Brân hat geschrieben:
Ich schließe mich da Delta an mit Ihrer Aussage "es ist".
Danke schön

wie immer ... Ich muss doch mal ins Ösi-Land kommen, glaub ich.. vielleicht Ostern...
Sildariel hat geschrieben:
Wenn die Religion keinem Zweck dient, ist sie nur eine Weltanschauung, was z.B. der Buddhismus ist. (und vielleicht auch der Natur-Paganismus, aber wir wissen natürlich alle nicht, was das ist, wenn es unsere liebe Delta nie erkrlärt, was sehr schade ist und was sich hoffentlich irgendwann ändern wird

)
Sildariel
Jaja, schon gut... dann schreib ich mal nen kurzen Anfang, damit die liebe Seele Ruhe hat....
Neo-Paganismus
Schreckliches Wort, ich weiß. Allerdings einfach nur eine (griechische, glaub ich) Übersetzung für "neues Heidentum". Mit diesem Begriff werden also kurzerhand alle Glaubensrichtungen bezeichnet, die einem Natur- oder Vielgötterglauben anhängen und jetzt wieder "modern" werden. Einen umfassenden Bericht darüber kann ich natürlich nicht schreiben, ich lasse mich nur mal ein bisschen über das Hexentum aus.
Erstmal zum Begriff Hexe: nein, nein, nein! Auch ich nutze einen Besen nur zum Kehren, fahre ganz normal mit dem Auto, habe keine Schwarze Katze und keine Warze auf der Nase. So, das musste erstmal gesagt werden.
Wer sich ein bisschen mit dem Hexentum beschäftigen möchte, sollte zunächst mal alles, was er bisher über Hexen weiß und zu wissen glaubt vergessen. 90% dessen sind blanker Unfug und entweder von der katholischen Kirche oder übereifrigen Märchenschreibern erfunden worden. Eine Hexe ist der seit dem Mittelalter gebrachte Begriff für die "weise Frau" wie sie vorher hieß. Damit ist sie das Gegenstück zum Magier, dem "weisen Mann". Die Rollen der beiden ergänzen sich in der Ausübung der Religion und der Magie.
Das Hexentum unterscheidet sich in einige wichtigen Punkten von anderen Religionen. Wir verehren "die Eine" oder "die, die keinen Namen hat". Damit ist nicht zwingend eine Frau gemeint, eigentlich müsste es "es" heißen. Das "die" kommt lediglich daher, dass die meisten Frauen einfach lieber eine persönliche Anrede verwenden als der unpersönliche es und da ziehen sie nunmal die weibliche Form vor (ja, irgendwie sind wir schon alle Emanzen

). Außerdem betrachten wir "Sie" oder "Es" als Energie und im Deutschen heißt es nunmal "die Energie". Diese Energie ist nicht gut und nicht böse, sie ist. Sie ist alles und überall und doch nicht greifbar. Wir sehen sie in allem was ist (jeder Baum, Vogel, Mensch, Wassertropfen) und doch braucht es viel Geduld sie auch zu erkennen.
Diese Energie wird in den verschiedensten Formen angebetet, die im Jahresrythmus wandeln. Im Frühling ist sie die Jungfrau, im Sommer die Geliebte, im Herbst die Mutter und im Winter der Tod. Die Beziehung zu den Erntezyklen ist eigentlich offensichtlich und rührt noch aus der Frühzeit der Religion (das Hexentum läßt sich in verschiedenen Ausprägungen weiter zurückverfolgen als das Alte Testament...).
Grob gesehen sieht ein Jahresrythmus im Hexenglauben so aus:
Im Frühling wird der Gott aus der Göttin geboren und umwirbt sie. Im Sommer ist er ihr Geliebter, im Herbst ihr Partner und im Winter stirbt er um im nächsten Frühjahr wiedergeboren zu werden. So dreht sich das immerwährende Rat des Lebens, die Göttin ist seine Mutter und Geliebte und er ist sein Vater und sein Sohn.
Dabei sind beide Gottheiten zum Beginn der Zeit auseinander in Liebe entstanden und dahin trachten sie zurückzukehren.
Die genauen Beschreibungen und Bezeichnungen der Göttin und des Gottes variieren sehr stark, je nach natürlichen Gegebenheiten. So gilt sie in Sibirien als Herrin der Mammute und er als Jäger wohingegen in wärmeren Gefielden das Paar eher als Herrin des Getreides und als Schnitter betrachtet werden.
In allen Fällen jedoch wird sie als die liebende-gebende betrachtet und er als der liebende-fordernde. Er ist der Krieger, die Kraft und der Tod, sie ist die Mutter, die Liebe und das Leben.
Und um die Verwirrung zu vervollständigen: Die Götter werden nur als Stellvertreter angebetet. Dem Menschen fällt es einfach leichter zu einer Person zu sprechen und nur den wenigsten gelingt es, einen Baum, Stein oder körperlose Energie als Person zu betrachten.
Eigentlich verehren wir die eine Schöfpungsenergie aus der alles kommt und zu der alles zurückkehrt. Insofern ist für uns nach dem Tod alles vorbei und doch werden wir ewig wiedergeboren. Mein eigenes Bewußtsein erlischt mit dem Tod und doch wird aus meiner Energie wieder etwas neues geboren. Mit verschiedenen Methoden gelingen ja heute teilweise zurückführungen von Personen in ein frühreres Leben. Wieviel davon wahr und wieviel "möchte-gern" ist, das lasse ich mal offen.
Diese Ansicht führt auch dazu, dass wir Dinge nicht zwingend als stofflich betrachten. Eigentlich ist jede Masse und jeder Körper nur ein Energiewirbel (was ja mittlerweile selbst die Wissenschaft so sieht), der für eine gewisse Zeitspanne ein feste Form angenommen hat und sich danach weiter verwandelt.
So, das war der erste Teil. Dazu dürft ihr mich jetzt erstmal löchern... bei Gelegenheit dann der nächste Teil. Schreibt doch mal, was Euch genau interessiert, das macht es einfacher.
Gruss
Anni