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Verfasst: Mi 07.01.2004 - 02:33
von Shadow-of-Iwan
Joabary hat geschrieben:so lange haben Kreuze bzw. christliche Symbole ein "Vorrecht" an öffentlichen Orten - wie eben z. B. Klassenzimmern - anwesend zu sein.
das seh ich anders...man sollte doch selbst wählen können ob man christlich ist/werden will...und gerade die schule kann da einen großen einfluß haben..,deshalb finde ich, daß gerade in den schulen solche religösen bezüge nichts zu suchen haben (die kette mit dem kreuz unter der kleidung is da wieder was anderes)
aber die sichtbaren zeichen sollten entfernt werden...wie auch immer die aussehen mögen...
genauso hat religionsunterricht in der schule nichts verloren, wen er nur eine religion vermittelt...wenn alle religionen gleichberechtigt behandelt werden is das noch vertretbar...aber nicht, wenn wie in bayern die ganze zeit über nur die ach so tolle katholische kirche gepriesen wird...

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 04:53
von guenterherbert
Ob polemisch oder nicht, Fact ist, diese Probleme gibt es schon jetzt vereinzelt, in Zukunft in den mitteleuropäischen Staaten noch mehr. (In Frankreich schon jetzt)
Leider ist Yak mit seiner Meinung, das Tragen des Kopftuches sollte genauso wie das Tragen des Kreuzes erlaubt sein, nicht auf mein Beispiel mit der Burka eingegangen. Eine Lehrerin mit Burka, das hat schon was. :))
Ähnlich interessant wär doch eine Schülerin beim Turnen in diesem Kleidungsstück. Wenn ein Kopftuch, dann auch eine Burka.
In einem anderen Zusammenhang heißt es doch immer so inhaltsschwanger: "Wehret den Anfängen"
Zum Abschluß etwas wirklich polemisches für Yak :winken: :
Wenn ich mit Schuhen in eine arabische Moschee darf, dann bin ich auch für Kopftuch in öffentlichen Einrichtungen.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 06:50
von Wild
Hi Dylan!

Ich wohne ja auch in Sachsen-Anhalt, wei Du weißt. Aber Kirchensteuer zahle ich nicht, da bin ich schon vor Jahren ausgetreten....Auch auf meinem Gehaltsschein findet sich kein solcher Vermerk ?( ?( ?(

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 07:11
von Argh
Hi :D
Therak hat geschrieben:@Baerbel Nicht ganz, die Kreuze wurden ja schon vor einiger Zeit entfernt - aber mit dem Religionsunterricht haste recht. Wenn man alle religiösen Zeichen aus der Schule verbannen würde, müßte das gleiche mit dem Religionsunterricht geschehen... aber das gäbe natürlich wieder einen gewaltigen Aufschrei.
Ich bin der Meinung ein Religionsuntericht muß sein, einschließlich Islamkunde und einer Übersicht über andere Weltreligionen - es kann schließlich nicht sein, das Kindern ein Wissen über die Kultur die uns umgibt vorenthalten wird. Nein! Man muß den Kindern schon erläutern was unsere Welt prägt.

Übringens gerade als Christ finde ich es pervers und mit meiner Religion völlig unvereinbar wenn Kruzifixe in den Schulräumen hängen, denn steht nicht geschrieben: "Du sollst Dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen." Auch das schwören auf die Bibel finde ich mit meinem Glauben völlig unvereinbar.
gelbe Wiesenameise hat geschrieben:Eine Trennung von Staat und Kirche würde nicht nur die Schule betreffen. Es würde auch die Behörden und öffentlichen Plätze betreffen. Also auch keine Kreuze mehr am Straßenrand, keine Weihnachtsbäume mehr auf öffentlichen Plätzen und auch keinen Weihnachtsmarkt. Das gleiche gilt für alle kirchlichen Feiertage und streng genommen auch für den Sonntag.
Weihnachtsbäume haben ganz und gar nichts mit dem Christentum zu tun, es gibt eine ganze Reihe von Feiertagen, Bräuchen und Symbolen die vom Christentum geduldet bzw. aufgenommen worden sind.

