigerte sich, daran zu denken, dass ihre kleinen Nichten auch längst tot sein konnten, doch jedesmal, wenn dieser Gedanke in ihr aufstieg, und sie ihn mühsam unterdrückte, ging sie ein kleines bisschen schneller, verhärtete sich ihr Gesicht ein kleines bisschen mehr, und wurde ihr Hass auf den Drachen ein kleines bisschen größer.
Naria hatte das Dorf am späten Abend verlassen und war die ganze Nacht hindurch straff in die Richtung gelaufen, in die der Drache angeblich geflogen war. Dabei hatte sie die Dörfer und Straßen vermieden, da sie vermutete, dass der Drache keinen Menschen begegnen wollte. Sie hatte ihren Weg am Waldrand entlang gesucht und dabei nach Spuren Ausschau gehalten, was natürlich völlig sinnlos war, da es erstens stockduster war und zweitens der Drache im Flug höchstwahrscheinlich am Boden keine Spuren zurückgelassen hatte.
Als es schon dämmerte, konnte sie hinter einem Waldvorsprung ein Nachbardorf sehen, das etwas größer war als ihr eigenes, und in dem sie früher oft mit Anna und ihrem Vater zum Markt gefahren war. Sie hatte dort eine gute Freundin, Tamara, die zugleich die Klatschtante des Ortes war. Wenn jemand über in der Gegend herumfliegende Drachen bescheid wusste, dann war sie es. Die Sonne war schon längst aufgegangen, als Naria eine gute Stunde später vor dem Haus ihrer Freundin stand, die gerade dabei war, im Obstgarten die letzten Äpfel des Jahres zu pflücken. Sie war nicht wenig erstaunt, Naria so unerwartet zu sehen und lud sie schnell ins Haus ein, wo Tamaras älteste Tochter das Frühstück bereitete. Die beiden kleinen Söhne schliefen noch, Tamaras Mann war schon auf den Feldern. Beim Frühstück, bei dem alte Jugenderinnerungen ausgegraben und das neueste Dorfgerede ausgetauscht wurden, stellte sich heraus, dass Tamara tatsächlich bestens über die Vorgänge in der Gegend informiert war. Sie wusste bereits vom Verschwinden der Zwillinge und auch von der Suche nach der Drachenhöhle und konnte nur zu gut verstehen, was für Sorgen sich Naria um die Kinder machte, riet ihr aber davon ab, weiter nach ihnen zu suchen:
"Du weißt, dass ich nun wirklich nicht abergläubig bin, aber ich habe von mehreren Leuten gehört, dass sie gestern Nacht ein großes Tier, dass wahrhaftig wie ein Drache ausgesehen haben soll, über den nördlich Hügel heben fliegen sehen. Und das waren keine alten Narren oder dumme Mädchen, die sich wichtig machen wollten, sondern der Bauer Heinrichsen und seine Frau, und der Müller Kravlosky mit seinen Gesellen. Wenn es stimmt, dann habe ich keine Hoffnung für deine Nichten, so leid es mir tut. Dann solltest du nicht auch noch dein eigenes Leben aufs Spiel setzen! Und wenn es nicht stimmt, dann werden sich die Mädchen davongemacht und werden schon wiederkommen, wenn der Hunger sie dazu treibt, oder sie haben sich verlaufen, in dem Fall werden sie auch wieder auftauchen. So kalt ist es nachts noch nicht, dass sie erfrieren würden.
Du weißt ja, dass ich immer gut über viele Dinge unterrichtet bin, und wenn jemand zwei kleine Mädchen aufliest, dann werde ich es schon rechtzeitig erfahren und dir davon Nachricht geben. Du brauchst dir also keine Sorgen machen, dass du zu wenig tun würdest, denn du kannst nicht mehr tun. Ich denke, dass die Mädchen, wenn sie wirklich von einem Drachen entführt wurden, nicht mehr am Leben sind. Wenn sie noch Leben, werden sie wieder auftauchen."
"Tamara, ich habe Beweise. Es gibt wirklich einen Drachen. Vielleicht sogar mehrere! Und wenn einer davon meine Mädchen hat, dann werde ich nicht nach Hause gehen und abwarten!"
"Naria, du kennst mich und weißt, dass ich dir nur rate, was ich für das Beste halte. Und ich halte es für das Beste, wenn du jetzt wieder heim gehst und dafür sorgst, dass deiner Tochter nicht das selbe passiert wie deinen Nichten! Du hast dir geschworen auf die Kinder deiner Schwester achtzugeben, aber du hast eine eigene kleine Tochter, die zu Hause auf dich wartet, und die du beschützen kannst. Das mag schwer für dich sein, aber ebensowenig, wie du deine Schwester zurückholen kannst, kannst du jetzt für ihre Kinder gegen einen Drachen kämpfen!"
"Wer sagt, dass ich das nicht kann?" sagte Naria, und in ihren Augen blitzte Trotz auf.
Tamara seufzte. "Du bist eine Frau, du hast keine Waffe, und du kannst nicht kämpfen. Du könntest dich nicht einmal gegen einen Bären verteidigen, geschweige denn gegen einen Drachen. Aber tu was du willst, aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Und wenn dein Vater den Verlusst seiner zweiten Tochter betrauern muss und vor Gram stirbt, dann wird sein Geist sich an jemand anderem rächen müssen. Und denk ja nicht, dass ich mich dann um deine Tochter kümmern würde!"
