Zukunft: Mensch - Maschine
Moderatoren: Thies, mara, Gandalf, Tantalusss, Mighty
Hey Mädels!
@ Echidna:
Jo, das stimmt. Evangelisch getauft bedeutet protestantisch. Und davon gibt's in Europa 'ne Menge.
@ Sildariel:
Ich wollte in dem Post darauf hinweisen, daß es unter Gläubigen bestimmter Prägung eine besondere Beziehung zum Diesseits gibt. Dies beschränkt sich keineswegs auf Glaubensgemeinschaften in Amerika, sondern resultiert aus einer europäischen Entwicklung - nämlich dem Calvinismus (und dem Täufertum):
Der Cavinismus definiert die Beziehung des Gläubigen zu Gott auf eine dem Katholizismus fremde Weise. Die Heilserwartung kann sich nicht in einer vom Alltagsleben abgegrenzten Sphäre der Abkehr von den materialen Bedingungen - der Askese - erfüllen. Gott ist überall. Die calvinistische Lehre überträgt die Gottesvorstellung in alle Phänomene und sozialen Beziehungen, die deshalb keinen Eigenwert an sich beanspruchen können. Der Gläubige tritt nicht der Welt (einerseits) und Gott (andererseits) gegenüber. Die Welt ist Gott. Der Gläubige verhält sich folglich in all seinem Tun gegenüber Gott und ist mithin an das Prinzip seiner Glaubensbeziehung gebunden - die tugendhafte Sittlichkeit. Zeigt sich Gott aber überall, so muß der Gläubige die Askese, die Enthaltsamkeit, seinen religiösen Dienst auch in allen Lebenslagen, zu jeder Zeit ableisten. Er ist auf Dauer an diesen Dienst gebunden, ihm wird kein Ablaß gewährt und er erfährt nur in der religiösen Bewährung seine Erlösung.
Mit diesem Dogma der lebenslangen Bewährung geht die Hinwendung zum irdischen Tun einher. Und zwar in einer besonderen Form: Das Vertrauen in die unpersönliche Rechtschaffenheit in der Arbeit verachtet gleichzeitg das Pendant des Müßiggangs, und auf selber Stufe, der Armut. Die Sorge um das Seelenheil kann nur im herzustellenden Verlaß auf sich selbst und die eigene Arbeit besänftigt werden. Schwäche - und damit Angst vor dem Tod (was ja der Ausgangspunkt Deiner Anmerkung war) - gilt als Gotteslästerung. Aus dieser Sicht heraus verspricht ein langes Leben mehr Gottgefälligkeit, also eine größere Heilserwartung.
Von einer Lebensverlängerung auf Kosten Anderer wurde hier ja gar nicht gesprochen, dies soll dieser Glaubensrichtung auch auf keinen Fall unterstellt werden. Was aber möglich wird und tendenziell in der calvinistischen Glaubenslehre angelegt ist, ist alle tugendhaften Mittel einzusetzen, dem irdischen Tun zu mehr Erfolg zu verhelfen. Und sicher ist die große Frage, ob die Verknüpfung Mensch-Maschine nicht zu sehr in die Schöpfung eingreift. Aber auch da könnte man argumentieren, daß Maschinen letztlich, da von Menschenhand erschaffen, Ausfluß der Schöpfung sind und kein religiöses Problem bei der Verbindung von Mensch & Maschine entsteht.
Diese Strömung hat den Protestantismus trotz seiner Vielschichtigkeit geprägt - ein Beispiel ist die heute auch gesamtgesellschaftlich sanktionierte Arbeitsethik. Das liegt nicht weit von Deiner Bewertung des "begründeten Atheismus". "Alles ist machbar, was machbar ist" ist kein originär atheistisches Prinzip, sondern ein religiöses.
@ Echidna:
Jo, das stimmt. Evangelisch getauft bedeutet protestantisch. Und davon gibt's in Europa 'ne Menge.
@ Sildariel:
Ich wollte in dem Post darauf hinweisen, daß es unter Gläubigen bestimmter Prägung eine besondere Beziehung zum Diesseits gibt. Dies beschränkt sich keineswegs auf Glaubensgemeinschaften in Amerika, sondern resultiert aus einer europäischen Entwicklung - nämlich dem Calvinismus (und dem Täufertum):
Der Cavinismus definiert die Beziehung des Gläubigen zu Gott auf eine dem Katholizismus fremde Weise. Die Heilserwartung kann sich nicht in einer vom Alltagsleben abgegrenzten Sphäre der Abkehr von den materialen Bedingungen - der Askese - erfüllen. Gott ist überall. Die calvinistische Lehre überträgt die Gottesvorstellung in alle Phänomene und sozialen Beziehungen, die deshalb keinen Eigenwert an sich beanspruchen können. Der Gläubige tritt nicht der Welt (einerseits) und Gott (andererseits) gegenüber. Die Welt ist Gott. Der Gläubige verhält sich folglich in all seinem Tun gegenüber Gott und ist mithin an das Prinzip seiner Glaubensbeziehung gebunden - die tugendhafte Sittlichkeit. Zeigt sich Gott aber überall, so muß der Gläubige die Askese, die Enthaltsamkeit, seinen religiösen Dienst auch in allen Lebenslagen, zu jeder Zeit ableisten. Er ist auf Dauer an diesen Dienst gebunden, ihm wird kein Ablaß gewährt und er erfährt nur in der religiösen Bewährung seine Erlösung.
Mit diesem Dogma der lebenslangen Bewährung geht die Hinwendung zum irdischen Tun einher. Und zwar in einer besonderen Form: Das Vertrauen in die unpersönliche Rechtschaffenheit in der Arbeit verachtet gleichzeitg das Pendant des Müßiggangs, und auf selber Stufe, der Armut. Die Sorge um das Seelenheil kann nur im herzustellenden Verlaß auf sich selbst und die eigene Arbeit besänftigt werden. Schwäche - und damit Angst vor dem Tod (was ja der Ausgangspunkt Deiner Anmerkung war) - gilt als Gotteslästerung. Aus dieser Sicht heraus verspricht ein langes Leben mehr Gottgefälligkeit, also eine größere Heilserwartung.
