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Freispruch für Robert Hoyzer - was meint ihr?

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 03:08
von Argh
Spiele zu verpfeifen gegen Geld ist nach Meinung des Bundesanwalts kein Straftatbestand - ich versteh die Welt nicht mehr :unschuldig:

http://www.focus.de/sport/fussball/wett ... 40109.html

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 10:02
von Dragorad
Inzwischen ist es ja strafbar, aber weil es zur "Tatzeit" kein "Verbrechen" war, wird Hoyzer auch nicht dafür bestraft.

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 12:54
von jdoge
Hallo zusammen,

warum sollte er bestraft werden, wir werden von der Liga so oder so verarscht. Es geht doch eh nur um Geld, der Sport ist meist nur noch Nebensache und wenn es mal nicht um Wetten geht, geht es um internationale Wettbewerbe oder ähnliches. Mir kann nämlich keiner erzählen das es damals mit der Nachspielzeit und dem Freistoß mit rechten Dingen zugegangen ist, als Schalke schon eigentlich Meister war. :bad:

Viele Grüße
JD 8)

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 13:37
von Magnus Ver Magnussen
Wozu die Aufregung? Ist doch toll, wenn die Lieblingsmannschaft nicht aus eigener Kraft zum Sieg kommt und dann plötzlich der Schiri hilft. Schlimm wirds nur, wenn er gegen die Lieblingsmannschaft pfeift. Ich finds ok, dass er nicht bestraft wird.

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 16:50
von Cr@sh
lol,

da lobe ich mir doch Spiele wie Speedball oder Chaos League. Da darf man den Schiri offiziell bestechen oder bei Bedarf verdreschen, wenn einem wegen Fehlentscheidungen der Kragen platzt.

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 19:38
von stone
jdoge hat geschrieben:.... Mir kann nämlich keiner erzählen das es damals mit der Nachspielzeit und dem Freistoß mit rechten Dingen zugegangen ist, als Schalke schon eigentlich Meister war....
Was zweifelst Du an?
Die Berechtigung des Freistosses? Oder den Zeitpunkt der Ausführung?

Zum Thema:
Ich finde es schade, dass hier kein Zeichen gesetzt wurde. So hat das fast den Anschein, eine Anleitung gegeben zu haben, wie es gehen kann (und am Ende auch wieder wie nicht) und Nachahmer zu motivieren.

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 22:01
von Ludwig
http://www.focus.de/sport/fussball/hoyz ... 32003.html
Sapina, sein Helfer Hoyzer und die anderen Angeklagten hätten, so lautete ein Freispruch-Argument, zwar getrickst, aber mit dem Kauf der Wettscheine trotzdem hohes Risiko nebst unsicherem Ausgang in Kauf genommen. Hoyzer hätte mit seinem Handeln lediglich Sapinas Gewinnchance verbessert.
Hätte sich der Spieler mit dem Kauf des Wettscheines zugleich verpflichtet, keine Manipulation zu begehen, wäre der Betrug im vorliegenden Fall unstrittig gewesen.
Es zeigt sich mal wieder, das ein guter Anwalt jedes Urteil zu seinen Gunsten verbiegen kann.

Gruss Ludwig

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 22:43
von Xarfax1
In letzter Zeit werden mal wieder komische Urteile getroffen ...unter anderem Portokasse-Mannesmann ....

Wenn wir uns zusammensetzten würden, wären wir uns schnell einig das es sich um Betrug handelt und da gibt es auch einen Paragraphen zu im Gesetzbuch. Warum ausgerechnet Bundesrichter das nicht sehen bleibt mir als Laie unerschlossen.

Hinzu würde noch die kriminelle Vereinigung kommen.....

Verfasst: Mi 29.11.2006 - 23:27
von Radagast
So sehr das alles gegen den gesunden Menschenverstand steht, man muss genau nachschauen was angeklagt wurde, nämlich der Betrug an den anderen die bei Oddset Wetten placiert hatten.
Letztendlich ist das ganze eine Bestätigung unseres Rechtsstaates, der niemand dafür strafrechtlich verurteilen kann, wenn ein Spielbetreiber die Spielregeln (sprich Wettregeln) nicht richtig festlegt.
Was bleibt, und das ist der Trost, sind zivilrechtliche Verfahren zwecks Regulierung des Schadensersatzes für die verschobenen Fußballvereine.