Sie machte eine Pause und sah Naria drohend an, doch nach wenigen Augenblicken wurde ihr Gesicht wieder so weich wie eh und je, und ihre Stimme nahm einen verzweifelten Ton an als sie fortfuhr:
"Doch, natürlich würde ich das! Ach, es ist doch zum Heulen mit mir und meinem weichen Herzen. Noch ein Kind zu versorgen würde uns wahrscheinlich in die Armut treiben, aber was tut man nicht alles für seine beste Freundin, die drauf und dran ist, sich mit einem Drachen messen zu wollen. Naria, Liebes, versprich mir, dass du keine Dummheiten machst!"
Naria versprach es. Sie bedankte sich für den Ratschlag und das Frühstück, verabschiedete sich herzlich von ihrer Freundin, dann verließ sie das Dorf in der selben Richtung, aus der sie gekommen war. Nachdem sie um die Waldecke gegangen war, machte sie einen Bogen nach Norden, um beim Hügel nach Spuren zu suchen und ihre Wanderschaft dann fortzusetzen.
Wie zu erwarten war, fanden sich am Boden keine Spuren von einem Drachen oder von den Mädchen. Nach einer Viertelstunde musste Naria sich schnell in den Wald zurückziehen, da sie aus Richtung Dorf Männer kommen sah. Sie hielt es für besser, nicht von ihnen entdeckt zu werden, also hetzte sie durchs Unterholz, um sich darin zu verbergen. Nach ungefähr zwanzig Metern blieb sie stehen um zu verschnaufen, und nach einer kurzen Pause ging sie weiter.
Sie wollte ein Stück nach Osten zurück laufen, um den Wald, der hier eine Art Bogen um den Hügel beschrieb, an seiner schmalsten Stelle zu durchqueren und dann weiter dem nördlichen Waldrand nach Westen folgen. Als sie den Waldrand fast erreicht hatte, wurde sie von der durch die Bäume scheinenden Sonne geblendet. Sie hielt sich die Hand vor die Augen um etwas erkennen zu können. Da sah sie einen großen, dunklen Schatten am Himmel, er flog sehr schnell von Westen nach Osten und verdunkelte dabei kurz die Sonne. Der Drache! Narias Herz schlug bis zum Hals, nie hätte sie damit gerechnet, so schnell den Entführer der Kinder zu finden, sie glaubte, in seinen gewaltigen, krallenbewährten Pranken zwei kleine, zappelnde Gestalten zu erkennen. Vor Aufregung dachte sie gar nicht daran, warum der Drache nun plötzlich in die umgekehrte Richtung flog, und warum er so dunkel aussah, obwohl er laut Jackys Beschreibung ja weiß war. Weiße Dinge erscheinen gegen die helle Sonne dunkel, und was die Pläne des Drachen waren, konnte kein Mensch ahnen, Vielleicht flog er ja zurück zum Dorf, um sich auch noch Jacky zu holen!
Ohne nachzudenken rannte Naria los, sie wollte raus aus dem Wald, aufs freie Feld, wo sie dem Ungetüm leichter folgen konnte, ihm nachschreien "Komm zurück und kämpfe mit mir, wenn du dich traust!"
Ohne zu auf den Weg zu achten brach sie durch das Unterholz und nahm eine Abkürzung durch Laub und Gestrüpp, fast hatte sie den Waldrand erreicht ... da hörte sie am Boden eine Art knirschendes Schnappen und fühlte gleichzeitig einen blitzartigen Schmerz an ihrem linken Fußgelenk.
Mit einem Schrei fiel sie zu Boden, doch ihr Fuß war gefangen, also drehte sie sich um, so dass sie am Boden saß und sah, was ihr passiert war: Sie war in eine Falle geraten, die irgend jemand ausgelegt hatte, um Wölfe oder Füchse zu fangen. Und es tat höllisch weh. Die eisernen Zähne der Falle hatten sich in ihr Fußgelenk geschlagen, und sie hatte keine Ahnung, ob der Fuß gebrochen, oder ob es nur eine Fleischwunde war. Der Schmerz war unerträglich, aber als sie versuchte, die Falle mit den Händen aufzubekommen, bohrten sich die Zacken nur noch tiefer in ihren Fuß.
Als Naria die Sinnlosigkeit ihrer Befreiungsversuche erkannte, packte sie Panik, und sie begann verzweifelt um Hilfe zu rufen. Eine Minute. Zehn Minuten ... Die Arbeiter, die sie vorhin gesehen hatte, waren entweder schon zurückgekehrt, oder Naria war bereits so weit gelaufen, dass sie von ihnen nicht mehr gehört werden konnte. Sie wurde immer panischer. Sie fühlte, wie ihr Fuß langsam taub wurde, und dachte an den Alten aus ihrem Dorf, dem das rechte Bein bis zum Knie abgenommen werden musste, nachdem es ihm von einem Bären zerfetzt worden war. Sie sah, wie ihr Blut langsam das Laub am Waldboden durchtränkte, und sie dachte an Frederik, den Knecht, der verblutet war, als er sich bei der Feldarbeit die Sense ins Bein gehauen hatte.
Nach einer halben Stunde wurde sie müde und gab das Rufen auf. Keiner würde kommen und ihr helfen. Sie musste sich selbst helfen. Irgendwie. Noch einmal versuchte sie durch verzweifeltes Ziehen an den beiden zackenbesetzten Eisen, die Falle zu öffnen, doch vergeblich. Tränen der Angst liefen über ihr Gesicht, als sie noch ein paar Mal aus voller Kehle um Hilfe schrie ... keine Menschenseele antwortete ihr, auf ihr immer hoffnungsloser werdendes Lauschen hörte sie nur das Rauschen der schon gelblichen Blätter und das Klopfen eines Spechtes, das sich in Narias Ohren wie Spottgelächter anhörte.