Wenn man in die Katakomben von Rom hinteruntersteigt, dem Ort an dem sich die ersten Christen trafen, wird man auch vergeblich nach einem Kreuz suchen. Das Symbol, das die ersten Christen verband war der Fisch.

Auch mit dem Kopftuch ist das so eine Sache, den man findet dazu im Koran lediglich eine Stelle nähmlich in der 37 Sure Vers 60: "Sage, Prophet, deinen Frauen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, daß sie ihr Übergewand (über ihr Antlitz) ziehen sollen, wenn sie ausgehen; so ist es schicklich, damit man sie als ehrbare Frauen erkenne und nicht belästige."

Gegeben wurde dies in Medina als die Moslems sich in einer kritischen Minderheitensituation befanden. Der Umgang war zu dieser Zeit und an diesem Ort sehr schlimm. Die Frage sich uns stellen sollte ist eine andere: Sollen Frauen sich so verhalten, das Männer sie nicht anschauen oder sollten nicht vielmehr die Männer sich disziplinieren und jeder Frau mit Respekt begegnen?

Was heute dahinter steckt ist, abgesehen vom traditionellen Kopftuch (Burka etc.) in ländlichen Gebieten, etwas anderes. Dieses Kopftuch findet seine Tradition seine Wurzeln in der französischen Kolonie Algerien der 50er Jahre als Musliminen es als einen Protest gegen den Kulturimperialismus der Franzosen anlegten. Später wurde es von Islamisten übernommen als Protest gegen Verwestlichung überhaupt. Diese Wertediskussion sollten wir aber dann auch offensiv führen.

Zum Schluß: Am Neujahrstag brachte wdr5 ein hervorragendes Essay zum Thema Fundamentalismus (hier die Seite mit Manuskriptdownload)
wdr5 hat geschrieben:Erweckung und Politik
Von "wiedergeborenen" Christen und anderen Überzeugungstätern (Scala vom 1. Januar 2004)
"Erweckung" ist in: wiedergeborene Christen haben großen Einfluss in den USA des George W. Bush; viele wollen "back to the roots", zurück zum reinen Glauben der Pilgerväter. Zurück zu den Ursprüngen - das ist auch der Traum islamischer Fundamentalisten.
Erweckungsbewegungen hat es zu allen Zeiten und überall gegeben. Die Erweckten von heute wollen raus aus dem Durcheinander des Pluralismus und der vielen konkurrierenden Wahrheiten. Leider lässt sich der religiöse Traum von der Ursprünglichkeit leicht instrumentalisieren, missbrauchen für "gerechte Kriege" und Terrorismus. Hinter der Suche nach Reinheit und Geborgenheit lauert der Hass auf die jeweils anderen.
Ich denke das Zermahlenwerden zwischen diesen beiden Fundamentalistischen Mühlsteinen ist die größte Gefahr die heute unserer Gesllschaft droht, schon werden überall bürgerliche Freiheiten und Demokratie abgebaut.
Grüsse :bounce:

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 10:47
von Baerbel
@Wild: Das mit der Kirchensteuer betrifft auch nur Arbeitslose. Bist du Arbeitnehmer wird deine Entscheidung akzeptiert, aber allen Arbeitslosen wird eine Kirchensteuerpauschale abgezogen, auch wenn sie im "normalen" Leben eigentlich gar nicht kirchensteuerpflichtig sind/wären.
Eine Lehrerin mit Burka, das hat schon was. :))
Was ist daran verwerflich? In unseren Breiten ist das Tragen einer Burka ungewöhnlich, aber das sollte kein Grund sein, einer Frau die Lehrertätigkeit zu verwehren. Voraussetzung ist natürlich hierbei, dass die Frau die Burka freiwillig und aus eigener Überzeugung trägt und auch sonst das Tragen religiöser Zeichen erlaubt ist (Wobei hier wieder hinterfragt werden müsste, ob die Burka überhaupt ein religiöses Zeichen ist.)
Ich hab mir das ganze gestern nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen und ich hab mir auch sagen lassen (danke Ferry :bussi: ) dass das Kopftuch keineswegs mit dem christlichen Kreuz zu vergleichen ist, eher mit einer Hose (auch wenn sich das merkwürdig anhört). Als Zeichen der muslimischen Religion gilt der Halbmond, nicht das Kopftuch. Insofern muss ich meine Meinung wohl ändern und stimme für ein Kopftuchverbot.