Verfasst: Do 30.11.2006 - 17:01
von Lost
lol,

da lobe ich mir doch Spiele wie Speedball oder Chaos League. Da darf man den Schiri offiziell bestechen oder bei Bedarf verdreschen, wenn einem wegen Fehlentscheidungen der Kragen platzt.
Ja oder Blood Bowl :D

Verfasst: Do 30.11.2006 - 17:49
von Thies
stone hat geschrieben:Ich finde es schade, dass hier kein Zeichen gesetzt wurde. So hat das fast den Anschein, eine Anleitung gegeben zu haben, wie es gehen kann (und am Ende auch wieder wie nicht) und Nachahmer zu motivieren.
Xarfax1 hat geschrieben:Wenn wir uns zusammensetzten würden, wären wir uns schnell einig das es sich um Betrug handelt und da gibt es auch einen Paragraphen zu im Gesetzbuch. Warum ausgerechnet Bundesrichter das nicht sehen bleibt mir als Laie unerschlossen.
Ludwig hat geschrieben:Es zeigt sich mal wieder, das ein guter Anwalt jedes Urteil zu seinen Gunsten verbiegen kann.
Stop! Jetzt macht Ihr es Euch leider etwas zu leicht. Ihr verwechselt subjektives Rechtsempfingen und Rechtsprechung auf Basis bestehender Gesetze sowie Strafrecht und Zivilrecht!
  • Der Anwalt hat gar nichts gebeugt. Er kann und muss im Sinne des Mandaten agumentieren. Die Entscheidung treffen die Richter.
  • Es gab eine Lücke im Gesetz, nachder dieses Vorgehen keinen Betrug darstellt. Dementsprechend DURFTEN und KONNTEN die Richter ihn nicht strafrechtlich (!!!) Denn ansonsten hätten die Richter Gesetze gebeugt. Und ich möchte nicht, dass Richter Gesetze beugen dürfen.
  • Inzwischen gibt es nach meinem Kenntnisstand eine Gesetzes-Änderung, so dass Nachahmer sich nicht hierauf besziehen können sondern nach nun geltender Rechtslage auch strafrechtlich belangt werden können.
  • Zivilrechtlich kann er sehr wohl belangt werden und hier gelten andere Rechtsgrundlagen. Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass er hier verurteilt wird, weil er durch sein Handeln andere geschädigt hat.
Ein Rechtsstaat / eine Demokratie ist immer anfällig, das liegt leider in der Natur der Dinge. Eine bessere Alternative soll mir aber bitte mal aufgezeigt werden.

Frank-Andre

Verfasst: Do 30.11.2006 - 19:47
von Argh
Thies hat geschrieben:
  • Der Anwalt hat gar nichts gebeugt. Er kann und muss im Sinne des Mandaten agumentieren. Die Entscheidung treffen die Richter.
  • Es gab eine Lücke im Gesetz, nachder dieses Vorgehen keinen Betrug darstellt. Dementsprechend DURFTEN und KONNTEN die Richter ihn nicht strafrechtlich (!!!)
Ein Rechtsstaat / eine Demokratie ist immer anfällig, das liegt leider in der Natur der Dinge. Eine bessere Alternative soll mir aber bitte mal aufgezeigt werden.

Frank-Andre
Tja, so ist es offenbar. Gesetzeslücke neben Gesetzeslücke ... der Deutsche Bank Ackermann kam auch mit einem Betrag aus seiner Portokasse um einen länger dauernden Prozess herum und der Bunderechnungshof rügt die Finanzämter weil sie Millionäre nicht genug kontrollieren aber die Arge guckt den Harz IV Empfängern in die Betten.

Ein Schelm der Böses dabei denkt :unschuldig:

Verfasst: Do 30.11.2006 - 20:32
von Thies
Argh hat geschrieben:Tja, so ist es offenbar. Gesetzeslücke neben Gesetzeslücke ... der Deutsche Bank Ackermann kam auch mit einem Betrag aus seiner Portokasse um einen länger dauernden Prozess herum
Das ist nun keine Gesetzeslücke, ob man das bedauert oder nicht sei dahingestellt und jedermann selber überlassen. Der Paragraph, der dieses Ende des Verfahrens ermöglicht hat, wird sehr häufig genutzt, i.d.R. kommen solche Fälle aber nicht in die Presse.