Irgendwann ließ sie sich einfach zurücksinken, lag mit einem angewinkelten Bein in der Falle auf dem Rücken und atmete den modrigen Geruch des frisch gefallenen Laubes ein, das unter ihr nachgab und ihr ein weiches Lager bot. So starrte sie nach oben, wo die Sonne durch die sich im Wind bewegenden Blätter schimmerte, und versuchte den Schmerz zu ignorieren, der jetzt mehr ein taubes Pochen war, das sich im gesamten Bein ausbreitete ...
Nur Wenige waren von der Drachengeschichte überzeugt, und zwar waren das einige Leute, die von außerhalb des Dorfes, von jenseits des Wäldchens, die durch die Suche nach der Höhle auf die Angelegenheit aufmerksam geworden waren. Sie berichteten, sie hätten am frühen Morgen etwas in Richtung Südwesten davonfliegen sehen, das mit seinen großen Flügeln und seinem langen Schwanz sehr an die Beschreibungen eines Drachen erinnerte, nur sei es etwas zu klein dafür gewesen.
Am selben Abend hatte Naria einige wichtige Dinge in einem Beutel zusammengepackt, ihre Tochter ins Bett gebracht, sich von ihrem Vater verabschiedet und ihm eingeschärft, ja gut auf das Kind aufzupassen.
Nach Einbruch der Dunkelheit verließ sie das Dorf auf dem selben Weg wie Jahre zuvor ihre Schwester, im Herzen die Entschlossenheit, die Kinder zu retten und das Wesen, das sie entführt hatte, zu töten, damit es keinen weiteren Schaden anrichten könne. Sie weigerte sich, daran zu denken, dass ihre kleinen Nichten auch längst tot sein konnten, doch jedesmal, wenn dieser Gedanke in ihr aufstieg, und sie ihn mühsam unterdrückte, ging sie ein kleines bisschen schneller, verhärtete sich ihr Gesicht ein kleines bisschen mehr, und wurde ihr Hass auf den Drachen ein kleines bisschen größer.
Naria hatte das Dorf am späten Abend verlassen und war die ganze Nacht hindurch straff in die Richtung gelaufen, in die der Drache angeblich geflogen war. Dabei hatte sie die Dörfer und Straßen vermieden, da sie vermutete, dass der Drache keinen Menschen begegnen wollte. Sie hatte ihren Weg am Waldrand entlang gesucht und dabei nach Spuren Ausschau gehalten, was natürlich völlig sinnlos war, da es erstens stockduster war und zweitens der Drache im Flug höchstwahrscheinlich am Boden keine Spuren zurückgelassen hatte.
Als es schon dämmerte, konnte sie hinter einem Waldvorsprung ein Nachbardorf sehen, das etwas größer war als ihr eigenes, und in dem sie früher oft mit Anna und ihrem Vater zum Markt gefahren war. Sie hatte dort eine gute Freundin, Tamara, die zugleich die Klatschtante des Ortes war. Wenn jemand über in der Gegend herumfliegende Drachen bescheid wusste, dann war sie es. Die Sonne war schon längst aufgegangen, als Naria eine gute Stunde später vor dem Haus ihrer Freundin stand, die gerade dabei war, im Obstgarten die letzten Äpfel des Jahres zu pflücken. Sie war nicht wenig erstaunt, Naria so unerwartet zu sehen und lud sie schnell ins Haus ein, wo Tamaras älteste Tochter das Frühstück bereitete. Die beiden kleinen Söhne schliefen noch, Tamaras Mann war schon auf den Feldern. Beim Frühstück, bei dem alte Jugenderinnerungen ausgegraben und das neueste Dorfgerede ausgetauscht wurden, stellte sich heraus, dass Tamara tatsächlich bestens über die Vorgänge in der Gegend informiert war. Sie wusste bereits vom Verschwinden der Zwillinge und auch von der Suche nach der Drachenhöhle und konnte nur zu gut verstehen, was für Sorgen sich Naria um die Kinder machte, riet ihr aber davon ab, weiter nach ihnen zu suchen:
"Du weißt, dass ich nun wirklich nicht abergläubig bin, aber ich habe von mehreren Leuten gehört, dass sie gestern Nacht ein großes Tier, dass wahrhaftig wie ein Drache ausgesehen haben soll, über den nördlich Hügel heben fliegen sehen. Und das waren keine alten Narren oder dumme Mädchen, die sich wichtig machen wollten, sondern der Bauer Heinrichsen und seine Frau, und der Müller Kravlosky mit seinen Gesellen. Wenn es stimmt, dann habe ich keine Hoffnung für deine Nichten, so leid es mir tut. Dann solltest du nicht auch noch dein eigenes Leben aufs Spiel setzen! Und wenn es nicht stimmt, dann werden sich die Mädchen davongemacht und werden schon wiederkommen, wenn der Hunger sie dazu treibt, oder sie haben sich verlaufen, in dem Fall werden sie auch wieder auftauchen. So kalt ist es nachts noch nicht, dass sie erfrieren würden.
Du weißt ja, dass ich immer gut über viele Dinge unterrichtet bin, und wenn jemand zwei kleine Mädchen aufliest, dann werde ich es schon rechtzeitig erfahren und dir davon Nachricht geben. Du brauchst dir also keine Sorgen machen, dass du zu wenig tun würdest, denn du kannst nicht mehr tun. Ich denke, dass die Mädchen, wenn sie wirklich von einem Drachen entführt wurden, nicht mehr am Leben sind. Wenn sie noch Leben, werden sie wieder auftauchen."
"Tamara, ich habe Beweise. Es gibt wirklich einen Drachen. Vielleicht sogar mehrere! Und wenn einer davon meine Mädchen hat, dann werde ich nicht nach Hause gehen und abwarten!"
