Lebenserhaltende Maßnahmen

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Ebeyon
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Beitrag von Ebeyon »

Hi Crash, das kann man aber nicht vergleichen, denn Du konntest ja dem Arzt sagen "Ja ich will leben,her mit dem Antibiotika". Und selbst wenn Du ohne Bewußtsein gewesen wärst und demenstprechend keinen eigenen Willen hättest kundtun können, hättest Du das Antibiotika trotzdem bekommen, weil man ja davon ausgehen konnte, daß Du danach Dich wieder am Leben erfreuen kannst.
Nur weil man die Magensonde einmal gelegt hat muß man doch jetzt nicht auf Teufel komm raus den Status Quo aufrecht erhalten.

Langsam verhungern bzw hier würde ja zuerst Verdursten zum Tod führen, ist sicherlich nicht angenehm und unmenschlich. Da müsste man dann etwas "beschleunigen" (womit wir wieder bei Sterbehilfe wären) oder darauf vertrauen was einer der Ärzte sagte "im jetzigen Zustand merkt sie das Sterben eh nicht mehr".

Sinn und Zweck einer Magensonde im Allgemeinen ist natürlich positiv zu bewerten, solange es Sinn macht.

Ist jetzt für die Diskussion nicht soo wichtig, aber soweit ich weiß ist in diesem Fall ein Herzinfarkt Auslöser für das Koma.
"Wenn die Menschen erstmal ausgestorben sind, dann haben die Tiere wieder Platz zum Leben." (mein Sohn, damals 5 Jahre)
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Christine
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Beitrag von Christine »

Koma-Patientin Terri Schiavo gestorben


US-Komapatientin Schiavo

Washington - Die amerikanische Koma-Patientin Terri Schiavo ist tot. Sie starb am Donnerstag im Woodside-Hospiz in Florida, teilte Pater Paul O'Donnell mit, der die Eltern Schiavos berät.

Schiavo überlebte etwa 13 Tage ohne Zufuhr von Flüssigkeit oder Nahrungsmittel. Die Magensonde, die sie seit einem schweren Hirnschaden vor 15 Jahren am Leben hielt, war am 18. März entfernt worden.

Schiavos Schicksal und der verzweifelte Kampf der Eltern, die ihre Tochter am Leben halten wollten, hatten weltweit Anteilnahme ausgelöst. Unter anderem hatten sich US-Präsident George W. Bush und Papst Johannes Paul II. vergeblich für Schiavo eingesetzt. Ihrem Tod war ein erbitterter, jahrelanger Streit zwischen ihrem Ehemann und Vormund, Michael Schiavo, und den Eltern Bob und Mary Schindler vorausgegangen. Die Eltern waren nicht am Sterbebett ihrer Tochter.

Nach Angaben Schiavos wollte seine Frau nicht künstlich am Leben gehalten werden. Er wollte sie nach zahlreichen erfolglosen Therapieversuchen sterben lassen. Die Eltern bemühten in ihrem Kampf dagegen sieben Jahre lang alle Instanzen bis zum höchsten US-Gericht. Sie scheiterten aber schließlich trotz eines in letzter Minute eigens durch den Kongress gepeitschten Gesetzes.


Quelle:web.de
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hafensaenger
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Beitrag von hafensaenger »

Die Sterbehilfe sieht in jedem Land anders aus / wird dort anders geregelt.

Nur die Niederlande erlauben aktive Sterbehilfe
In Deutschland ist aktive Sterbehilfe (Euthanasie) verboten. Der deutsche Paragraf 216 droht bei "Tötung auf Verlangen" mit bis zu fünf Jahren Haft. Nur wer bei Patienten "in unmittelbarer Todesnähe" lebensverlängernde Maßnahmen unterlässt, also etwa die Beatmungsmaschine abstellt, kann im Fall der so genannten indirekten Sterbehilfe straffrei bleiben. Gegner der Euthanasie verweisen stets auf die Nazi-Zeit, als "unwertes Leben" vernichtet wurde.

In den USA unterschiedliche Regelungen

In den USA wurde im Bundesstaat Oregon 1998 der Freitod mit Arzthilfe unter bestimmten Voraussetzungen legalisiert. Danach müssen Todkranke mit dem Wunsch zu sterben zwei Ärzte konsultieren und eine Bedenkzeit beachten. In der ersten Amtszeit von Präsident George W. Bush gab es mehrere vergebliche Vorstöße des Justizministeriums, der Sterbehilfe in dem Bundesstaat einen Riegel vorzuschieben. In den neunziger Jahren löste der Fall des Arztes Dr. Jack Kevorkian ("Dr. Tod") aus Michigan, der nach eigenen Angaben mehr als 130 unheilbar Kranken beim Selbstmord geholfen hat, in den USA heftige Debatten aus. Michigan verbot die Sterbehilfe Ende 1998. Kevorkian wurde 1999 wegen Totschlags zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er einem unheilbar Kranken eine tödliche Injektion gegeben hatte.

