wo ist die Allgemeinbildung?

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Ebeyon
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wo ist die Allgemeinbildung?

Beitrag von Ebeyon »

mal ein neues Thema, vielleicht auch passend zu Studiengebühren (Bildung nur noch für Reiche) und Pro7/Burg

"Wo ist die Allgemeinbildung geblieben?"

Im Fernsehen werden immer wieder Beiträge gezeigt bei denen mir die Haare zu Berge stehen.
Okay, die gezeigten Reporte sind natürlich eine Auswahl des Redakteurs und sind natürlich nicht represäntativ sondern wollen ein bestimmtes Bild vermitteln, aber selbst wenn es sich "nur" um ausgesucht Einzelschicksale handelt ist es doch erschreckend.

Beispiele, die Ihr vielleicht auch schon mal gesehen habt:
Leute werden auf der Straße gefragt nach:
- Weihnachten (warum, weshalb, wieso)
- Ostern (dito)
- Bundesländer/ Hauptstädte
- Politiker (und ihre Funktion, Zuordnung von Bildern, Parteien)
- Schreib, Rechen und Lesekunde...

Okay, ichweiß auch nicht ALLES, meine Rechtschreibung ist nicht immer die Beste... aber was man diese Antworten zu sehen bekommt...

im Witze-Fundstücke-Thread gabs mal nen Link zu nem Beitrag über schöne Frauen und Intelligenz ausm Fernsehen, wo Missen zu der BRD/DDR-Grenze gefragt wurden. Habs jetzt auf die schnelle nicht wiedergefunden...
Beispiele gefällig? Die BRD/DDR-Grenze verlief von West nach Ost, "oben" war Westen, "unten war Osten, Berlin war natürlich im Westen und Polen westlicher als die DDR (also "ganz oben") (eingezeichnet wurde Polen in der Nordsee)...Alles klar?

Habe noch einen Beitrag gesehen, wo 15jährige Realschüler etwas vorlesen sollten. Aus einem Roman, der Tageszeitung und einem Comic. Nicht einmal der Comic konnte flüssig vorgelesen werden, die Aussprache und Betonung war grauselig und das Textverständnis gleich Null.
Die Schüler konnten nicht mit eigenen Worten wiedergeben was sie da gerade selber vorgelesen haben und teilweise wurde die Bedeutung der Wörter in dem Roman (ich glaube es war "Säulen der Erde") gar nicht verstanden.

Woran liegts?

Verdummung?
Desinteresse?
Elternhaus?
Lehrer?
Eigeninitiative?

Kennt Ihr noch mehr Beisspiele?
(Schröder ist unser Präsident und gehört natürlich zur CDU)
(Bayern gehört selbstverständlich zu Österreich, früher zur DDR)
(und Weihnachten ist Jesus gestorben, Schuld sind die heiligen drei Könige)
und egal wo man fragt, in all unseren 8 Bundesländern kommen die gleichen Antworten...
"Wenn die Menschen erstmal ausgestorben sind, dann haben die Tiere wieder Platz zum Leben." (mein Sohn, damals 5 Jahre)
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Rezeguet
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Beitrag von Rezeguet »

verdummung

ganz klar verdummung und zwar vom staat gewollte verdummung man lehnt sich hier an das "große Vorbild" USA an. Die Masse dumm halten und mit Brot und Spielen ( entsrpicht Burgern & Handyklingeltönen oder was weiß ich) glücklich machen!

Von dennen wird man wiedergewählt und naja die restlichten15 Millionen intelligente Bevölkerung hat natür4lich recht mit Kritik und so aber was wollen sie tun? Sie kommen gegen die Masse der Dummheit einfach nich an.......
Daily Telegraph hat geschrieben:"Ein englischer Klub schlägt einen deutschen im Elfmeterschießen - notiert diesen Tag in euren Geschichtsbüchern."
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Karyptis
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Beitrag von Karyptis »

Vielleicht ist dies die Nachwirkung der Amerikanisierung? Sicher bin ich mir jedenfalls nicht - aber die Bevölkerung steuert zunehmends in Richtung Prototyp eines amerikanischen Bürgers. Wohlgemerkt, damit meine ich jene "Mehrheit", die nicht zu den Akademikern gehört.
Die, jedenfalls, gehört dort bei geringstem Verdacht sowieso für den Rest Amerikas "der Linken" an und wird damit mundtot gemacht.

Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass die Werte heute andere sind. Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass es Kinder gibt, die ihren eigenen Namen nicht schreiben können, dafür die Namen der dreihundert Poke- und Digimons auswendig beherrschen.
Dafür glauben sie an den Weihnachtsmann, können aber keinen 90°-Winkel basteln.

Die Menschen sind nicht dumm - aber man verfällt vierlerorts in eine gewisse Alltagsapathie. Vom neuen "Zombietum" wird mittlerweile geredet, wobei diese Vertreter den Arbeitslosen jene Eigenschaften zuschreiben - meines Erachtens nach müsste der Begriff auf die Mehrheit jener Menschen ausgedehnt werden, die jeden Tag zwar feststellen, dass etwas nicht stimmt und irgendwie leiden - aber vor ihrer eigenen Haustüre bleiben und kehren.

Diese Apathie ist gut, sie führt allenfalls zum Meckern und Mosern - aber sie sorgt für einen gewissen "Frieden". Auf der anderen Seite lebt man nur für das Hier und Jetzt - und wen kümmert da noch, wieviele Bundesstaaten die USA besitzen, oder, um ein anderes Beispiel zu nennen, was die Hauptstadt Deutschlands ist? ;)

Kary
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Mondkalb
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Beitrag von Mondkalb »

Manchmal tut es schon körperlich weh. ;)

Tatsache ist, dass die Sprachkompetenz der Jugend offensichtlich stark zurück geht. (Allein, was man manchmal in Foren lesen muss, lässt einem schon die Haare zu Berge stehen. Und das sind ja noch die, die einigermaßen lesen und schreiben können. :roll2: )
Zum Teil liegt das sicher daran, dass Jugendliche vermehrt per SMS kommunizieren, darüber gibt es auch schon Untersuchungen. Da sind ganze Sätze, geschweige denn mehrere, nicht mehr üblich.

Wesentlichen Anteil an der Verblödung hat natürlich das Fernsehen, vorne weg das Privatfernsehen. Seit dessen Einführung ist auch das Niveau in den öffentlich-rechtlichen Sendern gesunken. Was man da manchmal selbst aus der Tagesschau-Redaktion zu hören bekommt ... *schauder*. In welchen Schulen haben die jungen Redakteure nur Deutsch gelernt?

Was mich dann aber richtig auf die Palme bringt, ist das absolute Desinteresse an wirklich allem und jedem außer an sogenannten Stars und Sternchen.

Ich bin ja schon seit Jahren dafür, dass nur wählen darf, wer zuvor einen Wissenstest über das Wesen der Demokratie und unserer Verfassung bestanden hat. ;)
Sorglos, wie ein Kind mit Feuer, ging ich mit der Zeit um.
(Teferi)
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Ebeyon
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Beitrag von Ebeyon »

Mondkalb hat folgendes geschrieben:
Ich bin ja schon seit Jahren dafür, dass nur wählen darf, wer zuvor einen Wissenstest über das Wesen der Demokratie und unserer Verfassung bestanden hat.
Höre ich heute leider zum ersten Mal, hört sich aber gut an.