Die Höhe der Zahlung von Herrn Ackermann richtet sich nach einer Anzahl von Tagessätzen, ich glaube 60 oder 90 Tage, ich bin ja auch kein Jurist. Aus der Portokasse nimmt er das auch nicht, es sind genausoviele Tagessätze wie für Dich oder mich, auf Basis unseres Gehaltes sind die Beträge natürlich niedirger (leider :D ) Das ist objektiv gesehen eigentlich gerecht, wenn jeder anhand seines Einkommens denselben Anteil an Strafe bezahlt....... Aber hier spielt natürlich auch soetwas wie Neid eine Rolle. Aber jetzt kommen wir wieder zu Themen wie Reichensteuer etc. :D :D :D

Frank-Andre

Verfasst: Do 30.11.2006 - 20:42
von Manni_B
Ein Schelm der Böses dabei denkt :unschuldig: , aber vielleicht kommt das Geld nicht aus seiner eigenen Portokasse. Wird sich bestimmt jemand finden und Mitleid mit ihm haben.

Verfasst: Do 30.11.2006 - 20:45
von Argh
Thies hat geschrieben:Die Höhe der Zahlung von Herrn Ackermann richtet sich nach einer Anzahl von Tagessätzen, ich glaube 60 oder 90 Tage, ich bin ja auch kein Jurist. Aus der Portokasse nimmt er das auch nicht, es sind genausoviele Tagessätze wie für Dich oder mich, auf Basis unseres Gehaltes sind die Beträge natürlich niedirger (leider :D ) Das ist objektiv gesehen eigentlich gerecht, wenn jeder anhand seines Einkommens denselben Anteil an Strafe bezahlt....... Aber hier spielt natürlich auch soetwas wie Neid eine Rolle. Aber jetzt kommen wir wieder zu Themen wie Reichensteuer etc. :D :D :D

Frank-Andre
Neid? Ich gönne jedem seine Millionen, wenn er sie denn erarbeitet. ;)
Es geht mir einfach um Gerechtigkeit! :)
Siehe oben Reichensteuer bringt ja nichts weil bei den wirklich Reichen nicht kontrolliert wird ;)
Der Punkt ist der, das Du und ich nicht einmal die Möglichkeit haben solche Schlupflöcher zu nutzen, bei mir wird die Steuer immer gleich vom Gehalt abgebucht. ;)
Abgesehen davon kann ich mir die Anwälte sowieso nicht leisten :unschuldig:

Wir leben nunmal in einer Gesellschaft in der eine bestimmte Schicht nur mit Samthandschuhen angefasst wird und seit PISA haben wir es schriftlich, das keine Gesellschaft so sozial zementiert ist wie die Deutsche. Wenn Du aus einer bildungsfernen Schicht kommst hast Du kaum eine Chance. ;)

Verfasst: Do 30.11.2006 - 23:37
von Cassie
Argh hat geschrieben:seit PISA haben wir es schriftlich, das keine Gesellschaft so sozial zementiert ist wie die Deutsche. Wenn Du aus einer bildungsfernen Schicht kommst hast Du kaum eine Chance. ;)
Also das ist aber nicht immer so gewesen, sondern vielmehr eine neuere Entwicklung und das weißt du auch. Hierbei ist ja auch das Problem, dass z.B. das Bafög unglaublich eingeschränkt wurde, weil es "zu teuer" ist.

Inwiefern es wirklich "zu teuer" ist, wurde bei der Aufstellung dieser Behauptung (die dann ja immer in Zusammenhang mit der Aufstellung des Haushaltsplanes steht) wahrscheinlich nicht untersucht, da man ja dann eine Menge verstreuter Daten korrelieren müsste, um den gesellschaftlichen Aufwand und den gesellschaftlichen Nutzen abzuschätzen.

Aber zu Zeiten eines Herrn Beck war ja, wie er so gerne betont, ein gesellschaftlicher Aufstieg durchaus möglich.