Nur Niederlande erlauben aktive Sterbehilfe

In den Niederlanden dürfen nach einem im April 2001 verabschiedeten Gesetz seit Januar diesen Jahres Ärzte auf Wunsch von Kranken aktiv Sterbehilfe leisten, wenn ihre Patienten unerträglich leiden und keine Aussicht auf Heilung mehr besteht. Die Ärzte müssen zuvor die Meinung eines Kollegen einholen und jeden Fall einem Ausschuss melden. Nur wenn dieses Gremium - ein Arzt, ein Jurist und ein Experte für ethische Fragen - Zweifel am korrekten Vorgehen des Arztes hat, wird die Justiz eingeschaltet.

Schweiz erlaubt Hilfe zum Selbstmord

In der Schweiz besorgen Hilfsorganisationen Sterbewilligen und unheilbar Kranken über ein ärztliches Attest Gift, das diese dann selbst einnehmen. Verabreicht werden darf es nicht. Denn erlaubt ist lediglich die Hilfe zum Selbstmord, nicht aber aktive Sterbehilfe. Allerdings muss in der Schweiz als einzigem Land dazu nicht unbedingt ein Arzt eingeschaltet werden, sofern nicht rezeptpflichtige Mittel benötigt werden.

In Australien hatte der Senat 1997 ein seit 1996 geltendes Gesetz zur Regelung der aktiven Sterbehilfe in den Northern Territories aufgehoben. Die Niederlande sind zur Zeit noch das einzige Land der Welt, das aktive Sterbehilfe erlaubt. In einigen Ländern ist dagegen die Beihilfe zum Freitod erlaubt. (Quelle dpa)
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long before we experience them."

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Cornflake01
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Beitrag von Cornflake01 »

Ich versteh den ganzen Rummel überhaupt nicht. Ok, daß Bush sich da wichtigmachen will war ja klar.
Aber daß sogar der Papst ein solch menschenunwürdiges Leben weiter verlängern will finde ich ziemlich daneben.
Die Frau hat doch keinerlei Perspektiven mehr. Ich denke sie kann froh sein, endlich erlöst worden zu sein.

Allerdings finde ich den Wunch des Ehemans, seine Frau obduzieren und verbrennen zu lassen absolut unmenschlich und
verachtenswert...soll sie doch endlich in Frieden ruhen!

Also ich würde das auf keinen Fall mit mir machen lassen, wenn ich in so einer Situation wäre.
Das erspart mir und meinen Angehörigen viel Leid. Also lieber gleich den Stecker ziehen :(
Bis dann... Mathias

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Argh
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Beitrag von Argh »

Hi ;)
Cornflake01 hat geschrieben:Allerdings finde ich den Wunch des Ehemans, seine Frau obduzieren und verbrennen zu lassen absolut unmenschlich und
verachtenswert...soll sie doch endlich in Frieden ruhen!
Ich denke ihm wird nichts anderes übrig bleiben, will er nicht ein Opfer böser Gerüchte werden. Alle Zweifel bezüglich dem Tod müssen restlos aufgeräumt werden - denn die "christliche Seite" schreckt vor übelsten Machenschaften nicht zurück. Daher hoffe ich auch das die Sektion von den anerkanntesten Fachleuten durchgeführt wird und jede Kleinigkeit ausführlich dokumentiert! Denn ich sehe schon die Heuchler das Mordgerücht weiter schüren und von einer möglichen Rettung sprechen :(

Grüsse Argh :bounce:
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naria
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Beitrag von naria »

Cornflake01 hat geschrieben:Aber daß sogar der Papst ein solch menschenunwürdiges Leben weiter verlängern will finde ich ziemlich daneben.
Also bei dem kann ich es sogar ziemlich gut verstehen ... Wer kaum noch die Kraft hat zu sprechen und selbsttätig zu atmen, und gefüttert und gewindelt werden muss, und trotzdem anscheinend geistig noch voll da ist, sieht das Ganze sicherlich etwas anders.

@Argh ... Ich denke auch, dass in den nächsten Tagen noch mehr solcher angeblich anerkannter Neurologen auftauchen werden und irgendwas rührendes erzählen werden, von wegen sie habe in ihren letzten Minuten noch die Lippen bewegt und man habe darauf deutich die Worte "Mama hilf mir" lesen können der sowas.
Die Anwalt-Ärzte der Eltern haben ja schon in der letzten Woche reichlich in Talkshows und sogar in Nachrichtensendungen von angeblich deutlichen Gefühlsregungen auf ihrem Gesicht, wenn man in ihrer Anwesenheit über ihr Schicksal sprach, von Sprech-Versuchen oder gar von einer Kommunikation mit ihrern Eltern per Zwinkern berichtet, zudem kamen dutzende Berichte über Leute, die noch nach 50 Jahren oder so aus dem Koma erwacht seien und so weiter :rolleyes:

