Ich unterscheide sehr wohl zwischen Streit und Krieg.
Streit entsteht wenn zwei oder mehr Meinungen aufeinander treffen und kann sicher auch mal in physische oder psychische Gewalt ausarten. Aber eine Welt in der alle einer Meinung sind ist zum Glück undenkbar. Grade die Einzigartigkeit des Individuums macht das Zusammenleben auf der Erde so interessant
Kriege, soweit ich sie kenne, entstehen aus ganz anderen Gründen. Da ist ein, selten mehrere, machthungriger Psychopath, der bestehenden Fanatismus nutzt, beziehungsweise diesen aufbaut, um ein Gefolge für seine üblen Gelüste zu finden. Ob das nun übertriebener Nationalismus, Religion, Rassismus oder sonstwas ist, der Fanatismus ist nur Mittel zum Zweck die übersteigerte Selbstsucht, Überheblichkeit, Machthunger, Geldgier und dergleichen auszuleben. Die 'überzeugten' Anhänger sind in der Regel gar nicht in der Lage das zu erkennen, bzw die selben Psychopathen.
Deswegen lehne ich Kriege kategorisch ab, ich denke auch daß noch kein Krieg irgendeine Verbesserung hervorgerufen hat, es sei denn ne Aufbesserung der Kasse der Rüstungsindustrie.
Ich denke auch, daß kaum jemand aus Kriegen was lernt außer Militaristen, wie sie den nächsten Krieg 'besser' machen können - äusserst pervers meiner Meinung nach.
Aber die Frage war ja die:
Ich frage daher euch: Wie seht ihr das? Sind Kriege zur offensiven Verteidigung des eigenen Landes gerechtfertigt? Wenn ja, wieso, bzw. wenn entsprechend nein, wieso nicht?
Da drängen sich mir gleich mehrere Fragen auf. Ab wann kann ich sicher sein, daß ein Land mein Herimatland überfallen wird?
Ich bin in der Zeit des kalten Krieges aufgewachsen, und mir wurde immer wieder klar gemacht, daß die 'bösen' Russen nix anderes vorhaben als unser Land zu überfallen. Die Geschichte hat uns eines besseren belehrt. Zum Glück hab ich nicht darauf gehört und die armen Russen in einem 'offensiven Verteidigungskrieg' daran gehindert.
Nebenbemerkung: Offensiver Verteidigungskrieg = Angriffskrieg
Wer sagt mir daß die Menschen, die ich mit meinem offensiven Verteidigungskrieg vernichte, auch wirklich vorhatten mich zu vernichten?
Wer gibt mir das Recht über Leben und Tod zu entscheiden ???
Wenn es jemanden gegeben hat, der aus Kriegen gelernt hat, dann waren es die Macher unserer Verfassung. Und ich gehe damit sehr konform
NIEMALS WIEDER DARF EIN ANGRIFFSKRIEG VON DEUTSCHEM BODEN AUSGEHEN !!!
Für mich heisst das aber auch:
KEIN DEUTSCHER SOLDAT UNTERSTÜTZT EINEN ANGRIFFSKRIEG
Nichts spricht allerdings dagegen ein verbündetes Land, das angegriffen wird zu unterstützen, auch mit militärischen Mitteln.
Seit den Zeiten von Ackerbau und Viehzucht ist mir kein Krieg bekannt, der geführt wurde um das letzte Wasserloch oder die letzte Nahrungsquelle zu verteidigen
Kleine Definition wie ich die Worte verstehe:
Krieg = ein, oder mehrere Länder überfallen ein oder mehrere andere Länder
Terrorismus = eine Gruppe bekämpft ein oder mehrere Länder
Amerika, bzw. die USA hatten ausser ihrem Bürgerkrieg niemals einen Krieg, der ihr Zuhause bedrohte, ausgenommen vielleicht der Angriff der Japaner auf Pearl Harbor, worauf die Menschen von Hiroshima und Nagasaki in den Genuss kamen eine Atombombe in Aktion zu sehen.
