Die erste Hälfte eines speziellen Wunsches:
Rezeguet hat geschrieben:Du Engel Du
Du Engel Du
Du hast mich unter deinen Schwingen.
Die Art wie du gehst, die art wie du redest
Da könnt ich glatt zum singen anfangen
Du Engel Du
Du bist so erzücken wie nur irgendwas
Die Art wie du geht’s, die Art wie du redest
Darauf fahr ich wirklich ab.
Was ich auch tu, ich finde nachts keinen Schlaf
So was habe ich noch nie erlebt
Ich steh nachts auf und geh hin und her
Wenn das Liebe ist, dann gib mir davon doch mehr
Und mehr und mehr und mehr und mehr
Du Engel Du
Du bist so entzückend wie’s nur geht
Bei deiner Art zu lächeln, unschuldig wie ein Kind
Da schmelz ich einfach weg
Was ich auch tu, ich finde nachts keinen Schlaf
So was habe ich noch nie erlebt
Ich steh nachts auf und geh hin und her
Wenn das Liebe ist, dann gib mir davon doch mehr
Und mehr und mehr und mehr und mehr
Du Engel Du
Du hast mich unter deinen Schwingen
Die Art wie du geht’s, die Art wie du redest
Da steckt alles drin
Hallo Reze!
Also du machst es mir nicht einfach...
Ich bin jetzt zwischen zwei Versionen hin und her gerissen... eine eher grafisch, eine lautmalerisch. Ich denke ich werde mich zur lautmalerischen hin orientieren, will dir aber die andere nicht vorenthalten.
Also erst die grafische: Ist dir eigentlich aufgefallen, dass alle Zeilen deiner Strophen mit "D" anfangen bis auf eine? Das ist ein sehr merkwürdiger Bruch. Warum schreibst du diese nicht um in "Deine Art zu Lächeln - unschuldig wie ein Kind", dann hättest du das durchgehend. Ist ein Ansatz, aber auch dann muss natürlich an den Versen noch weiter gefeilt werden.
Ich werde mich davon erstmal absetzen und mich mehr der Lautmalerei widmen (die mag ich lieber). In diesem Sinn würde ich die Wörter "Du" und "Engel" viel stärker betonen, da sie der Kern des Gedichtes sind. Also sollten sie nur in der stärksten Zeile vorkommen, nämlich "Du Engel Du", sonst würde ich sie vermeiden, damit sie sich nicht abnutzen (die Zeile tritt oft genug auf).
Darüberhinaus beschreibst du in jeder ersten Zeile einer Strophe das "Du", den Engel, danach wie er auf dich wirkt und zuletzt dich selbst. Warum gibst du dieser Gegenüberstellung nicht viel mehr Kraft indem du die letzte Zeile der Strophe mit "Ich", dem Gegenpol zum "Du" beginnst?
Und nun mal in die Einzelheiten:
Strophe 1:
Die zweite Zeile ist mir zu lang, paßt sich nur in gebrochene Versmaße, entweder muss ich die erste Silbe unbetont lassen (bei Du hast fast undenkbar, da du stärker ist als das Hilfsverb haben) oder ich betone nachher die zweiten Silben von unter deinen Schwingen, auch undenkbar. Hier muss also was raus und aufgrund obiger Überlegungen ist das "Du" prädestiniert, also weg damit. Schon paßt der Satz prima auf einen Daktylus (betont - unbetont). Übrigens ein Bruch im Versmaß gegenüber der ersten Zeile, die einen Jambus (unbetont - betont) hat.
Die nächste Zeile ist mir viel zu lang, paßt sich überhaupt in kein Versmaß, müsste eigentlich unbetont - betont - u - u - b - u - b - u - u - b - u sein, aber das ist nicht flüssig zu lesen. Also auf ein schönes Versmaß, am besten noch wie die Zeile davor Daktylus. Ich habe die beiden Verben getauscht, da das Versmaß mit reden vorne nicht stimmig ist, kannst es ja mal andersrum lesen. Ich denke, dir wird die Wirkung auffallen.
In der letzten Zeile schließlich hast du unbeabsichtigt beinahe einen Reim geschaffen und brichst ihn mit Gewalt (durch das anfangen), das muss doch nicht sein. Lass die Strophe doch harmonisch enden, das Thema ist es doch auch. Also Schwingen und Singen schön zusammen klingen lassen. Außerdem Versmaß angepaßt an die erste Zeile, also Jambus. Wider schön weil die beiden Gegesätze (ich und du) sich Verstechnisch gleichen und so eine Einheit geschaffen wird.