"Naria, du kennst mich und weißt, dass ich dir nur rate, was ich für das Beste halte. Und ich halte es für das Beste, wenn du jetzt wieder heim gehst und dafür sorgst, dass deiner Tochter nicht das selbe passiert wie deinen Nichten! Du hast dir geschworen auf die Kinder deiner Schwester achtzugeben, aber du hast eine eigene kleine Tochter, die zu Hause auf dich wartet, und die du beschützen kannst. Das mag schwer für dich sein, aber ebensowenig, wie du deine Schwester zurückholen kannst, kannst du jetzt für ihre Kinder gegen einen Drachen kämpfen!"
"Wer sagt, dass ich das nicht kann?" sagte Naria, und in ihren Augen blitzte Trotz auf.
Tamara seufzte. "Du bist eine Frau, du hast keine Waffe, und du kannst nicht kämpfen. Du könntest dich nicht einmal gegen einen Bären verteidigen, geschweige denn gegen einen Drachen. Aber tu was du willst, aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Und wenn dein Vater den Verlusst seiner zweiten Tochter betrauern muss und vor Gram stirbt, dann wird sein Geist sich an jemand anderem rächen müssen. Und denk ja nicht, dass ich mich dann um deine Tochter kümmern würde!"
Sie machte eine Pause und sah Naria drohend an, doch nach wenigen Augenblicken wurde ihr Gesicht wieder so weich wie eh und je, und ihre Stimme nahm einen verzweifelten Ton an als sie fortfuhr:
"Doch, natürlich würde ich das! Ach, es ist doch zum Heulen mit mir und meinem weichen Herzen. Noch ein Kind zu versorgen würde uns wahrscheinlich in die Armut treiben, aber was tut man nicht alles für seine beste Freundin, die drauf und dran ist, sich mit einem Drachen messen zu wollen. Naria, Liebes, versprich mir, dass du keine Dummheiten machst!"
Naria versprach es. Sie bedankte sich für den Ratschlag und das Frühstück, verabschiedete sich herzlich von ihrer Freundin, dann verließ sie das Dorf in der selben Richtung, aus der sie gekommen war. Nachdem sie um die Waldecke gegangen war, machte sie einen Bogen nach Norden, um beim Hügel nach Spuren zu suchen und ihre Wanderschaft dann fortzusetzen.
Wie zu erwarten war, fanden sich am Boden keine Spuren von einem Drachen oder von den Mädchen. Nach einer Viertelstunde musste Naria sich schnell in den Wald zurückziehen, da sie aus Richtung Dorf Männer kommen sah. Sie hielt es für besser, nicht von ihnen entdeckt zu werden, also hetzte sie durchs Unterholz, um sich darin zu verbergen. Nach ungefähr zwanzig Metern blieb sie stehen um zu verschnaufen, und nach einer kurzen Pause ging sie weiter.
Sie wollte ein Stück nach Osten zurück laufen, um den Wald, der hier eine Art Bogen um den Hügel beschrieb, an seiner schmalsten Stelle zu durchqueren und dann weiter dem nördlichen Waldrand nach Westen folgen. Als sie den Waldrand fast erreicht hatte, wurde sie von der durch die Bäume scheinenden Sonne geblendet. Sie hielt sich die Hand vor die Augen um etwas erkennen zu können. Da sah sie einen großen, dunklen Schatten am Himmel, er flog sehr schnell von Westen nach Osten und verdunkelte dabei kurz die Sonne. Der Drache! Narias Herz schlug bis zum Hals, nie hätte sie damit gerechnet, so schnell den Entführer der Kinder zu finden, sie glaubte, in seinen gewaltigen, krallenbewährten Pranken zwei kleine, zappelnde Gestalten zu erkennen. Vor Aufregung dachte sie gar nicht daran, warum der Drache nun plötzlich in die umgekehrte Richtung flog, und warum er so dunkel aussah, obwohl er laut Jackys Beschreibung ja weiß war. Weiße Dinge erscheinen gegen die helle Sonne dunkel, und was die Pläne des Drachen waren, konnte kein Mensch ahnen, Vielleicht flog er ja zurück zum Dorf, um sich auch noch Jacky zu holen!
Ohne nachzudenken rannte Naria los, sie wollte raus aus dem Wald, aufs freie Feld, wo sie dem Ungetüm leichter folgen konnte, ihm nachschreien "Komm zurück und kämpfe mit mir, wenn du dich traust!"
Ohne zu auf den Weg zu achten brach sie durch das Unterholz und nahm eine Abkürzung durch Laub und Gestrüpp, fast hatte sie den Waldrand erreicht ... da hörte sie am Boden eine Art knirschendes Schnappen und fühlte gleichzeitig einen blitzartigen Schmerz an ihrem linken Fußgelenk.
Mit einem Schrei fiel sie zu Boden, doch ihr Fuß war gefangen, also drehte sie sich um, so dass sie am Boden saß und sah, was ihr passiert war: Sie war in eine Falle geraten, die irgend jemand ausgelegt hatte, um Wölfe oder Füchse zu fangen. Und es tat höllisch weh. Die eisernen Zähne der Falle hatten sich in ihr Fußgelenk geschlagen, und sie hatte keine Ahnung, ob der Fuß gebrochen, oder ob es nur eine Fleischwunde war. Der Schmerz war unerträglich, aber als sie versuchte, die Falle mit den Händen aufzubekommen, bohrten sich die Zacken nur noch tiefer in ihren Fuß.