Noch einfacher wäre es, würde man Schuluniformen einführen - sowohl für Schüler als auch für Lehrer. Damit würde man eine Menge Probleme beseitigen, denn leider ist es ja auch im nichtreligiösen Bereich so, dass Kleidung als Statussymbol gilt und daraus viele Probleme entstehen. Den Idealfall - richtige Wertevermittlung in der Erziehung - wird man ja leider nicht erreichen.

Nochwas zum Thema Religionsunterricht: Eigentlich ist der Name allein schon irreführend, denn es wird ja keineswegs Religion unterrichtet sondern Christentum. Einige von euch habens schon angesprochen - richtiger Religionsunterricht müsste wertefrei die Eckpunkte aller Religionen vermitteln - danach sollte man die Freiheit haben, sich zu entscheiden, welcher Religion man sich zuwendet und ob man überhaupt einer Religion zugehören will.
Wenn ich mit Schuhen in eine arabische Moschee darf, dann bin ich auch für Kopftuch in öffentlichen Einrichtungen.

Günni, das kann man nicht vergleichen. Eine Moschee ist ein Gotteshaus, kein Kaufhaus oder eine sonstige öffentliche Einrichtung. Daher kann man die Bestimmungen dort nur mit den Bestimmungen unserer Kirchen vergleichen. Und was glaubst du wohl, was es für einen Aufschrei gäbe, wenn in unseren Breiten jemand in unangemessener Kleidung (beispielsweise Bikini oder Badehose) eine Kirche beträte?

Ich denke, ein wenig mehr Toleranz und Verständnis für andere und mehr Respekt voreinander würde uns allen nicht schaden und viele Probleme gar nicht erst entstehen lassen. Eigentlich ist es doch völlig egal, was jemand an Kleidung trägt - wichtig ist der Mensch unter der Kleidung...ob ich nun ein Kreuz um den Hals trage, eine Burka anziehe oder ein Kopftuch trage - das macht mich nicht zu einem guten Menschen. Einzig wichtig ist doch meine Lebensweise und wie ich mit anderen Menschen umgehe. (Tiere, Pflanzen etc. lass ich hier mal bewusst weg ;) )

sonntagsschulen ???

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 10:55
von Pikasso1
hallöchen erst mal,

wie wäre es wenn man von der Kirche /pfarrei aus so machen würde das es sonntagsschulen gibt wo Kinder freiwillig über religion etwas lernen können fände ich zumindest besser...


liebe Grüße Pikasso

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 14:18
von Ein_Yak
Hey Mädels!
guenterherbert hat geschrieben:Ob polemisch oder nicht, Fact ist, diese Probleme gibt es schon jetzt vereinzelt, in Zukunft in den mitteleuropäischen Staaten noch mehr. (In Frankreich schon jetzt)
Leider ist Yak mit seiner Meinung, das Tragen des Kopftuches sollte genauso wie das Tragen des Kreuzes erlaubt sein, nicht auf mein Beispiel mit der Burka eingegangen. Eine Lehrerin mit Burka, das hat schon was. :))
Nun ja, guentherherbert:), ich sagte, es sei etwas polemisch gefärbt. Das ist kein verbaler SuperGAU ;).
Wenn das Kreuz als Symbol bei der Lehrerin erlaubt ist, dann müßte konsequenter Weise auch die Burka erlaubt sein. Und weil Bärbel auf die Funktion von Kopftuch oder Burka als Kleidungsstück hinwies: Unabhängig davon, ob diese Unterscheidung wirklich so zutrifft - wenn es gestattet ist, daß ein Lehrer in Talar erscheint, dann muß auch die Burka oder das Kopftuch möglich sein.