Von einer Lebensverlängerung auf Kosten Anderer wurde hier ja gar nicht gesprochen, dies soll dieser Glaubensrichtung auch auf keinen Fall unterstellt werden. Was aber möglich wird und tendenziell in der calvinistischen Glaubenslehre angelegt ist, ist alle tugendhaften Mittel einzusetzen, dem irdischen Tun zu mehr Erfolg zu verhelfen. Und sicher ist die große Frage, ob die Verknüpfung Mensch-Maschine nicht zu sehr in die Schöpfung eingreift. Aber auch da könnte man argumentieren, daß Maschinen letztlich, da von Menschenhand erschaffen, Ausfluß der Schöpfung sind und kein religiöses Problem bei der Verbindung von Mensch & Maschine entsteht.
Diese Strömung hat den Protestantismus trotz seiner Vielschichtigkeit geprägt - ein Beispiel ist die heute auch gesamtgesellschaftlich sanktionierte Arbeitsethik. Das liegt nicht weit von Deiner Bewertung des "begründeten Atheismus". "Alles ist machbar, was machbar ist" ist kein originär atheistisches Prinzip, sondern ein religiöses.
Zuletzt geändert von Ein_Yak am Sa 07.12.2002 - 16:08, insgesamt 2-mal geändert.
PS: Entspannt bleiben!
Ihr könnt die Mega-Hits der 20er, 30er, 40er, 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und von heute im supertollstenbesten Mix nicht mehr ertragen?! Habt Ihr Lust auf Freies Radio in Eurer Nähe?!
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- Delta
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Das ist Quark mit Sosse und aus religiöser Sicht der größte Unsinn, den man überhaupt verzapfen kann. Sorry, aber wenn ich sowas lese dann geht mir echt die Hutschnur über!Sildariel hat geschrieben:Ich meinte in der Tat, was Delta gesagt hat (siehe oben). Vielleicht gibt es ein paar Ausnahmefälle, aber die meisten Religionslosen wollen in der Stunde ihres Todes unbedingt weiterleben - ich glaube nicht, dass dies bei den Tiefgläubigen Moslems der Fall ist, die sich für ihren Glauben sogar (auf welche Weise auch immer) opfern.
Kennt ihr Euch alle eigentlich gar nicht im Islam aus??
Im Koran steht eindeutig "Du sollst nicht töten" ebenso wie in der Bibel. Wer auch immer sich in die Luft sprengt um sich und andere damit zu töten ist KEIN GLÄUBIGER MOSLEM sondern ein politischer Fanatiker.
Genausogut könnte ich argumentieren, dass alle Christen Mörder sind, da sich Protestanten und Katholiken in Nordirland gegenseitig abschießen und in die Luft sprengen. Das ist doch Blödsinn. Hier wird lediglich die Religion zum Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe.
Zugegeben im arabischen Raum und auch im nahen Osten nutzen politische Mächte die Gutgläubigkeit, Armut und Verzweiflung der Menschen aus, aber jeder vernünftige und ehrliche Moslem achtet andere Menschen egal welcher Konfession. Ich habe viele islamische und andersgläubige Bekannte aber ich glaube, die Religion, die nicht das Leben von Menschen achtet muss erst noch gegründet werden (abgesehen von Sekten).
Gruss
Anni
Carpe diem...
- hafensaenger
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@ Delta
Du hast vollkommen Recht Anni aber trotzdem Ruhe bewahren. Der Komentar von Sildariel ist leider Schwachsinn und rührt warscheinlich aus Halbwissen bw. Fehlinformation. Ich habe den Koran schonmal in der deutschen Übersetzung gelesen und auch viel mit muslimischen Freunden gesprochen. "Jihad " hat zum Beispiel 13 verschiedene Bedeutungen wovon keine einzige etwas mit "Heiligem Krieg" und / oder Zerstörung zu tun hat.
Der Glaube an sich ist was Gutes und der Kern jedes Glaubens ist die innere Zufriedenheit mit sich und seiner Umwelt , die Liebe und das Glück zu finden. Fanatismus ist gezielte Gehirnwäsche von Menschen unter dem Deckmantel von Religion ; hat aber im Endeffekt nicht das geringeste mit Religion gemeinsam.
Ich weiß nicht welche Fassung der Bibel oder des Korans sie ihren verblendeten Jünmgern eintrichtern. Jedensfalls garantiert nicht die Originalfassung. Denn keine Religion der Welt (bis auf Sekten) hat Krieg im Sinn. Krieg wird von Menschen gemacht und nicht von der Religion.
Dort ist das Volk angeblich dumm und lässt sich auch gern für dumm verkaufen. Wer aufmuckt ist ein Dissident und hat mit harten Strafen zu rechnen. So läßt man sich den Blödsinn eintrichtern und fragt nicht nach dem Warum. Das funktioniert überall, wo sich Menschen unterdrücken und manipulieren lassen und nicht erst seit Hitler.
MFG
Jens
Du hast vollkommen Recht Anni aber trotzdem Ruhe bewahren. Der Komentar von Sildariel ist leider Schwachsinn und rührt warscheinlich aus Halbwissen bw. Fehlinformation. Ich habe den Koran schonmal in der deutschen Übersetzung gelesen und auch viel mit muslimischen Freunden gesprochen. "Jihad " hat zum Beispiel 13 verschiedene Bedeutungen wovon keine einzige etwas mit "Heiligem Krieg" und / oder Zerstörung zu tun hat.
Der Glaube an sich ist was Gutes und der Kern jedes Glaubens ist die innere Zufriedenheit mit sich und seiner Umwelt , die Liebe und das Glück zu finden. Fanatismus ist gezielte Gehirnwäsche von Menschen unter dem Deckmantel von Religion ; hat aber im Endeffekt nicht das geringeste mit Religion gemeinsam.
Ich weiß nicht welche Fassung der Bibel oder des Korans sie ihren verblendeten Jünmgern eintrichtern. Jedensfalls garantiert nicht die Originalfassung. Denn keine Religion der Welt (bis auf Sekten) hat Krieg im Sinn. Krieg wird von Menschen gemacht und nicht von der Religion.
Dort ist das Volk angeblich dumm und lässt sich auch gern für dumm verkaufen. Wer aufmuckt ist ein Dissident und hat mit harten Strafen zu rechnen. So läßt man sich den Blödsinn eintrichtern und fragt nicht nach dem Warum. Das funktioniert überall, wo sich Menschen unterdrücken und manipulieren lassen und nicht erst seit Hitler.
MFG
Jens
"We choose our joys and sorrows
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
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@Hafen,Delta
Es mag ja richtig sein, daß Jihad nicht wortwörtlich mit "Heiliger Krieg" übersetzt wird. Richtig ist aber, daß der Jihad das Zíel hat, nicht die "Ungläubigen" zu bekehren sondern das islamische Herrschaftsgebiet auszudehnen. Und ich bin mir sicher, daß es mehrere Arten der Gebietserweiterung gibt......und nicht jede geht friedfertig vonstatten.
Krieg wird von Menschen gemacht und nicht von der Religion. Ohne jetzt religiöse Fanatiker gutheissen zu wollen, möchte ich hier ausdrücklich feststellen, daß Texte, z.B die Bibel oder der Koran, von verschiedenen Menschen unterschiedlich interpretiert werden können und demzufolge unterschiedlich nach ihnen gehandelt werden kann und wird.
Es mag ja richtig sein, daß Jihad nicht wortwörtlich mit "Heiliger Krieg" übersetzt wird. Richtig ist aber, daß der Jihad das Zíel hat, nicht die "Ungläubigen" zu bekehren sondern das islamische Herrschaftsgebiet auszudehnen. Und ich bin mir sicher, daß es mehrere Arten der Gebietserweiterung gibt......und nicht jede geht friedfertig vonstatten.
Krieg wird von Menschen gemacht und nicht von der Religion. Ohne jetzt religiöse Fanatiker gutheissen zu wollen, möchte ich hier ausdrücklich feststellen, daß Texte, z.B die Bibel oder der Koran, von verschiedenen Menschen unterschiedlich interpretiert werden können und demzufolge unterschiedlich nach ihnen gehandelt werden kann und wird.
[center]Knechtschaft?
Der gereinigte Geist trifft Entscheidungen ohne Ursache und Wirkung und in der Gegenwart von Unbekannten.
Ist das Knechtschaft?[/center]
Der gereinigte Geist trifft Entscheidungen ohne Ursache und Wirkung und in der Gegenwart von Unbekannten.
Ist das Knechtschaft?[/center]
Hi alle ,natürlich kommt jeder Krieg von den Menschen.Auch der religiöse.Und Fanatiker wird es immer geben,und dass,der Bibel zu kommen zu lassen,ist ja wohl der grösste Schwachsinn.Jeder ist Doch wohl für seine eigene Gedankengänge zuständig.Falls Ich mit meiner Meinung daneben liege!Lasst es mich bitte wissen.
Lieber Gruss FriggPS;Bin für alle Meinungen offen
- hafensaenger
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@ The Ripper
Damit das nicht so weitergeht hier mal ne Gedächtnisstütze:
Der Begriff »Jihad« stammt von der arabischen Wurzel »Jahd«, d.h. Mühe, Mühsal. Im Islam meint»Jihad« die»permanente Auseinandersetzung des Gläubigen mit den Bösen in der Welt«. Wir können die Bedeutung von »Jihad« jedoch solange nicht begreifen, ehe wir uns nicht über ein anderes wichtiges islamisches Prinzip im klaren sind, was mit »Jihad« in enger Verbindung steht: nämlich »Salam« - Frieden. Frieden ist eine der höchsten Maximen im Islam, was schon am Namen dieser Religion deutlich zu erkennen ist. So entspringen die Begriffe Islam und Salam derselben arabischen Sprachwurzel.
Zahlreiche Überlieferungen des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) behandeln den Begriff »Frieden«:
» Wahrlich, Gott hat den Frieden zum Gruß unserer Gemeinschaft und zur Sicherheit für all diejenigen gemacht, die unseren Schutz genießen.«
Ferner sagte der Prophet: »Frieden hat Vorrang vor dem Wort!«
Der erste Kontakt zwischen den Gläubigen soll daher immer mit Frieden beginnen.
Zahlreiche Qur'anverse behandeln das Thema Frieden. Beispielhaft sei hier erwähnt, was die Gläubigen als Folge ihres gottergebenen Handelns in dieser Welt dereinst im Paradies erwarten wird: »Nicht hören werden sie darin sinnloses Geschwätz noch Schandhaftes, sondern nur das Wort Frieden, Frieden!« (Sure 56, 25-26)
Darüber hinaus ist folgender göttlicher Aufruf von permanenter Gültigkeit:
»Und Gott ruft auf zur Stätte des Friedens...!« (Sure 10, 25)
Warum aber hat das Prinzip Frieden im Islam solch eine große Bedeutung?
Die Religion des Islam will die Menschen immer zum Frieden führen. Wenn also der Quran das Prinzip Jihad, d.h. diese Auseinandersetzung des Gläubigen mit dem Bösen bekräftigt, so nur deshalb, weil dadurch Frieden verwirklicht werden soll! Nur aus diesem Grund ist im Rahmen von Jihad auch der Kampf gegen jene Menschen zulässig, die den Frieden unter den Menschen stören, Unheil stiften und die Menschen ihrer Freiheit berauben. Jihad ist jedoch niemals ein für sich alleinstehendes Ziel. Es ist lediglich ein Mittel, um Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen zu begründen.
»Jihad« bezieht sich auf den Kampf des Menschen mit den Faktoren des Bösen, d. h. auf sein permanentes Ringen auf individueller, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene um eine Veränderung hin zum Guten. Daher kann »Jihad« auch nicht als heiliger Krieg übersetzt werden, denn dies würde die weite Bedeutung des Begriffes völlig einengen und verfälschen.
Jihad ist mit einem bestimmten Ziel verbunden: die »ständige Auseinandersetzung des Gläubigen« findet auf dem Wege Gottes (arabisch »fi sabilillah«) statt:
jemand, der eine andere Zielsetzung als Gott besitzt und nicht die Verwirklichung der göttlichen Grundsätze bei der Ausübung von Jihad anstrebt, wird diesem Prinzip nicht gerecht werden können. Eine Überlieferung (Hadith) berichtet:
»Prophet Muhammad wurde einmal gefragt, was mit demjenigen geschehen werde, der sich um der Belohnung willen anstrengt. Daraufhin antwortete der Gesandte Gottes: »Er wird nichts erreichen!«
Der Mann, der seine Frage dreimal wiederholte, bekam immer wieder dieselbe Antwort: »Er wird nichts erreichen!-... denn Gott wird keine Handlung akzeptieren, es sei denn, sie würde mit aufrichtigem Herzen und um seine Zufriedenheit zu erlangen, ausgeführt!«
»Jihad«, diese Auseinandersetzung des Gläubigen mit den Faktoren des Bösen hat nichts anderes zum Ziel, als Gott und die Annäherung an Ihn, die höchste Norm des Daseins. Jihad wird grob in zwei Bereiche eingeteilt: in den Kampf des Menschen gegen sein Ego (arabisch »Jihadun-Nafs«) und in die verschiedenen Formen des Widerstreits zwischen den Gläubigen und den Faktoren, die Wahrheit und Gerechtigkeit zu beseitigen versuchen.
Der erste Bereich stellt im Gegensatz zum zweiten eine immer gültige Verpflichtung des Gläubigen dar. Denn der Islam sieht das Innere des Menschen als einen Schauplatz des fortwährenden Kampfes zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Unwahrheit an. Zwar unterstellt der Islam die Herrschaft der Welt nur einer Größe, nämlich Allah, demgegenüber keine andere Macht treten kann; doch das Innere des Menschen stellt die Szenerie eines ständigen Widerstreits zwischen allem Guten, Positiven, Schönen und allem Unrechten, Verwerflichen und Bösen dar.
Deshalb bedeutet »Jihadun-Nafs«, der Kampf gegen das Ego, eine immerwährende Anstrengung des Menschen, die negativen Elemente, Einflüsterungen des Bösen und Begierden zu überwinden und die positiven Neigungen zu fördern, damit der Mensch seine moralische, glaubensmäßige und menschliche Vollkommenheit erreichen kann.
Der eigentliche Feind des Menschen ist der Mensch selbst. Die negativen Auswüchse des Daseins, die feindseligen und unterdrückerischen Tendenzen des Menschen sind im Fehlen seiner Selbstvervollkommnung begründet. Daher sprach der Prophet des Islam folgende Worte:
»Bekämpft eure Begierden und Lüste in eben solchem Maße, wie ihr eure Feinde bekämpft.«
Er hat die Bedeutung dieser Form des »Jihad« gegen das Ego als größer bezeichnet als den »Jihad« gegen die Feinde des Islam: »Als eine Gruppe von Muslimen von einer Schlacht zurückkehrte, sprach der Prophet: Dennoch bleibt der große Jihad für euch bestehend Daraufhin fragten sie den Propheten, was er denn mit < (Jihad-ul Akbar) meinte. Der Prophet antwortete: >Es ist der Kampf gegen das Ego und die Begierden des Menschen !«
Der Islam will also das göttliche Element im Menschen fördern, damit sich der Mensch vom Gefängnis seiner Begierden befreie. Sind nicht die Aufrüstung in Ost und West, die sich ausbreitenden Konflikte und Kriege, die immer größere Bedrohung eines atomaren Untergangs, usw. Ausdruck der Selbstsucht des Menschen? Wir müssen uns im klaren sein, daß der Islam einerseits die Läuterung der Seele des Menschen betont, andererseits jedoch niemals einen Rückzug vom gesellschaftlichen Leben akzeptieren würde. »In der Religion des Islam existiert keine Weltflucht und kein Asketentum! Das Asketentum meiner Gemeinde ist vielmehr der Jihad!« (Prophet Muhammad) Der Islam sagt nicht, wir sollen nur uns selbst verbessern, dann wird alles andere gut!
Mit dem ständigen Kampf gegen das Ego und der Läuterung des Herzens sollen auch die Wurzeln des gesellschaftlichen Unheils, der Unterdrückung und Ungerechtigkeit beseitigt werden, damit sich die Ummah (die islamische Gemeinschaft) in Richtung eines gesunden Individuums als auch einer gesunden Gesellschaft entwickeln kann.
Der Ausdruck »Heiliger Krieg«, der häufig von Nichtmuslimen als Übersetzung von »Jihad« verwendet wird, entstellt die eigentliche Bedeutung dieses wichtigen islamischen Prinzips. Die weitverbreitete Bezeichnung »Heiliger Krieg« ist derart verwirrend und falsch, daß kaum angenommen werden kann, daß sie aufgrund von Unwissenheit geprägt worden ist. Obwohl der Begriff »Jihad« - d.h. »die permanente Auseinandersetzung des Gläubigen mit den Faktoren des Bösen, um das Gute in der Welt zu verwirklichen« - eine positive Aussage beinhaltet, ruft der Ausdruck »Heiliger Krieg« fast zwangsläufig eine negative Grundhaltung bei den Menschen hervor: sofort wird angenommen, der Islam sei eine kriegerische Religion, die sich mit Gewalt ausbreite und den Krieg als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele gutheiße! Im Grunde soll damit und mit ähnlichen Mißdeutungen islamischer Begriffe eine Abneigung gegen den Islam, die »Religion des Friedens« erzeugt werden.
Jihad unvereinbar mit Krieg
Lesen wir den Quran, dann stellen wir fest, daß hier für Krieg ein anderer arabischer Begriff gebraucht wird, nämlich »Harb«. Die schöpferische Weisheit will uns damit klarmachen, daß ein großer Unterschied zwischen Krieg und »Jihad« besteht. Die Ziele des Krieges sind fest umrissen und die Mächte, die Krieg führen, gehen fast immer von denselben Motiven aus: es geht ihnen um Ausweitung ihrer Einflußsphäre, um territoriale Expansion, um Ausbeutung von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen anderer Völker oder einfach um Verwirklichung rassistischer Ideen. Jihad jedoch ist nicht nur in keinem Fall mit diesen niederen Beweggründen zu vereinbaren, sondern möchte eben diese Motive, die zu Kriegen führen, beseitigen.
Jihad ist die ständige Auseinandersetzung des Individuums und seiner Gesellschaft mit Unwahrheit und Ungerechtigkeit, um die hohen Ziele des Islam zu verwirklichen und sich dem Göttlichen anzunähern. Durch Jihad soll Glaube, Wahrheit und Gerechtigkeit in der Welt begründet werden, damit schließlich Frieden geschaffen werden kann. Dies geschieht zum Beispiel durch das gesprochene und geschriebene Wort, durch den »Aufruf zum Islam« (arabisch »Da'wa«), durch den Einsatz von Zeit und Energie, durch das Opfern des Eigentums und schließlich des Lebens.
MFG
Jens
Das ist genauso ein Blödsinn wie das was Sildariel geschrieben hat.Richtig ist aber, daß der Jihad das Zíel hat, nicht die "Ungläubigen" zu bekehren sondern das islamische Herrschaftsgebiet auszudehnen. Und ich bin mir sicher, daß es mehrere Arten der Gebietserweiterung gibt......und nicht jede geht friedfertig vonstatten.
Damit das nicht so weitergeht hier mal ne Gedächtnisstütze:
Der Begriff »Jihad« stammt von der arabischen Wurzel »Jahd«, d.h. Mühe, Mühsal. Im Islam meint»Jihad« die»permanente Auseinandersetzung des Gläubigen mit den Bösen in der Welt«. Wir können die Bedeutung von »Jihad« jedoch solange nicht begreifen, ehe wir uns nicht über ein anderes wichtiges islamisches Prinzip im klaren sind, was mit »Jihad« in enger Verbindung steht: nämlich »Salam« - Frieden. Frieden ist eine der höchsten Maximen im Islam, was schon am Namen dieser Religion deutlich zu erkennen ist. So entspringen die Begriffe Islam und Salam derselben arabischen Sprachwurzel.
Zahlreiche Überlieferungen des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) behandeln den Begriff »Frieden«:
» Wahrlich, Gott hat den Frieden zum Gruß unserer Gemeinschaft und zur Sicherheit für all diejenigen gemacht, die unseren Schutz genießen.«
Ferner sagte der Prophet: »Frieden hat Vorrang vor dem Wort!«
Der erste Kontakt zwischen den Gläubigen soll daher immer mit Frieden beginnen.
Zahlreiche Qur'anverse behandeln das Thema Frieden. Beispielhaft sei hier erwähnt, was die Gläubigen als Folge ihres gottergebenen Handelns in dieser Welt dereinst im Paradies erwarten wird: »Nicht hören werden sie darin sinnloses Geschwätz noch Schandhaftes, sondern nur das Wort Frieden, Frieden!« (Sure 56, 25-26)
Darüber hinaus ist folgender göttlicher Aufruf von permanenter Gültigkeit:
»Und Gott ruft auf zur Stätte des Friedens...!« (Sure 10, 25)
Warum aber hat das Prinzip Frieden im Islam solch eine große Bedeutung?
Die Religion des Islam will die Menschen immer zum Frieden führen. Wenn also der Quran das Prinzip Jihad, d.h. diese Auseinandersetzung des Gläubigen mit dem Bösen bekräftigt, so nur deshalb, weil dadurch Frieden verwirklicht werden soll! Nur aus diesem Grund ist im Rahmen von Jihad auch der Kampf gegen jene Menschen zulässig, die den Frieden unter den Menschen stören, Unheil stiften und die Menschen ihrer Freiheit berauben. Jihad ist jedoch niemals ein für sich alleinstehendes Ziel. Es ist lediglich ein Mittel, um Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen zu begründen.
»Jihad« bezieht sich auf den Kampf des Menschen mit den Faktoren des Bösen, d. h. auf sein permanentes Ringen auf individueller, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene um eine Veränderung hin zum Guten. Daher kann »Jihad« auch nicht als heiliger Krieg übersetzt werden, denn dies würde die weite Bedeutung des Begriffes völlig einengen und verfälschen.
Jihad ist mit einem bestimmten Ziel verbunden: die »ständige Auseinandersetzung des Gläubigen« findet auf dem Wege Gottes (arabisch »fi sabilillah«) statt:
jemand, der eine andere Zielsetzung als Gott besitzt und nicht die Verwirklichung der göttlichen Grundsätze bei der Ausübung von Jihad anstrebt, wird diesem Prinzip nicht gerecht werden können. Eine Überlieferung (Hadith) berichtet:
»Prophet Muhammad wurde einmal gefragt, was mit demjenigen geschehen werde, der sich um der Belohnung willen anstrengt. Daraufhin antwortete der Gesandte Gottes: »Er wird nichts erreichen!«
Der Mann, der seine Frage dreimal wiederholte, bekam immer wieder dieselbe Antwort: »Er wird nichts erreichen!-... denn Gott wird keine Handlung akzeptieren, es sei denn, sie würde mit aufrichtigem Herzen und um seine Zufriedenheit zu erlangen, ausgeführt!«
»Jihad«, diese Auseinandersetzung des Gläubigen mit den Faktoren des Bösen hat nichts anderes zum Ziel, als Gott und die Annäherung an Ihn, die höchste Norm des Daseins. Jihad wird grob in zwei Bereiche eingeteilt: in den Kampf des Menschen gegen sein Ego (arabisch »Jihadun-Nafs«) und in die verschiedenen Formen des Widerstreits zwischen den Gläubigen und den Faktoren, die Wahrheit und Gerechtigkeit zu beseitigen versuchen.
Der erste Bereich stellt im Gegensatz zum zweiten eine immer gültige Verpflichtung des Gläubigen dar. Denn der Islam sieht das Innere des Menschen als einen Schauplatz des fortwährenden Kampfes zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Unwahrheit an. Zwar unterstellt der Islam die Herrschaft der Welt nur einer Größe, nämlich Allah, demgegenüber keine andere Macht treten kann; doch das Innere des Menschen stellt die Szenerie eines ständigen Widerstreits zwischen allem Guten, Positiven, Schönen und allem Unrechten, Verwerflichen und Bösen dar.
Deshalb bedeutet »Jihadun-Nafs«, der Kampf gegen das Ego, eine immerwährende Anstrengung des Menschen, die negativen Elemente, Einflüsterungen des Bösen und Begierden zu überwinden und die positiven Neigungen zu fördern, damit der Mensch seine moralische, glaubensmäßige und menschliche Vollkommenheit erreichen kann.
Der eigentliche Feind des Menschen ist der Mensch selbst. Die negativen Auswüchse des Daseins, die feindseligen und unterdrückerischen Tendenzen des Menschen sind im Fehlen seiner Selbstvervollkommnung begründet. Daher sprach der Prophet des Islam folgende Worte:
»Bekämpft eure Begierden und Lüste in eben solchem Maße, wie ihr eure Feinde bekämpft.«
Er hat die Bedeutung dieser Form des »Jihad« gegen das Ego als größer bezeichnet als den »Jihad« gegen die Feinde des Islam: »Als eine Gruppe von Muslimen von einer Schlacht zurückkehrte, sprach der Prophet: Dennoch bleibt der große Jihad für euch bestehend Daraufhin fragten sie den Propheten, was er denn mit < (Jihad-ul Akbar) meinte. Der Prophet antwortete: >Es ist der Kampf gegen das Ego und die Begierden des Menschen !«
Der Islam will also das göttliche Element im Menschen fördern, damit sich der Mensch vom Gefängnis seiner Begierden befreie. Sind nicht die Aufrüstung in Ost und West, die sich ausbreitenden Konflikte und Kriege, die immer größere Bedrohung eines atomaren Untergangs, usw. Ausdruck der Selbstsucht des Menschen? Wir müssen uns im klaren sein, daß der Islam einerseits die Läuterung der Seele des Menschen betont, andererseits jedoch niemals einen Rückzug vom gesellschaftlichen Leben akzeptieren würde. »In der Religion des Islam existiert keine Weltflucht und kein Asketentum! Das Asketentum meiner Gemeinde ist vielmehr der Jihad!« (Prophet Muhammad) Der Islam sagt nicht, wir sollen nur uns selbst verbessern, dann wird alles andere gut!
Mit dem ständigen Kampf gegen das Ego und der Läuterung des Herzens sollen auch die Wurzeln des gesellschaftlichen Unheils, der Unterdrückung und Ungerechtigkeit beseitigt werden, damit sich die Ummah (die islamische Gemeinschaft) in Richtung eines gesunden Individuums als auch einer gesunden Gesellschaft entwickeln kann.
Der Ausdruck »Heiliger Krieg«, der häufig von Nichtmuslimen als Übersetzung von »Jihad« verwendet wird, entstellt die eigentliche Bedeutung dieses wichtigen islamischen Prinzips. Die weitverbreitete Bezeichnung »Heiliger Krieg« ist derart verwirrend und falsch, daß kaum angenommen werden kann, daß sie aufgrund von Unwissenheit geprägt worden ist. Obwohl der Begriff »Jihad« - d.h. »die permanente Auseinandersetzung des Gläubigen mit den Faktoren des Bösen, um das Gute in der Welt zu verwirklichen« - eine positive Aussage beinhaltet, ruft der Ausdruck »Heiliger Krieg« fast zwangsläufig eine negative Grundhaltung bei den Menschen hervor: sofort wird angenommen, der Islam sei eine kriegerische Religion, die sich mit Gewalt ausbreite und den Krieg als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele gutheiße! Im Grunde soll damit und mit ähnlichen Mißdeutungen islamischer Begriffe eine Abneigung gegen den Islam, die »Religion des Friedens« erzeugt werden.
Jihad unvereinbar mit Krieg
Lesen wir den Quran, dann stellen wir fest, daß hier für Krieg ein anderer arabischer Begriff gebraucht wird, nämlich »Harb«. Die schöpferische Weisheit will uns damit klarmachen, daß ein großer Unterschied zwischen Krieg und »Jihad« besteht. Die Ziele des Krieges sind fest umrissen und die Mächte, die Krieg führen, gehen fast immer von denselben Motiven aus: es geht ihnen um Ausweitung ihrer Einflußsphäre, um territoriale Expansion, um Ausbeutung von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen anderer Völker oder einfach um Verwirklichung rassistischer Ideen. Jihad jedoch ist nicht nur in keinem Fall mit diesen niederen Beweggründen zu vereinbaren, sondern möchte eben diese Motive, die zu Kriegen führen, beseitigen.
Jihad ist die ständige Auseinandersetzung des Individuums und seiner Gesellschaft mit Unwahrheit und Ungerechtigkeit, um die hohen Ziele des Islam zu verwirklichen und sich dem Göttlichen anzunähern. Durch Jihad soll Glaube, Wahrheit und Gerechtigkeit in der Welt begründet werden, damit schließlich Frieden geschaffen werden kann. Dies geschieht zum Beispiel durch das gesprochene und geschriebene Wort, durch den »Aufruf zum Islam« (arabisch »Da'wa«), durch den Einsatz von Zeit und Energie, durch das Opfern des Eigentums und schließlich des Lebens.
MFG
Jens
"We choose our joys and sorrows
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
long before we experience them."
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@Frigg
Wer hat hier die Schuld an religiösen Fanatikern der Bibel zukommen lassen??? Ich zitiere aus meinem letztem Post, da ich annehme Du beziehst Dich auf ihn:
"Ohne jetzt religiöse Fanatiker gutheissen zu wollen, möchte ich hier ausdrücklich feststellen, daß Texte, z.B die Bibel oder der Koran, von verschiedenen Menschen unterschiedlich interpretiert werden können und demzufolge unterschiedlich nach ihnen gehandelt werden kann und wird."
Wie ich hier ausdrücklich erwähnt habe, hat im Prinzip jeder Mensch ihm vorliegende Daten oder Fakten zu hinterfragen. Das ist seine oberste und zugleich wertvollste Pflicht. Nur wer diese Pflicht wirklich erfüllt, kann von sich behaupten, sich eine eigene Meinung gebildet zu haben. Wenn dem Mensch jetzt ein Text (=Daten), z.B. die Bibel, vorliegt, so beginnt er mit Hilfe seiner eigenen Gedanken (deren Herr ein jeder von uns ist oder sein sollte) sowie seiner Ethik, diese Daten zu interpretieren. Da jeder Mensch andere Gedankengänge und unterschiedlich geprägte Ethik aufweist, wird das Ergebnis in jedem Fall Variationen zulassen. Nachdem der Mensch die Interpretation für sich abgeschlossen hat, verfügt er über eine eigene Meinung zum Sachverhalt.
Ein kleines Beispiel aus der Bibel:
Viele von uns kennen ein Sprichwort, wissen aber nicht unbedingt, wo es geschrieben steht.
Im Alten Testament heisst es: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Die Logik führt diese Feststellung meiner Meinung nach, wie folgt, fort:
".....Leben um Leben..."
In den Geboten aber steht: "Du sollst nicht töten"
Wenn jetzt Person A die Person B tötet, wie soll dann die Familie der Person B verfahren?
Wenn das Individuum Entscheidungen fällen muss, so passiert das auf Grund einer Meinung, seiner Meinung. Hat es seine Entscheidungen zu rechtfertigen, so wird zweifellos die Meinung als Begründung angeführt. Allerdings ist eine Meinung niemals als "festgeschrieben" zu betrachten. Der Mensch muss zu gegebener Zeit seine Meinung überprüfen und hinterfragen. Tut er das nicht, so ist sie wertlos. Wenn die Meinung wegen offensichtlicher Fehler geändert wird, so ist das zu begrüssen. Wird die Meinung aber durch eine Diskussion mit anderen Personen geändert, ist das ebenfalls richtig aber auch riskant. Ein Jeder sollte sich fragen, ob er dadurch nicht "vor einen Karren" gespannt wird ( Um den Bogen zum Anfang zu schlagen: Es könnte sich hierbei z.B um religiöse Fanatiker handeln! )
@Hafen
Bevor ich auf Deinen Post eingehe, möchte ich Dir eine Frage stellen. Da der Islam unterschiedliche theologische Strömungen sowie verschiedene Arten unter einem Dach vereint, würde ich von Dir gern wissen wollen, mit welcher Strömung und Art Du sympathisierst. (Falls das Wort "sympathisierst" für Dich falsch gewählt wurde, so bitte ich dies zu entschuldigen.) Ob und wie Du diese Frage beantwortest, ist natürlich Dir allein überlassen.
In diesem Sinne WFA
Wer hat hier die Schuld an religiösen Fanatikern der Bibel zukommen lassen??? Ich zitiere aus meinem letztem Post, da ich annehme Du beziehst Dich auf ihn:
"Ohne jetzt religiöse Fanatiker gutheissen zu wollen, möchte ich hier ausdrücklich feststellen, daß Texte, z.B die Bibel oder der Koran, von verschiedenen Menschen unterschiedlich interpretiert werden können und demzufolge unterschiedlich nach ihnen gehandelt werden kann und wird."
Wie ich hier ausdrücklich erwähnt habe, hat im Prinzip jeder Mensch ihm vorliegende Daten oder Fakten zu hinterfragen. Das ist seine oberste und zugleich wertvollste Pflicht. Nur wer diese Pflicht wirklich erfüllt, kann von sich behaupten, sich eine eigene Meinung gebildet zu haben. Wenn dem Mensch jetzt ein Text (=Daten), z.B. die Bibel, vorliegt, so beginnt er mit Hilfe seiner eigenen Gedanken (deren Herr ein jeder von uns ist oder sein sollte) sowie seiner Ethik, diese Daten zu interpretieren. Da jeder Mensch andere Gedankengänge und unterschiedlich geprägte Ethik aufweist, wird das Ergebnis in jedem Fall Variationen zulassen. Nachdem der Mensch die Interpretation für sich abgeschlossen hat, verfügt er über eine eigene Meinung zum Sachverhalt.
Ein kleines Beispiel aus der Bibel:
Viele von uns kennen ein Sprichwort, wissen aber nicht unbedingt, wo es geschrieben steht.
Im Alten Testament heisst es: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Die Logik führt diese Feststellung meiner Meinung nach, wie folgt, fort:
".....Leben um Leben..."
In den Geboten aber steht: "Du sollst nicht töten"
Wenn jetzt Person A die Person B tötet, wie soll dann die Familie der Person B verfahren?
Wenn das Individuum Entscheidungen fällen muss, so passiert das auf Grund einer Meinung, seiner Meinung. Hat es seine Entscheidungen zu rechtfertigen, so wird zweifellos die Meinung als Begründung angeführt. Allerdings ist eine Meinung niemals als "festgeschrieben" zu betrachten. Der Mensch muss zu gegebener Zeit seine Meinung überprüfen und hinterfragen. Tut er das nicht, so ist sie wertlos. Wenn die Meinung wegen offensichtlicher Fehler geändert wird, so ist das zu begrüssen. Wird die Meinung aber durch eine Diskussion mit anderen Personen geändert, ist das ebenfalls richtig aber auch riskant. Ein Jeder sollte sich fragen, ob er dadurch nicht "vor einen Karren" gespannt wird ( Um den Bogen zum Anfang zu schlagen: Es könnte sich hierbei z.B um religiöse Fanatiker handeln! )
@Hafen
Bevor ich auf Deinen Post eingehe, möchte ich Dir eine Frage stellen. Da der Islam unterschiedliche theologische Strömungen sowie verschiedene Arten unter einem Dach vereint, würde ich von Dir gern wissen wollen, mit welcher Strömung und Art Du sympathisierst. (Falls das Wort "sympathisierst" für Dich falsch gewählt wurde, so bitte ich dies zu entschuldigen.) Ob und wie Du diese Frage beantwortest, ist natürlich Dir allein überlassen.
In diesem Sinne WFA
[center]Knechtschaft?
Der gereinigte Geist trifft Entscheidungen ohne Ursache und Wirkung und in der Gegenwart von Unbekannten.
Ist das Knechtschaft?[/center]
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- hafensaenger
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@ The ripper
Um es vorwegzunehmen ich sympatisiere mit keiner der gängigen Weltreligionen und auch nicht mit ihren theologischen Auswüchsen. Ich vetrete hier nur wie jeder andere meine Meinung , die nicht Gesetz ist und die nicht jeder teilen muß.
Außerdem werde ich mich auch nicht auf irgendeine Seite stellen lassen bzw, in einen Topf werfen lassen. Durch persönliche Erfahrungen positiv wie neagtiv habe ich meine eigene Sicht der Dinge dazu. Mehr kann und wil ich da momentan nicht zu sagen.
