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Am 9ten im Ferseher

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 13:24
von Sir Marc von Göskon
Apocalypse Now Redux
59 MIn länger Fassung.

Ein Muss einer der besten Antikriegs Filme (wie auch Platoon)
Aufnemen oder Schauen.
Alles andere ist Verboten ;D :D

09.04
Auf Sat1
Von 22:50 bis 02:35

Ausfürlich

Vietnamkrieg im Marathonformat

Mehr als zwanzig Jahre nach seiner Erstaufführung kommt Francis Ford Coppolas Meisterwerk «Apocalypse Now» zurück in die Kinos. 53 zusätzliche Filmminuten bereichern das Vietnam-Epos um weitere Nuancen und führen Figuren ein, die in der ursprünglichen Version nie zu sehen waren.

Francis Ford Coppola ist das seltene Kunststück gelungen, einen Film zweimal am selben Filmfestival vorzustellen – im Abstand von 22 Jahren und beide Male mit Erfolg. Im Mai 2001 feierte in Cannes die verlängerte Version seines Klassikers unter dem Titel «Apocalypse Now Redux» ihre Erstaufführung. 1979 hatte Coppola an der Côte d’Azur neben Beifall und Bewunderung auch die Goldene Palme für die Originalversion geerntet. Fast zweieinhalb Stunden dauerte diese, doch trotz der Palme und dem Gewinn zweier Oskars 1980 empfand sie Coppola als unvollständig. Zusammen mit seinem ehemaligen Cutter Walter Murch hat der Regisseur die Schere nochmals angesetzt und aus der Urversion, die nach dem ersten Schnitt noch fünfeinhalb Stunden dauerte, weitere 53 Minuten übernommen.

Die wichtigsten Neuerungen bieten zwei Sequenzen, die im Original gänzlich fehlen. Captain Willard (Martin Sheen) und die Crew eines Patrouillenbootes, die in Vietnam auf der Suche nach dem abtrünnigen Colonel Kurtz (Marlon Brando) immer tiefer in den Urwald vordringen, machen Halt an weiteren Stationen und treffen auf neue Charaktere. Das Schwergewicht verlagert sich dabei weiter weg vom eigentlichen Kriegsgeschehen des Einstiegs, wo in einer mittlerweile legendären Szene der vierschrötige Offizier Kilgore (Robert Duvall) einen Helikopterangriff zu den Klängen von Wagners 'Walkürenritt' orchestriert, während seine Soldaten unter Granatenbeschuss in der Brandung surfen. Wichtiger als diese menschlichen Absurditäten inmitten blutiger Kämpfe wird die Reise auf dem Fluss, die immer tiefer ins Herz des Dschungels führt und den Soldaten immer deutlicher den Weg zu den dunklen Abgründen ihrer eigenen Herzen zeigt. Im Niemandsland zwischen Vietnam und Kambodscha trifft Willard neuerdings auf eine französische Kolonie, die ihre Plantage mit einer kleinen Privatarmee vor Übergriffen zu schützen versucht. Die Franzosen versuchen bei Rotwein und kultivierten Diners verzweifelt, eine Enklave der Zivilistation aufrecht zu erhalten, mitten in einer Welt, die in die Barbarei zurückgefallen ist. Im Gespräch wird die Rolle Frankreichs zu Beginn des Vietnamkrieges hinterfragt und die Sinn- und Hoffnungslosigkeit des amerikanischen Engagements offen ausgesprochen. Diese Offenheit traute sich wohl Coppola nur sechs Jahre nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus Vietnam noch nicht in die Kinosäle zu tragen.

«Apocalypse Now Redux» bietet nach wie vor schwer verdauliche Kost. Die Verlängerung scheut sich nicht, den filmischen Alptraum zusätzlich mit Drogenkonsum und bezahltem Sex zu verschärfen, findet dafür aber auch Platz für Frauenrollen, in erster Linie in der Figur der Französin Roxanne (Aurore Clément).

Bei einer Länge von 3 Stunden und 22 Minuten empfiehlt sich ein Klobesuch vor der Vorstellung, doch bei einem Film, der selbst wie eine Droge wirkt, ist die monumentale Dauer keineswegs übertrieben. Die Bilder haben nach mehr als zwanzig Jahren nichts von ihrer klaustrophobischen Wirkung verloren und bestätigen noch einmal den Platz dieses Meisterwerks im Olymp der Kriegsfilme.

Originaltitel: Apocalypse Now
Grossproduktion
Besetzung: Marlon Brando, Robert Duvall, Martin Sheen, Frederic Forrest, Albert Hall
Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: Francis Ford Coppola, Michael Herr, John Milius

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 15:24
von Castore
Hi Marc !
Und dir gefällt der Film wirklich ???
Hmmm... Ich bin mal ehrlich.... Finde den Film so schlecht, grottig, besch***en..... Von einem Antikriegsfilm ist dieser Film ja so weit entfernt...undgefähr soweit entfernt wie das Christentum bei der "Passion Christi".
Das da noch mal fast `ne Stunde dazu kommt ist ja grausamste visuelle Geißelung....

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 15:30
von hafensaenger
Es gibt wirklich bessere Antikriegsfilme als den genannten, Marc ( wenn man schon auf das Genre und solche Filme steht.) ;) In diesem Genre finde ich nur zwei Filme wirklich gut.:

-Full Metall Jacket
-Der Soldat James Ryan

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 16:23
von Sir Marc von Göskon
Pa Banausen seit ihr :D I)

Full Metall Jacket hab ich vergessen ja.