Wir Deutschen haben ja schon so unsre Erfahrungen mit Terroristen gemacht. Wenn es also ein legitimes Mittel wäre, ein Land das Terroristen Unterschlupf gewährt, sei es aus Sympathie oder sonstwas, in Schutt und Asche zu legen, dann frage ich mich warum zu Zeiten von Bader/Meinhof und Co kein Bombenhagel auf Deutschland niedergeprasselt ist. Und studieren nicht viele der heutigen Terroristen bei uns. Eigentlich sollten wir die USA dem Erdboden gleich machen, da die Terroristen wie Bin Laden zu dem gemacht haben was sie sind.
Georgie Bush war sich so sicher daß der Irak Massenvernichtungswaffen haben MUSS, weil die Amis sie ihnen ja geliefert haben - nicht nur die Amis muss ich dazu sagen.
Ihm ist nur nicht aufgefallen, daß die Iraker die schon in den Kriegen in die die Amis sie gehetzt haben verbraucht haben. Oder es wollte ihm nicht einfallen
Sicher es gibt auch noch ein paar Kriege in den letzten 50 - 60 Jahren, die nicht die Amis angezettelt oder provoziert haben.
In erster Linie sind da die sozialistischen Länder zu nennen, und dann die Länder in denen verschiedene Volksgruppen zusammenleben bzw lebten
Dann gibts noch nen Schwung Bürgerkriege und Revolutionen, die sehr viel Ähnlichkeiten haben, und häufig von 'aussen' angestossen werden
Um endlich wieder auf die offensive Verteidigung zu kommen - ich bin der Meinung daß Deutschland aufgrund der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen weltweit sicher keine Sorge haben muss, daß ein Land auf die Idee kommt uns zu überfallen. Wie das allerdings Terroristen sehen steht auf einem anderen Blatt. Somit stellt sich die Frage für Deutschland nicht.
All die anderen Länder, die momentan Krieg führen, bzw. kurz davor stehen, kann man sicher nicht alle unter einen Hut bringen.
Da sind die vielfältigsten Gründe, die es zu bedenken gäbe.
Dennoch wage ich es mich auch in diesen Fällen persönlich dafür zu entscheiden, daß Angriffskriege, welcher Art auch immer, also auch unter dem Deckmäntelchen der Verteidigung, niemals gut zu heissen sind.
Vielleicht kann ich meine Entscheidung am besten mit einem Beispiel aus dem 'normalen' Leben erklären.
Wenn ich des nachts im Park spazieren gehe, und mich ein paar finstere Typen anpöpeln und mir androhen mich einen Kopf kürzer zu machen, und ich habe zufällig eine Waffe bei mir (was ja für mich nicht so leicht vorstellbar ist, so ein Ding wird sich nie zu mir verirren), soll ich die dann einfach umnieten, oder warte ich bis sie mir wenigstens ihr Messerlein zeigen und damit drohen. Wann wäre für mich der Zeitpunkt erreicht, damit ich mich nachher nicht als Mörder fühle, sondern als Opfer, das sich verteidigt hat.
Für mich kann ich das klar beantworten - der Zeitpunkt ist erst dann erreicht wenn sie tatsächlich versuchen mir mein Leben zu nehmen, und erst dann würde ich mich wehren auch mit der zufällig in meine Hosentasche gewanderten Waffe, falls ich dann nicht das Pech habe, daß sich nix mehr wehrt, da mein Körper sich schon anschickt zu verwesen. Dan und nur dann könnte ich mir für den Fall meines Überlebens noch in die Augen schauen.
Das heisst also auf einen Krieg bezogen - erst müsste ein Land uns den Krieg erklären und mindestens ein 'feindlicher' Soldat einen Schuss abgegeben haben, eine Bombe Granate oder sonstwas auf uns schmeissen, erst dann wäre ich bereit ANGREIFER nach dem Leben zu trachten
Das ist meine ganz persönliche Meinung, aber ich denke wenn sich alle Menschen daran halten würden, bräuchten wir solch eine Diskussion nicht zu führen !