Jaja... Herpes heil, wenn auch widerwillig, vom Gletscher
zurückgekehrt...

MBH
Tag 22, Teil 2:
...Dann stürmte ich los...
Alles wäre ja genial geplant gewesen. Gono sollte den Eisbären von der Flanke mit Wattebäuschchen bewerfen, während Tripp, mit einem Eiszapfen bewaffnet von der anderen Seite vorgehen sollte und Syphie letztlich, hatte die ehrenvolle Aufgabe, mir den Rücken zu decken (hmm, von Syphie gedeckt werden.... was für ein netter Gedanke!!).
Ich selbst wollte den Hauptangriff, keulenschwingend, in den Rücken des Ungetüms durchführen.
Doch selbst die besten Pläne scheitern manchmal, und ich brauche ja nicht zu erwähnen, wer da wieder mal daran schuld war.
Leonardo, der sich eigentlich zurückhalten sollte, ging einfach in Flammen auf. Ja, schon richtig gehört. Unglaublich, was für ein beschissenes Timing dieser Sack hat, pardon... hatte - har har. Fälle von spontaner Selbstentzündung sind ja selten genug anzutreffen, aber gerade in dem Moment, in dem eine Attacke auf einen Eisbären startet....
kaum zu glauben.
Aber das hat er jetzt davon.
Gono lies natürlich sofort ab, und versuchte panisch seinen rosa Pulli zu retten, was ihm übrigens mit sehr bescheidenem Erfolg gelang.
Syphie rief mir gelangweilt `Deck dich selbst, Nonne` nach, und Tripp hatte während des Angriffs in die Eisbärenflanke ganz viel leckeren, toten Seehund neben den Schienen entdeckt.
Der Eisbär dagegen kehrte mir durch Leonardos unnötig aufgebrachtes Todesgeschrei schon lange nicht mehr den Rücken zu...
Na toll!
Trotz panischer Bremsversuche, da mir die Situation etwas aus der Kontrolle geriet, schlitterte ich dem immer größer werdenden Eisbären entgegen.
Ich hatte noch kurz Zeit, meine Kameraden zu verfluchen und sie mir geteert und gehaart vorzustellen und dann wurde alles dunkel.
[...]
Doch wieder mal Glück im Unglück gehabt. Bin im Ganzen großteils unverletzt im riesigen Magen des Eisbären gelandet, kurze Zeit später kamen auch Tripp, dann Syphie und Gono mit einem verkohlten Stück Pullover heil hier an. Zu guter Letzt wurden sogar unsere Gepäckpingus verspeist, wodurch ich wieder in den Besitz meines Tagebuches gelangte.
Habe mich zunächst stellvertretend an Tripp abreagiert bevor meine Eiskeule dahingeschmolzen ist. Nach ersten Eindrücken - es ist hier leider stockdunkel - dürfte alles weit geräumiger sein, als man sich das von außen bei einem solchen Eisbären vorstellen würde. Tripp und Gono sind noch dazu begeistert über unseren Aufenthaltsort. Tripp meint, soviel toten Fisch, wie hier, gäbe es nirgends sonst, Gono jauchzt, weil alles hier `so schön warm und weich` ist.
Nur Syphie hat große Angst, ihr Gefieder `verdaut` zu bekommen. Nun, das werde ich natürlich verhindern und bald möglichst nach einem Ausweg suchen.
Aber jetzt ist es mal wichtig, auszuschlafen und neue Kräfte zu sammeln.
Die werden wir mit Sicherheit brauchen.
Schade nur, dass von Leonardo nur noch Asche übrig ist - hätte das Anzünden nur allzu gerne selbst erledigt... har har.