Wir sollten vielleicht zwischen "Freiheitskämpfern" und "sonstigen terroristen" unterscheiden.
Sehen wir zunächst die Verhältnisse in Palästina. Dieses Land wurde bis 1948 von den Briten "protegiert", war also eine Kolonie. Danach wurde es - in Errinnerung an die Schoa (Holokaust) - den ... überschrieben. Nun beginnen schon die Definitionsprobleme. Was sollte man anstelle der Punkte schreiben?
den Juden?
Juden sind eine Religionsgemeinschaft, der in der gesamten neueren Weltgeschichte übel mitgespielt wurde. Seitdem 79 n. Chr. die Römer den letzten jüdischen Aufstand niedergeschlagen und Jerusalem zerstört und geschändet hatten, wurde den Juden nichts als Verfolgung zuteil. Angefangen von den Karfreitagen im sog. "christlichen Abendland", wo nach der Leidensgeschichte Jesu die Bürger der Städte, nachdem sie in der Kirche die Passion gehört hatten, in die judenviertel gingen und dort mehrere juden lynchten (es sei denn, die Stadtwachen griffen ein), über gezielte Pogrome ab 1500 bi hin zur gigantischen Massenvernichtungsmaschinerie des dritten Reiches, wo 6 Millionen Juden auf brutalste Weise getötet wurden.
Kann man aber einer religionsgemeinschaft ein Land übertragen? das wäre ein Gottestaat a la Marokko.
dem jüdischem Volke?
Es gibt - in dem Sinne - kein wirkliches "jüdisches Volk". Innerhalb von 2000 Jahren haben sich die vertriebenen Israeli so weit mit den jeweiligen Nationen, in denen sie lebten, assimiliert, dass man kaum von einem eigenständigen Volk sprechen kann, auch wenn ich jetzt mit diesem Satz (oder schon mit einem vorhergehenden) den Hass aller Juden auf mich gezogen habe.
den zionistischen Juden?
Mit diesem Begriff könnte man das am ehesten bezeichnen. Zionisten sind Juden, die ab dem 19. Jahrhundert bestrebt waren, in das angestammte Land, dem alten Israel, auszuwandern. Eine besondere Blüte erlebte der Zionismus in den 20iger Jahren unseres Jahrhunderts, als hunderttausende nach Palästina zogen und so die Bevölkerungsgrundlage für einen jüdischen Staat schufen.
Und hier fingen die Probleme an. Besagte Einwanderer trafen auf Völker, die schon seit über 1000 Jahren in Palästina wohnten. Nun kamen diese Zionisten - und kauften Land, es gab also somit keine rechlichen Probleme. Die Kolonialmacht führte den Kaptalismus, daher war das alles in Ordnung.
Die Probleme begannen erst mit der Staatsgründung sowie dem Verhalten Israels. Die Zionisten bekamen ein Land zugesprochen, das fortan den Namen "Israel" tragen sollte. Dieses enthielt weder den Gazastreifen noch das Palästinensergebiet; außerdem fehlte der Zipfel ans Rote Meer.
Jerusalem wurde unter Verwaltung der UN gestellt, da es für Juden wie Moslems eines der heiligsten Städte war.
Nach kürzester Zeit besetzte nun Israel Jerusalem, das bekanntermaßen die zweitheiligste Stadt des Islams ist. Damit war der Hintergrund für den ersten der vielen Kriege geboren, die das Land bis heute noch verfolgen, ca. 6 an der Zahl.
Während dieser Zeit verschlimmerte sich das Schicksal der Palästinenser, da deren Infrastruktur von der überlegenen Militärmacht Israels zerstört wurde. Leider waren diese Konflikte mitten im kalten Krieg, was dazu führte, dass die USA und SU die beiden Staaten für Stellvertreterkriege missbrauchten. Die USA belieferten Israel, die Russen die Palästinenser und Araber mit Waffen.
Allerdings waren die sovjetichen Waffensysteme den amerikanischen um Längen unterlegen, was dazu führte, dass Israel diese Konflikte immer gewann.
Unterdessen verschlimmerte sich die Situation der Palästinenser weiter. Viele Millionen flohen in die Nachbarstaaten, wo sie bis heute bei 80-90%-iger Arbeitslosigkeit in Flüchlingslagern ihr Leben fristen müssen.