Als Naria die Sinnlosigkeit ihrer Befreiungsversuche erkannte, packte sie Panik, und sie begann verzweifelt um Hilfe zu rufen. Eine Minute. Zehn Minuten ... Die Arbeiter, die sie vorhin gesehen hatte, waren entweder schon zurückgekehrt, oder Naria war bereits so weit gelaufen, dass sie von ihnen nicht mehr gehört werden konnte. Sie wurde immer panischer. Sie fühlte, wie ihr Fuß langsam taub wurde, und dachte an den Alten aus ihrem Dorf, dem das rechte Bein bis zum Knie abgenommen werden musste, nachdem es ihm von einem Bären zerfetzt worden war. Sie sah, wie ihr Blut langsam das Laub am Waldboden durchtränkte, und sie dachte an Frederik, den Knecht, der verblutet war, als er sich bei der Feldarbeit die Sense ins Bein gehauen hatte.
Nach einer halben Stunde wurde sie müde und gab das Rufen auf. Keiner würde kommen und ihr helfen. Sie musste sich selbst helfen. Irgendwie. Noch einmal versuchte sie durch verzweifeltes Ziehen an den beiden zackenbesetzten Eisen, die Falle zu öffnen, doch vergeblich. Tränen der Angst liefen über ihr Gesicht, als sie noch ein paar Mal aus voller Kehle um Hilfe schrie ... keine Menschenseele antwortete ihr, auf ihr immer hoffnungsloser werdendes Lauschen hörte sie nur das Rauschen der schon gelblichen Blätter und das Klopfen eines Spechtes, das sich in Narias Ohren wie Spottgelächter anhörte.
Irgendwann ließ sie sich einfach zurücksinken, lag mit einem angewinkelten Bein in der Falle auf dem Rücken und atmete den modrigen Geruch des frisch gefallenen Laubes ein, das unter ihr nachgab und ihr ein weiches Lager bot. So starrte sie nach oben, wo die Sonne durch die sich im Wind bewegenden Blätter schimmerte, und versuchte den Schmerz zu ignorieren, der jetzt mehr ein taubes Pochen war, das sich im gesamten Bein ausbreitete ...
Sie wusste nicht, wie lange sie so dagelegen hatte, aber als sie die Augen wieder aufschlug, fühlte sie sich, als hätte sie ziemlich lange geschlafen. Sie wollte sich am Stand der Sonne orientieren, aber ein Schatten war auf sie gefallen. Das hatte sie also geweckt.
Sie blinzelte. Erstaunt und ungläubig sah sie auf den jungen blonden Mann in den seltsamen Gewändern, der vor ihr stand und auf sie herabblickte.
"Ich ... eine Falle ... Bitte helft mir, Herr!" sagte sie müde, während sie sich mühsam aufrichtete. Sie wunderte sich nicht, wo der Mann so plötzlich hergekommen war, wie er sie gefunden hatte, und irgendwie vergaß sie auch, sich über ihre Rettung zu freuen. Nur war sie jetzt völlig ruhig, die Anwesenheit dieses sonderbaren Mannes, der wie ein Kleriker aussah, wie eine Art Priester, flößte ihr ein Gefühl von Sicherheit und Gelassenheit, aber auch von Ehrfurcht ein. Der Mann bückte sich, besah mit einem kurzen, fachmännischen Blick die Falle und Narias Fuß, dann blickt er zu ihr auf und sagte mit einer wohlklingenden, beruhigenden Stimme:
"Alles ist in Ordnung, du musst keine Angst haben. Ich helfe dir, aber du musst ganz ruhig sein und dich nicht bewegen. Leg dich wieder hin!"
Naria kam diesem Befehl sofort nach, ihr kam gar nicht der Gedanke, über den Nutzen dieser Aufforderung und darüber, ob es sinnvoll war sie zu befolgen, nachzudenken, denn von dem Priester ging eine merkwürdige ruhige Überlegenheit und Authorität aus. Naria legte sich also wieder ins Laub. Sie fühlte eine Berührung an ihrem Fuß und bereitete sich innerlich auf den Schmerz vor, doch der blieb aus. Verwundert spürte sie, wie sich ein warmes Gefühl in ihr ausbreitete, das den Schmerz einfach verdrängte. Dann schlief sie ein.
Als sie wieder erwachte, fühlte sie sich gut. Warm, ausgeruht, und vor allem schmerzfrei. Sie lag auf einem weichen Strohlager, das mit sauberen weißen Laken abgedeckt war, in einer niedrigen Stube mit hölzernen Wänden und Decken. Ohne besondere Mühe richtete sie sich auf um ihren Fuß zu betasten.
Der war zu Narias größtem Erstaunen völlig in Ordnung. Um ganz sicher zu gehen, befühle sie auch ihren anderen Fuß, aber sie hatte sich nicht getäuscht: Beide Füße waren vollkommen gesund.
Dankbar dachte sie an den jungen Kleriker, ganz sicher hatte er sie hierher gebracht und ihren Fuß auf so wundersame Weise geheilt ... das war das richtige Wort. Wundersam.
Magie musste es gewesen sein, wahre, echte Magie, von der ihr Vater und die Reisenden aus den Städten erzählten. Sie hatte nie wirklich daran geglaubt, aber wie sollte sie sich die ausgesprochen schnelle und schmerzlose Heilung ihres Beines sonst erklären? Ja, es muss Magie sein.
Da hörte Naria ein leises Geräusch von Schritten vor der Tür der Kammer. Die Tür wurde langsam geöffnet, und ihr Wohltäter betrat den Raum. Er wirkte zufrieden, als er bemerkte, dass seine Patientien wach und offensichtlich bei Kräften war.
Ehrfürchtig blickte die Frau zu ihm auf, sie wollte ein paar Worte des Dankes sagen, brachte aber nicht mehr als ein schüchternes Stammeln heraus.
Da lächelte der Kleriker. Eine Weile musterte er sie stumm, dann fragte er sie: "Wie ist dein Name?"
"Naria." Antwortete sie, der wohlwollende Klang der Stimme des seltsamen Mannes beruhigte sie.