Karyptis hat folgendes geschrieben:
Auf der anderen Seite lebt man nur für das Hier und Jetzt - und wen kümmert da noch, wieviele Bundesstaaten die USA besitzen, oder, um ein anderes Beispiel zu nennen, was die Hauptstadt Deutschlands ist?
Stimmt auch, wieder. Wenn ich nicht weiß wie es in Afrika aussieht, bzw wo das überhaupt ist, dann brauche ich mich auch nicht mit verhungernden Kindern auseinanderzusetzen.
Und Holocaust ist ja dann wahrscheinlich auch nur eine Lüge, wenn ich noch nie was von gehört habe (bei Jamba wirds jedenfalls nicht angeboten).
WTC? Ist doch sowas wie WoG oder WoW.
Loch in der Ozonschicht? Hey, zu hohe Ozonwerte wegen Smog ist doch schädlich, ist doch toll wenn es weniger wird.
Irak? Hab da neulich mal ne coole map gespielt...

Was bin ich auch manchmal blöd, äh schlau, äh wie jetzt?

"Denn seelig sind die geistig armen..."
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Mondkalb
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Beitrag von Mondkalb »

Dazu gleich die passende Agenturmeldung:

Magdeburg (ddp-lsa). Sachsen-Anhalts Schüler haben Schwierigkeiten
bei der praktischen Anwendung erlernten Wissens. Das habe die
Auswertung landesweiter Vergleichsarbeiten an den allgemeinbildenden
Schulen ergeben, sagte Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos)
am Freitag in Magdeburg. Getestet wurden dabei die Leistungen von
Schülern der dritten, vierten, siebten und achten Klassen.

Die Kinder könnten einfache formale Aufgaben recht erfolgreich
bewältigen, es hapere aber am zweiten Schritt, stellte Olbertz fest.
Zu schließen sei aus den Befunden außerdem, dass Erlerntes zu wenig
gefestigt werde.

Beispielsweise beherrschten Grundschüler vielfach nicht das
Umrechnen von Größenangaben. Zudem sind Kenntnisse in Orthografie und
Grammatik schwach ausgeprägt. Nur knapp die Hälfte der Viertklässler
konnte einen vorgegebenen Satz in die Vergangenheitsform überführen.

ddp
Sorglos, wie ein Kind mit Feuer, ging ich mit der Zeit um.
(Teferi)
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Ebeyon
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Beitrag von Ebeyon »

Ich meine, die Frage stellt sich ja, wachsen da Arbeitnehmer, Steuerzahler und Generationspakt-Erfüller heran oder Talkshow-Konsumenten?

P.S. eigentlich wollte ich noch was anderes dazuschreiben, habs mit Rücksicht auf unsere Minderjährigen hier doch lieber gelassen. Es ging da um das Entgegenwirken des Geburtenrückgangs und einer kurzen prägnanten Aussage über den Zusammenhang zwischen Intelligenz und Paarungsverhalten...
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Baerbel
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Beitrag von Baerbel »

Ich denke, die Ursachen für diese Bildungsmisere sind vielfältig und in den unterschiedlichsten Bereichen zu finden. Dem Dumpfbacken-Fernsehen die (Haupt-)Schuld zu geben halte ich für falsch.

1. Das Schulsystem:
Meiner Meinung nach gehört der gesamte Bildungsapparat endlich mal in Bundeshand und muss zentral geregelt werden. Die Klassen müssen kleiner werden, dann können die Lehrer auch endlich wieder unterrichten, statt nur irgendwie die Stunde hinter sich bringen zu wollen. Schüler müssen motiviert und nicht nur mit Wissen bombardiert werden. Wer die Leistung nicht bringt bleibt sitzen, Schluss...durchschleifen durch die Schulzeit bringt weder dem Schüler noch der Schule was.
Der Wechsel zum Gymnasium sollte frühestens nach der achten Klasse möglich sein. Zu diesem Zeitpunkt weiss ein Kind mehr oder weniger, was es später mal machen möchte und hat möglicherweise auch den Wunsch, aufs Gymnasium zu gehen. Wunschvorstellungen der Eltern als Grundlage für eine Gymnasialausbildung halte ich für völlig falsch, aber m.E. ist das heutzutage der Hauptgrund für einen Wechsel.
Der Unterrichtsstoff muss "ausgemistet" werden. Es gibt so vieles, was man während der Schulzeit lernt und dann niemals wieder gebraucht hat. Gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern würde es m.E. reichen, den Schülern ein gewisses Mass an Grundwissen beizubringen. Spezielles Wissen wird dann während des Studiums / der Lehrausbildung vermittelt, wenn es denn gebraucht wird. Das schafft Raum für elementares Wissen, das man auch im Alltag benötigt.

