RuneDragon hat geschrieben:ich möchte mal die meinung meines ehemaligen lehrers sagen:
wenn diese leute nach deutschland kommen haben sie sich auch unseren sitten anzupassen, das heißt kein kopftuch
Und wo widerspricht bitte ein Kopftuch unseren Sitten?
Und mal ganz provokativ gefragt:
Wenn du in ein anders Land fährst, passt du dich dann auch soweit an? Ja?
Und wenn ich solche Allgemeinplätze lese, krieg ich die Hasskappe. Reflektier doch mal ein bisschen, was du hier so schreibst. Du bezeichnest dich als Christ, aber der christliche Glaube predigt Toleranz und Liebe, von Toleranz ist für mich in keiner deiner Aussagen etwas zu finden, im Gegenteil.
Und was ist mit dem schönen Spruch: Liebe deinen Nächsten? Sollte man nicht anderen einfach ihr Leben lassen, weil man sie mag? Also mir tut das nicht weh, wenn jemand auf der Strasse ein Kopftuch oder ein Kreuz trägt und es schadet mir auch nicht. Warum sollte ich also was dagegen haben?
Ich habe erst dann was dagegen, wenn diese Leute mir vorschreiben wollen, wie ICH herumzulaufen haben. Also wenn mir jemand sagen würde, ich sollte jetzt gefälligst ein Kopftuch oder ein Kreuz tragen, dann fände ich das nicht mehr witzig. Aber bis dahin: Alles im grünen Bereich.
Oder, RuneDragon, was stört dich daran, wenn eine Frau ein Kopftuch trägt? Und wer sagt dir überhaupt, dass es sich bei ihr um eine Anhängerin des Islam handelt? Es gibt auch Frauen, die das aus modischen Erwägungen tragen...
gelbe Wiesenameise hat geschrieben:
Man könnte auch gleich die Weihnachtsferien, die Osterferien und die Pfingstferien abschaffen.
Gute Idee, die Termine sind eigentlich eh ungünstig. Legen wir die Winterferien als Schneeferien in den Februar, da kann man eh besser Skifahren und dann machen wir im Herbst nochmal ein bisschen Ferien, damits nicht zu lange wird. Nennen wir sie doch Ernteferien(?). Ist ganz Unreligiös wie die Sommerferien auch.
gelbe Wiesenameise hat geschrieben:
Eine Trennung von Staat und Kirche würde nicht nur die Schule betreffen. Es würde auch die Behörden und öffentlichen Plätze betreffen. Also auch keine Kreuze mehr am Straßenrand, keine Weihnachtsbäume mehr auf öffentlichen Plätzen und auch keinen Weihnachtsmarkt. Das gleiche gilt für alle kirchlichen Feiertage und streng genommen auch für den Sonntag.
Jo, kirchliche Feiertage abschaffen.. gute Idee. Durch staatliche ersetzen. z.B. Gründungstag der BRD. Oder einfach aus jeder Religion ein Feiertag? Dann würde man auch mal die Sitten seiner Mitbürger besser kennen lernen. Und den Weihnachtsmarkt nennen wir Jahresendmarkt und schon können wir ein schönes Volksfest draus machen. Weihnachtsbäume auf öffentlichen Plätzen brauchts meiner Meinung nach auch nicht wirklich und die Kreuze am Strassenrand stellen ja Privatpersonen auf.. das würde für mich unter freie Persönlichkeitsentfaltung fallen. Kann ja auch jemand nen Halbmond aufstellen, wenn er will.
Insofern seh ich das sehr unkritisch. Meiner Meinung nach könnte man die ganze christliche Kirche abschaffen, ohne dass es der Welt schaden würde. Vorher ging es schließlich auch ohne und an der Zivilisation hat sie nur sehr begrenzt mitgewirkt, was sie doch eigentliche (als Institution) immer hinter der zivilisatorischen Entwicklung her (ich denke da an die Schmähung Galileo Galileis, die immer noch nicht vollständig aufgehoben ist, die Hexenverbrennung, die Anti-Verhütungsmittel-Kampagne, kein S** vor der Ehe... hey, die Kirche (egal welche) war noch nie fortschrittlich sondern immer reaktionär).
Joabary hat geschrieben:
Deshalb finde dich dass ein Kopftuch, das für mich ein direkter, gewollter, definitiver Ausdruck einer - in Deutschland nicht vorrangigen - religiösen Überzeugung ist, nicht getragen werden sollte. Alles andere wäre eine Degradierung solcher Kleidung zu bloßer, äh, ja, Kleidung.
Hm, seh ich anders, ich würde sagen: Wenn man es erlaubt ist es Religionsfreiheit, wenn man das Tragen verbietet ist es Unterdrückung Andersgläubiger. Ein Kopftuch widerspricht doch in keinster Weise der christlichen Religion, oder irre ich mich?
Noch dazu ist das Kopftuch kein "direkter, gewollter, definitiver Ausdruck" des Islam sondern für manche einfach ein Teil ihrer Religion.
Manche christlichen Frauen sehen es für sich als gegeben, dass sie keinen S** vor der Ehe haben, soll man die jetzt alle vergewaltigen, weil das ein "direkter, gewollter, defintiver Ausdruck" des Christentums ist?
In unserem Grundgesetz steht nunmal, dass niemand wegen seiner Religion benachteiligt oder verfolgt werden darf, also muss er seine Religion ausüben dürfen, wenn er damit niemanden anders in seiner Freiheit beschneidet. Und wo bitte schön, beschneidet das jemanden in seiner Freiheit, wenn eine Lehrerin ein Kopftuch trägt?
Wäre das nicht villeicht sogar ein toller Weg, unsere Kinder zu mehr Toleranz zu erziehen?
Wenn ich mir die Beiträge gerade der Jüngeren hier durchlese, wäre das meiner Meinung nach an einige Stellen wohl dringend nötig....
gelbe Wiesenameise hat geschrieben:Ein_Yak hat geschrieben:Im Übrigen: Das Beispiel mit China belegt nur, wie gut es uns damit geht, daß sich der Staat da nicht hineinhängt (wenn man 'mal von einigen Bundesländern absieht).
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es den Bayern (und allen die nach Bayern eingewandert sind) auch nicht schlechter geht, weil hier bisweilen ein Kreuz im Klassenzimmer hängt.
gelbe Wiesenameise (éponine)
Vielleicht nicht wegen dem Kreuz im Klassenzimmer, aber was ist mit der Intoleranz der Leute?
Eine Freundin von mir ist von ihrem Freund, einem Iraner, schwanger geworden, hat daraufhin ihren Ausbildungsplatz verloren, ihrer Mutter wurde die Wohnung gekündigt und auch vom Amt konnte ihr keine mehr vermittelt werden.
Ein Dank an die christliche (bayrische) Toleranz. Vielleicht würde das mal besser werden, wenn die Kinder schon lernen, dass Moslems keine menschenmordenden Ungeheuer sind sondern so wie du und ich und dass es dort ebenso Genies und Vollidioten gibt wie unter Christen und Heiden.
Warum kann diese Gesellschaft nicht einfach akzeptieren, dass Moslems ganz normale Menschen sind? Und Heiden auch? Mehr wollen die Meisten doch gar nicht!
Gruss
Anni