Vor einiger Zeit lief auf 3sat eine Sendung über Mumienbilder. Das sind kunstvoll gemalte, erstaunlich realistische Portraitbilder, die den Mumien bei der Bestattung beigelegt wurden. Diese Bilder sind zu Lebzeiten, meist lange vor dem Tod derjenigen Person entstanden, sie zeigen junge Leute, alle mit einem ernsten, gefassten Gesichtsausdruck.
Niemand weiß es genau, aber es wird vermutet, dass es ein ganz besonderer, feierlicher Tag im Leben eines jungen Menschen war, an dem er sich seine besten Sachen anzog, die Frauen ihren teuersten Schmuck anlegten, und dann zum Portraitmaler ging, sich ganz genau bewusst, wofür dieses Portrait gedacht ist...
In vielen Kulturen ist es üblich, sich mit dem eigenen Tod früh auseinanderzusetzen. Vielleicht scheint dieser Gedanke manchem grausam, aber ich finde es traurig, dass es in unserer modernen Industriegesellschaft eine solche Auseinadersetzung nicht gibt. Dabei ist eine Auseinandersetzung mit dem Tod ja auch immer gleichzeitig die mit dem Leben. Wer sich seiner eigenen Vergänglichkeit bewusst wird, lebt in der Regel viel intensiver und weniger "vor sich hin". Und dabei ist es für mich eher unwichtig, welcher Religion man angehört und ob man überhaupt an einen Gott glaubt oder denkt (wie ich), dass man eben nur dieses eine Leben hat als einzige Chance und danach von den Würmern aufgefressen wird.
Liebe Grüße!
mara
P.S. Bewertungsdiskussion wurde gelöscht, da sie nichts mit dem Thema des Threads zu tun hatte.