Strophe 2:
Zweite Zeile hat die gleichen Probleme wie in der Strophe davor, auch hier ist das "Du" am Anfang verschwunden und das Versmaß verkürzt auf ebenfalls wieder 8 Silben.
Die Dritte Zeile ist leicht, genau wie oben

Die vierte Zeile liegt mir nicht. Ich finde sie von der Wortwahl her in einem Gedicht das Harmonie ausstrahlt fehl am Platz. Vielleicht liegt das aber auch an meinem Alter...

Mir würden dazu zwei Varianten einfallen: Entweder die "Ich verehre dich", die das Gegenspiel von "Du" und "Ich" aufrechthält oder "Verehre ich dich" was vom Versmaß her besser passen würde. Geschmackssache.
Der Refrain:
Eigentlich schön symmetrisch von der Silbenzahl 11, 9, 9, 11, 8 aber wieder kein durchgängiges Metrum und kein flüssiger Lesefluss.
Die erste Zeile habe ich in ein kleines Gedicht im Gedicht umgewandelt, die dafür entschädigt, dass die nächste sich nicht reimt. Das ist aber auch gut so, da sie von etwas handelt, was noch nie da war, also ist es nur passend, dass es dazu auch keinen Reim gibt.
Dann drei Zeilen auf einen Reim folgend. Hier ist auch wieder das Wort Nacht verschwunden und hat der Dunkelheit Platz gemacht, die kein äußerer Umstand sondern eine Empfindung ist, wodurch ein stärkerer Eindruck entsteht. Hier kann die Dunkelheit nicht nur für das Fehlen von Licht sondern auch für Orientierungslosigkeit stehen, unterstützt durch das Ziellose hin und her gehen. Die Vierte Zeile habe ich um (unnötigen) Ballast erleichtert und sie im Versmaß wieder an die erste Zeile angeglichen. So entsteht ein Silbenmaß von 9, 7, 7, 9, 8 was sogar noch harmonischer als das Original wirkt, da die 8 jetzt die Mitte zwischen der 7 und der 9 bildet.
In der letzten Zeile des Refrains habe ich nur ein Wort geändert, um zum Schluß nochmal eine Steigerung zu haben, die die Zeile abschließt, sonst ist sie so 'offen' gegen Ende.
Strophe 3:
Wie oben schon erläutert die Gegensätzlichkeit von Du und Ich und die Versangleichungen
Refrain:
wie oben
Strophe 4:
Ist fast eine Wiederholung von Strophe 1 und ist deshalb in den ersten drei Zeilen genauso verändert. Die vierte Zeile erwartet man nun automatisch wieder mit dem gleichen Reim doch er folgt nicht. Hier ist jetzt die stärkste Zeile des gesamten Gedichtes, die mit der du deinen Leser entläßt. Sie sollte die Kernaussage wiedergeben, das, was du in den Leser pflanzen willst, worüber er noch lange nachdenken soll oder was dich sehr bewegt hat. Sehr schwierig für mich hier Vorschläge zu machen. Mir fielen mehrere Versionen ein: "Vollkommenes Glück", "Versprochenes Glück", "Einfach vollkommen", "Ich folge dir blind", "Erfüllst du mich", "So folgst du mir", "So folg ich dir".... uvm
Unheimlich schwer hier etwas zu wählen, ich denke, das musst du selbst machen. Ich würde mich freuen ein Ende, oder eine ganze neue Version von dir zu lesen.
Anni
Du Engel Du
Du Engel Du
Hast mich unter deinen Schwingen.
Wie du redest, wie du gehst
Ich möchte Singen.
Du Engel Du
Erzückend wie nur irgendwas
Wie du redest, wie du gehst
Ich verehre dich
Was ich auch tu, mach kein Auge zu
Hab sowas noch nie erlebt
Geh im Dunkeln hin und her
Wenn das Liebe ist, dann gib mir mehr
Und mehr und mehr und mehr viel mehr
Du Engel Du
So entzückend, wie es nur geht
Lächelnd - unschuldiges Kind
Ich schmelze dahin
Was ich auch tu, mach kein Auge zu
Hab sowas noch nie erlebt
Geh im Dunkeln hin und her
Wenn das Liebe ist, dann gib mir mehr
Und mehr und mehr und mehr viel mehr
Du Engel Du
Hast mich unter deinen Schwingen
Wie du redest, wie du gehst
Einfach vollkommen.