Wie bei allen genialen Büchern wird der Film natürlich sauschlecht sein und die Fans der Bücher werden bei jeder Erwähnung vor Scham tiefbetroffen und knallrot im Gesicht zu Boden gucken.Web.de hat geschrieben: London - Nach einer langen Odyssee haben die Weltraum- Reisenden die Leinwand erreicht: Die Filmversion der Science-Fiction- Satire «Per Anhalter durch die Galaxis» kommt nach mehr als 20 Jahren Entwicklungszeit in die Kinos.
Vier Jahre nach dem Tod des britischen Schriftstellers Douglas Adams, der mit den Weltraum- Abenteuern Kultstatus erreichte. In Deutschland soll der Film am 9. Juni anlaufen.
«Wir haben Douglas' Ideen zum Leben erweckt und hoffen, dass der Film ganz in seiner Tradition steht», sagte Regisseur Garth Jennings bei der Vorstellung erster Ausschnitte in London. Seit Anfang der 80er Jahre hatte Adams an dem Drehbuch gearbeitet. Die Verfilmung selbst erlebte er nicht mehr. Der Kultautor starb 2001 im Alter von 49 Jahren an einem Herzinfarkt. Dennoch ist er im Film allgegenwärtig: Sein Gesicht taucht im Relief eines Planeten auf, und seine Mutter spielt in einer entscheidenden Szene mit: Als die Erde zerstört wird, gerät sie nicht in Panik, sondern liest Zeitung.
Der Film «Per Anhalter durch die Galaxis» (Originaltitel: «The Hitchhiker's Guide to the Galaxy») basiert auf dem ersten Band von Adams' «Trilogie in fünf Teilen». Nachdem die Hörspielreihe Ende der 70er Jahre große Erfolge feierte und sich die Bücher weltweit mehr als 15 Millionen Mal verkauften, wartete die Fangemeinde lange vergeblich auf eine Kinoversion. Zwar kam Anfang der 80er Jahre eine sechsteilige Fernsehserie zu Stande: «Aber eins hab ich nie auf die Reihe bekommen - Kinofilme», sagte Adams einmal - und klagte über «20 Jahre Verstopfung».
Der Film weicht in manchen Szenen von der Vorlage ab: «Es ist keine Eins-zu-eins-Kopie. Wir haben unseren eigenen Blick auf das Material geworfen und daraus viele Ideen entwickelt», sagt Produzent Nick Goldsmith. Auch Adams hatte zu Lebzeiten für die Filmfassung einiges geändert. Neu ist zum Beispiel die Figur des Sektenführers Humma Kavula, den Hollywood-Star John Malkovich («Der Mann in der eisernen Maske») spielt.
Die Geschichte der «Anhalter» beginnt an dem Tag, an dem die Erde in die Luft gesprengt wird. Arthur Dent, gespielt von Martin Freeman («The Office») und sein außerirdischer Freund Ford Prefect (Mos Def, «The Italian Job - Jagd auf Millionen») können sich in letzter Sekunde als Anhalter auf ein Raumschiff retten. Adams' Helden beschäftigen sich auf ihrer Reise mit den elementaren Fragen des Lebens, des Universums und des Seins. Nach 7,5 Millionen Rechenjahren gibt der Riesencomputer Deep Thought endlich die ultimative Antwort. Sie lautet: «42». Da aber niemand die Frage zu der Antwort kennt, wird ein neuer, planetengroßer Computer geschaffen, um diese zu finden.
Die Macher des Kinofilms verzichten weitgehend auf spektakuläre Spezialeffekte, wie sie Science-Fiction-Fans von aufwendigen amerikanischen Produktionen kennen. «Wir wollten nicht mit dieser Hochtechnologie konkurrieren», sagt Goldsmith. «Erstens war unser Budget dafür zu knapp, und zweitens macht das den Witz des Films aus.» Das Ergebnis ist eine Mischung aus bewusst billigen Requisiten und einigen Computereffekten. Dieser ständige Wechsel unterstützt jedoch den trockenen englischen Humor des Films. «Es ist eben eine Reise gewöhnlicher Menschen in eine außergewöhnliche Welt», sagt Regisseur Jennings.