Diejenigen, die daheimgeblieben waren, versuchten teilweise, ihr altes Leben zu führen, teilweise gingen sie in den Widerstand.
Diejenigen, die versuchten, in Palästina weiterzuexistieren, mussten sich mit vielen Schwierigkeiten herumschlagen. Zum einen wurden - nun ohne Bezahlung oder Entschädigung - von Israel Siedlungen in paästinensisches Gebiet gebaut, meist an den wenigen Stellen, wo man mit dem Boden was anfangen konnte.
Zum anderen wurdenUnternehmen und Unternehmungen von Palästinensern schwer behindert, so dass sich keine "Mittelschicht" etablieben konnte.
Die einzige Möglichkeit war es, entweder als billiger Lohnarbeiter nach israel zu gehen oder sich den verschiedenen "Freiheitsarmeen" anzuschließen.
Die Lage verschlechterte sich zunehmend, insbesondere die radikalen Zionisten hatten von je her viel Einfluss in Israel und taten nichts, um die Zeitbombe Palästina zu entschärfen.
Erst auf internationalen Druck lenkte Irael ein. DAs führte dazu, dass bis 1999 nahezu alle Attentate aufhörten uns sowas wie trügerischer Frieden einkehrte.
2001 war es so weit: gebiete wurden als autonom, d.h. von Israel unabhängig, erklärt. Und ab dann ging es abwärts.
Es fing damit an, dass der Gemäßigte Barak die Mehrheit im Parlament verlor und als Nachfolger Adolf Hitler jun, ich meine Ariel Sharon, gewählt wurde, da die "ultrarechten" bei einer Wahl an Stimmen gewinnen konnten.
Zunächst will ich mal meinen Vergleich Sharons mit Hitler erläutern.
In Israel gibt es mehrere Parteien, die als "ultrarechts" bezeichnet werden, da sie sehr radikale, nationalistische meinungen vertreten. In deutschland würde man eine solche Partei als "rechstradikal" bezeichen, und in ihrem programm würden Dinge stehen wie z.B. "Baldigste Eroberung Polens" oder "Angriff auf Frankreich, um die Schande vom 2. WK. auszugleichen". Eine solche Partei wäre also klar verboten in Deutschland. In Israel dürfen sie nun tun, was sie wollen, und einer solchen partei Entsprang Sharon. Schon in den ersten Wochen seiner Regierung tat er Dinge, die man nicht tun sollte: Er marschierte an einem Freitag auf den Tempelberg und betonte, dasss dieser ausschließlich den Juden gehören würde. Damit gab er den Moslems genügend Gründe, um einen Glaubenskrieg anzufangen. Er verteidigte alle israelische, anti-palästinensischen Projekte und sorgte dafür, dass es den palästinensern immer schlechter ging.
Einzelne radikale Palästinenser sprengen sich in die luft, worauf Sharon eiserne Gegenmaßnahmen ergriff: Besetzung der palästinensischen Städte, festnahme von "Verdächtigen Palästinensern", zerstörung palästinensischer Gebäude und Siedlungen.
Diese sorgten dafür, dass die radikalen Islamisten, die sich ni die Luft jagen, zahlreicher wurden. Wenn man einem Menschen alles wegnimmt, was er je besessen hatte, wird er sich eher bereitfinden, sich umzubringen, wenn er sich auch nur eine minimale Chance ausrechen kann, dass die welt für seine
Nachkommen besser sein
könnte.
Und wenn sich schon Frauen, die bekanntlich von dem derzeit üblichen Islam unterdrückt werden, in die Luft jagen, dann sollte man sich doch überlegen, ob es nun am Glauben liegt oder an der Verzweiflung.
Sharons Gegenmaßnahmen wurden brutaler und teils sinnlos: So forderte er einerseits, dass die Palästinenser bestimmte mutmaßliche Terroristen festnahmen, bombardierten andererseits die Polizeistationen, so dass Festnahmen vollkommen unmöglich wurden.
Daneben wurden auch Krankenhäuser bobradiert, diese natürlich nur "aus Versehen". Die heutige Waffentechnologie ist in der Lage, das Ziel einer Rakete auf den Millimeter genau zu bestimmer. Ein "aus Versehen" gibt es da nicht.
Der Gipfel all dieser "diplomatischen Frechheiten" war die Zerstörung und Besetzung des Hauptquartiers von Arafat.