Dennoch betone ich, daß ich auch von einem Kompromiß sprach, der gefunden werden muß, was bedeutet, daß die religiöse Toleranz Grenzen haben muß. Für jede Religion.
Wenn das nackte Bein nicht gezeigt werden darf, könnte so ein Kompromiß im Tragen von langen Hosen im Sportunterricht liegen und beim Schwimmen dann eben ein Ganzkörperanzug.
guenterherbert hat geschrieben:Ähnlich interessant wär doch eine Schülerin beim Turnen in diesem Kleidungsstück. Wenn ein Kopftuch, dann auch eine Burka.
In einem anderen Zusammenhang heißt es doch immer so inhaltsschwanger: "Wehret den Anfängen"
Von welchen Anfängen sprichst Du bzw. was meinst Du, wo dies hinführt?
guenterherbert hat geschrieben:Wenn ich mit Schuhen in eine arabische Moschee darf, dann bin ich auch für Kopftuch in öffentlichen Einrichtungen.
Ja, wie Bärbel schon sagte, daß eine ist eine religiöse und das andere eine öffentliche Stätte. Der öffentliche Raum muß dem Anspruch der Gleichbehandlung von Religionen folgen. Das sieht in Deutschland die Verfassung so vor. Der Staat darf nicht religös Partei ergreifen. Die Schule ist i.d.R. eine staatliche Einrichtung.
Diese Unterscheidungen sind bitte auch bei folgenden Aussagen genau zu beachten:
gelbe Wiesenameise hat geschrieben: Eine Trennung von Staat und Kirche würde nicht nur die Schule betreffen. Es würde auch die Behörden und öffentlichen Plätze betreffen. Also auch keine Kreuze mehr am Straßenrand, keine Weihnachtsbäume mehr auf öffentlichen Plätzen und auch keinen Weihnachtsmarkt. Das gleiche gilt für alle kirchlichen Feiertage und streng genommen auch für den Sonntag.
Bei Behörden trifft es zu, nicht aber bei öffentlichen Plätzen, nicht für den Straßenrand, nicht für den Weihnachtsbaum. Bei den Feiertagen, die eindeutig kirchlich geprägt sind und/oder Sonntagen gibt es ja durchaus Beispiele in anderen europäischen Ländern, wie das gehandhabt werden kann, siehe z.B. das besagte Frankreich.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 17:07
von Moskito
Da ich mich ja zum dt Grundgesetz bekenne mal hier ein paar Auszüge davon.
Unsere Verfassung hat geschrieben:Artikel 4
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen
Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
...
Artikel 7
(1) Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.
(2) Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu
bestimmen.
(3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen
ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in
Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen
Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.
Was sagt mir dieses?

Niemand kann mich hindern meine Religion so auszuleben wie ich das für richtig erachte. Das Tragen eines Kopftuches oder eines Kreuzes als Ausdruck meines religiösen Bekenntnisses steht mir zu.

Das Lehrfach Religion sollte in Übereinstimmung der Religionsgemeinschaften unseres Landes gestaltet sein. Als Religionsgemeinschaften gibt es bei uns aber nicht nur Christen, sondern da sind unter anderen auch islamische und trotz Holocaust jüdische Glaubensgemeinschaften. Das bedeuted aber für mich daß das Kreuz als religiöses Symbol nichts in Schulen zu suchen hat, da es sicher nichts mit Religionsfreiheit zu tun hat.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 17:57
von RuneDragon
ihr habt ja komische schulen, da hängen kreuze an den wänden

wenn man von zB christlichen schulen ausgeht ist das auch legitim, weil ja der betreiber die kirche ist

ansonsten hängt bei uns nicht so was rum, und im religions unterricht krigt man eine anständige religionsallgemeinbildung