Aber Der Soldat James Ryan ist ein "Krieg ist geil Patrioten" Film.
Wenn in sogar Bush den Film Genial den kanns ja kein Antikriegsfilm sein.(das Gräuel des Kriegen zeigen)

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 18:19
von Ferryman
Naja..James Ryan würde ich auch nicht unbedingt dazu zählen, genau wie auch Apocalypse Now nicht :D

In meinen Augen gibts nur zwei "aktuelle" gute Antikriegsfilme: Full Metal Jacket und The tin red line (Der schmale Grat)

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 18:31
von rerir
Was ist denn mit

"Im Westen nichts Neues"

in der ersten Verfilmung von 1928/29
(das Remake ist auch nicht so schlecht, aber die Schwarz-Weiss Bilder
find ich beklemmender )

oder

" Wege zum Ruhm " mit Kirk Douglas von 1955

oder

" Die durch die Hölle gehen " mit Robert de Niro

??????????????

rerir

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 21:56
von elleshar25
Dass ich das noch erleben darf, ich muss Lord Marc mal recht geben. ;)

Also Apocalypse Now ist ganz groß. Aber hallo. Besonders die Redux-Version ist klasse. Kriegt man momentan eh überall auf DVD hinterhergeworfen. Außerdem cooler Soundtrack. (Hab ich zum Purzeltag bekommen.

Und der Soldat James Ryan ??? *hüstel* *hüstel* Hätte Herr Spielberg besser nach 30 minuten aufgehört. Denn spätestens ab dem Zeitpunkt zeigt der Film nicht mehr die Grausamkeit des Krieges, sondern nur noch die "tolle" Kameradschaft und das Finale in diesem Kuhkaff erinnert mich aufgrund der Vorbereitungen (Haftmine aus Teer und Socke) irgendwie an das A-Team.

Da bleib ich lieber bei Coppola:

"I love the smell of napalm in the morning... The whole hill smelled like...victory."

Verfasst: Mi 31.03.2004 - 23:34
von gelbe Wiesenameise
@Im Westen nichts Neues@ und @Platoon@ w[rde ich auf jeden Fall dayuy'hlen.

Die meisten anderen Filme kenne ich gar nicht.

@Der Soldat James Rzan@ war nach 20 Minuten bloss noch doofcool *der Anfang war aber durchaus sehenswert(

Was mich entt'uscht hat, war der noch gar nicht so alte Film von Mel Gibson @Wir waren Helden@ *byw eigentlich heisst er ja> @we were soldiers@ soweit ich weiss. Da- man aus @soldiers@ Helden gemacht hat, ist schon eigenartig.

gelbe Wiesenameise

Verfasst: Do 01.04.2004 - 12:31
von Rezeguet
wir waren helden is ja auch ehe rein pro kriegs film

full metal jacket ist einfach genial
plattoon auch wie ich finde obwohls eher pro ist

in the 60's gehts am rande um vietnam und ist eindeutig contra genauso wie in forrest gump

aber der aller aller aller beste antikriegsfilm den imo jeder gesehen haben muss ist

"Wie ich den Krieg gewann" von 1967

Verfasst: Do 01.04.2004 - 12:56
von Krishan
Ich muss Lord Marc einfach nur Recht geben. Apocalypse Now ist meiner Meinung nach einer der großartigsten Filme überhaupt. Weniger als reiner Kriegsfilm, zeigt er doch mit dem Mittel des Krieges Grenzbereiche der menschlichen Seele auf, gerade im Redux wichtig ist auch das deutlich längere Ende, wo die Gegenüberstellung von Marlon Brando und (?weiß grad nich, schäm!) viel besser rauskommt. Ohne es rational begründen zu können, reisst mich der Film mit.
Die Episoden am Fluss sind so unwirklich, dass man ihn im Grunde genommen nicht mit einem Kriegsfilm wie "Full metal jacket" oder "Im Westen nichts Neues" vergleichen kann; eher mit Kurosawas "Akiras Träume".

Verfasst: Do 01.04.2004 - 13:09
von naria
Krishan hat geschrieben:... eher mit Kurosawas "Akiras Träume".
... das musst du jetzt aber auch denjenigen, die das nicht kennen, erklären was das ist ;)

Verfasst: Do 01.04.2004 - 15:25
von Krishan
Ok - in aller Kürze:
Akira Kurosawa: Einer der größten (wenn nicht DER größte) japanische Regisseur (z.B. Die sieben Samurai )
Akiras Träume: Ein Film mit mehreren nicht zusammenhängenden Traumbildern; sehr phantastisch, unwirklich, gruselig, verzaubernd, schrecklich.
u.a.:
* Der Aprikosengarten
* Der Offizier
* Der Reaktor
* Begegnung mit van Gogh
* Der traurige Menschenfresser
...

Man kann diese Geschichten/Bilder im Grunde nicht nacherzählen (das wäre genauso, wenn ich über das Bild der Mona Lisa sagen würde: "Da ist ne Frau drauf"), aber ich versuche es mal bei der einen (oder anderen):

* Der Reaktor: Menschenmenge in Panik auf der Flucht, Protagonist mitten im Gewühl, Leuchterscheinungen, Blitz, Donner: WELTUNTERGANGSSTIMMUNG, bricht der Fujiyama aus? Nein : Der Kernreaktor auf der anderen Seite des Berges ist hochgegangen

' Der Offizier: Einsame Landstrasse: Ein Offizier in WKII Uniform läuft auf einen Tunnel zu. Ein Hund kommt ihm entgegen (was der Macht weiß ich nich mehr) - dann: Schritte, immer lauter: Eine Kompanie blauer (ganz blau!) Soldaten marschiert auf den Offizier zu und exerzieren vor ihm. Es sind seine Untergebenen, die er in den Tod geschickt hat

Ich merk schon, ich kriegs einfach nich rüber; vielleicht kennt wer anders den Film und kann's besser.