sepruecom hat geschrieben:Na ja, der einzige, der das Rennen seit Jahren zur Farce verkommen lässt, ist doch Ullrich selbst! Er hat bisher eine einzige Tour gewonnen, und seine "großen Tage" sind längst schon vorbei, aber er wird immer noch frenetisch als der "große Meister" bejubelt. Irgendwie kommt er mir lächerlich vor, mit seinen Rücktrittsankündigungen jedes Jahr, die er eh nie eingehalten hat. Armstrong ist einfach um Klassen besser als Ullrich, mit dem Unterschied, dass Ullrich einfach seinen Realismus verloren hat. Es wurde Zeit, dass Ullrich gegangen wurde, damit endlich mal andere, jüngere Talente nachrücken können, ohne dass sie aus Teamstrategie hinter diesem Versager hinterherfahren müssen...
Gruss, sepruecom
Ich schreib dir aber mal was dazu.

Ich finde das ehrlich gesagt so richtig typisch deutsches Verhalten. Als Sportler ist man anscheinend nur anerkannt, wenn man Platz 1 erreicht. Man wird frenetisch gefeiert und genauso schnell wieder fallen gelassen, wenn man es dann nur noch auf Platz 2 schafft. Jeder, der sich mit Radsport auskennt weiss, wie hart die Tour ist und dass eigentlich jeder der da überhaupt durchhält an sich schon ein Held ist!
Ja, Ullrich hat es nur einmal geschafft ganz oben auf dem Treppchen zu stehen in Paris. Trotzdem sollte man seine Leistung in den Jahren danach genauso anerkennen! Davon mal abgesehen, wurde er z.B. in einem Jahr von einem gedopten Pantani geschlagen, weil er einen schlechten Tag bei der Tour hatte!
Und jetzt sind wir doch mal alle ehrlich. Wenn sich wirklich herausstellen sollte, dass alle involvierten Fahrer tatsächlich gedopt waren. Glaubt hier dann wirklich noch ein Armstrong-Fan, dass er nur mit seiner Muskelkraft, Talent und seinem Willen seine Gegner so dominiert hat? So naiv kann doch kein Fan sein!
Mich persönlich hat das Ganze wirklich total schockiert. Nicht weil ich so naiv war und dachte, nur Jan wäre sauber. Nein, ich hatte mich einfach so sehr auf diese Tour gefreut, weil sie endlich mal wieder richtig spannend werden konnte, weil eben kein Armstrong-Dominator, der anscheinend im Gegensatz zu allen anderen Fahrern nie einen schlechten Tag hatte, dabei ist. Ich hatte mich gefreut auf einen echten Kampf ums gelbe Trikot. Ich war gespannt auf die Taktiken der Mannschaften, die Anwärter aufs gelbe Trikot haben bzw. hatten. Und ich hatte gehofft, dass die Tour mir hilft, das Ende der WM zu verkraften.
Ich erlaube mir jetzt noch kein Urteil über die Fahrer, die suspendiert wurden, dazu kenne ich mich im Radsport zu wenig aus. Aber ich kann mir vorstellen, welch ungeheurer Druck mittlerweile auf den Sportlern lastet. Ob von dem eigenen Team, der Presse oder den Fans! Und es ist nicht normal, dass die Tour jedes Jahr neue Rekorde bei den Durchschnittsgeschwindigkeiten aufstellen kann. Die Etappen werden schwerer und länger und die Fahrer fahren immer schneller?
Doch eine Frage erlaube ich mir, wie kann es sein, dass ein Teamarzt, der die Fahrer seiner Mannschaft täglich kontrolliert und betreut, angeblich keine Ahnung hat? Wie kann es sein, dass die Betreuer eines Teams, die doch fast jeden Tag mit den Fahrern zusammen sind, keine Ahnung davon haben, dass sich diese mit dubiosen Dopingärzten treffen? Sorry, das kann mir wirklich keiner erzählen!
Wenn Rundumschlag, dann aber richtig! Entweder sie bekämpfen das Doping richtig und alle Köpfe müssen rollen oder sie können es gleich lassen! Das ist meine Meinung, wenn auch etwas wirr geschrieben.