"Naria. Soso. Diesen Namen habe ich schon einmal gehört."
"Viele Menschen heißen so," erwiderte sie verlegen, "Sicher habt Ihr von einer anderen Frau mit diesem Namen gehört."
"Ja, wahrscheinlich." Der Priester wirkte nachdenklich. "Aber sag mir doch, was du so allein in dem Wald getan hast?"
Naria dachte nicht einmal darüber nach, dem Mann etwas andres als die volle Wahrheit zu sagen, er flößte ihr einfach zuviel Respekt, und auch Vertrauen, ein.
"Nun ja, es begann damit, dass meine Tochter Jacky ..."
"Jacky, sagst du?" Der Mann war plötzlich hellwach und schien sehr aufgeregt. "Das ist der Name deiner Tochter? Wie alt ist sie!"
"Sechs Jahre ist sie jetzt alt, sieben fast."
Der Mann überlegte kurz, dann sagte er, wieder in ruhigem Ton: "Nun gut, also erzähle mir genau, was passiert ist!"
Also erfuhr der Kleriker, dass Naria auf der Suche nach ihren beiden Nichten war, die von einem ungeheuerlichen Drachen entführt worden seien, und den sie töten würde, wenn er den Kindern auch nur ein Haar krümme, und alle andren Drachen, die sie vielleicht noch aufspürte, dazu. Sie betonte sehr häufig, dass sie keineswegs Märchen erzähle, sondern dass ihr gesamtes Dorf bestätigen könne, die Fußabdrücke des Drachen gesehen zu haben. Am Ende warnte sie eindringlich vor der Gefahr, die diese teuflischen Wesen für alle Menschen darstellten, und dass sie ausgerottet werden müssten, dabei sprach sie immer lauter und schneller, und bemerkte nicht, dass das Gesicht ihres Retters einen bekümmerten Ausdruck annahm.
Als sie geendet hatte, schwieg der Mann eine Weile und sah Naria dabei eindringlich an, sie hatte das Gefühl, er könne in ihr Herz und bis auf den Grund ihrer Seele blicken. Dann seufzte er.
"Du bist verblendet. Wie alle Menschen siehst du nur, wenn andere dir Böses wollen, und verdächtigst jeden, dir schaden zu wollen. Schuldige wie Unschuldige sollen die Opfer deiner Angst werden! Komm, ich werde dir etwas zeigen. Steh auf, Kind, und folge mir!" Damit verließ er die Stube, ohne sich auch noch einmal umzudrehen und sich zu vergewissern, dass Naria seiner Aufforderung nachkam. Die war reichlich verwundert und ein wenig empört. Hatte dieser Mann sie eben als "Kind" bezeichnet? Sie war eine erwachsene Frau, und mit ziemlicher Sicherheit sogar älter als er. Und wie kam er dazu, sie verblendet zu nennen? Dennoch stand sie sofort auf und folgte dem Kleriker durch die niedriger Tür nach draußen. Sie kamen in eine größere Stube, die mit kostbar aussehenden gepolsterten Möbeln aus geschnitztem Holz eingerichtet war, die Wände waren mit schweren Teppichen verhängt. In der Mitte der gegenüberliegenden Wand des Raumes befand sich ein großer, massiver Eichenschrank, dessen Flügeltüren mit allerlei kryptischen Symbolen verziert war, bei deren Anblick Naria unbewusst eine Gänsehaut bekam. Der Priester ging gerade auf diesen Schrank zu, bückte sich, um einen großen, eisernen Schlüssel aus einem Geheimfach im Boden zu nehmen, den er in das fein gearbeitete Schloss steckte, und öffnete den Schrank. Er griff hinein und nahm einen schön geschliffenen blauen Glaskelch aus dem Fach, dann schloss er den Schrank wieder zu, verstaute den Schlüssel, ging zu einem Tisch hinüber, und stellte den Pokal dort ab. Mit einer Handbewegung bedeutete er Naria, sich zu setzen. Sie tat es. Der Priester setzte sich ihr gegenüber und sah sie auffordernd an.
"Ist das ... ein magisches Utensil?" fragte sie unsicher.
"Ja."
"Habt ihr mich damit geheilt?" Ihre Stimme lang zweifelnd.
Der Kleriker lächelte.
"Nein. Es bedurfte nur einer geringen Menge an magischer Energie, um deine Winde zu heilen. Was du hier siehst, ist ein mächtiges Werkzeug. Hast du es schon einmal gesehen?"
Naria dachte kurz nach, diese Frage verwunderte sie. "Nein." antwortete sie dann.
Der Mann sah sie forschend an, sah aber, dass sie sich wirklich nicht an das Glas erinnerte. Daraufhin setzte er sich auf einen Stuhl direkt vor den Kelch, nahm eine gerade Haltung an und umschloss das Gefäß mit beiden Händen.
Als er wieder zu Naria aufblickte, war er ein alter, grauhaariger Mann mit runzliger Haut und einem schwarzgrauen Bart. Der Frau blieb vor Überraschung die Luft weg.
"Was war ... wer seid Ihr!" rief sie entsetzt. "Was habt Ihr getan?"
"DAS war Magie, Kind." Erwiderte der Alte und zwinkerte. "Kennst du mich?"
Naria überlegte kurz. "Ihr seid der Mann vom Markplatz. Vor einigen Monaten in meinem Dorf. Ihr spracht davon, dass der Schuldige am Erbfolgekrieg gefangen worden sei. Ihr zeigtet dieses Glas als Beweis." Sie deutete auf den blauen Kelch. "Ihr habt gelogen," sagte sie, nicht ohne einen vorwurfsvollen Ton in ihrer Stimme, "Ihr habt Magie angewendet. Ihr habt uns eingeredet, es gäbe keine Drachen."