Daher finde ich es auch sehr wichtig, den Leuten zu zeigen, wie es im Gehirn von Terri aussah, und bitte auch einen Vergleich mit einem voll funktionierenden Gehirn und einer Darstellung, wo die Zentren der bewussten Wahrnehmung liegen, sonst kommen dann wieder irgendwelche 'renomierten' Hirnchirurgen und erzählen uns, sie habe mit den verbleibenden Bereichen ihres Hirns noch das selbe fühlen können wie ein gesunder Mensch X(
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Princess of Darkness
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Beitrag von Princess of Darkness »

wo sind wir hingekommen? ..üerlassen unser Überleben irgendwelchen Maschinen und Mögtegern-Göttern-in Weiss.
Sicher die Medizin hat auch sein Gutes, nur sollten irgendwo mal Grenzen gesetzt werden. Was ist noch Human und was nicht mehr???

Kann nur immer wieder sagen, redet mit den euch Anvertrauten (Familie/Ehepartner/Kinder/Freunde) über euren Wunsch, was mit euch geschehen soll, und wie weit man euch "vergewaltigen" soll, von Maschinen künstlich am Leben erhalten zu werden, legt es schriftlich nieder, macht euch Gedanken, was aus euch wird im Falle eures Ablebens, den es ist nicht Sache der Hinterbliebenen das zu regeln, sondern es liegt an euch , an jedem einzelnen.

Überlegt euch auch die Option, eure Organe frei zugeben, um Menschenleben retten zu können! Ich für mich habe meinen Organspendeausweis immer bei mir, und meine Kinder wissen, wie und wo ich bestattet werden will.

Der Tod ist keine Bestrafung, für den der gehen darf, er ist immer eine Erlösung.

ardura prima via est
~ Jeden Tag stirbt ein Teil von dir, jeden Tag schwindet deine Zeit, jeden Tag ein Tag, den du verlierst, nichts bleibt für die Ewigkeit. ~

~ sentire noctem ~

Im meleth cen, an- uir, Lord of Darkness
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Rincewind0409
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Beitrag von Rincewind0409 »

Hallo zusammen.

Nachdem ich lange die Beiträge hier gelesen habe und oft kurz davor gewesen bin etwas dazu zu schreiben tue ich es jetzt mal.

Zunächst einmal will ich nochmal betonen, das es ein sehr qualvoller Tod ist , wenn man jemanden verhungern und verdursten lässt ! Im Vergleich dazu ist ein Sterben auf einer Intensivstation bei dem die Beatmungsmaschine abgestellt wird human ! Dies vergessen ,oder schätzen viele eindeutig falsch ein.

Eine Patientenverfügung kann rechtlich nur die Lebenserhaltenden Maßnahmen wie die künstliche Beatmung z.B eine ist regeln. Ernährung ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen welches damit nicht geregelt wird.

Eine Magensonde bei solchen Patienten ist keine Magensonde die durch die Speiseröhre gelegt wird. Man legt diese durch die Bauchdecke und dort bleibt diese liegen. Zu jeder Mahlzeit wird da etwas zur Ernährung angeschlossen.

Das zitierte Interview des Arztes aus dem UKE halte ich für gewagt. In meinem Umfeld habe ich täglich mit Ärzten zu tun. Viele sind da anderer Meinung.

Es gibt Erlebnissberichte von Komapatienten. Es gibt Erlebnissberichte von Patienten welche wiederbelebt worden sind. In einigen lassen sich detailierte Angaben zu bestimmten Situationen finden.

Es ist ein gewagter Versuch eine menschliche Seele mit Geräten messen zu wollen. Niemand kann mit Gewißheit sagen was Patienten in diesem Zustand wirklich empfinden und wahrnehmen.
Stellt Euch mal vor Ihr bekommt bei vollem Bewußtsein mit das Ihr über Tage nichts mehr zu essen oder zu trinken bekommt... Könnt aber nichts machen weil Ihr keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen könnt...


Rincewind
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Princess of Darkness
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Beitrag von Princess of Darkness »

Rincewind0409 hat geschrieben:Eine Patientenverfügung kann rechtlich nur die Lebenserhaltenden Maßnahmen wie die künstliche Beatmung z.B eine ist regeln. Ernährung ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen welches damit nicht geregelt wird.
wir als Familie hatten die Entscheidung, ob ne Magensonde gesetzt wurde oder nicht, wir entschieden uns dagegen, weil es sein Wunsch war, weder künstlich Beatmet noch Ernährt zu werden. Als Angehörige hat man Einfluss, aber man muss sich für das Patientenrecht einsetzen, und auch die eigene Zeit dafür einsetzten. Ist ein "Mehraufwand",aber gleichzeitig auch die Lösung, die Verabschiedung und Verarbeitung.

Setzt euch für die Menschen ein, nicht nur so lange sie leben, sondern auch dann wen sie uns am nötigsten brauchen, begleitet sie auf ihrem letzten Weg und ermöglicht ihnen ein humanes Sterben.
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