Aber das Schlimmste ist ja: Innerhalb kürzester Zeit wird auf MTV und RTL2 über den Film und somit zwangsläufig auch über die Bücher berichtet werden, es wird Neuauflagen als Hörbücher mit den deutschen Stimmen von Brad Pitt und Vin Diesel geben, dumme Teenies werden sich die Klingeltöne und coole Handylogos mit der Truhe runterladen. Unwürdige werden die Bücher lesen und sich mit ihren Amöbenfreunden darüber unterhalten.
Ich bin wirklich getroffenn. Bald darf man nicht mehr zugeben Fan von Douglas Adams zu sein, weil es ja dann "trendy" und "in" und das "Must der Woche" bei TAFF auf Pro7 sein wird. Höchstens die unbekannteren Bücher darf man noch kennen, um nicht als trendverfolgendes MTV-süchtiges metrosexuelles fensterglasbrillenintellektuelles pseudoalternatives Cliqueninduviduum zu gelten.
Warum muss sowas immer passieren? Warum nur? Und warum passiert sowas immer mit den wirklich guten Sachen? Entdeckt man eine neue gute Musikgruppe (Beispiel: Helden), einen wunderbaren Film (Beispiel: Amelie) oder irgendwas andres, das noch so richtig schön, nicht trendverseucht und eigentlich auch nicht wirklich trendverdächtig ist, wird es nach ein paar Wochen als "Geheimtipp" gehandelt und wenig später hat auch des letzte ich-begrenze-die-jetzt-folgende-bespielreiche-Umschreibung-mal-auf-"Zivilisationsopfer" davon gehört.
Gibt es noch irgendeine "paradiesisch einsame" Südseeinsel, die nicht täglich von drei Schiffladungen mit je ein paar hundert Thailand-Pauschaltouristen angefahren wird? Welches niveauvolle Gebiet von Literarur, Film, Musik, welche tiefsinnige fernöstliche Philosophie, welcher lange Zeit nur von einer kleinen Gemeinschaft von "Freaks" gepflegte Sport wird nicht in letzter Zeit von trendsuchenden Medienrecherchisten als der "letzte Schrei" ins ungewollte Scheinwerferlicht der Gaffer-Öffentlichkeit gezerrt, dann sofort unheimlich cool und geil gefunden und kurze Zeit später von wahren Massen uninformierter und wenn-sie-ehrlich-sind-auch-nicht-wirklich-intressierter Einmischer überschwemmt, nur damit diese mit ausgefallenen Interessen und extraordinären Hobbies aufwarten können? Selbst "das Mittelalter" wird einem in letzter Zeit ja gründlich vergällt.
Plötzlich wird man als schon lange "eingefleischter Hardcore-Fan" von irgendwas von jedem Idioten darauf angesprochen. Ich höre schon die Stimmen. "Hey, hast du nicht die Bücher von Douglas Adams? Ich hab auch letztens das erste Band gelesen, fand ich echt witzig, ist mal was andres, total abgefahren und trotzdem irgendwie tiefsinnig, irgendwie. Da muss man schon ein echter Freak sein um sowas zu lesen, stimmt's?" zwinker zwinker.
Und man darf sich ja nicht mal darauf berufen, es schon vor der Verfilmung gekannt und klasse gefunden zu haben, denn das hat natürlich jeder, zwinker zwinker. Dass man die abgewetzten Originalausgaben von 1997 vorweisen kann, hat nichts mehr zu bedeuten, schließlich gibt es ja ebay.
Am besten man findet gar nichts mehr gut. Die Gefahr, dass etwas zu Mainstream verkommt, ist mittlerweile ja für alles gegeben. Es muss ja gradezu ausgefallen und bisher nur in möglichst "elitären" Spezigruppen vorzufinden gewesen sein, um überhaupt noch das Interesse der Öffentlichkeit zu erfahren.
Ich finde es einfach nur deprimierend.