Der alte Mann nickte. "Das ist alles richtig. Ich habe die magischen Kräfte des Heiligen Kelches benutzt, um die Erinnerung der Menschen zu verändern."
"Aber warum?" fragte sie verständnislos.
"Das erkläre ich dir noch, Naria. Aber sag, woher weißt du die Wahrheit?"
"Die Spuren vor der Höhle. Die Erzählung meiner Tochter. Dann die Geschichten meines Vaters. Er war damals nicht am Marktplatz. Er hat mir alles erzählt. Er wusste nur nicht, wie Ihr die Erinnerung der Menschen gelöscht habt, doch jetzt, wo ich diesen magischen Kelch sehe, verstehe ich es."
"Nun, du weißt vieles. Aber nicht alles. Doch ich werde dir alles erzählen, was noch wichtig ist, und dir auch bei der Suche nach deinen Nichten helfen. Aber zunächst folge mir nach draußen, damit ich dir noch etwas zeigen kann ..."
Sie blinzelte. Erstaunt und ungläubig sah sie auf den jungen blonden Mann in den seltsamen Gewändern, der vor ihr stand und auf sie herabblickte.
"Ich ... eine Falle ... Bitte helft mir, Herr!" sagte sie müde, während sie sich mühsam aufrichtete. Sie wunderte sich nicht, wo der Mann so plötzlich hergekommen war, wie er sie gefunden hatte, und irgendwie vergaß sie auch, sich über ihre Rettung zu freuen. Nur war sie jetzt völlig ruhig, die Anwesenheit dieses sonderbaren Mannes, der wie ein Kleriker aussah, wie eine Art Priester, flößte ihr ein Gefühl von Sicherheit und Gelassenheit, aber auch von Ehrfurcht ein. Der Mann bückte sich, besah mit einem kurzen, fachmännischen Blick die Falle und Narias Fuß, dann blickt er zu ihr auf und sagte mit einer wohlklingenden, beruhigenden Stimme:
"Alles ist in Ordnung, du musst keine Angst haben. Ich helfe dir, aber du musst ganz ruhig sein und dich nicht bewegen. Leg dich wieder hin!"
Naria kam diesem Befehl sofort nach, ihr kam gar nicht der Gedanke, über den Nutzen dieser Aufforderung und darüber, ob es sinnvoll war sie zu befolgen, nachzudenken, denn von dem Priester ging eine merkwürdige ruhige Überlegenheit und Authorität aus. Naria legte sich also wieder ins Laub. Sie fühlte eine Berührung an ihrem Fuß und bereitete sich innerlich auf den Schmerz vor, doch der blieb aus. Verwundert spürte sie, wie sich ein warmes Gefühl in ihr ausbreitete, das den Schmerz einfach verdrängte. Dann schlief sie ein.
Als sie wieder erwachte, fühlte sie sich gut. Warm, ausgeruht, und vor allem schmerzfrei. Sie lag auf einem weichen Strohlager, das mit sauberen weißen Laken abgedeckt war, in einer niedrigen Stube mit hölzernen Wänden und Decken. Ohne besondere Mühe richtete sie sich auf um ihren Fuß zu betasten.
Der war zu Narias größtem Erstaunen völlig in Ordnung. Um ganz sicher zu gehen, befühle sie auch ihren anderen Fuß, aber sie hatte sich nicht getäuscht: Beide Füße waren vollkommen gesund.
Dankbar dachte sie an den jungen Kleriker, ganz sicher hatte er sie hierher gebracht und ihren Fuß auf so wundersame Weise geheilt ... das war das richtige Wort. Wundersam.
Magie musste es gewesen sein, wahre, echte Magie, von der ihr Vater und die Reisenden aus den Städten erzählten. Sie hatte nie wirklich daran geglaubt, aber wie sollte sie sich die ausgesprochen schnelle und schmerzlose Heilung ihres Beines sonst erklären? Ja, es muss Magie sein.
Da hörte Naria ein leises Geräusch von Schritten vor der Tür der Kammer. Die Tür wurde langsam geöffnet, und ihr Wohltäter betrat den Raum. Er wirkte zufrieden, als er bemerkte, dass seine Patientien wach und offensichtlich bei Kräften war.
Ehrfürchtig blickte die Frau zu ihm auf, sie wollte ein paar Worte des Dankes sagen, brachte aber nicht mehr als ein schüchternes Stammeln heraus.
Da lächelte der Kleriker. Eine Weile musterte er sie stumm, dann fragte er sie: "Wie ist dein Name?"
"Naria." Antwortete sie, der wohlwollende Klang der Stimme des seltsamen Mannes beruhigte sie.
"Naria. Soso. Diesen Namen habe ich schon einmal gehört."
"Viele Menschen heißen so," erwiderte sie verlegen, "Sicher habt Ihr von einer anderen Frau mit diesem Namen gehört."
"Ja, wahrscheinlich." Der Priester wirkte nachdenklich. "Aber sag mir doch, was du so allein in dem Wald getan hast?"
Naria dachte nicht einmal darüber nach, dem Mann etwas andres als die volle Wahrheit zu sagen, er flößte ihr einfach zuviel Respekt, und auch Vertrauen, ein.
"Nun ja, es begann damit, dass meine Tochter Jacky ..."
"Jacky, sagst du?" Der Mann war plötzlich hellwach und schien sehr aufgeregt. "Das ist der Name deiner Tochter? Wie alt ist sie!"
"Sechs Jahre ist sie jetzt alt, sieben fast."
Der Mann überlegte kurz, dann sagte er, wieder in ruhigem Ton: "Nun gut, also erzähle mir genau, was passiert ist!"