2. Das Privatleben:
Eltern haben es heutzutage nicht leicht (wahrscheinlich hatten sie es das noch nie *g*)
Sie selbst sind so in den Alltagssorgen verstrickt, dass oftmals die Kinder dahinter zurückstehen müssen - sei es nun bewusst oder unbewusst. Wer nimmt sich denn noch Zeit, seinen Kindern abends was vorzulesen? Meistens ist man doch froh, wenn das Kind endlich im Bett liegt und man Ruhe hat. Vorlesen ist aber wichtig, es ist u.a. die Voraussetzung dafür, Interesse an Büchern zu wecken. Damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt...die meisten Kinder lesen gar nicht oder viel zu wenig. Schuld daran ist aber nicht die Unterhaltungselektronik, sondern der falsche Umgang damit. Wenn schon die Eltern zu exzessivem Fernsehgenuss neigen überträgt sich das im Normalfall auf die Kinder. Eltern sind Vorbild für ihre Kinder - sowohl positiv als auch negativ.
Aber nochmal zurück zum lesen. Interesse an Büchern verbessert nicht nur das Lesevermögen eines Menschen, es macht neugierig auf mehr, man wendet sich anderen Bereichen zu und lernt dort auch wieder Neues. Ausserdem verbessert intensives Lesen auch Rechtschreibung und Grammatik..und das ganz nebenbei und ohne Zwang.

3. Der Leistungsdruck:
Auch Schüler haben es schwer. Ich selbst bin froh, heut nicht mehr in die Schule gehen zu müssen, wahrscheinlich wäre ich längst nicht so gut wie ich es zu meiner Schulzeit war. Schüler müssen Erwartungen erfüllen - Erwartungen anderer Mitschüler was Coolness und Aussehen betrifft, Erwartungen der Lehrer, was die Leistung angeht, Erwartungen der Eltern im Hinblick auf Leistung und das spätere Leben.
Ich wäre sehr dafür, Schuluniformen einzuführen - das nimmt schon mal den Druck, immer die neuesten coolsten schicksten Sachen haben zu müssen, denn alle sehen gleich aus.
Kinder dürfen nicht von Erwartungen erschlagen werden sondern müssen entsprechend ihren Möglichkeiten gefördert und gefordert werden. Es bringt überhaupt nichts, dem Zweitgeborenen ständig zu erzählen, wie gut der grosse Bruder (oder die grosse Schwester) in der Schule ist - das schafft nur Minderwertigkeitsgefühle und Trotzreaktionen und an der Leistung wird sich gar nichts verbessern.

Übrigens fänd ich es auch ziemlich klasse, wenn die Kinder in Kindergärten etc. betreut und nicht nur aufbewahrt werden. Dort wird nämlich ein grosser Teil der Voraussetzungen für späteres Interesse an Bildung geschaffen.

Gruss Bärbel
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Tantalusss
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Beitrag von Tantalusss »

Allgemeinbildung ? Ein umstrittenes Thema!

Ich mein, ich bin 16 und hab auch nich allzuuviel Allgemeinbildung ... aber für diese Altersklasse wohl mehr als andere ... woran liegt das?

Ich seh's an mir ... ich bin nun auf einer Hauptschule (war auf einem Gymnasium und bin wegen Latein durchgesemmelt) besuche einen M-Zweig (mitttlere Reife)

Und ich sehs in meiner Klasse: Die heutige Jugend is schrecklich!!! Wer bei uns (ja, es is so ... nackte Tatsache) rhetorik anwendet oder einen höheren Gedanken als andere hat ... wird sofort von allen Seiten gehasst und provoziert ... Lehrer erwarten, dass wir uns entsprechend ausdrücken, tun wir das allerdings - gibts (manchmal sogar haue) massives Mobbing von Seiten der Schüler...

