Bei allem Respekt, aber ich habe keinesfalls vor das Land zu verlassen. Ich bin der Ansicht, dass ich meine Meinung unabhängig vom Grundgesetzt bilden kann. Widerspricht das Grundgesetzt meiner Überzeugung heißt das aber noch lange nicht, dass ich vom Gegenteil überzeugt sein muss - mich aber sehr wohl dem unterordnen muss, sofern ich hier leben möchte. Denn auch ich halte das Grundgesetzt für die Basis des sozialen Zusammenlebens in Deutschland (selbst wenn man nicht viel über die NS-Zeit in Deutscland weiß) - ich bezweifel allerdings, dass es in Deutschland wirklich viele Menschen gibt, die jedem Punkt des Grundgesetztes vorbehaltlos zustimmen.Delta hat geschrieben:Dann solltest du diesen Staat verlassen, denn das Grundgesetz ist die Basis unseres Zusammenlebens an das sich jeder Mitbürger zu halten hat, ob es ihm passt oder nicht. Es wurde dazu geschrieben, Zustände wie im Dritten Reich unmöglich zu machen, denn dort hing man der Philosophie an, dass nur die eigene Tradition gut war, und jeder der sich ihr nicht anpasst, sterben oder gehen soll.
Ich möchte da auf keinen Fall wieder hin und aus diesem Grund halte ich unser Grundgesetz für ausnehmen wichtig. Wenn du das anders siehst und das WIRKLICH denkst, dann solltest du mal ein bisschen geschichtliche Recherche über das Dritte Reich und die Entwicklung des Grundgesetzes betreiben. Solche Aussagen sind keine pubertierenden Spielchen mehr, das ist mehr, jedenfalls in meinen Augen.
Ein wirklich sehr gutes Argument muss ich sagen. Allerdings könnte man durchaus sagen: Ja, das verlange ich. Genauso, wie ich an dessen Stelle verlangen würde, dass unsereins in seiner Heimat eben kein Zimmer mit Blümchentapete tapezieren darf, weil es sich aus dem gleichen Grund mit der Hose sticht.Delta hat geschrieben:Die Frage ist doch viel eher: Verlangst du von deinem Besucher dann, dass er seine Hose mit Punkte auszieht, weil diese nicht zu deiner Blümchentapete passt?
Das ist doch die Frage. Noch dazu, wo das Kopftuch definitiv KEIN Glaubenssymbol des Islam darstellt sondern mehr oder weniger eine modische Tradition des Landes ist. So wie es bei uns nunmal üblich ist, dass Männer keine Röcke und Stöckelschuhe tragen. Soll nun ein Lehrer der Schule verwiesen werden, weil er einen Rock trägt?
Ja, entschuldige ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Vielleicht hätte ich mehr hervorheben sollen, dass ich hier von Tradition sprach. Fakt ist jedoch, dass es kaum eine Tradition von Muslimen in Deutschland sein kann, dort Kopftücher zu tragen..... man kann sich natürlich darüber streiten, ob eine Tradition an einen Ort gebunden ist (oder ob dieses Argument an den Haaren herbeigezogen istDelta hat geschrieben:Tust du aber, denn du sagst: Kopftücher gehören verboten. Also da widersprichst du dir selbst.
So steht es im Grundgesetzt (hab ich doch richtig verstanden, oder?) und was ich davon halte hab ich ja oben schon erklärt. Ich denke außerdem nicht, dass solche Dinge auf religiöser Basis einen Einfluss auf Menschen haben.Ein_Yak hat geschrieben:Es geht nicht darum, ob sich dadurch jemand gestört fühlt oder nicht, sondern der Staat hat eine religiöse Einflußnahme zu unterlassen.
Ja, ich glaube, jetzt weiß ich warum wir so unterschiedlicher Ansicht sind. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ein Großteil der in Deutschland lebenden Menschen tatsächlich auch christlichen Glaubens ist - nun, ich muss wirklich eingestehen, dass ich das nicht 100%ig weiß.Ein_Yak hat geschrieben:Das Beispiel mit Deinem Zimmer und der Blümchentapete ist deswegen irrelevant (und zugleich relevant), weil es Dein Privatraum ist. Der Staat hat sich auch privaten Dingen weitgehend herauszuhalten. Und letztlich geht es genau um dies Problematik. Die Religion ist Privatsache. Außerdem gilt für den Staat, daß er niemand zu benachteiligen hat, also haben dem dem Staat die privaten religiösen Ansichten weitgehend Schnuppe zu sein. Wenn aber der Staat in seinen Einrichtungen Symbole verwendet, die einer bestimmten Religion zuzuordnen sind, dann mischt er sich ein. Er sagt letztlich: Das ist die Religion, die Vorrang hat. Das widerrum verstößt aber gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Das sind schlicht liberale Denkfiguren. Und zwar gute.
Mal abgesehen davon, daß die christlichen Religionen hier in Europa zwar eine sehr starke Stellung haben, daß aber die Mehrheit der Bevölkerung christlichen Glaubens wäre, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.
Der Staat, so dachte ich zumindest bisher, repräsentiert ja nunmal uns alle. Also auch mich, und jeden anderen Deutschen. Und demnach müsste er doch auch meine Interessen repräsentieren (demnach auch meine privaten Interessen), oder? Und wenn eine Mehrheit in Deutschland der Ansicht ist, dass das Christentum die vorherrschende Religion ist und dass deren Symbole auch in öffentlichen Gebäuden hängen sollten oder getragen werden sollten und Symbole anderer Religionen nicht, dann müsste der Staat dies doch auch billigen (reine Spekulation meinerseits - denn ich weiß es nicht).
Das beste Argument bisher. Ich weiß nicht, was man dagegen sagen soll....... Folglich: Ihr habt Recht und ignoriert das oben geschriebene.Ein_Yak hat geschrieben:Wir regen uns hier über die Scharia (das islamische Rechtssystem) auf, über kulturelle, religiöse "Besonderheiten" wie die Klitorisbeschneidung oder das Kastenwesen in Indien, wenn es aber darum geht, unsere eigene Gesellschaft nach solchen "Regeln" zu durchstöbern und sie ggf. zu hinterfragen, dann haben sich gefälligst die Anderen anzupassen. Das paßt nicht zusammen!
PS: Man glaubt es kaum: Es ist ganz schön schwer seine vehement vertretene Meinung aufzugeben.