Also erfuhr der Kleriker, dass Naria auf der Suche nach ihren beiden Nichten war, die von einem ungeheuerlichen Drachen entführt worden seien, und den sie töten würde, wenn er den Kindern auch nur ein Haar krümme, und alle andren Drachen, die sie vielleicht noch aufspürte, dazu. Sie betonte sehr häufig, dass sie keineswegs Märchen erzähle, sondern dass ihr gesamtes Dorf bestätigen könne, die Fußabdrücke des Drachen gesehen zu haben. Am Ende warnte sie eindringlich vor der Gefahr, die diese teuflischen Wesen für alle Menschen darstellten, und dass sie ausgerottet werden müssten, dabei sprach sie immer lauter und schneller, und bemerkte nicht, dass das Gesicht ihres Retters einen bekümmerten Ausdruck annahm.
Als sie geendet hatte, schwieg der Mann eine Weile und sah Naria dabei eindringlich an, sie hatte das Gefühl, er könne in ihr Herz und bis auf den Grund ihrer Seele blicken. Dann seufzte er.
"Du bist verblendet. Wie alle Menschen siehst du nur, wenn andere dir Böses wollen, und verdächtigst jeden, dir schaden zu wollen. Schuldige wie Unschuldige sollen die Opfer deiner Angst werden! Komm, ich werde dir etwas zeigen. Steh auf, Kind, und folge mir!" Damit verließ er die Stube, ohne sich auch noch einmal umzudrehen und sich zu vergewissern, dass Naria seiner Aufforderung nachkam. Die war reichlich verwundert und ein wenig empört. Hatte dieser Mann sie eben als "Kind" bezeichnet? Sie war eine erwachsene Frau, und mit ziemlicher Sicherheit sogar älter als er. Und wie kam er dazu, sie verblendet zu nennen? Dennoch stand sie sofort auf und folgte dem Kleriker durch die niedriger Tür nach draußen. Sie kamen in eine größere Stube, die mit kostbar aussehenden gepolsterten Möbeln aus geschnitztem Holz eingerichtet war, die Wände waren mit schweren Teppichen verhängt. In der Mitte der gegenüberliegenden Wand des Raumes befand sich ein großer, massiver Eichenschrank, dessen Flügeltüren mit allerlei kryptischen Symbolen verziert war, bei deren Anblick Naria unbewusst eine Gänsehaut bekam. Der Priester ging gerade auf diesen Schrank zu, bückte sich, um einen großen, eisernen Schlüssel aus einem Geheimfach im Boden zu nehmen, den er in das fein gearbeitete Schloss steckte, und öffnete den Schrank. Er griff hinein und nahm einen schön geschliffenen blauen Glaskelch aus dem Fach, dann schloss er den Schrank wieder zu, verstaute den Schlüssel, ging zu einem Tisch hinüber, und stellte den Pokal dort ab. Mit einer Handbewegung bedeutete er Naria, sich zu setzen. Sie tat es. Der Priester setzte sich ihr gegenüber und sah sie auffordernd an.
"Ist das ... ein magisches Utensil?" fragte sie unsicher.
"Ja."
"Habt ihr mich damit geheilt?" Ihre Stimme lang zweifelnd.
Der Kleriker lächelte.
"Nein. Es bedurfte nur einer geringen Menge an magischer Energie, um deine Winde zu heilen. Was du hier siehst, ist ein mächtiges Werkzeug. Hast du es schon einmal gesehen?"
Naria dachte kurz nach, diese Frage verwunderte sie. "Nein." antwortete sie dann.
Der Mann sah sie forschend an, sah aber, dass sie sich wirklich nicht an das Glas erinnerte. Daraufhin setzte er sich auf einen Stuhl direkt vor den Kelch, nahm eine gerade Haltung an und umschloss das Gefäß mit beiden Händen.
Als er wieder zu Naria aufblickte, war er ein alter, grauhaariger Mann mit runzliger Haut und einem schwarzgrauen Bart. Der Frau blieb vor Überraschung die Luft weg.
"Was war ... wer seid Ihr!" rief sie entsetzt. "Was habt Ihr getan?"
"DAS war Magie, Kind." Erwiderte der Alte und zwinkerte. "Kennst du mich?"
Naria überlegte kurz. "Ihr seid der Mann vom Markplatz. Vor einigen Monaten in meinem Dorf. Ihr spracht davon, dass der Schuldige am Erbfolgekrieg gefangen worden sei. Ihr zeigtet dieses Glas als Beweis." Sie deutete auf den blauen Kelch. "Ihr habt gelogen," sagte sie, nicht ohne einen vorwurfsvollen Ton in ihrer Stimme, "Ihr habt Magie angewendet. Ihr habt uns eingeredet, es gäbe keine Drachen."
Der alte Mann nickte. "Das ist alles richtig. Ich habe die magischen Kräfte des Heiligen Kelches benutzt, um die Erinnerung der Menschen zu verändern."
"Aber warum?" fragte sie verständnislos.
"Das erkläre ich dir noch, Naria. Aber sag, woher weißt du die Wahrheit?"
"Die Spuren vor der Höhle. Die Erzählung meiner Tochter. Dann die Geschichten meines Vaters. Er war damals nicht am Marktplatz. Er hat mir alles erzählt. Er wusste nur nicht, wie Ihr die Erinnerung der Menschen gelöscht habt, doch jetzt, wo ich diesen magischen Kelch sehe, verstehe ich es."
"Nun, du weißt vieles. Aber nicht alles. Doch ich werde dir alles erzählen, was noch wichtig ist, und dir auch bei der Suche nach deinen Nichten helfen. Aber zunächst folge mir nach draußen, damit ich dir noch etwas zeigen kann ..."