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 18:07
von Willard
Ich finde, dass man Religion nie erst hätte erfinden sollen(falls man sowas erfinden kann :D ). Im Prinzip brachte jede Religion mit ihren eigenen, oft beschränkten Ansichten nur Leid und Trauer über die Welt gebracht. Die einzig wirklich friedlichen sind die Buddhisten, die ja gerade deswegen immer mehr Zuwachs bekommen.
Nehmen wir mal das Christentum, den Islam, Hinduismus, Daoismus... alle haben sicherlich Krieg geführt im Namen ihres Gottes. Eigentlich unfassbar dass das Christentum und der Islam eigentlich an den selben Gott glauben...
Jetzt haben wir den Terror, ausgelöst durch beknackte Fanatiker. Sicher, die Leute wissen es nicht besser, aber wenn Eltern auf ihren Sohn stolz sind, der sich selbst und andere durch ein Attentat umkommen ließ, na dann weiß ich auch nicht mehr...Früher wars halt die Inquisition, die Leute mit anderen Glauben verfolgten, heute sind es Extremorganisationen...
Aber steht im Koran nicht ausdrücklich drin, dass man Ungläubige, andersgläübige u.s.w ohne Strafe töten darf(?)...
Nun zur Kopftuchfrage. Nach der positiven Meinung über Religion kann sich jeder die Antwort sicher denken. Ich WILL niemandens Freiheit beschränken, oh nein, und ich bin sicher der letzte der einen Muslim, Hindu oder Christ auf der Strasse verbluten lässt, aber mal ehrlich: wo soll das hinführen, wenn man sich jetzt schon über Kopftücher streitet? Ich denke, die Religionen hatten ihre Chance, die sie teilweise schamlos missbraucht hatten, und jetzt ist deren Zeit abgelaufen. Es will nur keiner Wahr haben. Islamisten gibt es nur so viele weil 1) die Bevölkerung großteils ungebildet ist, und es den Machthabern so nur Recht ist 2)sich keiner traut, nein zu sagen, weil er sonst verdammt wird und ein schlechter Mensch ist (der Ungläubige, den man töten darf? ). Im Mittelalter hat sich auch niemand getrazt, die Kirche zu verweigern 3)Ist der Islam in den Staaten immer und überall. Selbst wenn man es versucht, man kann ihm nicht "entkommen"

Die Symbolik is mir egal, solang es religionsbezogen ist ist es meiner Meinung nach falsch. Solang Religionen Amok laufen, brauchen sie sich nicht erhoffen erhört zu werden!

Aber im Prinzip ist es uns ja egal, oder? Wen interessiert schon Religion heutzutage.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 18:12
von Moskito
Tja als Franke lebe ich ja in Bayern.

In diesem fortschrittlichen Freistaat hat man sich vor ca 30 Jahren dazu durchgerungen neben dem katholischen und evangelischen Religionsunterricht einen 'Ethikunterricht' einzuführen.
Zu dieser Zeit war der Ethikunterricht nur dazu da um christliche Lehren zu vermitteln.
Das Morgengebet in der ersten Schulstunde war Pflicht.
Der erste Schultag beginnt mit dem Besuch einer christlichen Kirche.
Nach wie vor hängen in staatlichen Schulen Kruzefixe an der Wand

Soviel zu Bayern und Religionsfreiheit

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 18:46
von Argh
Hi :D
Willard hat geschrieben:Ich finde, dass man Religion nie erst hätte erfinden sollen(falls man sowas erfinden kann :D ).
Religion ist eine Entwicklung vieler Menschen (unter dem Einfluß Gottes?) und auf jedenfall notwendig zur Überwindung des magischen Denken. Erst durch Religion werden überhaupt größere Staatswesen möglich, ohne Religion keine Städte, keine Tempel, keine Kalender, keine Steuern also auch kein Lesen, Schreiben, Rechnen und Buchhaltung.

Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist so ist die Religion die Mutter aller Dinge und beide sind eben verheiratet. So ist das Leben :unschuldig:

Grüsse :bounce:

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 18:53
von hafensaenger
Religion hat schon immer das Leben der Menschen geprägt , seis nun im Polytheismus und darauffolgenden Monotheismus. Im Kern ist Religion auch immer ein feine Sache, aber nur im Kern.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 19:22
von Willard
Ja, schon möglich dass es ohne Religion unsere JETZIGE Lebensweise nicht geben würde, aber wer sagt dass wi ohne Religion nicht viel besser dran gewesen wären? Vielleicht hätten wir uns in eine andere Richtung weiterentwickelt.
@hafen: ich sags überhaupt nicht gern, aber manchmal steckt sogar im Töten ein guter Kern. Soviel dazu.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 19:32
von Therak
Argh hat geschrieben: Ich bin der Meinung ein Religionsuntericht muß sein, einschließlich Islamkunde und einer Übersicht über andere Weltreligionen - es kann schließlich nicht sein, das Kindern ein Wissen über die Kultur die uns umgibt vorenthalten wird. Nein! Man muß den Kindern schon erläutern was unsere Welt prägt.
Sowas lernt man aber nicht in Religion. Will man das genau durchgehen muss man in den Ethik-Unterricht gehen. Glücklicherweise kann ein Schüler ab 14 (?) Jahren selbst entscheiden, in welchen Unterricht er geht, auch ohne Zustimmung der Eltern.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 19:44
von Ephirnion
Ich muss zugeben, dass dies eine Diskussion ist, bei der ich nicht ganz unvoreingenommen bin. Sicherlich verstehe ich die Argumente, die besagen, dass man Religion und Schule trennen sollte und zwar konsequent, aber sie überzeugen mich nicht.
Ich denke, dass christliche Symbole in der Schule oder sonst wo erlaubt sein sollten. Anderen Religiösen Symbolen spreche ich dies ab, weil, wie Joabary es schon sagte, Deutschland ein überwiegend christlich geprägtes Land ist; und ganz wichtig: Es ist mir Wurst, was das Grundgesetz dazu sagt :D Wenn ich jemanden bei mir zu Hause einlade oder aufnehme, dann braucht sich dieser auch nicht von der Blümchentapete irritiert fühlen. Klingt ein bissi hochnäsig, aber so denke ich leider. Wären die religiösen Gruppen so verteilt, wie beispielsweise in Israel, dann wäre ich eventuell dazu bereit meinen Standpunkt zu überdenken.

Ich kenne den Religionsunterricht in anderen Schulen nicht, aber zumindest von meiner kann ich behaupten, dass man sich im Unterricht mehr oder weniger nur über Sitten, Anstand, Recht und Unrecht unterhält....... und solche Grundwerte schreiben ja wohl alle gängigen Religionen vor - der Religionsunterricht ist bei uns nicht wirklich weit entfernt vom Philosophieunterricht, sprich es werden kaum christliche Vorstellungen überliefert.
Willard hat geschrieben:Im Prinzip brachte jede Religion mit ihren eigenen, oft beschränkten Ansichten nur Leid und Trauer über die Welt gebracht.
Ich denke nicht, dass es die Religionen an sich sind, die das Unheil über die Menschen bringen, sondern die Menschen selber, die Aussagen zu ihren Gunsten deuten und den "Dummen" dies fälschlicherweise predigen.

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 20:43
von Willard
@Ephirniom: In Extremo Kenner, hm? Die Signatur is aussagekräftig;)

Es sin immer die Menschen schuld, wer denn sonst bitte? Aber schon seltsam dass gerade die Menchen mit Hang zu Fanatismus Religion ausüben. Ich hab jedenfalls noch nie einen Pfarrer gehsehn, der nicht an Gott glaubt....

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 20:45
von Ein_Yak
Hey Mädels!

Nun ja, Ephirnion, ob Dich nun die Argumente für die Trennung von Kirche und Staat überzeugen oder nicht und ob Dir das Grundgesetz Wurst ist oder nicht. Es ist Gesetz. Und nicht irgendeines, sondern Verfassungsrecht. Mithin einer der Grundlagen unserer Gesellschaft. Und ein ungemein zivilisatorischer Fortschritt, den man spätestens dann zu schätzen lernt, wenn man selbst zu einer Minderheit, zu einer religiösen Gruppe oder zu den Nichtreligiösen gehört. Minderheitenschutz ist ein integraler Bestandteil der deutschen Verfassung. Und die deutsche Gesellschaft tut gut daran, dies zu erhalten.