Daher denke ich, dass auch unsere Jugend einen Großteil dazu beiträgt :(

liebe Grüße
Tantalusss
Cr@sh
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Beitrag von Cr@sh »

Bei den angesprochenen Probanten frage ich mich, wielange das Fernsehteam unterwegs war, um derart qualifizierte Aussagen zu sammeln. Vielleicht wurde da auch ein bisschen nachgeholfen. Wenn man mir 50€ vors Gesicht halten würde, nur um mich zu filmen, wie ich irgendeinen Dumfug von mir gebe, würde ich es glatt tun. Das fällt doch im Umfeld des übrigen Fernsehprogramms gar nicht auf. ;)
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Ebeyon
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Beitrag von Ebeyon »

@ cr@sh:
schon möglich, deshalb habe ich ja auch schon drauf hingewiesen, daß es sich bei den gezeigten Bildern immer um die Auswahl des jeweiligen Redakteurs und eine Wiederspiegelung seiner Intention handelt.
Fernsehen zeigt nie die Realität.
Habe allerdings folgende Aussagen (von Erwachsenen) live miterlebt:
"Kann man in Bayern eigentlich mit DM zahlen?"
"Neulich gabs auf Pro7 diese Drachen-Doku, sag mal gabs die Drachen jetzt doch?"
"Häh, der Mond umkreist die Erde?" (von einer 15-jährigen)

@ Baerbel
Danke, das waren einige gut durchdachte Vorschläge, die eine gute Diskussionsgrundlage bilden.

@ Tantalusss
Streeeber!!!!
;)
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Iron_Mouse
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Beitrag von Iron_Mouse »

Ebeyon hat geschrieben: "Häh, der Mond umkreist die Erde?" (von einer 15-jährigen)
Heh, wieso...streng genommen stimmt es auch gar nicht, daß der Mond die Erde umkreist. Beide kreisen um einen gemeinsamen Mittelpunkt...der allerdings innerhalb des Erdkörpers liegt [/klugscheis]

Ich denke man macht es sich wieder mal sehr einfach wenn man alles aufs Fernsehen schiebt. Ja, was da aktuell läuft macht einen gewiss nicht schlauer, aber warum ist das so? Passen die Fernsehsender das Publikum an ihr Programm an, indem sie es verblöden? Ich kann mir nicht vorstellen daß das funktioniert. Ich denke es ist eher umgekehrt, das Programm wird den Zuschauern angepasst...

Die Leute waren also schon vorher blöd, die Sender haben nur reagiert. Nur warum? ich denke ebenfalls daß es zu einem großen Teil an den Schulen liegt. Dort verbringen die Menschen nun mal einen großen Teil ihrer Kindheit...
Man kanns aber auch nicht auf die Lehrer schieben, es liegt mehr am System denke ich. So lang ist meine Schulzeit nun auch wieder nicht her, ich kann mich noch gut erinnern wie das lief.
Den Kindern wird nichts beigebracht, sie werden nur mit Wissen bombardiert. Wer nicht von sich aus (woher auch immer) Motivation mitbringt hat Pech gehabt, denn zum Lernen motiviert wurde so gut wie gar nicht. Anstatt daß Lehrer und Schüler zusammenarbeiten wird *gegeneinander* gearbeitet. Lehrer machen Schüler fertig, Schüler machen Lehrer fertig. So sah es bei uns aus.
Es geht anders, ich weiß es. Es geht in anderen Ländern so. Und ich hatte einmal, ein einziges mal einen Lehrer der es richtig gemacht hat. Der hatte Spaß am Unterricht, konnte sich durchsetzen. Die Klasse war ruhig bei ihm im Unterricht (was bei dieser Chaotentruppe an ein Wunder grenzte) trotzdem sind alle gerne zu ihm gegangen, er hat den Stoff immer witzig und interessant rübergebracht UND so hat man bei dem auch was gelernt. Und nein, es war kein junger "unverdorbener" Enthusiast sondern schon ein älterer...

Es geht also, man muß es nur richtig machen. Aber die Klassen sind zu groß, die Lehrmethoden veraltet, Lehrer haben gleichzeitig Wissensvermittler und Erzieher zu sein...klar daß die überfordert sind.
Es sollte da schnell was geändert werden.
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Beitrag von Grauwoelfin »

ich hatte mal einen Mathelehrer, der war für mich in seinem normalen unterricht höchst durchschnittlich. Den selben Lehrer hatte ich dann in einem Wahlpflichtfach Mathe, in dem er den Stoff freier aussuchen und auch vermitteln konnte. Und was soll ich sagen: es hat tierisch spaß gemacht, war lustig und lehrreich!
Shlußfolgerung: Es liegt zum Teil auch an den strikten Lehrplänen.
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Beitrag von Shagrath »

Tantalusss hat geschrieben:Und ich sehs in meiner Klasse: Die heutige Jugend is schrecklich!!! Wer bei uns (ja, es is so ... nackte Tatsache) rhetorik anwendet oder einen höheren Gedanken als andere hat ... wird sofort von allen Seiten gehasst und provoziert ... Lehrer erwarten, dass wir uns entsprechend ausdrücken, tun wir das allerdings - gibts (manchmal sogar haue) massives Mobbing von Seiten der Schüler...
Da kann ich mich nur anschließen. Auch mir fällt auf, dass man mit Bildung oder auch schon Interesse an wissenschaftlichen oder politischen Themen (vor allem in der Schule, aber auch sonst unter Gleichaltrigen) schnell mal schief angesehen oder sich sogar Verachtung verdient. Anscheinend zählen aber Handyklingeltöne und Markenkleidung um einiges mehr als geistiges Gut. Seltsam irgendwie.

Erklären kann ich mir das nicht wirklich. Tatsache ist nur, dass für die Schule lernen oder ein Buch oder eine Zeitung lesen, wohl nicht in die gegenwärtige Vorstellung von "lifestyle" passt.
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Beitrag von Joabary »

Tja, ich muss sagen, an dem Gymnasium das ich bis vor 2 Jahren besucht habe, wars sehr angenehm, von Klingeltönen oder Coolness-Zwang keine Spur. Und was mir bei meinem Abijahrgang zum Thema "Bildung" aufgefallen ist: Je besser der Schnitt, desto "dümmer" die Person - ernsthaft (natürlich mit 2, 3 Ausnahmen :wink: ). Diejenigen, die im Abi weniger gut abgeschnitten haben, waren halt oft weniger mit dem sturen Büffeln (das man für sehr gute Noten braucht) beschäftigt, sondern viel mehr mit dem Leben an sich (ums mal so zu sagen). Die haben dann Fussball gespielt, ne Band gegründet, Comics gezeichnet, im Internet gesurft, was weiss ich. Und die haben durch die Bank mehr Ahnung als die (von Schulseite von ein paar Lehrern hochgespriesenen) Einserleutchen, von denen geistreiche Fragen á la "Was ist denn auf der anderen Seite der Weltkarte für ein Land?" kamen. Hehe. :D
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Beitrag von Tantalusss »

Shagrath hat geschrieben: Da kann ich mich nur anschließen. Auch mir fällt auf, dass man mit Bildung oder auch schon Interesse an wissenschaftlichen oder politischen Themen (vor allem in der Schule, aber auch sonst unter Gleichaltrigen) schnell mal schief angesehen oder sich sogar Verachtung verdient. Anscheinend zählen aber Handyklingeltöne und Markenkleidung um einiges mehr als geistiges Gut. Seltsam irgendwie.

Erklären kann ich mir das nicht wirklich. Tatsache ist nur, dass für die Schule lernen oder ein Buch oder eine Zeitung lesen, wohl nicht in die gegenwärtige Vorstellung von "lifestyle" passt.
Nunja ... das Problem ist auf einer Seite denke ich auch, der langsam steigende Luxus ... Man kann sich Markenklamotten, Alkohol, Zigaretten und Handyklingeltöne àla Sweety durch Mama & Papa ermöglichen ... von richtiger harter ARBEIT haben unsere heutigen Jugendlichen wohl nie was gehört ... geschweige denn davon, dass man für die Arbeit (die nicht selbstverständlich ist!!!) auch Bildung und Zeugnis mit entsprechendem Durchschnitt braucht ... "Mama&Papa ... die machen des schon ..." Dieser Satz ... wie ich ihn hasse ... er macht auch ein bisschen was kaputt ... Viele der heutigen "coolen" Schüler sollten ma richtig mit Schweiss und Anstrengung ma 2-3 Monate durcharbeiten ... meine Meinung !

liebe Grüße
Tantalusss

PS: Ich arbeite selber von demher denke ich dass meine Einstellung so schon stimmen kann ... Arbeit & Schule ist durchaus machbar ;)
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Beitrag von Joabary »

Sorry, aber DAS ist Schwachsinn. "Wenn DIE arbeiten würden, ja, DANN wären sie ganz normal, würden sich 'normal' benehmen etc.". Ich HASSE diese Phrase. Ich habe nie "gearbeitet" in dem Sinn während meiner Schulzeit. Weil das Geld, das ich von meinen Eltern bekommen habe, ausgereicht hat. Bin ich deshalb zu einem verwöhnten, verblödeten Abiturienten geworden? Ich behaupte mal ganz dreist: Nein.

Und trotzdem habe ich "richtige" Arbeit erfahren. Ich musste weder ne Schaufel in die Hand nehmen (private Arbeiten mal ausgenommen :D ), noch bin ich am Fließband gestanden. Trotzdem behaupte ich, dass ich Arbeit erfahren habe. Sich hinsetzen und den Stoff der letzten 3 Jahre wiederholen und verstehen, das ist auch Arbeit. Man muss nicht die Spitzhacke schwingen, um auf seine eigenen Leistungen stolz sein zu können.

ICH habe zum großen Teil nur Schüler gekannt, die sich die Nacht um die Ohren gehauen haben, um bei den Klausuren zu bestehen. Aber nein, Arbeit ist nur dann was wert wenn man körperlich zu leiden hat - sorry, diese Einstellung ist absolut zum Kotzen, oder besser gesagt: arrogant bis zum geht nicht mehr. X( Wer so daherredet kennt die betreffenden Personen meist gar nicht richtig - und ja, ich rede aus Erfahrung! Ich sage: die meisten der Schüler heute müssen immer noch das volle Programm leisten. Alles andere ist selbstgefällige, auf Unwissenheit begründete Polemik.
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Beitrag von Ebeyon »

Joabary hat folgendes geschrieben:
Je besser der Schnitt, desto "dümmer" die Person
Das ist mir in meinem Jahrgang (Abi94) auch schon aufgefallen: die hochgelobte, als Vorbild zitierte, Geige-spielende 1,0-Kandidatin war viel zu lebensfremd als daß sie nen simplen Wocheneinkauf im Supermarkt hätte erledigen können. Zusätzlich war sie sehr gläubig und der festen Überzeugung, Adam und Eva hätte es wirklich gegeben und Dinosaurierknochen wären nur eine Fälschung des Teufels um uns zu verwirren und vom rechten Glauben abzubringen...(naja, beweist erstmal das Gegenteil... :D ).
Tja, auch solche Gestalten bringt die Schule hervor.

Was das Thema Arbeit/Jungendliche angeht:
Ich würde es erstmal nicht verallgemeinern, daß die heutige Jugend keine Ahnung vom Arbeiten hat. In meinem Freundeskreis hat es zu meiner Schulzeit auch nur sehr sehr wenige Leute gegeben die nach der Schule noch einen Nebenjob gemacht haben.
Wir haben unsere Freizeit genossen (die Jugendzeit ist die beste Zeit im Leben und kommt nie nie (nie!!!) wieder) und trotzdem ist was aus uns geworden...

