Manni_B hat geschrieben:Bitte vorsichtig mit Antworten zu dem, was ich nicht geäußert habe.
Ich habe nichts über die Neutralität der Autorin geschrieben!
Habe ich dir auch zu keinem Zeitpunkt unterstellt.
Ob sie neutral ist oder nicht, steht hier nicht zur Debatte. Sie (und andere tun das auch) listet den Ablauf der Entstehung des AT nach neuesten Erkenntnissen auf.
Natürlich ist das ihre Aussage.
Leider ist offenbar schon die Methode, die zu diesen "neuesten Erkenntnissen" führt, voreingenommen.
Stell dir vor, irgendwann einmal diskutiere ich mit Nichtchristen die Frage, ob die Bibel echte Prophetien enthalten kann und nenne als Beispiel für eine solche eben Daniel.
Wissenschaftler-Argument: Daniel beschreibt Ereignisse aus den Jahren 167-164, folglich hat das Buch erst nach 164 seine Endfassung erreicht.
Argument des normalen Nicht-Bibelgläubigen, dem die Arbeitsweise des Wissenschaftlers unbekannt ist: "Neueste Erkenntnisse sagen, dass Daniel erst nach 164 seine Endfassung erreicht hat. Da die vorhergesagte Ereignisse da schon geschehen waren, hat das Buch keine aus der Sicht des Autors zukünftigen Ereignisse vorhergesagt."
Ein ganz klarer Fall von
Zirkelschluss. Folglich sind die Ergebnisse dieses Artikels für Diskussionen über die Authentizität oder gar Wahrheit der Bibel entweder unbrauchbar oder nur mit äußerster Vorsicht zu genießen. Mehr noch, sogar ob man diese wissenschaftlichen Ergebnisse als gültig ansieht oder nicht, ist Glaubenssache - weil die Autorin eigene Glaubenssätze in ihre Argumentation hat einfließen lassen - die man teilen kann oder auch nicht.
Ob jemand an Prophetie glaubt oder nicht, muss er selbst entscheiden. Das ist eben eine Glaubenssache, genau wie mit der Bibel.
Einverstanden. Und die Autorin hat ganz offensichtlich ihren persönlichen Glauben, dass die Bibel keine Prophetien enthalten, in ihre Forschung einfließen lassen - und zwar in einer Art und Weise, die die Ergebnisse ihrer Forschungen beeinflusst. Sie hätte ja genauso gut dieses Kriterium einfach weglassen können und das Alter der Text anhand der sonst üblichen Kriterien wie Wortwahl, Stil etc. bestimmen können.
Entscheident ist in der Einführung der Hinweis, daß die Sammlung im Kanon, d.h. Schriften, die die jüdische - und dann auch die christliche - Glaubensgemeinschaft in Umfang und Anordnung als verbindlich ansehen.
Das betrifft also nur die Glaubensgemeinschaften und nicht den Rest der Welt.
Schon - aber was hat die Frage, ob Buch XY im jüdischen oder christlichen Kanon oder sonst einem Kanon zu finden ist, mit der Frage zu tun, wann und wie Buch XY entstanden ist? Aus irgendeinem Grunde scheint es extrem schwer zu sein, die letztere Frage objektiv (d.h. ohne unbewiesene Glaubensannahmen) zu untersuchen.
Wenn in den Satzungen des Fußballvereins XYZ steht, dass sich jeder Spieler bekreuzigen muss, bevor er den Rasen betritt, dann trifft das auch nur für diesen Verein zu und nicht für die restlichen Vereine auf der Welt.
Bin mir nicht so ganz sicher, was du damit sagen willst... die Gebote, die Gott seinen Jüngern in der Bibel gegeben hat, gelten selbstverständlich nur für Christen. Aber alles andere gilt objektiv entweder für alle oder für keinen, auch wenn es subjektiv für manche gilt und für andere nicht.
Infideles-Modus an>
(Wenn man die Propheten vervollständigen wollte, müsste heute ein Buch 'Nostradamus' eingefügt werden. Er war auch einer und wenn ich mich recht erinnern kann, betrifft das auch Mohamed. Leider sind beide zu spät geboren. Da war der Kanon der Heiligen Schriften schon fertig).
<Infideles-Modus aus

Nach der Definition der Bibel waren Mohammed und Nostradamus eindeutig keine Propheten Gottes. Hätten sie früher gelebt, hätte das auch keinen Unterschied gemacht. Wahrsagerei und Prophetie sind in der Bibel zwei Paar Schuhe; Nostradamus fällt eindeutig in erstere Kategorie. Und die Bibel sagt auch ganz klar, dass nicht jeder, der im Namen Gottes spricht, ein Prophet ist - und nennt auch Kriterien, um wahre von falschen Propheten zu unterscheiden. Mohammed erfüllt eindeutig einige biblischeKriterien wahrer Propheten nicht.
Was wäre wohl passiert, wenn Jesus nicht hingerichtet worden wäre? Es hätte die Christen und das NT nie gegeben.
Das ist nicht zu leugnen.
Außerdem, den meisten Christen ist überhaupt nicht bekannt, warum er am Kreuz sterben mußte.
Er war doch ein friedfertiger Menschensohn und hat doch gegen keine Gesetze verstoßen.
Oder sollte er doch?
Gutes Thema, so kurz vor Ostern!
Wenn du "bekannt" im Sinne wissenschaftlich erhärteter Fakten verstehst, dann ist
niemandem, der nicht ein Zeitgenosse Jesu war, "bekannt", weshalb Jesus sterben musste, und die christliche Lehrmeinung ist wissenschaftlich auch nicht weniger fundiert als die aller verfügbarer Alternativtheorien. Ob man der Bibel bezüglich der Kreuzigung und Auferstehung glauben will, bleibt weiterhin Glaubenssache - Vernunft und Wissenschaft allein können den biblischen Passions- und Osterbericht weder beweisen noch widerlegen.