Ich wollt mal Eure geschätzte Aufmerksamkeit auf einen Autor lenken, den ich fast vergessen hätte: Robert Sheckley.
Den Einband "Das große Robert Sheckley Buch" ziert eine Erde, die gerade im Mülleimer entsorgt wird und mein Exemplar ist fast so zerlesen wie der Anhalter. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, angesiedelt in der Sci-Fi und man könnte sie ironisch oder zynisch nennen, wenn sie nicht so warscheinlich wären: Es beschreibt lediglich, was uns tapsigen Erdlingen alles passieren kann, wenn wir im All unterwegs sind...
Schon die erste Geschichte ist starker Tobak: Ein Mineur will unbedingt die Erde besuchen, da dies der Einzige Planet ist, auf dem es noch "Liebe" gibt (auf der Venus wurde sie als unpraktisch verworfen, auf anderen Planeten gar als leistungsmindernd und gefährlich eingestuft). Kaum angekommen, kommt er an eine Schiessbude, an der auf Frauen geschossen wird (wahlweise mit Pistole, Schrotflinte...sogar Granaten sind vorhanden). Er tut dies als unmenschlich ab und beginnt mit seiner Suche. Nachdem er festgestellt hat, dass es auf der Erde immer noch Kriege gibt (die dienen ebenfalls nur zur Unterhaltung), betritt er das Gebäude der "Liebe Inc.". Nach einigen Klarstellungen unterzeichnet er den Vetrag, die Tür geht auf und...seine Traumfrau steht da. Sie brennen durch, verleben ein ultra-romantisches Wochenende (all inclusive: mit Liebe in der Brandung des Meeres im Mondenschein),
gehen aus unerfindlichen Gründen zurück zur Firma und...fort ist sie. Es wird erklärt, dass er ja für das Gefühl bezahlt habe und dies auch bekommen habe, die Dame sei bereits beim nächsten Kunden.
Als er nicht gewillt ist dies zu akzeptieren, wird er an die Luft gesetzt. Die Geschichte endet, nachdem er sich an den Stand erinnert hat, mit den Worten "Stellen Sie sie auf...")
Die anderen Geschichten sind nicht ganz so fies, aber gut und sehr lesenswert.
Zum Author:
Robert Sheckley wurde 1928 in New York geboren und studierte Englisch, Psychologie sowie Philosophie. 1952 verkaufte er seine erste Story "We Are Alone". Sheckley ist nicht gerade der größte Stilist, gilt jedoch als ein Meister der Kurzgeschichte. Er ist ein Mann der Idee, und seine Stories stecken voller Überraschungen und humorvollen Wendungen. Er ist in seinen Themen fast immer originell, und oft würzt eine verblüffende Pointe die Lektüre seiner Geschichten.
Dem kann ich nichts mehr hinzufügen...ich werde mir wohl noch einige Bücher von ihm zulegen müssen...
Wer kennt Robert Sheckley?
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Wer kennt Robert Sheckley?
"Ich weiß, daß ich nichts weiß, aber ich suche die Wahrheit" (Sokrates)
"Die Gegenwart jener, die die Wahrheit suchen, ist unendlich viel angenehmer, als die derjenigen, die glauben sie schon gefunden zu haben." (Pratchett: Weiberregiment)
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