Richtig ist allerdings schon, daß Prioritäten völlig falsch liegen wenn Klingeltöne, Markenklamotten und neuster Style wichtiger sind als das Leben.
Ich würde es aber nicht den heutigen Jugendlichen vorwerfen, sondern man muß das Bewustsein für wichtigere Dinge wecken.
Und da haben andere versagt (Eltern, Lehrer, Gesellschaft, Politik).

Und wenn man dann in der Schule schief angeguckt wird (oder gemobbt/ verprügelt) Naja was soll ich dazu sagen ohne klugscheißerisch und besserwisserisch zu wirken? Augen zu und durch (hört sich doof an, aber ist so)
Auf jeden Fall kann ich eins sagen: Schule ist irgendwann vorbei, der Rest von Deinem Leben geht aber weiter. Und wie dieser Rest aussieht hängt von Dir und Deinen (erlernten) Fähigkeiten ab.
Ich hatte auch so meine Probleme mit Mitschülern, weil ich viel Interesse gezeigt habe.
Und heute? Ich habe einen Job mit dem ich sehr glücklich bin, ich denke ich verstehe viele Zusammenhänge von dem was um uns herum passiert und in meinem heutigen Freundes- und Bekanntenkreis (der nicht klein ist) befindet sich niemand von denen mit denen ich meinen Abschluss gemacht habe...(kann mir heute also egal sein, was die Mitschüler damals gedacht haben, allerdings war es "damals" zugegebenermaßen nicht so toll für mich)

Mit dem coolsten Handysound kann man an der Supermarktkasse nicht bezahlen, die wollen dort Moneten sehen!
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Cassie
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Beitrag von Cassie »

Joabary hat geschrieben:Sorry, aber DAS ist Schwachsinn. "Wenn DIE arbeiten würden, ja, DANN wären sie ganz normal, würden sich 'normal' benehmen etc."
:D Also kann ich nur bestätigen. ;) Solche Flausen kriegt man nicht damit weg, dass jemand mal hart zupacken muss. So etwas ist eine Lebenseinstellung. Und wenn man das nicht von Grund auf vermittelt kriegt, hilft einem auch so eine kurze Zeit anderer Lebensumstände nicht, die man nur "abreißen" muss.

Wenn die Einsicht diesen Leuten nicht von selbst kommt - mit Gewalt werden sie das auch nicht begreifen.
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"Niemand hat die Absicht, Weltmeister zu werden." :D
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Beitrag von Ebeyon »

ich mache mir gerade über etwas anderes Gedanken: jede Generation schimpft irgendwie über die nachfolgende... ist "die Jugend von heute" wirklich so schlimm, oder einfach nur anders? wie kann man das objektiv beurteilen ohne in Argumentationsmuster unserer Eltern/Großeltern zu verfallen?

Vieles ist im argen mit den heutigen Schülern, ich würde es aber nicht nur ihnen selbst ankreiden...Schuld sind auch andere...

Und die "Negativ"-Beispiele die ich ganz am Anfang angesprochen habe waren teilweise 40-60 Jahre alt und wussten nicht so genau warum man Weihnachten oder Ostern feiert...

Insgesamt sieht es nicht so toll aus mit der Allgemeinbildung.
Ist es egal?
Ist es halt so (war schon immer so)?
Dumm und seelig?
Was reg ich mich eigentlich auf?

Wenn man aufgrund mangelnder Allgemeinbildung Probleme nicht erkennen kann, bzw, Zusammenhänge nicht versteht, dann kann man Probleme auch nicht lösen.
Und die Verantwortung an die "schlauen" gewählten Volksvertreter abzugeben um nicht selber denken zu müssen geht nunmal voll in die Hose...
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