Betrachte es doch einmal aus der Gegenperspektive. Stell Dir vor, Du wärest Buddhist oder ein "Ungläubiger" und Dir würde vom Staat abverlangt, daß Du Dich einer bestimmten Religion und damit einer bestimmten Lebensart anzupassen hättest - und zwar so, daß Du Deine Auffassung nicht mehr wiederfinden kannst.

Es geht hier nicht um die Öffentlichkeit selbst. In der Öffentlichkeit ist es erlaubt und wird gewünscht, sich zu betätigen - eben auch in religiöser Absicht - und Religionsgemeinschaften wie die chistlichen Kirchen sind ein wichtiger Faktor der Öffentlichkeit. Aber der Staat, der ja auch über gewisse Machtfunktionen verfügt, sollte sich heraushalten, welchen Glauben man nachgeht (zumindest solange die Grundlage eines friedlichen Miteinanders in der Gesellschaft erhalten bleibt).

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 20:58
von gelbe Wiesenameise
Zum Religionsunterricht kann ich nur als ehemaliger Schüler folgendes sagen:

Es wurden sämtliche Weltreligionen ewig lange durchgekaut. Der Islam, der Buddhismus, der Hinduismus (ungefähr 50 Gottheiten) und so weiter. Zu jeder Religion gab´s dann unzählige Filme und Dokumentationen.

Eine Bibel hat in dreizehn Jahren Religionsunterricht nur einmal eine Referendarin aufgeschlagen. Von daher kann ich - natürlich rein subjektiv - eine Indoktrination des christlichen Glaubens nicht bestätigen. Im Gegenteil: Manchmal hätte man sich durchaus gewünscht, sich im Religionsunterricht mehr mit den grundlegenden Fragen des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen.

In der Schule (wo ich Schüler war) gab es einen Lehrer, der vor jedem Unterricht auf den Lehrerstuhl gestiegen ist und dann vor der ganzen Klasse das Kreuz von der Wand geholt hat. Wenn jemand dagegen protestiert hat, hat der Lehrer das Kreuz dem Schüler auf dessen Tisch gelegt.

Ich finde, wenn dieser Lehrer ein Problem mit den bayerischen Klassenzimmern hatte, dann hätte er in China unterrichten sollen. Dort hängt dann aber vermutlich der Parteiführer der kommunistischen Einheitspartei an der Wand. Bloss dessen Portrait würde dieser Lehrer nur einmal abhängen.

gelbe Wiesenameise (éponine)

Verfasst: Mi 07.01.2004 - 21:12
von Argh
Hi :D
Ephirnion hat geschrieben:..... Ich denke, dass christliche Symbole in der Schule oder sonst wo erlaubt sein sollten. Anderen Religiösen Symbolen spreche ich dies ab, weil, wie Joabary es schon sagte, Deutschland ein überwiegend christlich geprägtes Land ist; und ganz wichtig: Es ist mir Wurst, was das Grundgesetz dazu sagt :D ......
Nicht nur hochnäsig, sondern auch ungerecht und gefährlich X(

Mir scheint, Du hast Dich wenig mit dem Christentum auseinandergesetzt, inwieweit unterscheidest Du Dich von einem islamischen Fundamentelisten? Ich bin schon dafür daß die Kirchen auf ein vernünftiges Maß zurück gestutzt werden und man sich wieder mehr am Leben von Jesus orientiert. Jesus hat dem römischen Soldaten das von Petrus abgeschlagene Ohr wieder geheilt, als ihm die Häscher im Garten Gethsemane festnahmen. Jesus hat gesagt: Gebt dem Staat was des Staates ist und Gott was Gottes ist. - Also eine klare Trennung von Kirche und Staat. Der Augias Stall: Amtskirche sollte gereinigt werden von all dem heidnischen Gedöns: Marienkult, Päpste, Prunk und Protz. Wie oben schon erwähnt ist das Kruzifix kein christliches Symbol.

Die Kirche hat sich in den Dienst der Mächtigen gestellt und den wenigen die, die das Christentum gelebt haben im Regen stehen lassen.

Grüsse :bounce: