solltet ihr ein paar Minuten Zeit haben und nichts besseres zu tun wissen, dann wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr euch kurz durch diese Umfrage klickt. Handelt, grob gesagt, darum, wie ihr die Qualität des aktuellen deutschen Videospiel-Journalismus aufnehmt. Wenn ihr keine Videospiel-Magazine lest, könnt ihr an der Umfrage auch teilnehmen - dadurch wird sie sogar kürzer
Abseits der Umfrage können wir das Thema natürlich auch hier besprechen:
Kurz: Was haltet ihr vom deutschen Videospiel-Journalismus, vor allem hinsichtlich seiner journalistischen Qualitäten? Damit meine ich vor allem das Einhalten journalistischer Qualitätskriterien, als auch das Beherrschen des eigenen Handwerks. Oder anders ausgedrückt: Merkt ihr einen Qualitätsunterschied beim Lesen eines Videospiel-Magazins und beim Lesen einer normalen Tageszeitung?
Wie sieht es mit der Artikelwahl aus? Wünscht ihr euch, dass die Videospiel-Magazine auch mal aufwendigere Artikel schreiben? Oder reicht euch die ewige Aneinanderreihung von News und Tests? Wann habt ihr z.B. zuletzt in einem deutschen Videospiel-Magazin einen investigativen Artikel gelesen? Kann mich persönlich an kein einziges Beispiel erinnern.
Was ist mit dem Laienjournalismus? Viele meinen aus ihrem Hobby Geld machen zu können, denn "Spiele testen" ist ja einfach. Aktuell boomen die Let's Plays, auch hier meint jeder, man müsse unbedingt ihm beim Spielen zuschauen. Ist der "professionelle" Spiele-Journalismus durch diese Laien bedroht? Oder ist es nicht vielmehr so, dass in vielen Videospiel-Redaktion mittlerweile eh fast ausschließlich Praktikanten und ungelernte, freie Redakteure sitzen?
Das Thema wurde übrigens 2011 schon von Christian Schmidt angekreidet. Schmidt war stellvertrender Chefredakteur der Gamestar und hat, als letztes Hallejula, einen Artikel auf Spiegel Online veröffentlicht, in dem er mit der Branche abgeschlossen hat. Seine Kritikpunkte dabei:
- Die Spieletests der Magazine unterbieten sich gegenseitig mit Trivialitäten. Da werden Kleinigkeiten aufgelistet, in der Hoffnung, einen informativen Mehrwert zu bieten. So bekommt man eine kleinlich genaue Aufzählung aller Waffen im Spiel oder aus wie vielen Pixeln Lara Crofts rechte Brust besteht. Die Magazine würden so sehr ins Detail gehen, dass sie das große Ganze aus den Augen verlieren würden.
- Dies hat zur Folge, dass die Magazine nur noch eine einzige Zielgruppe bedienen: Hardcore-Spieler, oder Ultras, wie Schmidt sie nennt. Andere potenzielle Zielgruppen werden abgeschreckt und ausgeblendet.
- Last but not least fehlt es den meisten Redaktionen an journalistischer Ausbildung. Halbherzig ausgebildete Praktikanten oder freie Redakteure die wöchentlich wechseln sind an der Tagesordnung. Eine feste Redaktion die nach einer gelernten Routine arbeitet gibt es eigentlich nicht mehr.
Wie steht ihr zu den Kritikpunkten? Hat Schmidt übertrieben? Oder sollten die deutschen Spieletester tatsächlich kapieren, dass sie in erster Linie eigentlich Journalisten sind - und eben keine bloßen Tester?
Und damit's keiner vergisst, hier noch einmal der Umfragelink: Klick mich!