Ebenfalls weiß ich nicht was du mit der Frage bezwecken willst.
MFG
Jens
Um es vorwegzunehmen ich sympatisiere mit keiner der gängigen Weltreligionen und auch nicht mit ihren theologischen Auswüchsen. Ich vetrete hier nur wie jeder andere meine Meinung , die nicht Gesetz ist und die nicht jeder teilen muß.
Außerdem werde ich mich auch nicht auf irgendeine Seite stellen lassen bzw, in einen Topf werfen lassen. Durch persönliche Erfahrungen positiv wie neagtiv habe ich meine eigene Sicht der Dinge dazu. Mehr kann und wil ich da momentan nicht zu sagen.
Ebenfalls weiß ich nicht was du mit der Frage bezwecken willst.
MFG
Jens
Zuletzt geändert von hafensaenger am Mi 11.12.2002 - 19:05, insgesamt 1-mal geändert.
"We choose our joys and sorrows
long before we experience them."
- Kahlil Gibran-
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@ xajorkith
Gewisse Leute meinen ich würde mit dem Islam sympathisieren. ? (
. Zugegeben ich bete ab und zu Allah an das er mir Mut und Kraft gegen die Vassallen in Fate2 schenkt. Und lege die Fate2 CD abends zusammmen mit meinem Haupt auf den Gebetsteppich.
MFG
Jens
Eigentlich nicht, nein . Außerdem hieß der Thread glaube ich mal Mensch & Maschine und nicht Mensch und Bibel . Jedoch sind mal wieder eine Menge Leute (mich eingeschlossen) weit vom Thema abgeschweift mit noch nicht absehbaren Folgen.Oje, muss denn aus jedem Thread ne Glaubensfrage werden?
Oh doch . Es gibt Fate 2, dieses Forum , meine Karnickel und sowas wie Privatleben. Das sollte eigentlich reichen um mein Leben vollend auszufüllen.Gibt es nicht mehr in eurem Leben.
Gewisse Leute meinen ich würde mit dem Islam sympathisieren. ? (
MFG
Jens
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- Wohnort: Loom (Fate2.exe vom 21.12.2005)
Hi zusammen,
möchte auch mal meinen Senf dazu geben.
Die Auslegung der Bedeutung der Worte sind Ánsichtssache.
Wir Christen habe doch auch Nächstenliebe und Frieden auf unsere Fahnen geschrieben.
Was wurde aber schon im Namen des Glaubens für Verbrechen begangen?
Mehr will ich garnicht dazu Sagen.
Gruss Faxerobert
möchte auch mal meinen Senf dazu geben.
Die Auslegung der Bedeutung der Worte sind Ánsichtssache.
Wir Christen habe doch auch Nächstenliebe und Frieden auf unsere Fahnen geschrieben.
Was wurde aber schon im Namen des Glaubens für Verbrechen begangen?
Mehr will ich garnicht dazu Sagen.
Gruss Faxerobert
Es stirb sich schwer und bevor du guckst kommt ein Lich daher.
Ich glaub, ihr habt meine Absicht irgendwie völlig verpeilt.
Genauso ist es mit den Christen des Mittelalters (und der Gegenwart) gewesen: Weil sie einfach die Bibel falsch auslegten, glaubten sie, diese Auslegung durchsetzen zu müssen um Gott zu gefallen. Dass das nicht richtig ist, wissen wir alle!
Sildariel
PS: Vergesst bitte nicht immer in abschweifenden Diskussionen den Bezug zum Thema mit den damit verbundenen Eingrenzungen etc. Sonst kommt es nämlich zu solchen dämlichen Auseinandersetzungen.
Das war doch mein Geschreibsel. Damit wollte ich keinenfalls sagen, dass dies bei allen Moslems so ist. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass eben genau jener - und nur jener - der im tiefen Glauben etwas Gutes zu tun in ein Hochhaus fliegt, in diesem Augenblick keine Angst vor dem Tode hat, da er weiß, dass er mit erhobenen Haupt vor Allah stehen kann.(...) - ich glaube nicht, dass dies bei den Tiefgläubigen Moslems der Fall ist, die sich für ihren Glauben sogar (auf welche Weise auch immer) opfern.
Genauso ist es mit den Christen des Mittelalters (und der Gegenwart) gewesen: Weil sie einfach die Bibel falsch auslegten, glaubten sie, diese Auslegung durchsetzen zu müssen um Gott zu gefallen. Dass das nicht richtig ist, wissen wir alle!
Sildariel
PS: Vergesst bitte nicht immer in abschweifenden Diskussionen den Bezug zum Thema mit den damit verbundenen Eingrenzungen etc. Sonst kommt es nämlich zu solchen dämlichen Auseinandersetzungen.
Faszination über Glück.
Hi @ all
Auch ich bin nicht unschuldig was den Wandel des Threads angeht. Wollte halt nur mal schnell meine Meinung loswerden und sie auch begründen. So ist das mit den Diskussionen, vom Hunderstem ins Tausendste.
@Hafen
Ich glaube das "gewisse Leute" ging an mich. Bin ich zu weit gegangen
?
Wenn Du willst, können wir ja woanders drüber reden. Würde mich freuen. Und der Thread wird nicht weiter entfremdet......
Auch ich bin nicht unschuldig was den Wandel des Threads angeht. Wollte halt nur mal schnell meine Meinung loswerden und sie auch begründen. So ist das mit den Diskussionen, vom Hunderstem ins Tausendste.
@Hafen
Ich glaube das "gewisse Leute" ging an mich. Bin ich zu weit gegangen
Wenn Du willst, können wir ja woanders drüber reden. Würde mich freuen. Und der Thread wird nicht weiter entfremdet......
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Ist das Knechtschaft?[/center]
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Ist das Knechtschaft?[/center]
Ja...also meine Absicht war auch nicht gerade eine Glaubensgeschichte daraus zu machen also würd ich die bitten die was zum Thema: Mensch-Maschinen zu sagen haben, solln das hier tun und zum Thema Religion/Glauben gibt es ja bereits genug Threads...also ja
Ist jedoch interessant das eine Thema immer wieder zu neuen führt.....

Ist jedoch interessant das eine Thema immer wieder zu neuen führt.....
Terra nobis levis sit !





